Morgen ohne Sorgen (Fake der Woche)

Am Morgen ohne Sorgen geht die Sonne auf
Und klettert fröhlich unbeschwert den Himmel rauf

Man sieht die Menschen singend durch die Straßen gehn
Denn heute Nacht, da ist es geschehn.

Es zuckte durch die Dunkelheit ein rosa Strahl
Und änderte den Weltenlauf fundamental.

Fortgeweht ist alles, was uns drückt und ödet
Denn heute nachs sind alle
Reichen und Mächtigen
auf der ganzen Welt
ganz und gar
verblödet.

Doubleju Busch lässt die Anti-Terrorkriegsspiele stehn
Nimmt sich ’ne Flasche Bier und will die Sportschau sehn.

Gordon Brown läßt die Zügel schleifen
Will nur noch mit John Major im Hyde-Park reiten.

Der Steinmeier vergißt das ganze Finanzwesen.
Geht erst mal auf’s Klo, den neuen Playboy lesen.

Die Merkel hat den 500-Euro-Bogen raus
Sie fährt nach Disneyland und tanzt mit Mickymaus.

Ackermann schafft jetzt den Kapitalismus ab
Weil er mit ner Kubanerin ’ne Beziehungskiste hat.

Lafontaine gibt sein Parteiamt auf,
Weil er auf einmal seine Reden selber glaubt.

Der Papst hat heute keinen Bock
Und stopft sein ganzes Taschengeld in den Opferstock.

US-FED-Bank Chef Bernanke träumt voll Genuss
Sehnt sich nach dem Geschmack von Alan Greenspans Bruderkuss.

Nights in white memories

Private Weihnachtsfeier. Ohne Chef und nur mit denen, die auf gutes Arbeitsklima achten. Wenige administrative, dafür um so mehr operative Mitarbeiter. Zu den letzteren gehöre ich nicht, bin aber trotzdem dankbar von denen eingeladen worden zu sein. Ja, ich empfinde es als Auszeichnung. Das ist mir mehr Wert als Mehrwert auf dem Konto.

Ist es jetzt stark am Stauben? Tue gutes und rede darüber. Oder etwa nicht? Oder etwa doch?
Ach, mir doch egal. Ich han ne jeile Zick jehabt.

Der Rückweg durch ne weiße Landschaft, weil der Bus schon weg war. Ich kann Schnee nicht riechen. Jetzt ist er da und mein Riecher hatte mir nichts gemeldet.
Schnee.
Auf Tannenspitzen die güldene Stille blitzend wunderbar.

Damit wir uns nicht mißverstehen, ich hasse Schnee. Eis akzeptiere ich eigentlich nur im Longdrinkglas. Andererseits müsste ich mich schon seit langem an Kälte gewohnt haben wie das Schaf an den hungrigen Lämmergeier. Winter ist halt so.

Mir ist trotzdem frostig.

Der Abend wärmt mich noch. Auch ohne Glühwein oder anderen spirituellen Dingen.
Mir ist inwendig warm …

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Seltsames in der Süddeutschen Zeitung …

Diego hatte … dem KSC-Spieler Christian Eichner an den Hals gegriffen. Der Unparteiische Guido Winkmann (Kerken) hatte die Szene nicht wahrgenommen und dies auch entsprechend in seinem Schiedsrichter-Bericht vermerkt.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/sport/929/450648/text

Wie kann man etwas, was man nicht wahrgenommen hat, entsprechend in einem Bericht vermerken?

SZ_Bild

Wie man einfach an neue Musik kommt …

„Guten Tag, der Herr Fachhändler.“
„Guten Tag, der Kunde.“
„Sagen Sie mal, haben Sie MP3-Player.“
„Aber sicher. Dort drüben.“
„Hm. Haben Sie auch Gebrauchtgeräte? Also Geräte, die der Käufer kurz nach dem Einkauf wieder zurück brachte?“

Der freundliche Herr Fachhändler präsentierte mir vier Geräte. Ich wählte das 190 Euro teure 8 Gigabyte Gerät und kaufte es.
Zu Hause dann erstmal den Player an den Rechner angestöpselt, die Recovery-Software angeschmissen und über den 8-GByte-Flashspeicher laufen lassen.

Hm. Gar nicht schlecht. 30 Lieder. Von Boney M über Nena bis Beethoven.
Eigentlich nicht viel für 8 GByte. Eigentlich recht mickrig.
Als ich dann mal in das Player-Verzeichnis schaute kriegte ich doch große Äugelein. Da lagerten vom vorherigen Käufer noch 7 GByte Material. Von Klassik bis Pop komplette Alben. Und dazu noch einige Filmchen, unter anderem private.

