Zahlenspielereien

Die Erstausstellung eines neuen Personalausweis kostet 8 Euro.

Die Jahresgebühr für eine VISA-Card kostet oft 40 Euro.

130 km/h ausserhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen zu fahren kostet u.a. ungefähr 103,50 Euro.

Ein illegales Straßenrennen zu veranstalten, kostet u.a. 500 Euro.

Ein 1.000 Euro-Schein gibt es bislang nicht, trotzdem zahlten schon diverse Leute auf dreister Weise mit solchen Scheinen.

1.000 Euro ist auch der Betrag, den die Bundesregierung für das nächste Jahr pro Kopf je Bundesbürger als Staatsverschuldung aufnehmen wird.

2500 Euro gibt es als Abwrackprämie für alte Fahrzeuge.

Vier Mal die Abwrackpränmie, also 10.000 Euro, musste der australische Tennisverband zahlen, weil er aufgrund der terroristischen Anschläge auf das indische Hotel Taj Mahal nicht im indischen Chennai spielen wollte

Bis zu 50.000 Euro kann derjenige sparen, wer über staatliche Zuschüsse das Wohn-Riester-Darlehen nutzt.

125.000 Euro kann der Staat einsparen, wenn seine Bürger auf die Zeugung jeweils eines Kindes verzichten. Denn dem Staat kostet das Kind bis zu dessen 18. Lebensjahr ungefähr 125.000 Euro (Quelle: ifo-Institut).

Ehepaare oder Lebensgemeinschaften können bis zu 240.000 Euro in 18 Jahren, verzichten sie auf den Verzicht auf Verhütungsverzicht. Die Zahl gilt pro Kind (Quelle: ifo-Institut).

1 Million Euro gibt es bei der Beantwortung aller Fragen bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär“.

1,4 Millionen Euro ist die gerichtlich verordnetet Rechnung, die eine Frau wegen dem Anbieten von illegalen Downloads zahlen muss.

3,5 Millionen ist die Anzahl der Arbeitslosen, die Leistungen nach ALG1 empfangen.

6,5 Millionen erhalten dagegen Unterstützungen nach ALG2 (auch unter dem Begirff „Harz-4“ bekannt).

Würden diese 6,5 Millionen knappe 14,50 Euro zusammen legen, dann hätten sie für knappe 94 Millionen einen knackigen portugiesischen Fußballspieler kaufen und der Paris Hilton nach deren One-Night-Stand mit ihm Tantiemen abverlangen können.

OPELs Verluste monatlich entsprechen etwas mehr als die Ablösekosten, die „Real Madrid“ sein Bauunternehmer für Christiano Ronaldo an „Manchester United“ bezahlt hat.
100 Millionen Euro.

Mit 300 Millionen Euro wird inzwischen als der Verlust beziffert, den die Konzertveranstalter aufgrund des Tods von Michael Jackson und dem Ausfall seiner Londoner Konzerte kalkuliert haben.

Ebenfalls 300 Millionen Euro ist der Betrag, den die KfW am Tage der Lehman-Brothers-Pleite einer Bank noch schnell überwiesen hatte. Der Lehman-Brothers-Bank.

Auf 500 Millionen Euros sollen sich die Schulden von Michael Jackson bei dessen Tod summiert haben.

750 Millionen Platten hatte Michael Jackson zu seinen Lebzeiten verkauft haben.

1 Milliarde Überschuss hat in diesem Jahr bislang der Gesundheitsfond inzwischen erwirtschaftet.

100 Milliarden Euro ist die Summe der Staatsbürgschaft für die „Hypo Real Estate“ und deren Finanzkompetenz.

1000 Milliarden Euro werden jährlich von kriminellen Organisationen gewaschen.

Mit der gleicher Summe von 1000 Milliarden Euro wollen im übrigen die G-20-Staaten über den Internationalen Währungsfonds die globale Wirtschaftskrise bekämpfen.

1000 Milliarden Euro nennt man auch 1 Billion Euro. Das mag sprachlich opportun sein, aber inhaltlich unvorstellbar.

Als der Komet Hale-Bopp am 30.3.1997 seinen sonnennächsten Bahnpunkt mit einer Entfernung von 137 Millionen Kilometern zur Sonne erreichte, hatte er einen Staubschweif von ca. 23 Millionen Kilometern.

