Heute ist bei den Katholiken Gedenktag für den Heiligen Severin.
Mein Toaster hat Namenstag.
Schlagwort-Archive: kurzgeschichten an das leben
Sprachkonvention
Wie heißt denn dieses Jahr nun korrekt?
Traditionell „Zweitausendzehn“ oder Politik-Agenda-mäßig „Zwanzigzehn“?
Oder ganz im Sinne der kommenden Fußballweltmeisterschaft „Zwei Null Eins Null“?
Das Wichtigste vom Tage: Cheerio, Miss Sophie, me gal…
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, … Ohne den Mauerfall … völlig anders verlaufen … Herausforderungen der Wiedervereinigung … Kraft der Freiheit … Mut für das neue Jahr und das nächste Jahrzehnt … fern von ihren Lieben … unter Einsatz ihres Lebens … dieser Auftrag … Soldaten, Polizisten und zivilen Aufbauhelfer … nie wieder Gefahr … unsere Sicherheit … unser Wohlergehen … Verantwortung … kein Silvester wie jedes andere. … Gerechtigkeit und Menschlichkeit … die schwerste Wirtschaftskrise … Verantwortung für die nächsten Generationen … Wohlstand erhalten … Krise meistern … neue Regeln … Maßlosigkeit und Verantwortungslosigkeit … Sicherung der Arbeitsplätze … Wachstum … mit mehr Wachstum klug aus der Krise … Ausrede … mehr denn je … Willen … Bereitschaft … Klimakonferenz … Zögern … Eigensinn … globale Probleme … eigene Wirtschaftsweise … mehr Nachhaltigkeit … Umbau … Nachhaltigkeit … gute Geist des Zusammenhalts … Jahr der Krise … freuen … Fußballweltmeisterschaft … Kraft der Freiheit … Erfahrung des Miteinanders … ganz andere Herausforderungen … Herausforderungen unserer Generation meistern … ein glückliches und ein gesegnetes Jahr 2010.“
Miss Sophie: As I was saying, I’ll retire…
James: Ya… ya. By the way, the same procedure as last year, Miss Sophie?
Miss Sophie: The same procedure as every year James!
James: Well, I’ll do my very best!
Wenn die Volksgondeln Trauer tragen …
Volkstrauertag.
Wer trauert um wen und warum?
40.000 trauern um einen im Mittelkreis des Fußballstadions mit Kränzen drapierten Sarg.
Die SPD um Ex-Bundesfinanzminister Matthöfer, dessen Tod heute vermeldet wurde.
Bundestagsabgeordnete gedenken zusammen mit dem Bundespräsidenten Köhler im Plenarsaal des Bundestags den Opfern von Krieg und Gewalt.
Volkstrauertag.
Verteidigungsminister zu Guttenberg trauert in einer Verlautbarung um mehr als 3.100 deutsche Soldaten seit 1952. 3.100 tote Soldaten gestorben aufgrund „kriegsähnlicher“ Todesursachen.
Und dann kritisiert er in seinem Kommentar zum Volkstrauertag, dass viele in der Gesellschaft sich mit Begriffen wie Dienen und Pflichterfüllung schwer täten.
Der Verteidigungsminister, der gerade bei seiner Afghanistan-Reise mit erstklassigen Posings vor den Fotografen glänzte. Fotos von zu Guttenberg a la Pierce Brosnan in dessen Rolle als James Bond. Fotos, unter denen die FAZ den fotogenen Baron zu Guttenberg passend als Dressmen (http://i35.tinypic.com/2uogiab.jpg) bezeichnet.
Vielen in der Gesellschaft täten sich mit Begriffen wie Dienen und Pflichterfüllung schwer, meint zu Guttenberg. Dem zu Guttenberg sind also mehr als 3.100 tote Soldaten noch nicht genug?
Oder zu Guttenbergs Satz frei übersetzt in die Worte des Alten Fritz, dem Preußenkönig:
Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?
Also, meine Herren über 18:
Auf zum Dienen und zur Pflichterfüllung.
Google und die Suche nach "Bombe Oktoberfest 2009"
Es ist auf meinem Blog in dieser Woche was seltsames geschehen.
Normalerweise habe ich so täglich immer zwei bis drei Dutzend Besucher. Doch seit vergangenem Dienstag ist meine Besucherzahl mir regelrecht explodiert. Mit einem Male habe ich dreistellige Seitenaufrufe.
Woran liegt das? Womit habe ich das verdient?
Nun, der Suchdienst „Google“ schickt mir auf meinem Blog zu meinem Post „Festung Oktoberfest 2009“ viele Besucher, die nach den Stichworten „Oktoberfest 2009 Bombe“ oder „Bombenfund auf dem Oktoberfest 2009“ suchen. Und das nur eben weil mein obiges Post jene Begriffe enthält.
