The world according to Marx

Wollte mir gestern ein wenig die momentane Weltwirtschaft erklären. War in der Bibliothek und hatte nach Karl seinen Büchern gefragt.

Hatte die ganze Nacht gelesen, bin aber nicht wirklich klüger geworden. Festgestellt, dass das Buch „Unter Geiern“ hieß. Und von einem Karl May aber nicht Karl Marx stammte. Aber der Titel klang zumindest vielversprechend.

Erneut zurück in die Bibliothek und diesmal eindeutig nach Marx verlangt. Erhielt von einer eingeschüchterten Frau eine DVD, wo gleich viermal Marx vorkommen solle. Wusste nicht das Karl vier Brüder hatte. Die hatten einen Film gemacht. Marx Brothers im Krieg mit den Brüdern Groucho, Chico, Harpo und Zeppo. Film handelte um ein Land in finanzieller Notlage und über Kredite zur Rettung desselben. Viel gelacht beim Anschauen, aber immer noch nicht schlauer geworden, was Wirtschaftsdinge angeht.

Ein Beter aus der Kirche gegenüber kam und verkaufte mir das echte Kapital. Meinte der wirkliche Marx hieße Richard und nicht Karl.
Hoffe endlich damit in der Wirtschaft durchzublicken.

Ansonsten muss ich doch noch Friedrich Merz Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ lesen …

Ab, du Wrack!

Was haben Mehdorn (Vornahme: Bahnchef), Glos (auch mit Vornamen, aber unwichtig, da fast auch nur ein deutscher Michel), Maria-Elisabeth Schaeffler (mit Doppelvornamen), der Dürener Immobilienhändler Anno August Jagdfeld (ebenso Doppelname), Josef Ackermann (zweiter Vorname Meinrad), Klaus Zumwinkel und Kurt Beck (beide ohne zweiten Vornamen) gemeinsam? Sie sind alle über 60 und stehen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Das ist jetzt eigentlich schön. Damit zeigt die deutsche Gesellschaft doch, dass sie was gelernt hat. Nachdem damals die deutsche Sprachgesellschaft eine öffentlichen Rüge wegen des Wortes „Altenplage“ (1995) aussprach. Und nachdem das Unworts des Jahres 1996 „Rentnerschwemme“ wurde.
Die Alten sind jetzt wieder wer.

Muss das jetzt sein?
Ich meine, da haben wir den Alten damals mal gezeigt, was wir von „Wohlstandsmüll“ (Helmut O. Maucher, 81 Jahre) halten. Und vor einer „Rentnerdemokratie“ hatte uns schon im letzten Jahr der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog gewarnt. Und da kennt sich der 74-jährige Roman als notleidender Bezieher satter Altersbezüge total sehr genau aus. Sprach doch bereits Karsten Vilmar von den positiven Effekten eines sozialverträgliches Frühablebens.

Warum kann man Leute über 60 nicht eine „Abwrackprämie“ einführen?
Die „Abwrackprämie“ ist doch die Errungenschaft der „Wegwerfgesellschaft“.
Mehrweg? Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.

Alte Menschen? Sind potentielle Langzeitarbeitslose. Belasten die monatliche Statistik. Bruche mer nit, fott domet. Einer Vergreisung der Gesellschaft wäre entgegengewirkt und die oben bereits erwähnten Namen könnten keine Probleme mehr machen.

Man stelle sich die Schlangen vor den Krematorien vor, wenn da die Enkel und Enkelinnen in der Mitte ihre „Abwrackprämie“ untergehakt heranschleppen würden. Da kommen gleich Gefühle wie im Mittelalter auf. So wie bei den „Ritter der Kokosnuss“ und der Szene „Bringt eure Toten raus„.
Gut. Die SPD hätte dann plötzlich keinen Müntefering mehr. Kurt Beck wurde gerade auch 60. Aber bei Georg W. Bush hätten sicherlich Milliarden gleich Applaus geklatscht.
Die Aufregung um Ackermann und Zumwinkel? Gäb es nicht. Blutdruck wäre automatisch gesenkt.
Ohne Anno August Jagdfeld würden die Hotelangestellten vom bekannten weißen Hotel am Heiligendamm (da wo die Merkel mit Bush und Sarkozy heftig flirtete) ruhiger schlafen.
Ohne Mehdorn und Schäffler? Keine Aufregung mehr in den morgentlichen Schlagzeilen. Die reinste Entlastung für den Blutdruck.
Eine „Abwrackprämie“ für die Ü60-Generation? Eine spannende Generation, diese Generation von Kurt Beck bis Jopie Heesters.
Bringt eure Alten raus!„.

