Dunkel war’s, der Mond schien helle,
als ich die Tür zum Sex-Shop aufschob.
Die kalte, abgasschwere Luft der Strasse liess ich hinter mir und betrat das Etablissement mit warme, gefiltert klare Luft, da wo jeder sagt, es herrsche nur Unmoral, Perversion und Männermuff.
Nachdem ich mich an den zwei obligatorischen Kundinnen bei den Anal-DVDs in den Laden hineinschob und mich so umsah, was es neues gibt auf dem Erotik-Markt, registrierte ich schlagartig die Hintergrundmusik …
Jem Finer :!:
Vielen dürfte der Name nichts sagen. Dafür aber mehr der Name The Pogues. Die irische Folk-Punk-Band, die sich anfangs noch „Pogue Mahone“ (siehe obige Überschrift) nannte.
Die Musik, die da lief, erkannte ich sofort und mir fiel die deutsche Coverversion der Kölsch-Rock-Band BAP ein: „Weihnachtsnaach“.
„The Pogues“.
Wie lang ist das jetzt her …
Die gehörten zu den 80igern wie der kalte Krieg und der NATO-Doppelbeschluss. Aber „The Pogues“ waren der positive Pol einer aufgewühlten Zeit, die mit einem Mauerfall endete.
Was in dem Erotik-Laden noch angeboten wurde, war mir egal. Ich hörte der Musik zu und als die CD endete, verliess ich den Laden und schob mich schon wieder an zwei Frauen vorbei.
Was es in dem Laden gab?
Sicher.
Männer und Frauen vor und in den Regalen mit Sex-Artikeln jeglicher Art.
Aber das war unerheblich.
Die Musik der „The Pogues“ begleitete mich bis nach Hause, bis ich die LPs fand und auflegte …