Wie dieses Post hier jetzt auch, ne. ;)
Nebenbei:
Hier in München laufen ja inzwischen massenhaft Araber herum, die andauernd Geldbündel aus deren Hosentaschen verlieren und den Findern dankbar statt dem gesetzlich geregelten Finderlohn lediglich den Tipp geben, am „Tage der deutschen Einheit“ dem 3. Oktober 2009 nicht auf das Oktoberfest zu gehen.
Gut, man sieht diese Araber nicht auf den Straße Münchens, aber zumindest gibt es massenhaft Münchener die massenhaft Bekannte haben, die wiederum massenhaft Arabern deren verlorenen Geldbündeln hinterher tragen.
Ja, ja, die Münchener sind schon eine massenhaft ehrliche Haut, gelle? Tragen einem immer das Geld hinterher …
Und noch ein „Nebenbei“, gelesen in der FAZ:
Vier Kinder im Frankfurter Stadtteil Griesheim haben auf dem Schulweg 15.000 Euro in einem Briefumschlag gefunden und diese auf dem Schulhof großzügig verteilt. Irgendwann regte sich bei denen das Gewissen, das Geld wurde wieder eingesammelt (bis auf fehlende 950 Euro) und dann der Polizei übergeben. In dem Briefumschlag waren die Daten des Besitzers. Der sagte aus, dass er mit den 15000 Euro nach Moskau reisen wollte. Der Besitzer war ein Afghane. Es ist nicht überliefert, ob der sich nachher bei der Polizei bedankt hat und denen dann empfahl, NICHT auf das Münchener Oktoberfest zu gehen …
Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Gehts voran?
Genossen und Genossinnen …
(Jubel, Applaus)
… wir haben einen grandiosen Wahlkampf geführt …
(lauter Jubel, stärkerer Applaus)
… wir haben den, äh, die Wähler von uns begeistert …
(lautstarker Jubel, rhythmischer Applaus)
… wir sind eindeutig die zweitstärkste Partei im Lande.
(Jubel und Applaus werden rhythmisch, begeisterte Zwischenrufe)
Genossen und Genossinnen …
(Jubel und Applaus sind ohrenbetäubend, eine La-Ola-Welle geht durchs Willy-Brandt-Haus)
… jeder vierte Wähler dieses Landes mag und unterstützt uns mit seiner Stimme. …
(„We are the Champions“-Gesänge, rhythmisches Fußgetrampel)
Das ist aber nicht genug! Wir müssen wieder zu einer Volkspartei werden!
(Jubelrufe, andächtige „Brüder zur Sonne“-Gesänge, starker Beifall)
Genossen und Genossinnen …
(erneut stark aufbrandender Applaus und massenhaft „Bravo“-Rufe)
… und weil wir eine Arbeiterpartei sind …
(etwas weniger Applaus und vereinzelte „Bravo“-Rufe)
müssen wir dafür jetzt, Genossen und Genossinnen, als Arbeiterpartei …
(mittelstarker Applaus und einige „Glück-auf“-Zwischenrufe)
… auch intensiv um Vermehrung der Wählerstimmen …
(Kunstpause, plötzliche Stille, vereinzeltes warnendes Räuspern)
… arbeiten!
(Buhrufe, Handgemenge, wütende „Nestbeschmutzer“-Rufe, fliegende Stühle, der Redner wird raus geprügelt)
Zur Beruhigung der Genossen und Genossinnen verkünden ein Heilchen und ein Munterführing deren Rücktritte.
Als Substitute werden eine Luftpumpe und eine Heißluft-Produzentin der Partei verordnet.
Na, dann ist ja alles wieder beim Alten, Verdummte dieser Erden.
The Kanzler remastered
Hamburg.
Dieser Tag in dem Bundestagwahlkampfes 2009 hatte alle Parteien überrascht. Weder Sprecher aus dem Adenauer-Haus der CDU haben bislang ihre Stimme wieder gefunden, um eine Stellungnahme abzugeben, noch war von SPD, Grüne und FDP etwas zu vernehmen. Es herrscht allenthalben Sprachlosigkeit.
Was war geschehen?
In vierjähriger mühsamer Kleinstarbeit haben Mitarbeiter des hochverschuldeten EMI-Musikverlages ein Vierer-CD-Box heraus gebracht, welches seinesgleichen in der Welt der Politik sucht:
„Helmut Kohl Remastered“
heißt diese Box und ist für 60 Euro ab sofort in jedem Online-Hörbuch-Portal zu erwerben.