Letztens in meiner Kneipe, da kam ein alter Bekannter von mir rein. Ein Vertreter der Ü60-Generation.
Er bestellte gleich ein Doppelkorn und sah mich müde an.

„Gott, sei Dank, noch zweieinhalb Jahre bis zur Rente.“

Er kippte sich den Doppelkorn gleich hinter die Binde und bestellte den nächsten.

„26 Jahre habe ich für meine Firma die Kohlen aus dem Feuer geholt. 26 Jahre lang. Hab mich abgerackert wie ein Idiot. Aber jetzt scheint meine Erfahrung als 63-Jähriger nicht mehr zu zählen.“

Er kippte den nächsten Doppelkorn und bestellte ein Kölsch.

„Heute kam der Personalchef auf mich zu, dieser junge vierzigjährige Spund. Er bot mir für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit 1000 Euro Abfindung, wenn ich die Firma jetzt verlassen würde.“

Er nahm einen schnellen Schluck und schaute mich säuerlich an.

„Weißt du, der kann sich seine Abwrackprämie in den Arsch schieben! Ich bin doch kein Auto! Die zweieinhalb Jahre krieg ich auch noch rum.“

Ich gab meinem Wirt mein Glas zum Spülen. Ohne Abwrackprämie. Weil Mehrweg.
Mittlerweile kann ich das Wort „Abwrackprämie“ doch nun nicht mehr ausstehen. Vielleicht erfindet da wer noch eine „Abwrackprämie“ für das abwracken dieses gehirnverkleisternden Wortes.
Ich würde mich einreihen in die Schlange der Abwracker.

Bringt eure Abwrackprämien raus!„.

Die Geschichte von Böcken und Gärtnern und deren Berufe

Seltsam, da beteiligt sich der Staat an einer Bank in Finanznot, der Commerzbank. Nun gut, so sahen es die Hilfen ja vor, damit Banken mit maroder Wirtschaftung nicht den Bach runter gehen.

Da fielen mir die Landesbanken von NRW und Bayern ein. Rüttgers und Huber sagten unisono, dass sie nichts von deren Misswirtschaft wussten, obwohl die Länder mit in der Verantwortung der Landesbanken stehen.
Und dann war da noch die KfW. Die stand ebenfalls bereits unter staatlicher Überwachung.
Tja, weder die Politiker noch die Bankiers konnten sich dran erinnern etwas falsch gemacht zu haben.
Wieso da was falsch lief, das wusste sich niemand zu erklären. Shit happens. Dumm gelaufen. Silly running …

Wahrscheinlich nur ein Déjà-vu von mir. Alle sind ja jetzt klüger geworden. Es heißt ja bekanntermaßen, dass Schaden die Weisheit entwickelt, weil man aus Schaden klug wird. Das bei solchen Fälle die Auswahl zwischen Pest und Cholera geboten wird, das beruhigt nicht wirklich. Da keiner Schläge auf deren Hinterkopf erhalten hatte, wird wohl auch das Wachstums des Denkvermögen als Null- bis Negativwachstum verbucht werden müssen.

Jump you fuckers

„‚Jump! You Fuckers!‘ Eine Ermunterung aus persönlichem Fehlverhalten Konsequenzen zu ziehen.“

(von dem preußische Rentner Lothar Dombrowski alias Georg Schramm vom 25-November-2008 aus der ZDF-Serie „Neues aus der Anstalt“)

Als die Nachricht vom Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckles bekannt wurde, fiel mir genau jene obige Szene ein.

In einem Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Marc Beise für mehr Verständnis und eine verbesserte Fehlerkultur gebeten, die Fehler erlaubt, um aus ihnen zu lernen.

Ein Verfechter der Selbstmordforderung bin ich überhaupt nicht. Das japanische Selbstmordritual ist mir widerwärtig. Selbst dem palästinensische oder islamistische Selbstmordritual kann ich nicht das geringste abgewinnen. Sich der Verantwortung durch Selbstmord zu entziehen, ist feige. Für das, was man angerichtet hat, keine Verantwortung übernehmen zu wollen, das ist feige.
Die Zeitungen üben sich plötzlich in vornehmer Pietät und verwenden das Wort „Freitod“. Wie schön. Tod aus freien Stücken.

