Es wird immer wieder über Qualität gesprochen. Was ist Qualität? Es gibt keine Qualität. Weder gute noch schlechte. Gerade in Blogs nicht. Es gibt welche, die sprechen viele Menschen an, andere werden weniger gelesen. Für jeden ist etwas dabei.
Was ist Qualität?
Das obige Zitat stammt aus dem Blog von Wildschön und zeichnet eigentlich die ganze Problematik auf.
Was ist Qualität?
Ich kenne einen Journalisten, der regelmässig von „Qualitätszeitungen“ schreibt, aber nie schreibt, welche Zeitungen er damit meint. Er zwingt mir auf, meine eigenen Vorstellungen über Zeitungen für seinen Begriff zu verwenden, um überhaupt seinen Ausführungen irgendwie folgen zu können. Anders gesagt, er lässt mich im Unklaren, wo er wirklich seine Position hat.
Die Meßbarkeit ist eine elementare Vorraussetzung für eine objektive Beurteilung. Erst durch die Meßbarkeit lässt sich eine Aussage über Qualität machen.
Kann man den Inhalt von Blogs und somit den Blog überhaupt messen?
Qualität an sich bestimmt sich über die Erfüllung aller Anforderungen an ein Produkt.
Unterliegt ein Blog bestimmten objektiven, meßbaren Anforderungen, dann lässt sich auch der Erfüllungsgrad der Qualität bestimmen: gute Qualität, schlechte Qualität.
Qualität an sich ist also wertneutral.
Wer mit dem Wort „Qualität“ elitäre Gefühle erzeugen will, der verbiegt „neutrale Qualität“ für seine eigene ungenannten Zwecke: Manipulation seines Gegenüber.
Wir sagen gerne „Qualität beginnt im Kopf!“
Und diese Aussage ist durchaus mehrdeutig zu verstehen.
Wie sieht das im praktischen Leben aus?
Fakt ist, dass 90 % der Kunden, die mit der Qualität eines Produktes unzufrieden sind, dieses fortan meiden werden. Jeder dieser Kunden wird seinen Unmut mindestens 9 und teilweise über 20 weiteren Personen mitteilen. Nur 4% der unzufriedenen Kunden beschweren sich über mangelnde Qualität beim Erzeuger des Produktes. Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt.
Wenn bei blog.de der Kunde der Leser und das Produkt der einzelne Blog ist, dann wird sehr schnell klar, dass es kein objektivierbare Qualitätskriterien gibt sondern nur unzählige Meinungen, was Qualitätsanforderungen sein sollen.
Und alle gehen von der eigenen Meinung aus, ab wann ein Blog seine Daseins-Berechtigung hat:
Wenn der Blog eine „gute“ Qualität hat.
Ungefragt bleibt immer der schreibende Mensch hinter dem Blog, warum dieser Mensch schreibt. Warum er so schreibt, wie er schreibt.
Finde ich es nicht gut, lese ich nicht.
Finde ich es gut, lese ich.
Den Ärger, den Wildschön in ihrem Post „blog.de und ich“ verstehe ich sehr wohl.
Aber die Kritik an Wildschön, welche auf der „Qualitätsschiene“ läuft, verstehe ich überhaupt nicht.
Oder gibt es hier seit neustem ein Qualitätsmanagement für Blogger?
Was mir dazu nur einfällt, ist das folgende:
Dämm ein sing Ühl ess dämm andere sing Naachtijall.
[…]
‚t Salz en der Supp sinn Jäjesätz. Dat Zauberwoot heiß „Toleranz“. Om eezte Schild vum Ruusemoondaachszoch steht: „Jeck, loss Jeck elans!“ Un noch ’ne Spruch ess bahl ald widder neu. Ich kenn en sick ’ner Ewigkeit: „Et jitt kei jrößer Leid, als, wat der Minsch sich selvs ahndeit.“
Textquelle: BAP „Naachtijall“
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