Ein britischer EMI-Tontechniker erklärt hierzu: „Wir wollten der Versuchung nicht nachgeben, etwas Leben in den deutschen Wahlkampf zu bringen. Wir nahmen uns Rede um Rede von Helmut Kohl vor. Es ging uns nicht darum, den Inhalt der Reden zu verändern. Wir wollten sie vielmehr erstrahlen lassen.“
Nach dem EMI-Erfolg mit „The Beatles – Stereo Remaster“ ist jetzt „Helmut Kohl Remastered“ der zweite Coup des britische Traditionsunternehmen EMI.
Und so bietet die 4-CD-Box ungeahnte Einblicke in Kohls Redegewandheit. Die Reden klingen wie mit Perwoll und Doktor Beckmanns Fleckenspray gleichzeitig gewaschen:
Heller, klarer, farbiger, auch ein wenig schärfer, Kohls Stimme bekommt mehr Charakter, seine Stimme hat mehr Wucht.
Ein Meisterwerk ist insbesondere Kohls gesangliche Leistung. Die „Nationalhymne“ bei der Kundgebung am 10.11.1989 vor dem Schöneberger Rathaus war das Meisterstück des Kanzlers der deutschen Einheit. Waren zuvor Momper, Brandt, Wohlrabe und Kohls Stimmen kaum im Pfeifkonzert der Zuschauer zu hören, so wurde digital das Beste daraus gemacht.
Als Bonus-Track gibt es übrigens eine Dolby Surround 7.1 Version jener Schöneberger Rathaus „Nationalhymne“. Beim ersten Zuhören fühlten wir uns genau inmitten jener Wiedervereinigungsbegeisterung wie schon vor 20 Jahren direkt an der weltberühmten Mauer.
Dieser Bonus-Track ist ohne Zweifel ein Meisterwerk der Digitalisierung.
Technisch kamen hierbei nicht nur alle verfügbaren Loudness-Regler zum Einsatz. Unverkennbar haben Digitalmischpulte mit 64 Kanälen ihre klanggebenden Spuren hinterlassen. Blühender und kraftvoller erklingen die Kohlsche Reden. Reden, die offensichtlich damals mit analogen Magnetbandaufzeichnungsgeräten mitgeschnitten wurden.
Eine Nachbereitung und das Editieren der Stereo- oder Surroundsumme waren die Vorbereitung dieses technischen Remasters. Korrekturen am Stereoklangbild wurden ebenso vorgenommen wie das Glätten von Frequenzgänge, Anpassen von Pegeln und Entrauschungen. Filter, Equalizer, Kompressoren und psychoakustische Geräte wurden eingesetzt, um den klanglichen Eindruck und Kohls politische Reden entscheidend zu verbessern.
Zwischenrufe oder Zwischentöne wurden bei diesem Remaster belassen und digital herauspoliert, um den politischen Kohl nicht zu verfälschen. Es ist schon beeindurckend, wenn bei bestimmten Reden das Knacken von Eiern, das Platschen von Tomaten glasklar und digital aufbereitet ausgemacht werden kann.
Den ersten Passanten auf der Straße, denen Ausschnitte aus den CDs vorgespielt wurden, waren begeistert:
„So hört sich Kohl an? Ich dachte, der wär schon tot.“
„Die Merkel und der Steinmeier sollten sich daran ein Beispiel nehmen!“
Allerdings waren auch kritischere Stimmen zu hören. Der Verlag „2001“ ließ hierzu indigniert verkünden:
„An unserer Lübke-Veröffentlichung kommt dieses Remaster nicht im Entferntesten heran.“
Inzwischen wurden aus der Münchener Parteizentrale der CSU Pläne bekannt, demnächst in Zusammenarbeit mit der EMI auch eine „Digital Remastered“-CD der Reden aller ihrer Parteivorsitzenden zu veröffentlichen.
Unklar ist lediglich nur noch, ob Stoibers Reden darauf auch veröffentlicht werden oder ob ihm eine eigene Comedy-CD gewidmet werden sollte.
Das Leben reduziert auf einer Platte
Im Neanderthal-Museum bei Mettmann (Nähe D-Dorf-Stadt) fand ich eine interessante Darstellung der Entwicklung der Weltbevölkerung geschrumpft auf einer 1-qm-großen Platte.
Auf dem folgenden aus vier Bildern zusammengestellten Bild findet sich oben die Weltbevölkerung vor 10.000 Jahren, darunter die Weltbevölkerung vo 2.000 Jahren, dann die Weltbevölkerung um das Jahr 1850 und zu guter letzt die Weltbevölkerung im Jahre 2006.
Eine für mich beeindruckende Darstellung, wie sich die Spezie „Mensch“ zahlenmäßig entwickelt hat (zum Vergrößern, das Bild bitte anklicken).