Wie viel diese 23 Millionen Kilometer sind? Wie kann man diese Entfernung ein wenig greifbarer machen?
Nun diese Entfernung erhält man, wenn man eine Billion Euro-Stücke nebeneinander hinlegt …

Meine fünf Cents zu medialen Zahlenspielen …

Arcandor – das Monster bei Karstadt, das im Dunkeln lauert

Na endlich! Wurde aber auch allerhöchste Zeit.
Jetzt hat dieser Laden mit seiner Hintergrundsdudelmusik seine gerechte Strafe erhalten. Wer alte Schlager über hauseigene Quäk-Lautsprecher nicht nur aufwärmt sondern auch verhunzt, dass es dem Kunden dabei speiübel wird, der hat es nicht anders verdient. Dieser mehrgeschossige unpersönliche Tante-Emma-Laden mit amerikanischen Shopping-Mal-Anwandlungen.

Weg damit! Mit ihm und all seinen „Wenn es nicht im Regal steht, haben wir es auch nicht!“-Verkäuferinnen.

Schon mal Schuhe in Größe 46 gesucht?
Nein?
„Sagen Sie mal, haben Sie denn keine Herren-Schnürschuhe mit Ledersohle in Größe 46?“
Schon mal so was in aller Naivität in deren Schuhabteilung gefragt? Nein? Dann kamen Sie noch nie in den Genuss deren hochphilosophischer Antwort:
Wir haben ‚keine Herren-Schnürschuhe mit Ledersohle‘ in Größe 64. ‚Keine Herren-Schnürschuhe mit Ledersohle‘ in Größe 46 kriegen Sie bei Clamotten-Anton.“
Eine Unverschämtheit.
Mal abgesehen davon, dass so was doch glatt gelogen ist. Denn ‚keine Herren-Schnürschuhe mit Ledersohle‘ gibt es nur bei Eisen-Hans oder bei Obi.

Da fragen Sie sich schon, welche Schulungen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Karstadt erhalten haben. Vielleicht eher mathematische Nachschulungen „Wie berechne ich die verbleibenden Arbeitstage bis zu meiner Rente“. Oder auch „Welche Gesprächsthemen sind mit Kollegen immer zu führen, wenn Kunden in der Nähe sind“.

Selbstbedienung wurde damals bei Karstadt ganz groß geschrieben. Selbstbedienung bis man davon von selbst bedient war.

Ich erinnere mich noch an dunkle Mittelalterzeiten, als ich als Kind mit meinen Eltern noch Fangen und Verstecken mit den Verkäuferinnen spielte. War das putzig. Wir mussten sie suchen und die versteckten sich. Hätten wir eine entdeckt, hätten wir sie als Kindermädchen behalten dürfen, hatte uns mal ein Karstadt-Mitarbeiter nach Dienstschluss erklärt. Wir trafen ihn an einer Tankstelle. Wir durften ihn nicht behalten.
Ich wuchs ohne Kindermädchen auf.

So.
Und nu ist Karstadt weg vom Schaufenster.
Na gut, nicht gleich. Erstmal ist das Insolvenz-Verfahren beantragt worden, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Das muss jedem erst einmal klar werden. Denn auch im Falle von Arcandor gilt, Insolvenz-Verfahren schaffen immer Arbeitsplätze. Mindestens einen. Den für den Insolvenz-Verwalter.

Und daher war es auch dumm, Opel die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes zu verweigern. Diese dummen SPD’ler. Einfach die Intention des Wirtschaftsminister Guttenberg, Arbeitsplätze zu schaffen, mit der Bestrebung, Arbeitsplätze zu erhalten, zu durchkreuzen. So was macht man doch nicht. So was von unsinnig. Aber solche Fehler macht niemand zweimal.

Zumindest bei Arcandor hat die Arbeitsplatz-Schaffung geklappt. Und die SPD ist auch lernfähig. Guttenberg, SAL Oppenheimer und Madelaine Schickedanz feiern, einen Arbeitslosen von der Straße geholt zu haben. Und solange dieser Insolvenz-Verwalter nun die Akten und Werte bei Arcandor sichtet, solange befindet sich Karstadt auf dem Weg in die Seitwärtsbewegungen.

„Seitwärtsbewegung“.
So bezeichnen fortschrittlich denkende Arbeitgeber inzwischen den Stillstand. Klar. „Fortschrittlich“ und „Stillstand“, das passt zusammen wie „Feuer“ und „Wasser“. Also muss man „Wasser“ ersetzen. Am besten mit „Öl“. Dann wird alles nicht mehr so statisch und lkangweilig vorhersehbar, wenn Öl und Feuer zusammen kommen.