Wenn ein normaler Arbeiter einen entscheidenden Fehler macht, dann sucht man Forderungen nach einer verbesserten Fehlerkultur vergeblich. Da werden eher Forderungen nach Entlassung und Hartz-4-Laufbahn laut.
Wenn ein Manager zockt und verliert, dann sollte er nachher versuchen, seine Fehler in ihrer Konsequenz zu vermindern. Sich um deren Opfer zu kümmern.

Wer gewinnen will, dem muss auch ganz klar sein, wie die Konsequenzen einer Niederlage ausschauen (worst-case-Szenario). Gehe ich morgen zur Bank und nehme einen Kredit auf und kaufe mir davon Lottoscheine, dann muss mir schon klar sein, was passiert, wenn ich plötzlich keinen einzigen Treffer lande.

Die Arbeiter, die durch Adolf Merckle in Brot und Lohn standen, werden sich sicherlich verwundert entsetzt die Augen gerieben haben. Da hat sich der oberste Chef nach egomanischer Spielsucht einfach aus dem Staube gemacht …

Das, was man den Hedgefonts mit dem Wort „Heuschrecken“ vorgeworfen hat, passierte in deren eigenem Betrieb. Unten wurde gearbeitet, oben gezockt. Als das Wort „Heuschrecken“ für diese Art des neoliberalen Wirtschaftens geschaffen wurde, da schrien deutsche Manager auf und empfanden das als tiefe Beleidigung ihres wirtschaftlichen Tuns.
Offensichtlich hatte der Begriff genau das beschrieben, was die Manager ja alle nicht sein wollten.
Und nun sehen wir die Dominosteine fallen. Ein bisschen aus Self- fullfilling Prophecy, ein bisschen aus Krise, ein bisschen, weil man es so will. Die Einschläge kommen näher. Da bleibt zu hoffen, dass man sich selber nicht unter einen dieser Dominosteine aufhält.

In einer Buchhandlung fand ich die aktuellen politischen Bücher aufgestellt. So zwischen Abhandlungen zur Terrororganisation RAF und den Erinnerungen an eine rot-grüne Regierung, findet sich die provokante Aufforderung von Friedrich Merz mehr Kapitalismus zu wagen. Na, dann wollen wir mal mehr wagen. Wo ist die nächste Zockergelegenheit?

buecher

Tja, und im gesamten Bücherstapel lächelt huldvoll von oben milde der Bischof Marx mit seinem „Das Kapital“. Für seine Namensgleichheit mit Karl Marx kann er nichts, für die Titelgleichheit mit dessen Buch aber schon.

Crosstraining – Vorbereitung aus Superwahljahr

Europawahl, Bundestagswahl, Bundespräsidentenwahl, Neuwahl, Altwahl, Abwahl, Wiederwahl, Wahlkampf, Wahlplakate.

Ich habe mir schon ein kleines kariertes Blatt hervorgeholt und übe fleißig Kreuzchen machen.

Aus der letzten Bayernwahl (CSU ist ja begeisternd grausam abgestürzt)haben die Wahlmänner die Lehren gezogen. Die Kugelschreiber und Bleistifte zum Kreuzchen-machen werden nicht mehr einfach nur am Wahltisch so ausliegen. Ab sofort wird das Schreibzeug wieder an einem sehr kurzen Band geführt. Dann geht die freie Reichweite des Schreibzeugs nur maximal bis zu den Kästchen der C-Parteien. Jedoch soll es trotzdem Intelligenzler geben, die es schaffen, den Wahlzettel so zu verbiegen, um auch woanders ihr Kreuzchen machen zu können …
… aber egal, für eine einfache Mehrheit der C-Parteien sollte die Schreibzeuganbindung reichen …

Gauner, Schieber, Börsianer

Es gibt schon eigenartige Zufälle. Ich gebe die drei Worte in Google ein und schon das zweite Suchergebnis verweist auf meine unbedeutende Geschichte.

Aber im Ernst. Es berührt mich nicht. Das Google-Ergebnis macht mich nicht stolz. Denn Gauner muss man Gauner nennen dürfen. Und für Schieber gilt das Gleiche.

