Archiv für den Monat Oktober 2007
Kühle Rechner
Unterhaltung in einem Bus zweier ca. 7-jähriger:
„Katholisch ist viel cooler als evangelisch.“
„Aber evangelisch ist doch auch cool.“
„Überhaupt nicht. Die haben doch nur Konfirmation. Die Katholiken haben aber Kommunion und Firmung. Da gibt es dann doppelt soviel Geschenke und Geld von all den Gästen.“
„Echt? Cool!“
„Ja. Die geben einem immer viele Geschenke und viel Geld. Und bei den Katholischen zweimal. Stell dir vor. Von dem Geld könnt ich mir dann erst ne X-Box kaufen und zur Firmung dann ne PS3. Ich frag meine Mutter nachher, ob ich katholisch werden kann. „
Ein dreifaches „Hoch“ auf unsere zweckorientierte Gesellschaft von Kindesbeinen an …
Lufttaxi Fortaleza
Beim Rumstöbern im Internet nach Fluglinien, welche brasilianische Flughäfen anfliegen, fand ich eine interessante Taxi-Linie:
Die Táxi Aéreo Fortaleza, oder kurz TAF abgekürzt.
Richtig heißt sie TAF Linhas Aéreas S/A und besitzt auch eine Homepage.
Sie fliegt aber nur Regional innerhalb Brasiliens, am liebsten die nordöstlichen Rennstrecken Brasiliens:
Fortaleza, São Luis, Belém, Manus, Salvador, Recife etc..
Insgesamt 16 Flughäfen will sie dieses Jahr im Portfolio nachweisen können (2006: 9 Flughäfen). Und transportiern will die TAF im Jahr 2007 an die 434000 Passagiere (2006: 142.000 Passagiere).
Die TAF verfügt offenbar auch über diverse Fliegzeugtypen. Vorzugsweise Kleinstfliegzeuge wie Learjet C 24 D (6 Passagiere) oder Caravan C 208 (9 Passagiere). Für den kleinen Zwischenhandeltransport (no drugs, please!) gibt es auch ein „Eichhörnchen“ der Firma Eurocopter: den Esquilo.
Und wenn man sich so die Generation der Flugzeuge anschaut, so sind es sicherlich nicht die neusten Fliegzeuge, die die TAF besitzt. Dafür war sie aber im Jahr 2006 pünktlicher und flugausfallsicherer als die VARIG (knapp an einer Pleite vorbei geflogen), die TAM oder GOL.
Wieso schreib ich das?
Die TAF besitzt nämlich auch noch drei Fliegzeuge der Marke Boeing 737 für ca. 115 Passagiere.
Aber auch das ist nicht wirklich interessant.
Interessant finde ich dabei eher, dass ich entdeckte, dass die TAF über einen Frachtflieger der Marke Boeing 737-230 C mit der Seriennummer 20254-230 verfügt.
Genau dieses Flugzeug hatte vor 30 Jahren als Passagierflugzeug eine historische Rolle gespielt hat. Bei der Boeing 737-230 C mit der Seriennummer 20254-230 handelt sich um die „Landshut„, welche 1977 im Zuge der Schleyer-Entführung in Mogadischu von der GSG9 befreit wurde.
Auf diesen Fakt stieß ich über Wikipedia, als ich mich über die TAF informieren wollte.
Allerdings wird es wohl den Wikipediaeintrag nicht mehr allzu lange geben. Er wurde bereits zur Löschung vorgeschlagen.
Argument: „kaum relevant“.
So wird auch diese interessante Historie wohl bald in den Bits und Bytes des Internetnirvanas verschwinden.
Also anschauen, solange es den Beitrag noch gibt:
Die TAF bei Wikipedia
Evolutionärer Fortschritt (Fake der Woche?)
Es war eigentlich nur eine vage Hoffnung, als am Freitag den 12-Oktober die Meldung um die Welt ging, dass Astronomen mit 350 Empfangsschüsseln von jeweils sechs Metern Durchmesser in der Nähe von Hat Creek (Kalifornien) den großen Lauschangriff verwirklichen würden. Federführend sind hierbei das Institut für die Suche nach intelligentem Leben (Seti) und die Universität von Kalifornien. Die ersten 42 Antennen nahmen letzte Woche am Donnerstag ihren Betrieb auf.