Und der bislang verwendete Begriff „Null-Wachstum“ hört sich auch viel zu statisch an. So wie „Null-Appetit“ in der Sahel-Zone. Darum „Seitwärtsbewegung“. Das klingt dynamischer. Das hat mehr Power. Das hat Coolness!
Auf der Straße des Fortschritts mutet dann der Begriff „Seitwärtsbewegung“ wie das Ausscheren beim Überholmanöver an. „Seitwärtsbewegung“! Das klingt wie „Wiener Walzer“. Und ein wahrer „Wiener Walzer“ wird nach den Regeln des Anstands getanzt. Den Normen der Sittlichkeit entsprechend. Daraus leitet sich im Deutschen auch der Begriff „sich schicken“ ab, so sagt der „Duden“, auch wenn es nicht logischg erscheint.
Aber was ist schon logisch? Seitwärtsbewegungen beim Wiener Walzer? Ist so was überhaupt schicklich? Ob Seitwärtsbewegungen beim „Wiener Walzer“ schicklich sind, dass bestimmt die Art der Bewegung. Sind diese Bewegungen mit modische Feinheit und Eleganz verbunden, dann kann ruhig auch das französische Wort „chic“ für „schick“ benutzt werden. Am besten mit einer Noblesse der Nonchalance verbunden leicht nasal ausgesprochen. Das schmückt.
Chic tanzen, das will jeder gehen. Aber nur im Kölschen, da kommt die Aktualität der Noblesse auch ohne Nasalitäten glänzend zur Geltung. Wie der Kölner in seiner Mundart zu sagen pflegt: „Schick danzen“.

Womit wir wieder bei der Frau Schickedanz und ihren Oppenheimern angekommen wären.
Wie die um die Hilfsgelder von der Bundesregierung getanzt haben, das war allerdings gar nicht ganz so schick wie bei den Opel’anern. Schickedanz und Oppenheimers Fähigkeiten in Sachen „Tanz“ hatten die Anmut von „Kleiderschrank schieben“. Da war nichts von „schwebend so leicht wie eine Feder“.
Darum wollte auch niemand mehr mit Arcandor tanzen. Weder die Merkel noch der Steinmeier. Ausgetanzt hatte es sich dann.

Trotzdem übt sich nun Arcandor mit Karstadt und Quelle jetzt in Seitenbewegungen. Um mit dem Monster bei Karstadt zu tanzen.

Was?
Ein Monster bei Karstadt?
Sie kennen es nicht?
„42, bitte 7.“
oder
„15, bitte.“
oder
„72, bitte sofort 3e!“
Sie kennen das Tagebuch des Karstadt-Bombers nicht? Schauen Sie im Internet Ihres Vertrauens nach. Sie werden schon lesen, was das Monster bei Karstadt mit seinen Kunden so machen kann. Ungefährlich ist das nicht. Das Monster, das im Dunkeln lauert: http://www.leo.org/information/freizeit/fun/karstadt.html
„20, bitte 20!“
Nebenbei: Einige Dechiffrierungen dieser codierten Sprache finden sich hier: http://www.nostrada.net/Fun/Bilder/codes.jpg

Und jetzt ist es raus.
Losgelassen.
Das Monster bei Karstadt.
Raus aus dem Dunkeln, rein ins Scheinwerferlicht für Rampensäue.
Licht aus! Spot an!
Hey und hier ist es, das Insolvenzmonster! Applaus, applaus, applaus!
Der König ist tot, es lebe der König. Nur soooo einfach stirbt es sich nicht bei Karstadt.

Erinnert sich noch wer an den Fernseh-Vierteiler vom Dieter Wedel? „Der große Bellheim“ von 1993? Die Geschichte von den vier Rentnern, die die Kaufhauskette „Bellheim“ vor einem gierigen Investor retten? Nein? Wie hieß darin nochmals der Investor? Daran erinnert sich jetzt doch kein Schwein mehr. „Karl-Heinz Rottmann“ hieß der böse Investor im „Der große Bellheim“.

Ein Dutzend Jahre später nach der Bellheim-Erstausstrahlung kam ein Manager „Thomas Middelhoff“ bei Karstadt vorbei. Qualifiziert war er schon. Mit Bertelsmann im Huckepack stieg er bei der Online-Tauschbörse „Napster“ ein. Zwei Jahre später war „Napster“ pleite. Und Middelhoff war inzwischen schon bei einem Finanzinvestor untergekommen. Einer Private-Equity-Gesellschaft.

Zur Erklärung:
„Private-Equity-Gesellschaften“ sind Gesellschaften, die ihren Fokus auf maximalen Ertrag bei geringem Risiko legen. Mit „Heuschreckenschwärmen“ hatte Müntefering diese Gesellschaften verglichen und jeder hat empört aufgeschrien. Diese „Heuschreckenschwärmen“ verhungern jetzt aber, weil die Wirtschaftskrise ihnen vor der Nase deren Nahrung weg frisst: Den risikoarmen Ertrag.