Und für Börsianer?
Eigentlich müsste man die als „Glücksritter“ bezeichnen. Oder auf englisch „Soldiers of fortune“. „Söldner“. Sie handeln zwar im Auftrage eines Auftraggebers, aber zuallererst immer noch auf eigene Rechnung.

Wenn Politiker die Beschränkung der Jahresgehälter der Bankmanager auf 500.000 Euro verlangen, dann ist das reiner Populismus. Da lachen die „Börsianer“. Denn „Börsianer“ machen erheblich mehr Verdienst pro Jahr.
500.000 Euro im Jahr für deren Chefs während jene Glücksritter erheblich mehr verdienen? Okay. Hauptsache die Politiker haben die Manager als Täter ausgemacht und nicht deren „Söldner“, die jahrelang durch ihre Spekulationen und Spekulationsmodelle die letzte Krise ausgelöst haben.

Ja, man könnte fast Mitleid mit den Ackermännern dieser Bankenwelt haben, da diese doch selber nicht vorher gesehen haben, dass das alles so kam.

Nun ja, vorhergesehen habe ich es ja auch nicht wirklich, auch wenn ich die schlechten Nachrichten aus den USA schon das ganze letzte Jahr verfolgte und auf einen Crash wartete. Ich verdiene allerdings auch nicht 500.000 Euro im Jahr. Und somit wird mir keiner der Politiker populistischerweise ein „Mach dich vom Acker, Mann“ vor dem Latz knallen können.

Die Börse arbeitet weiter. Unabhängig vom Getrommel der Politiker. Und erst recht unabhängig von meinem eigenen Getrommel. Die Ackermänner dieser Welt sind freilich nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass sich die Ideen, die auch ein Ackermann verkörpert, nicht verändert haben.

Und dann fand ich heute noch folgende kleine Randnotiz in der Zeitung:
Während jetzt bei uns die Rezession ausgerufen wurde, verkaufte neulich in England ein Internet-Online-Autohändler zwei Autos für den Preis von einem.
Oder besser gesagt: als dieser Autohändler Neuwagen mit 50% Rabatt für 12.500 Euro übers Internet verkaufen wollte, interessierte es niemanden. Also verdoppelte er den Preis und die Anzahl des Angebots und propagierte „zwei Fahrzeuge für den Preis von einem“.
Und? Es funktionierte. Er hatte alle rabattierten Fahrzeuge verkauft. Kunden dieser Fahrzeuge waren nach Auskunft des Autohändlers offenbar auch einige ehemalige Angestellte der Lehmann-Brothers.

Tja, tröstlich zu erfahren, dass die Werbestrategien der Banker auch bei deren eigenen Leute verfangen, wenn sie denn mal branchenfremd verwendet werden …

Gier ist gut

„Ich zerstöre keine Unternehmen, ich befreie sie. Der entscheidende Punkt ist doch: Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, sie klärt die Dinge.“

Gordon Gecko, aus dem Film „Wall Street“

Wenn Manager ihre Krisenweisheiten auspacken …

Jeder kennt sie. Die Leute unter den Managern, die jetzt unsere Gürtel enger schnallen wollen.
Natürlich wollen die auch ihre eigenen Gürtel enger schnallen. Aber erstens wollen die selber bestimmen, von welche Marke der Gürtel ist und ob er aus Gold oder mit Edelsteinen bestickt ist, und dann wollen die auch nicht, dass die Öffentlichkeit unqualifiziert denen in die Suppe spuckt.

Daher jetzt mal ein paar richtige unternehmerfeindliche Sprüche für deren Suppe:

Zum Thema „Standort Deutschland“

„Landflucht kann ich im Krieg machen, ich werde es nicht wegen des Geldes machen.“

Zum Thema „Problemort Deutschland“

„Wer sagt, er hat ein großes Problem, der ist ein Versager.“

Zur Situation der Manager und deren Managements:

„Wir sind dem Kommunismus näher als der Marktwirtschaft.“
weil „Am Ende zahlt der Arbeitnehmer die Zeche“

Zur Frage, ob Berater die Lösung eines Problems sein können:

„Wer sich einen Unternehmensberater holt, ist ein Versager.“

Hm.
Wer hat es gesagt?
Wolfgang Grupp, 65-jährige Trigema-Chef von 1200 Mitarbeitern. Das enfant terrible der deutschen Managerzunft, weil er durch sein eigenes Unternehmertum Manageransichten widerlegt.
Für solche Aussagen könnte dieser Patriach alten Zuschnittes mir fast schon wieder sympatisch sein …
Die Aussagen machte er 2004 bei einer Podiumsdiskussion des manager magazins …

Zahlenspiegel

Die Bayern-Wahl ist gelaufen, die Hochrechnungen stabilisieren sich und geraten in die Nähe der wirklichen Wahlergebnisse.