Eigentlich wollte man ersten Ergebnissen in 18 Jahren vorzeigen können. Aber jetzt kam den Forschern eine seltsame Nachricht in die Schüsseln rein.
Nein.
Es war nicht jenes „Wow-Signal„:
6EQUJ5.
Die Forscher in Kalifornien erhielten wesentlich klarere Signale.
Am Samstag konnte man noch nichts damit anfangen. Da jedoch gerade der Gouverneur von Kalifornien im Seti-Institut verweilte, hatte man ihm das ganze ungefiltert vorgespielt.
Der Governeur soll überrascht mit den Worten „Woisn döss?“ reagiert haben. Erst mit Hilfe dieser Spontanreaktion von Herrn Schwarzenegger kamen die Forscher dem Signal auf die Spur.
Wie aus unbestätigten Quellen zu erfahren war, soll der aufgefangene Satz in deutscher Sprache gewesen sein und habe „Und hab entschieden, dass ich mit meinen drei Gästen hier weiterrede und Dich – Eva – verabschiede“ gelautet.
Noch ist unklar, was dieser Satz bedeuten soll.
Da aber international der „Blog Action Day„ am heutigen Tag zelebriert wird und man am Seti-Institut auch einen Beitrag dazu leisten wollte, entschloss man sich diesen Satz heute noch zu veröffentlichen.
Der Ursprung des Satzes soll übrigens ein geostationärer Satellit sein. Momentan wird dieser Satellit noch vom SETI-Institut auf Spuren außerirdischer Intelligenz untersucht.
Der Hinweis eines deutschen Studenten, bei den Satelliten handele es sich um den ASTRA-Satelliten, dieses wurde empört als billige OPEL-Reklame abgewiesen.
Weiter Nachrichten folgen.
Guten Abend.
Beruflicher Fortschritt
Hey, weisste das neuste? Mein Chef hat mir endlich heute ein Notebook und ein Handy überreicht.
Schön. Das heisst, du darfst nach Feierabend jetzt auch zu Hause arbeiten. Und mit dem Handy checkt er nach, ob du es auch tust …
Software-Update unter Windows XP
Habe gerade per automatisches Update das „Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software“ aufgespielt.
Danach hatte es einiger Zeit heftigst auf meiner Festplatte gerödelt.
Danach war Grabesstille.
Jetzt meldet mir mein Computer plötzlich, WINDOWS XP sei erfolgreich entfernt worden.
Traue mich jetzt nicht mehr zu booten …
:> :> :>
Hab jetzt gebootet. Sieht nun alles aus wie UBUNTU …
:> :> :>
Fliegzeuge: Nur Fliegen sind schöner
Der ewige Traum vom Fliegen.
Schwerelos zwischen Himmel und Erde dahin zu gleiten und Flugenten dabei streicheln.
Wie Nils Holgerson.
Oder so.
Fliegen ist die Kunst, einen Menschen so schnell zu beschleunigen, dass der strömungstechnische Auftrieb den Menschen vom Boden abhebt. Als Hilfsmittel werden dazu in etwa ein metallener zigarrenförmiger Zylinder und drei Dreiecke benutzt. So wie man einen Formel-1-Boliden bei passender Geschwindigkeit ohne Probleme an einer Decke fahren lassen kann, ohne das er runter fällt, so in etwa funktioniert das mit dem Auftrieb bei einem Fliegzeug.
Und heute ist es einfacher denn je.
Einfach nur reinsetzen und ab geht die Post. Der Traum vom Fliegen ist für viele gegen den passenden Obulus realisierbar.
Fällt der Mensch dabei allerdings zurück auf harten Tatsachen, dann ist tagelange Unterhaltung in den Zeitungen garantiert.
Oder auch nicht.
Als die mit 200 Personen besetzte Maschine der Fluglinie TAM auf dem brasilianischen Flughafen „Congonhas“ in São Paulo landete und danach über die Landebahn hinaus in Tanklager raste, überlebte kein Mensch aus dem Flugzeug den Flug JJ3054. Die Halbwertzeit dieser Nachricht in den Medien allerdings war in etwa 12 Stunden. Die Nachrichtenlänge an sich war schon erheblich geringer. Am nächsten Tag war alles schon wieder uninteressant. Interessanterweise schaffte es der brennende Flugzeugrumpf noch nicht mal auf der Seite 1 der BILD-Zeitung. Als Unglücksursache schien Aqua-Planing für die Medien Deutschlands festzustehen. Die wirkliche Ursache war eine Kombination aus Piloten- und Maschinenfehler.