Dieser Middelhoff wechselte aber ein weiteres Jahr später zu „KarstadtQuelle AG“ und schmiss all sein Finanzinvestoren-Wissen und all seine BWL-Rezepte in einem Topf, nannte es „Arcandor“ und rührte fleißig in dieser Melange herum, bis alles Unausgegärte anfing zu gären. Und es entstand etwas neues.
Ganz was Neues.
„Committed to creating value“ ist der Leitspruch Arcandors. Übersetzt auf Deutsch: „Verpflichtet, Werte zu schaffen.“
Ist?
Habe ich „ist“ geschrieben?
„War“ wäre wahrer.
Oder zumindest ehrlicher. Aber was ist schon ehrlich. Ein Manager mit Ehrenkodex und sozialem Gewissen? Oder ein Manager ohne Ehrenkodex aber mit Betriebswirtschaftslehrestudium?
Was ist mehr wert? Ein Studium oder ein Unternehmen, das man gegen die Wand fährt?
Eine Frage der Mehrwert-Ehre. Committed to creating value. Werte schaffen mit immer weniger Schaffen. Den „Minus-Mehrwert“.

Wie beim „Kaufhaus Kortum“ in Bochum. Dort wurde die Serie „Der große Bellheim“ nach Ladenschluss gedreht. Und es führte zu der Diskussion, welche Werte mehr wert sind. Alte oder neue. In der Serie „Der große Bellheim“ wurde die Kaufhauskette „Bellheim“ gerettet. „Kaufhaus Kortum“ in Bochum allerdings ging den absoluten „Minus-Mehrwert“-Weg. Auf gut Deutsch: Konkurs.

Und wenn das Insolvenzmonster bei Karstadt sich die Wampe voll geschlagen hat, dann wird sich keiner mehr über verschlüsselte Durchsagen, Dudelmusik oder unsichtbares Verkaufspersonal mehr ärgern. Aber dann wechseln wir einfach in den „Hertie/Kaufhof“-Konzern. Der wird dann bestimmt die Verwertungsrechte für verschlüsselte Durchsagen, unsichtbares Verkaufspersonal und Dudelmusik aus der Insolvenzmasse „Karstadt“ herausgelöst haben.

Schließlich will ich mich auch morgen noch kraftvoll aufregen können, wenn es wieder heißt:
„4711, bitte sofort 08-15.“
oder auf Deutsch, für jedermann verständlich:
„Frau Meier, Sie sind ab sofort freigesetzt.“

Satanischer Plan: KEINE 40%!

Habe mein vierteiliges Geschreibe von gestern hier im Blog nochmals durchgelesen. Bin zu dem Entschluss gekommen, dass Wahlbeteiligung zur Europawahl weiter gesenkt werden muss. Muss eindeutig unter 40% in Deutschland und europaweit.

Absolut wasserdichten Plan erstellt: Neustes GPS-Handy vom Nachbarn geklaut, in Nacht und Nebel-Aktion kleines Programm geschrieben und bereits in Maschinencode assembliert.

Befehlscode:

Wenn 7. Juni 2009, dann aktiviere Standby-Modus von 8 bis 18 UHR MESZ

Werde Befehlscode Samstag, 6. Juni, kurz nach Tagesschau per GPS an erreichbare GPS-Satelliten schicken. Bin sicher, von 43% der potentiellen Wähler nutzen 50% deren GPS-Gerät des neuen mit Abwrackprämie gekauften Kleinwagens.

Bin zuversichtlich, Plan „KEINE 40%“ haut hin. Erfreue mich zusätzlich Unterstützung durch Ferienzeit in MecKPom, Bayern und Baaden-Würtemberg.
Hoffe saugeiles Wetter ist auf meiner Seite.

Bin schon ganz ungeduldig.

Toi, toi, toi.

Wahlfang in Europa (Teil 4 und Ende)

Posselt ist Allround-Experte mit seinem Steckenpferd was Nachfragen im Parlament bezüglich der eisenbahnerischen Anbindung von München an die europäische Streckenführung angeht. München als Drehkreuz der Eisenbahnverbindungen sowohl von Straßburg bis Wien als auch der Linie Berlin-Rom in Verbindung mit dem Bau des Brenner-Basistunnels.