Was für ein Tag!
Die CSU verliert über 17% und braucht jetzt einen Mithelfer beim Regieren.
Bayern, dieses Musterländle eines „50-plus-X-Prozente“-Parteienstaats.

Nun ja.

Was sagt uns dieses Ergebnis?

Die Sendung QUER des Barischen Fernsehens hat da mal nachgehakt. Und zwar vor den Wahlen. Da die Landtagswahl zum „Oktoberfest“ stattfand, hatte die Redaktion der QUER-Sendung sich wahllos Freiwillige aus den Wiesnzelten abgegriffen und diesen der Wahlzettel gereicht. Der Wahlleiter dieser Bierzeltumfrage stellte dann noch den Alkoholzustand des Befragten fest („nüchtern“,“angetrunken“ und „volltrunken“) und wertete dann später aus.

Im angetrunkenen oder volltrunkenen Zustand kam die CSU auf 60% der Stimmen, also soviel wie vor fünf Jahren.
Die SPD erreichte bei den angetrunkenen oder volltrunkenen Wählern eine Gunst von 20%.
Die FDP lag erst im nüchternen Zustand bei einer 27%igen Fangemeinde. Im volltrunkenen Zustand wollte die aber keiner wählen.
Dafür erreichten die Grünen bei volltrunkenen Wählern gerade die 20%-Marke. Nüchtern fanden sich allerdings nur bei 13,6% der Wählern ein Kreuzchen wieder. Und im angetrunkenen Zustand sank der Beliebtheitsgrad sogar auf kümmerliche 6,7 %.

Was sagt uns nun dieses nun verglichen mit der heutigen Wahl?
– Heuer waren die CSU-Wähler alle nüchtern zur Wahlurne gegangen.
– Die SPD-Wähler mussten sich vorher Mut antrinken, um ihr Kreuzchen bei der SPD zu setzen.
– Das gleiche gilt für die Wähler der Grünen. Oder liegt es daran, dass die Supermärkte zuhaben und die ganzen BIONADEntrinker zuhause blieben? Egal.
– Nur die knappen 8% der FDP lassen sich irgendwie nicht zuordnen. Denn angetrunken würden 13% diese Partei gewählt haben und im volltrunkenen Zustand niemand. Die FDP-Wähler müssen wohl in einem Zwischenstadium zwischen angetrunken und volltrunken gewesen sein, sozusagen im Bierhimmel der Glückseeligen.

Und zu guter Letzt erklärt sich nun auch die Becks-(tein)sche List, mit zwei Mass Bier für Autofahrer zu werben. Wären die Bayern mit mindestens zwei Mass Bier angetrunken oder gar volltrunken zur Wahlurne gefahren, dann läg die CSU bei berauschenden 60% vollgesoffen heute abend bei der Wahlparty unterm Tisch.

Aber so?

Kein Vollrausch.
Noch nicht einmal angetrunken.
Aber jetzt schon mit einem riesigen Kater.
So ist die CSU heute Abend aufgewacht.
Mit vier Sitzen an der absoluten Mehrheit vorbei.
Aus ist’s mit der demokratischen Einparteienherrschaft in Bayern …
Was bleibt uns da nur noch? Richtig, traurig über eine MAss die Bayernhymne zu intonieren. Gott mit dir, du Land der Bayern, Gott mit dir, dem Bayernvolke. Und erhalte dir die Farben Seines Himmels, weiß und aber nicht blau, sondern nüchtern.

Und jetzt noch ein echt bayrisches Himmiherrgottzefixallelujascheissglumpvarrecktsdozüpfüklotscher-Prost.
Und gut is.

Ach ja, die denkwürdige Umfrage der QUER-Redaktion findet sich im übrigen hier.