Tagtraum

Schön ist es draußen. Und diesmal still.
Nicht wie gestern. Da herrschte in Nachbars Garten das pralle Leben.
Kinder spielten mit einem herumliegenden Wasserschlauch Feuerwehr. Und die Eltern sahen es frohgemut.
Da war ein Päpen und Plappern. Ein Stimmengewirr und immer wieder die kindlich freudig erregten „Mami“-Rufe. Und den Mammis hat es gefallen. Schließlich war „Muttertag“.

In meiner Phantasie sah ich ein Stadion und darin alle Kleinstkinder dieser Welt am Kieksen, Brabbeln und Kichern. Und wie ein tausendfaches Echo aus der Arena Richtung Tribüne:
„Mammi!“

Und auf den Rängen alle Mütter dieser Welt. Sich knuffend und puffend und mit „Ach wie süß, ach wie putzig“-Rufen antwortend. Tränen in den Augen verbunden mit einem unübersehbaren Leuchten. Mutterträume aller Länder vereinigt vor sich in der Arena in ihren Windeln.

Und dann eine kleine Stimme glockenklar, kindlich, laut und deutlich:

„Mammi, Fielmann.

Mist, ich seh zu viel Werbung fern …

Live mal unwitzig

Nun gut.
Ich hab nichts zu tun und verfolge die Live-Sendung von und mit Uri Geller.
Amüsiert.
Irgendwie distanziert.
Aber was ist, wenn sich einer der Mentalisten eine Nagelschuß-Maschine an den Kopf hält und einfach abdrückt? Russisch Roulette live.
Der Mentalist war sich sicher, dass die Maschine nicht geladen war.
Und drückte ab.
Und hätte er sich geirrt?
Dann hätte Pro7 die erste Live-Selbsthinrichtung übertragen gehabt.
Der Mentalist hatte auch mit ungeladener Maschine nen Schuß weg.
Schließlich schauen auch Kinder zu.
Pro7 hat seinen Skandal.
Und wir unsere Sensation.
Morgen in allen Zeitungen …

Es gibt für diese Aktion des Mentalisten zwei Möglichkeiten:
Durchgeknallt oder alles Fake …

Wenn der Fernseher nur noch "Das Erste" spielt …

Hm.
Mist.
Den ganzen Tag gesucht und dann hab ich es gerade unter der Tastatur meines PCs gefunden. Der Flieger ist jetzt wohl weg.
Flucht misslungen.
Werde mir heute abend doch wieder Aachener Karneval „Wider den tierischen Ernst“ anschauen.
Scheiße, seitdem der Fernseher nur noch „Das Erste“ reinkriegt und ich meine Bücher seit gestern abend ausgelesen hatte …
Das Leben ist sooooo ungerecht …
Ticket

Ein Satz heiße Löffel

Heute abend zärzelt Uri Geller wieder seine Kaffeelöffel, die er sich in der Buisnessklasse diverser Fluggesellschaften eingesackt hat, und versucht Mehrwert durch Wertverlust zu betreiben.
Gewinnverlustmaximierung sozusagen.
Und wie ein Drittel Jahrhundert zuvor wird der Zuschauer aufgefordert, seine kaputten Sachen um die Fernsehröhre zu platzieren, auf dass sie nachher wieder funktionieren sollen.

Ich habe inzwischen meine gesammelte Elektronikschrottsammlung um meinen Fernseher aufgetürmt.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja auch nicht.

Direkt auf dem Fernseher habe ich den alten Herzschrittmacher von Opa gelegt. Er hat zwar protestiert, weil wir Opa mit Seilen bereits auf dem Fernseher fixiert haben. Aber da muss er aber durch. Denn das spart uns die Selbstbeteiligung an der Operation für das Auswechseln des Herzschrittmachers in diesem Jahr. Wir haben freilich drauf geachtet, dass er mit dem Herzen direkt auf dem Fernseher liegt. Opa plärrt zwar noch immer auf dem Fernseher ( – er meint die Stricke schneiden ihm das Blut ab – ), aber wenn Uri seine Löffel biegt, dann muss man dem alles unterordnen.

Dann habe ich da noch den alten Wecker unter dem Fernseher paltziert. Jener Wecker, der fünf Sekunden vor Zwölf stehen geblieben ist. Ein Nachbar hatte ihn mir per Post geschenkt. Mit dem Nachbar stehen wir schon jahrelang in einer mörderischen Privatfehde. Als ich das Paket öffnete, tickte der Wecker noch ein wenig und blieb dann stehen. Der Wecker ist ein wenig unförmig, denn der Nachbar hatte unter dem Wecker zwei dicke rote Rohre montiert und diese mit dem Wecker verbunden. Mittels einem roten und einem blauen Draht. Gut verlötet. Meine Oma meinte, es sei ne Rohrbombe. Tja. Werden wir ja sehen, wenn Uri Geller den Wecker durch mentales Löffel-Reiben wieder zum Laufen bringt.

Dann habe ich noch den alten PC mit der „MS Windows 95“-Version drauf. Den habe ich vor dem Bildschirm platziert. Ich schätze, es wird das erste stabile Windows 95 weltweit werden. Vorausgesetzt Oma hat mit der Bombe nicht doch recht.