Nein, dem Bernd Posselt kann man weder Faulheit im Dienst vorwerfen noch notorische Parlamentsabstinenz. Vielmehr will er jetzt sogar ein „Sudetendeutsches Außenministerium“ gründen. Wahrscheinlich mit dem Sitz in den obersten Etagen vom Posselt so herbei gewünschtem Münchener „Sudetendeutschen Museum“. Wenn der Posselt von der Europäischen Einheit spricht, dann kann automatisch davon ausgegangen werden, dass er damit auch den Vierten Stamm Bayerns meint, wenn die wieder in ihre Gebiete Tschechiens einziehen können. Sein Feindbild, dass ist der Václav Klaus in Prag.

Und nicht zu vergessen freilich auch die Türken. Mit den Türken, da hat er so seine Schwierigkeiten. In seinen Augen ist die Türkei nicht Großeuropa sondern Kleinasien. Darum ist der Posselt ja auch so stolz, dass die CSU ihr Nein zum Türkei-Beitritt im Wahlprogramm geschrieben hat. Und das nun auch einstimmig, seitdem die „Türken-Gabi“ (O-Ton Posselt über Frau Pauli) zu den Freien Wählern wechselte.

Tja, und so residiert der Posselt weiterhin bis zum nächsten Sonntag auf den Plakaten Münchens. Dass dessen Plakate mit einem „Für ein schlankes Europa“ oder „Münchens Stimme an Brüssels Buffets“ verziert wurden, das macht den langweiligen Europawahlkampf doch schon ein wenig lustiger. Ob es für die CSU allerdings reichen wird, die 5%-Hürde nicht zu reißen, dass zeigt sich am Sonntag. Ansonsten kann ja Seehofer überlegen, wohin er seine Lieblinge Hohlmeier und Posselt bis zur nächsten Wahl zwischen lagert.

Mein Vorschlag:
Die Hohlmeier könnte ja dem Seehofer Akten über dessen Kollegen erstellen. Zumindest hatte sie damals in München angedeutet, dass sie so was könne. Sie wurde zwar dafür von der Münchener CSU fast geschasst, aber was sie auf Bezirksebene als für gut befand, könnte sie auf Landesebene verwirklichen. Überwachungstechnik ist in Deutschland eh wieder groß im Kommen.

Und der Posselt? Der kann in ein Fitness-Studio verfrachtet werden. Bei dessen Statur ist er sicherlich der ideale Türsteher für die Bayrische Staatskanzlei. Da macht der dann sicherlich was her und kann zugleich den Sudetendeutschen Tür und Angel zur bayrischen Staatsregierung öffnen. Vielleicht gibt der Seehofer dann denen einen Raum zur Eröffnung von deren Außenministeriums.

Ende.

Anmerkung: Zitate aus den Teilen 1 bis 4 wurden den Seiten des Europäischen Parlaments entnommen und können dort http://www.europarl.europa.eu nachgelesen werden.

Wahlfang in Europa (Teil 3)

Nun, da bin ich schon wieder bei dem Posselt und der Frage „Muss man den kennen?“
Aber sicher doch! Posselt, der Mann ist für mich nicht wirklich fotogen. Aber das ist nur meine Meinung.
Posselt
(Fotoquelle: http://www.europarl.europa.eu)
Fiese Zeitgenossen meinen zwar pöbelnderweise immer beim flüchtigen Hinblicken, der Posselt und sein Haarwuchs hätten Ähnlichkeiten mit einer anderen Unperson. Nettere Menschen meinen, er hätte gewisse Ähnlichkeiten mit dem „Strauß“-Sohn Maximilian Josef, jener der immer gekonnt vor Gericht von sich Reden macht.

Nun des Posselts Gesicht grinst nun von jeder Straßenecke wie ein bayrischer Buddha und es kann nur eine Art bürgerliche Notwehr sein, den Posselt direkt ins Europäische Parlament weg zu wählen. Dabei ist der Posselt ja kein echter Münchener, geschweige denn ein Bayer. Der Posselt ist eigentlich ein Baadenser. Also ein Baadischer. Ob er für seinen Wahlkreis nun ein Sym-Baadischer oder Unsym-Baadischer ist, das wird sich bei der Europawahl herausstellen. Wobei, sollte er nach dem 7. Juni sein geliebtes „MdEP“ führen können, ist damit zu rechnen, dass er noch intensiver die Betreuung des „vierten Stammes“ übernehmen wird.

Stämme in Bayern?
Klar doch. Die ersten drei Stämme Bayerns sind Altbayern, Franken und Schwaben. Und der vierte Stamm, dass sind die Sudetendeutschen. „Die Bayerische Staatsregierung betrachtet die sudetendeutsche Volksgruppe als einen Stamm unter den Volksstämmen Bayerns“ heißt es in der bayrischen Verleihungsurkunde vom 5. November 1962. Posselt ist sudetendeutsch-steirischen Ursprungs. Würde er also nicht ins Europäische Parlament kommen, der Seehofer müsste ihn direkt wieder ins bayrische Kabinett integrieren. Und wer weiß, ob es nicht besser wäre ihn direkt wieder nach Straßburg-Brüssel zu schicken, statt ihn auf Bundesebene zu haben.