Ich hab freilich alles diskret gelöscht.

Am nächsten Tag habe ich den Player zurück gebracht. 190 Euro für so ein Teil erschien mir doch ein wenig zu viel.

Nein, der Player sollte ein Geschenk sein und der Beschenkte hätte den schon. Ich wolle ihn zurück geben.
Der Fachverkäufer seufzte und nickte verständnisvoll und stellte mir eine Rückgutschrift aus.

Etwas später zahlte ich auf meinem Konto wieder 190 Euro ein.
Es lebe der Fachmarkt.
Tja, sowas gibt es online maximal bei ebay.

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Olfaktorisch

Es riecht nach Schnee. Keine Ahnung, wieso ich meine, dass Schnee rieche. Ein paar Münzen und Scheine sind in nehmen Taschen, aber das riecht auch niemand, geschweige denn ich. Oder kann ich etwa riechen, wieviel Geld ich in der Tasche habe. Mein After-shave rieche ich auch nicht, außer wenn ich es mir im Übermaß auftrage. Körpergeruch fällt mir selber auch nicht auf, wenn er mein eigener ist. Er fällt auf, wenn Nachbarn abrücken oder Gesprächspartner Tränen in den Augen haben, weil der Geruch so beist. Nicht, das ich stinken würde. Aber Eigengeruch ist schwer zu bestimmen, auch wenn er vorhanden ist.
Den Schnee riech ich, obwohl er nicht vorhanden ist.
Oder ist er, weil ich gestern die Wettervorhersage gesehen hatte?

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Fundstück: Einladung aus der Vergangenheit

Plakat 70er

An einer Wand klebt das Plakat. Frau Käte Strobel, die Bundesminsiterin für Familie und Gesundheit im Kabinett des Bundeskanzler Willy Brandt, lud zu einem Vortrag über die Heilbarkeit von Krebs ein.
Frau Strobel lebt nicht mehr. Sie starb 1996.
Und das Plakat ist auch nicht mehr aktuell. Es wurde vor dem 22. Mai 1970 geklebt.
Nach mehr als 38 Jahren fand ich es in einer Fußgängerunterführung. Zwecks Renovierung hatte man die Verkleidung der Wand am Münchener Stachus herunter gerissen, um sie zu erneuern.

Archäologisches aus der Neuzeit.

Eigentümlich.

Automobilindustrie auf dem Jakobsweg

Google Schlagzeit
Der letzte Montag war bedeutsam.

Zuerst kam das Rüsselsheimer Dreigestirn König Foster, Bauer Demant und Jungfrau Franz geleitet vom sinkenden GM-Stern auf ihren Kanossa-Gang bei der deutschen Päpstin Merkel vorbei. Sie stiegen aus ihrem neusten automobilen Konstrukt „Insignia“ und brachten ihrer Hochwohlgeborenen Weihrauch, Myrrhe und etwas Katzengold dar. Als Ersatz kamen sie mit dem Versprechen von Milliarden zurück. Euronen, seid umschlungen.

Und kaum waren die beschenkten Schenker gegangen, kamen schon die nächsten Notleidenden. Zum Mittagsmahl kommen nun zu Merkel nicht die Reinen, Guten, Erlösten, sondern die Mühsamen und Beladenen, die erst durch Merkels Gnade Läuterung erfahren sollten. Der Junker Löw kam mit seinen Mannen und wollte denen unter Aufsicht vom Schäferdackel Bierhof zeigen, was denn die gute Frau Merkel für eine Fußballexpertin sei. Nach Journalistenberichten herrschte erführchtiges Staunen und keiner dieser namenlosen Gesichter muckte irgendwie auf und stellte ketzerische Fragen.

Ja, dieser Montag, der 17-November-2008, ging in die Geschichte Deutschlands als der „Montag der Leidenen“ ein. Und Frau Merkel als die Trösterin der Beladenen.

Wohin sowas jedoch führt, erfuhr dann die Nationalmannschaft zwei Tage später: gegen England verloren. Erneut in einem Olympiastadion verloren. Damals 1:5 in München und jetzt 1:2 in Berlin. Oh Schmach, oh Schmach, oh Schmach. Rachegedanken kamen aber höchstens bei den Besuchern des Fussballspiels auf. Der Rest war schon vor den Fernsehern entschlafen.

Opel und die Nationalmannschaft, am gleichen Tag bei der Kanzlerin. Ich hoffe, dass das jetzt kein schlechtes Omen für Opel sein wird.