Als in Thailand jene Maschine des Flugs OG269 in Phuket aufschlug und 89 Menschen starben, waren die Nachrichtensendungen voll von Analysen und Reportagen des Unglücks. Die Halbwertzeit der Nachricht betrug immerhin 24 Stunden. Denn es gab Überlebende, die medienwirksam schildern konnten, wie jene 89 Menschen starben.
Medienwirksam war auch die explodierende Maschine in Okinawa. Flug Ci120. Alle Passagiere konnten noch aus der brennenden Maschine fliehen. Als letzter sprang der Pilot kurz vor der Explosion aus der Kanzel. Halbwertzeit war immerhin noch länger als Flug JJ3054.
Flug JJ3054 versus Flug OG269 versus Flug Ci120.
Der Traum vom Fliegen findet hier seine bitteren spektakulären Enden.
Spektakulärer sehen dabei die Aufnahmen vom Strandflughafen St. Maarten aus. Bei solchen Aufnahmen wächst seltsamerweise wieder der Traum vom Fliegen. Wobei die Filme erheblich mehr Spaßfaktor bieten als Filme über jene drei Unglücke, die man bei YouTube finden kann.
Irgendwo in Ungarn bei Györ sah ich vor einiger Zeit eine Iljuschin IL-18. Eingemauert in einem Haus:
Arbeitskollegen meinten zu mir, das Flugzeug sei nur ein Bordell. Wie sie zu dieser Ansicht kamen, verstand ich nicht. Ich bestand drauf, mir das Flugzeug anzuschauen wollen.
Irgendwie sah mir das ganze recht unpuffig aus. Irgendwie schräg und abgehoben. Aber verdammt originell ist es ein Haus um ein Flugzeug herum zu bauen.
Später entdeckte ich im Internet, dass das ganze Gebäude plus dem Flugzeug eine Disko beheimatet.
Dahinter steht allerdings ein Hotel, welches mir alles nur keinen komfortablen Eindruck macht. Es hat eher was von „Schnell rein, schnell raus“ als von echtem Hotel-Charakter. Vielleicht hatten meine Kollegen was erfahren, was mir das Tageslicht verbarg.
Ob es sich bei dem Flugzeug aber wirklich um mehr als nur ein Ausstellungsstück handelt oder disko-typischen Chill-out-Zwecken diene, das konnte ich nicht rausfinden.
Auch fand ich nichts darüber, ob es eventuell kommerziellen Bordell-Zwecken dienlich sei. Jedoch sollte es Männern den Traum vom Fliegen näherbringen, wäre das Ende so eines Traumes nach einer halben Stunde bei weitem nicht so tragisch, wie das Ende mancher Flüge. Und versicherungstechnisch billiger. Auch wenn eventuelle Ehefrauen dann das Geld für die Lebensversicherung danach nicht sehen …
Im Endeffekt ist das Flugzeug in dem Haus ein Hingucker.
Und etwas zum Träumen:
Über den Traum zu Fliegen.
Aftermath: One Post for Burma
In diversen Blogs wurde es schon angesprochen:
Ist der alleinige Eintrag am 4. Oktober mit dem Banner für „Free Burma“ wirkungsvoll?
Wird die Blogosphäre damit Zeichen setzen können?
Oder sind das alles nur Lippenbekenntnisse?
Ich hatte am 4. ebenfalls das Banner gesetzt.
Und prompt erhielt ich als Kommentar:
Oder bei der nächsten Mahnwache, Sonntag 14.10. 18 Uhr vor der Ludwigskirche in MUC.
Na?
Wie weit geht meine Solidarität jetzt für Burma?
Worte sind schön, aber Hühner legen Eier. Auch fern ab der Blogosphäre der Bits und Bytes, der Eins und Nullen …
Also: Alles Blog-Post, oder was?
Eine einfache, aber wirkungsvolle Nagelprobe dank Lasagnemutti