Was prädestiniert also den Posselt fürs Europaparlament außer seine bayrisch anmutende Doppelkinn-Erscheinung und seine Vergangenheit?

Beispielsweise tritt er ein für eine europäische Hymne mit lateinischen Text. Nein, Sponsorgelder für jene Anfrage (19-02-09) hat er nicht vom Vatikan erhalten. Aber sicherlich einen besseren Platz auf Wolke 7 für spätere Zeiten. Direkt neben seinem Vorbild FJS.

Des weiteren hat er erfolgreich Schaden vom bayrischen Volke in Europa abgewendet. Er erklärte dem Europäischen Parlament (12-11-07), dass der Parlamentsdolmetscher aus dem damaligen Europaminister Bayerns Markus Söder einfach mal den „Europaminister Bulgariens“ gemacht hat.
Letztendlich ist Posselt Experte für alles, was Christentum und europäische Nation und der Bedrohung derselben darstellt.

Zum Beispiel die Situation der Flüchtlinge auf Lampedusa. Da ist er fast schon in gefährlicher Nähe der Meinung vom Herren Berlusconi. Denn die Flüchtlinge drohen von Lampedusa in München einzufallen. Noch schlimmer noch, die bleiben nicht in München, nein, danach wollen die auch noch in Europäische Parlament und dann weiter zum internationalen Gerichtshof in Den Haag …

Hier werden Menschen gezielt über Libyen nach Lampedusa gebracht und dann über Lampedusa in die Europäische Union eingeschleust. Und sind sie einmal auf dem europäischen Festland, dann können sie ohne Kontrolle nach München, nach Straßburg, nach Den Haag oder wohin auch immer gelangen.(14-04-05)

Posselts Wortmeldungen im Europäische Parlament lassen sich über 30 Seiten auf den Seiten des Europäischen Parlaments (www.europarl.europa.eu) nachlesen. Das sind einfach über 400% mehr Wortmeldungen eines Platz-7-CSU-Listenkandidaten zusammen als die eines Herren Kreissl-Dörflers und einer Frau Dr. Koch-Mehrin zusammen. Dort finden sich Posselts Aussage zum Sitzfleisch der anderen Parlamentarier in den Aufzeichnungen zu den Parlamentsdebatten (20-02-08) verewigt:

Herr Präsident! Bevor wir zur Schlussabstimmung kommen, wollte ich nur sagen: Ich bin verwirrt, weil alle meine gelben Nachbarn verschwunden sind. Es ist nur noch ein einziger da.

Achtung, er redet hier jetzt nicht von Chinesen sondern von den Liberalen im EU-Parlament.
Posselt ist das fleischgewordene Straßburger Parlamentssitzmonster, dem man Parlamentsmüdigkeit in keiner Weise nachsagen kann. Ob das negativ zu werten ist? Vielleicht sollte man sich deswegen noch ein paar Posseltsche Selbstbeschreibungen im Straßburger Parlament zu Gemüt führen. Wie zum Beispiel diese (14-01-09):

Herr Minister, es wird immer gesagt, Landwirtschaftspolitik sei nur für 3 % Bauern da. Es gibt aber 100 % Esser. Ich bin zum Beispiel ein recht guter Esser, und ich möchte sehr klar sagen: Ich glaube schon, dass Nahrungsmittelsicherheit existenziell ist.

Aber klar, Herr Posselt, was wäre schon Ihr Leben ohne Schweinsbraten, Weißwürscht und Weißbier? Richtig. Verdammt klapperknochengestellmäßig ohne Doppelkinn. Vom Posselt wurde der Magermixmotor oder der 1-Liter-Motor bestimmt nicht erfunden. So etwas passt eher zur hageren Gestalt des VW-Piechs. Fast könnte man meinen, wer Posselt kennt, weiß warum in bestimmten Gegenden dieser Welt Hunger … nein, nein, das war jetzt unbedacht.
Und falsch.

Fortsetzung folgt

Wahlfang in Europa (Teil 2)

Nun, die Wahl kommt und die Frage wird sich stellen: Wie wird das Wetter? Und wenn das Wetter weder knallig brütend noch regnerisch ist, muss ich dann wirklich hin? Und dann sind da noch verschärfend die Ferien in Bayern! Nicht dass niemand in Bayern wählen geht, weil sich die Wähler entweder in der Toscana oder auf Mallorca tummeln muss.