Opel?
Da war doch was.
Genau.
Der Journalist Markus Breitscheidel hat im Stile eines Günter Wallraffs ein Buch geschrieben: „Arm durch Arbeit“. Vor einem Monat hatte das ARD dazu den Film „Leiharbeit undercover“ gesendet.
Markus Breitscheidel war auch Leiharbeiter in Rüsselsheim. Bei einer Aussuchfirma. Die Aufgabe solcher Firmen entspricht der Aufgabe der Tauben im Märchen „Aschenputtel“: Die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen.
Und so dokumentierte Breitscheidel, dass er mit Kollegen die Aufgabe erhielt, chinesische Scheinwerfer für Opel Vectra nach Fehlern auszusortieren. Und so sortierten sie nach Vorgabe über die Hälfte der Scheinwerfer als fehlerbehaftet aus.
Bis, ja, bis dann ein Opel-Manager auftauchte. In der typischen Automobil-Manager-Tracht: blaues Hemd, Schlips und Kragen. Und der erklärte denen dann im überaus erregtem Ton, dass das überhaupt nicht toll sei, was die da so machten. Das Montageband würde in 20 Minuten stehen, würden sie so weiter sortieren. Sie sollen gefälligst so sortieren, dass keine Teile als fehlerbehaftet aussortiert würden. Breitscheidel und Kollegen taten wie ihm von jenem Manager befohlen.
Opel ließ im übrigen durch seinen Sprecher Frank Klaas (Sprecher Opel Europa) ganz klar und eindeutig erklären, dass die Angaben von Breitscheidel in keiner Weise nachvollziehbar seien und ein Verbau fehlerbehafteter Scheinwerfer nicht festgestellt wurde.

Diese Woche gab es aber nicht nur die Firma Opel in den Schlagzeilen.

Daimler in Sindelfingen geriet in den Fokus einiger Journalisten. Daimler Mitarbeiter aus dem Bereich der Qualitätssicherung haben offenbar dafür gesorgt, dass Aussuchfirmen Aufträge zugeschanzt bekämen. Die Daimler Angestellte (ein Mechanikermeister und zwei Sachbearbeiter der Qualitätssicherung) sollen bei den Baureihen der C-, E- und S-Klasse Oberflächen beschädigt, Schraubverbindungen gelockert sowie Flüssigkeiten in Bremsleitungen eingespritzt haben.
Aufgrund dieser Fehler wurden Auftragsfirmen zur Aussuchaktion beauftragt. Auf Kosten der Lieferanten, die diese Aussuchaktionen zu zahlen hatten. Die Auftragsfirmen sollen sich dann bei den drei Angestellten mit Viagra, Konzertkarten und Urlaube geschenkt bekommen haben.

Viagra? War da nicht mal was mit VW und Viagra?
Stimmt! VW-Manager sind nach Brasilien geflogen, haben sich Viagra eingeschmissen und dann wie 20-jährige in Betten von gemieteten Frauen benommen haben. Gebauer, Volkert, Uhl und Hartz, das waren die vier, die dabei in den Verdacht standen, sich auf VW-Kosten Sexerlebnisse in Rio de Janeiro an der Copacabana gegönnt zu haben. Haste Viagra in der Blutbahn, kannst poppen wie ein Truthahn.
Schon mal nen VW-Arbeiter diesen Spruch erzählt? Vorsicht vor tieffliegenden Gegenständen!

Die Geschichte mit den Aussuchfirmen ist im übrigen keine Daimler-spezifische Sache. Dass Aussuchfirmen Aufträge zugeschustert bekommen und deswegen manchmal arg nachgeholfen wird, ist normale Praxis in der Automobilindustrie. Der Käufer des Autos merkt davon nichts. Dadurch steigen auch keine Autopreise, denn für „Fehler“ zahlt immer der Lieferant und kann zum Jahresende zusehen wie seine Gewinnmarge wegsortiert wurde. Bei diesen Betrügereien geht hierbei nicht selten um sechs- bis siebenstellige Summen im Umsatz pro Jahr.

In der momentanen Krise leuchten die Automobilisten nicht wirklich als Beispiel. Und bei Opel, GM und FORD werden bei diesem Weihnachtsnachtsfest wohl dort aber trotzdem einige Lichter brennen.
Und zwar dort, wo die Finanzexperten hocken.
Fürwahr, ein wirklich besinnliches Weihnachten …

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Altersweisheit contra Jugendwahnsinn?

Wenn die Autoverleihfirma SIXT dem fast blinden Heesters ein Auto zum Fahren verleiht, dann kann man den Fußgängern in seiner Nähe schon mal ein guten Flug wünschen.
„Altersweisheit“ kann man den Machern dieser Werbung jedenfalls nicht unterstellen.

Heesters

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