Meine Frau legte noch ihren zwanzig Jahre alten Vibrator mit in den Haufen vor dem Fernseher. Sie hat in „Welt für die Frau“ gelesen, dass zuviel „Uri Geller sehen“ Männer impotent macht. Und die kluge Frau solle schon mal vorbeugen. Als hat sie ihren alten schwarzen 20-cm-Jelly-Freund rausgekramt, mit Chlorix desinfiziert und an der rechten Seite vom Fernseher mit Tesa festgeklebt.

Unsere Oma hat in Eigenregie den Fernseher auf ihren alten E-Shopper gestellt. Mit dem E-Shopper versuchte sie damals den Münchener Olympia-See zu überqueren. Erfolglos. Sie blieb zwei Meter vom Ufer entfernt im Seeschlamm stecken. Die Feuerwehr war so freundlich und hat sie dort wieder mit der Seilwinde rausgezogen.
Vielleicht läuft der E-Shopper nach der Sendung wieder.
Wenn freilich nicht eben jene Bombe …
Nein, ich nehme die da nicht weg. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade der Wecker die letzten fünf Sekunden schaffen sollte, das ist ja sowas von gering.

Und zudem:
Wir hier glauben sowieso nicht an solchen Humbug.
Außerdem wurde Uri Geller nachgewiesen, dass er mogelt und gar nicht wirklich was durch Löffelreiben verbiegt.
Wissenschaftlich erwiesen ist das.
Alles nur mieser Hokus-Pokus.

So.
Jetzt muss ich in den Keller.
Die alte Truhe hochholen.
Die werden wir hinter dem Fernseher platzieren.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja sowieso nicht.

die ultimative kinofilm montage

Wie geil ist das denn?!?
Gerade gefunden und ich staune noch immer.
http://www.orschlurch.de/video/die-ultimative-kinofilm-montage.html
Überm Daumen gepeilt habe ich von diesem Zusammenschnitt unterschiedlichster Kinofilme vier von fünf Filmen selber im Kino gesehen …
Einfach genial, dieser mit Musik unterlegter Zusammenschnitt von Filmen.
Anschauen und in Erinnerungen schwelgen!
Gott, ist das geil!
Empfehlenswert!

Was macht eigentlich …

… Friedrich Küppersbusch?

Bekannt wurde er durch das satirisch bissige Fernsehmagazin „ZAK“, welches 1988 im dritten Programm des WDRs startete und dann 5 Jahre später ins ARD übernommen wurde. Drei Jahre später wurde die erfolgreiche Sendung jedoch eingestellt. Küppersbusch erhielt als Ersatz das neue Programm „PrivatFernsehen“, welches aber nicht wirklich erfolgreich war. Ein Jahr später war er dann endgültig vom Bildschirm gekegelt.
Friedrich Küppersbusch war im Fernsehen nicht sehr gelitten, weil er seine Gesprächspartner aus Show und Politik vom ersten Moment an durch seine ungewöhnliche Fragetechnik unter Kontrolle brachte. Selbst den damaligen österreichischen Rechtspopulisten und Rattenfänger Jörg Haider hatte er locker in die Tasche gesteckt gehabt.

Nebenbei:
Wolfgang Korruhn (2003 gestorben) wurde ebenfalls bei der Sendung „ZAK“ berühmt. Seine Fragetechnik war ebenso berühmt berüchtigt, eben weil er bei seinen Interviewpartnern die 50-cm-Privatsphäre nie beachtete und denen jeweils auf die Pelle rückte.
Legendär ist auch jene Antwort, welche Wolfgang Korruhn damals 1991 der Claudia Schiffer entlockte, als gerade in Hoyerswerda ausländerfeindlichen menschenjagende Krawalle um ein Wohnheim für Asylbewerber stattfanden. Als Wolfgang Korruhn die Claudia Schiffer nach Hoyerswerda fragte, kam von ihr die Antwort:
„Hoyerswerda? Ist das eine neue Farbe?“
Eine Antwort sprichwörtlich „dumm wie Schifferscheiße“, wie die Reeperbahnmatrosen zu sagen pflegten.

Doch zurück zur Eingangsfrage:
Was macht eigentlich Friedrich Küppersbusch?
Ja, der Adolf-Grimme-Preis-Träger von 1991 ist noch im Bereich der Fernsehmedien und produziert selber.
Aber viel erfreulicher, er schreibt auch weiterhin scharfzüngig seine Kommentare.
Zum Beispiel heute im Bildblog.de:
„Weltuntergang wird durch „Bild“ erst schön“
von Friedrich Küppersbusch

Viel Spass beim Lesen!

Mehr „Küppersbusch“ für Nostalgiker der „ZAK“-Zeit findet sich auf dessen CD „Küppersbusch“.
Zum Beispiel hier oder hier oder hier.

Anmerkung: Das war jetzt keine billige Reklame für Küchen und deren Installationen sondern für den Menschen „Küppersbusch“ …

Der zweite Spieltag der Bundesliga

Die ersten Fans machen sich ausgehfertig.
Vorzugsweise mit Schals, Hemden, Hosen und Schuhen in den Farben des von jenen favorisierten Vereins.
Es sieht immer ein wenig aus wie Karneval.
Aber es nur die Bundesliga.
Bundesliga-ernst.
Für die Fans.
Und zum Einstimmen für alle Bundesliga-Uninteressierten das folgende Video:

Eine Show in den Niederlanden … (2)

Die Show hat sich als Spiel mit den Zuschauer herausgestellt. Endemol wollte auf den knappen Markt der Organspender hinweisen. Und jetzt ist die Diskussion über fehlende Organspender los getreten. Für wie lange?