Müssen muss niemand. Nur sterben. Soviel ist dem Menschen zumindest vorbestimmt. Außer vielleicht in Diktaturen, da wo mit 99% Wahlbeteiligung und mit ebenso hoher Regierungsbestätigung zu rechnen ist. Also wie damals in der DDR. Oder bei den Wahlen zu CSU-Vorstandsvorsitzenden. Wobei, bei den letzteren war die Einheit auch schon mal höher. Als der GröBaz, der Strauß, noch lebte, da war die CSU ein monolithischer Block. Da gab es den Strauß. Und dann erstmal nichts bis gar nichts. Und wenn man heute auf die CSU schaut, wer schaut dann einem an? Nein, nicht Seehofer. Klar, der Seehofer ist zwar Parteivorsitzender, aber der kandidiert nicht für die CSU als Europaparlamentarier. Sondern Bernd Posselt.

Bernd Posselt? Muss man den kennen?
Nun, nicht wirklich. Warum sollte man einen Posselt kennen dafür aber einen Herrn Kreissl-Dörfler und eine Frau Dr. Koch-Mehrin nicht? Das macht ja keinen Sinn. Schließlich starren alle drei die Münchener jetzt von jeder Ecke dieser Stadt an. Man wagt sich ja schon nicht mehr auf öffentliche Toiletten, weil man Angst es könnte einem einer dieser drei Kandidaten von der Klotür aus anstarren. Wobei die Gefahr, dass die beiden letzteren einem mit ihren Blicken über den eigenen Haufen schießen könnten, ist ja nicht so hoch wie beim Posselt. Denn der Posselt hat ja keinen Doppelnamen. Der ist platzsparender was Aufkleber und Plakate betrifft. Okay, der Posselt hat fast keinen. Denn wenn man davon mal absieht, dass der Posselt nie ohne seinen „MdEP“ hausieren geht.
Jetzt mein ich eigentlich, dass Doppelnamen wie Kreissl-Dörfler oder Koch-Mehrin aus der Grünen- oder Linke-Ecke kommen müssten. Fehlanzeige. Seit Sabine Leutheuser-Schnarrenberger wissen wir, Doppelnamen sind eher Anrecht der FDP. Kreissl-Dörfler ist da eher sowas wie die Ausnahme in der SPD, so eine Art Unikum der SPD. Denn die SPD kontert die FDP inzwischen ja mit Doppel-Vornamen aus. Was der CSU vor 20 Jahre der verblichene FJS war, das ist der SPD inzwischen der FWS, der Frank-Walter Steinmeier. Und um es gleich zu differenzieren, ein FWS wird nie einen Flughafen mit eigenem Namen erhalten, wie der FJS im Norden Münchens.

Nun. Doppelnamen in der CSU?
So einen Neomodernismus! Nee, sowas braucht Bayern nicht. Deswegen heißt auch die Tochter von Strauß nicht „Hohlmeier-Strauss“ oder „Strauß-Hohlmeier“. Das wäre ja fast indirekt ein verbotener Dreifachname.
Andererseits „Strauß-Hohlmeier“, das wäre schon gefährlich. Denn Frau Hohlmeier kandidiert im Frankenland für das Europaparlament und wenn dann einer aus der eigene Fraktion im EU-Parlament rufen würde: „Strauß-Hohlmeier“, sie würde glatt aufstehen und versuchen den niedersächsischen CDU Hans-Peter Mayer holen zu gehen … .

Frau Hohlmeier ist im Europaparlament?!?
Nein, natürlich nicht. Noch nicht. Frau Hohlmeier will aber dort hin. Nachdem sie bei der letzten Bayernwahl den Einzug sowohl ins Bayernparlament als auch in Seehofers Kabinett nicht schaffte, will sie jetzt mit Anlauf von München aus übers Oberfränkische Bad Staffelstein ins Europaparlament rüber machen. Dafür hat sie den CSU-Listenplatz Nummer 6. Direkt vor dem Listenplatz von Bernd Posselt. Und da der Posselt schon seit 1994 immer fleißig zwischen Straßburg, Brüssel und dem Münchener Biergärten im Stadtteil Moosach pendelt, denkt sich die Hohlmeier, damit könne sie weiterhin Politikerin bleiben und müsse nicht wieder in ihren mit Auszeichnung erlernten Ausbildungsberuf „Hotelkauffrau“ wechseln.

