Wahlfang in Europa (Teil 4 und Ende)

Posselt ist Allround-Experte mit seinem Steckenpferd was Nachfragen im Parlament bezüglich der eisenbahnerischen Anbindung von München an die europäische Streckenführung angeht. München als Drehkreuz der Eisenbahnverbindungen sowohl von Straßburg bis Wien als auch der Linie Berlin-Rom in Verbindung mit dem Bau des Brenner-Basistunnels.

Nein, dem Bernd Posselt kann man weder Faulheit im Dienst vorwerfen noch notorische Parlamentsabstinenz. Vielmehr will er jetzt sogar ein „Sudetendeutsches Außenministerium“ gründen. Wahrscheinlich mit dem Sitz in den obersten Etagen vom Posselt so herbei gewünschtem Münchener „Sudetendeutschen Museum“. Wenn der Posselt von der Europäischen Einheit spricht, dann kann automatisch davon ausgegangen werden, dass er damit auch den Vierten Stamm Bayerns meint, wenn die wieder in ihre Gebiete Tschechiens einziehen können. Sein Feindbild, dass ist der Václav Klaus in Prag.

Und nicht zu vergessen freilich auch die Türken. Mit den Türken, da hat er so seine Schwierigkeiten. In seinen Augen ist die Türkei nicht Großeuropa sondern Kleinasien. Darum ist der Posselt ja auch so stolz, dass die CSU ihr Nein zum Türkei-Beitritt im Wahlprogramm geschrieben hat. Und das nun auch einstimmig, seitdem die „Türken-Gabi“ (O-Ton Posselt über Frau Pauli) zu den Freien Wählern wechselte.

Tja, und so residiert der Posselt weiterhin bis zum nächsten Sonntag auf den Plakaten Münchens. Dass dessen Plakate mit einem „Für ein schlankes Europa“ oder „Münchens Stimme an Brüssels Buffets“ verziert wurden, das macht den langweiligen Europawahlkampf doch schon ein wenig lustiger. Ob es für die CSU allerdings reichen wird, die 5%-Hürde nicht zu reißen, dass zeigt sich am Sonntag. Ansonsten kann ja Seehofer überlegen, wohin er seine Lieblinge Hohlmeier und Posselt bis zur nächsten Wahl zwischen lagert.

Mein Vorschlag:
Die Hohlmeier könnte ja dem Seehofer Akten über dessen Kollegen erstellen. Zumindest hatte sie damals in München angedeutet, dass sie so was könne. Sie wurde zwar dafür von der Münchener CSU fast geschasst, aber was sie auf Bezirksebene als für gut befand, könnte sie auf Landesebene verwirklichen. Überwachungstechnik ist in Deutschland eh wieder groß im Kommen.

Und der Posselt? Der kann in ein Fitness-Studio verfrachtet werden. Bei dessen Statur ist er sicherlich der ideale Türsteher für die Bayrische Staatskanzlei. Da macht der dann sicherlich was her und kann zugleich den Sudetendeutschen Tür und Angel zur bayrischen Staatsregierung öffnen. Vielleicht gibt der Seehofer dann denen einen Raum zur Eröffnung von deren Außenministeriums.

Ende.

Anmerkung: Zitate aus den Teilen 1 bis 4 wurden den Seiten des Europäischen Parlaments entnommen und können dort http://www.europarl.europa.eu nachgelesen werden.

6 Gedanken zu „Wahlfang in Europa (Teil 4 und Ende)

  1. Dir kann geholfen werden. Bald sind wieder Bundestagswahlen und da haste wieder tausende von Grinsewillis an den Bäumen kleben, dass es uns ne Freude sein wird …

    Gefällt mir

  2. Du machst Dich lustig über das EU-Parlament, dabei haben die über so wichtige Dinge zu befinden, wie den Krümmungsgrad der Salatgurken oder die Größe von Taktorensitzen. :))
    (In dem Namen Posselt kommt das Wort „Posse“ schon vor, da wird der Name Programm sein.)

    Ich bin froh, wenn mich nicht mehr von jedem Baum ein Möchtegern-Politiker angrinst, von dem ich vorher nix gehört habe und hinter sicher nichts mehr hören werde.

    Gefällt mir

  3. Die Eintragungen zu den Wortmeldungen von Posselt zeigen mir, dass es dort oft nur um des Kaisers Bart geht und nicht um wirklich bedeutsames. Wenn jemand „die Gelben“ neben sich vermisst, oder bei einer Abstimmung zum Thema „Armut“ daruaf verweist, dass er Besuch hat, der von 1000 km weit weg herkam, dann komm ich schon ins Grübeln, ob nicht bestimmte Politiker sich dort arg verselbständigen in ihrem Bewußtsein, was nu wirklich wichtig ist. Wenn dann diese Politiker-Blase jetzt um unser Vertrauen für die Europawahl wirbt, dann macht mich das schon erheblich skeptisch.
    Doch, ich habe schon feststellen können, welcher Politiker wie was gesagt hat und meiner Meinung nach verdiene, nochmals 5 Jahre dahin geschickt zu werden. Aber mit den Handvoll kriegt man kein Parlament voll.
    P.S.: Außer LePenn habe ich dort noch einen weiblichen Nachfahren von Mussolini entdeckt. Beide sind meiner Meinung nach nur Spesenritter und ansonsten unnütz. Man sollte diese zum Unkrautjäten auf Rübenfelder schicken. Dann machen sie was vernünftiges … :(

    Gefällt mir

  4. Die CSU hat die letzte EU-Legislaturperiode (5 Jahre) kontinuierlich genutzt, um einen Beitritt der Türkei zu verhindern und zu torpedieren. Das läßt sich sehr gut auf den oben angeführten Seiten verfolgen. Ansonsten aber kommt bei mir Schulterzucken, was denn sonst noch an politisch bedeutsamen seitens der CSU-Politiker in Brüssel/Straßburg veranlasst wurde. Aber wrten wir mal auf die 5%-Hürde, ob die CSU sie dieses mal reißt …

    Gefällt mir

  5. Was du da alles recherchiert hast. Würde das jeder tun, ginge keiner mehr wählen. ;)
    Ich aber sowieso nicht oder zumindest stimme ich ungültig mit einer Dreckscheuderschen Neinstimme. Rache für diese Plakatwerbung und den anderen Dreck.!

    Gefällt mir

  6. den beitritt der türkei in die eu nimmt die csu nur
    um das tagesthema zu ändern,immer vor den wahlen machen sie das und wollen die beitrittsverhandlungen stoppen,warum haben sie es bis jetzt nicht gemacht? die beitrittsverhandlungen mit der türkei gehen dafür weiter
    aber bei dem thema arbeitslosigkeit und wirtschaftskrise
    sind sie ratlos unmd hilflos,und von mindestlohn will die cdu/csu auch nichts wissen.

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.