Fortsetzung folgt

Wahlfang in Europa (Teil 1)

Es kommt. Und wie es kommt.
Es kommt mit geballter Macht.
Das kommt so was von kommend, dass es allen wieder Kopfschmerzen bereiten wird. Ohne Kopfschmerztabletten in der Hinterhand hält man sowas nicht aus. Vorher. Am nächsten Sonntag. Und dann nachher.
Da dürfen wir wieder wählen.
Europawahl 2009.

Wahlen sind demokratisches Urrecht. Daher gilt auch das Motto eines jeden demokratischen Bürgers „Ich wähle, also bin ich“. Allerdings meinen viele, wenn er seine Stimme abgegeben habe, dann habe er dieselbe nicht mehr, um mitreden zu dürfen. Das wissen die Wähler sehr wohl, weshalb sie denn auch ungern ihre Stimme bei einer Europawahl abgeben.

Darum jetzt mal eine kleine Testfrage so für zwischen durch. Ein Fragen-Quikie sozusagen:
Wie hoch war die Wahlbeteiligung an der Europawahl 2004? Na, wer weiß es?

43%.

Viele hätten das jetzt sicherlich auch ohne Publikums- oder Telefonjoker gewusst, da bin ich mir absolut sicher. Ich hatte es auch spontan gewußt. Nachdem ich in Wikipedia nachgelesen hatte. EUweit waren es übrigens 45,5 %. Da sind wir Deutsche doch gar nicht soooo schlecht, wie uns die Spitzenkandidaten der Europawahl immer weiß machen wollen.
Naja, okay, wir sind weit entfernt von so solchen Strebern wie die Belgier. Seit der ersten Wahl im Jahre 1979 liegen die immer über 90% …

90%! Das muss man sich mal vorstellen! Und das für ein demokratisches Land! Und am anderen Ende der Wahlbeteiligungsmeßlatte, da tummeln sich die Slowaken: 16,7 %.
Damit haben wir die Streber und Faulpelze bei den Europawahlen schon mal gleich herausgestellt. Da liegen die deutschen Wähler also in der goldenen Mitte. Naja, im unteren Bereich der goldenen Mitte. Aber immer noch vor den Ösis, Käsköppen und Insulanern, die da wo Tee wie die Ostfriesen schlürfen.

Na gut, das mit den Niederländern ist zu erklären. Die fahren ja eh immer auf der Überholspur mit ihren Wohnwagengespannen und wenn sie dann wählen sollen, trauen die sich von der Überholspur nicht runter und wenn, dann finden die keinen Parkplatz am Wahllokal.

Und bei den Engländern wissen wir doch alle, dass die nicht wirklich so europäisch sind. Oder warum hat es die Natur so eingerichtet, dass die Britten von uns durch ein Wasser getrennt wurden?
Eben. Also.

Fortsetzung folgt

Ohne Angst

Und so lustwandelte ich denn in dunklen Gassen einer erleuchteten Stadt und gedachte keiner bösen Tat, als mich unvermittelt ein Plakat ansprach. Ganz unverblümelt und in aller Offenheit:
„Sei ohne Angst!“
Ich erschrak und dachte bei mir, ich solle sein ohne Angst? So gänzlich ohne? Einfach so? Was ist ist mit Schweinegrippe, Schweinepest und so? Was mit AIDS, Al Kaida, Hartz IV, Bier und Extasy?
„Sei ohne Angst!“, sprach das Plakat, „denn ich komme bald!“
Und da sprach es aus mir heraus, wer es denn seie, der da zu mir spräche.
Aber niemand erhörte meine Frage und so las ich Kleingeist die unfehlbare Antwort des Plakates:
„Jesus spricht, ich komme bald. Darum keine Angst vor der Partei von christlichen Bibeltreuen ( PCB ) und Armut und Gentechnik und Tod und Krieg und Krankheit und Drogen und Arbeitslosigkeit.“
Klar kenne ich PCB. Das sind giftige und krebsauslösende Polychlorierte Biphenyle und diese zählen zu dem dreckigen Dutzend seit 2001 nach der Stockholmer Konvention verbotenen organischen Giftstoffen. Aber wer vermutet schon, dass PCB als Partei zur Europawahl wieder fröhliche Urständ feiert?
Aber was sollte das andere sein?
Und so beschloss ich mit treuer Bibelfrist keine Angst mehr zu haben:
Ich verprasste mein Geld an der Börse, sähte Genmais massenweis, tötete meinen Bruder, zettelte mit meinem Nachbarn einen Krieg an und schmiss mir dabei Amphetamine rein, bis ich mich ohne Gummi krank gevögelt langzeit-arbeitslos melden musste.

Nein, Angst habe ich jetzt keine mehr. Als hirnbefreiter Plakatetexter der PCB-Bruderschaft.
Europa-Wahl, ich komme.
Amen.