Warum?

Eine Schlang an der Einkaufskasse. Der klassische Flaschenhals. Ab einer bestimmten Stelle kommt der Einkaufswagen nur noch scharf kalkuliert durch die Gasse. Entweder man ist vor dem Einkaufswagen oder danach. Vorbei kommen Leute, die sich dünn machen. Dicke nie. Nicht mal im Traum.
Und dann kam er. Jung,dynamisch, Haare einskommafünf Millimeter, Bomberjacke und beleibt.
„Lassen Sie mich mal durch?“
Das war keine Bitte, sondern unmißverständlich ein versteckter Befehl. Er war ungeduldig und ich in meiner Person hinderte ihn die Kasse schnell zu passieren. Weil ich gerade eben das in den Einkaufswagen wegräumte, was der Kassierer über den Scanner zog.
„Kannst du nicht Platz machen, du Depp?“
Unberechtigt gab ich Widerworte, forderte von ihm Mäßigung und verbat mir die Bezeichnung „Depp“.
Logisch, was da folgte: er reagierte über mein widerporstiges Verhalten nicht überrascht, sondern wuchtet seinen schweren Körper sportlich über den Einkaufwagen.
„Verdammter Mongo!“ blaffte er in meine Richtung. Und als er mich passiert hatte, versuchte er einen Nierenschlag bei mir. Nur hatte er schlecht gezielt und ging weiter, als wäre sein Verhalten das normalste aller Dinge. Als wäre es vollkommen okay, so zu reagieren.
Niemand sagte irgendwas, was aber auch völlig normal ist.
In München gibt es halt eins auf die Schnauze, wenn solchen jungen dynamischen Ich-Bin-Wichtig-Menschen irgend jemand quer kommt. Ob in U-Bahn, auf der Straße oder sonstwo.
Platz da, wir sind ja wer!
Warum?
Eben.
Darum.

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Schnitzeltag

Freuen wie ein Schnitzel, das tue ich mich momentan. Zuerst stand ich wie ein Ochs vorm Berg. Dann hab ich bei meinem Gegenüber die volle Eskalation und Konfrontation gesucht. Bis es meinte, mir seine Folterinstrumente zeigen zu müssen. Einen Happen zur Versöhnung warf ich ihm hin. Er war zu gierig und roch den Braten nicht. Nein, er verschlang ihn gleich. Morgen wird er Bauchweh bekommen. Denn das ganze ist keine win-win-Situation. Morgen wird er es erkannt haben werden. Zu seiner Leidsituation. C’est la vie.

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Nicht gelesen, aber für gut befunden (Teil 3)

„Gott verzeiht. Der Mensch nie.
Nur das ist wahre Perfektion.“

Die Stimme Tokios verstummt – Programmtipp

Mal so auf die schnelle:
Da es ja heute in allen Medien rauf und runtergenudelt wurde, dass Bill Kaulitz von „Tokio Hotel“ an seinen Stimmbändern operiert wird (… jetzt wird ihm die Stimme nachträglich nochmal gebrochen … :> ), gibt es für alle TV-Kabel-Empfänger Deutschlands nur eine Programmempfehlung:

Schaltet das WDR-Fernsehen heute ab 19:00 ein. Die werden sicherlich darüber berichten, dass die schon seit letzter Woche für dem ersten Tournee-Auftritt campierenden Kiddies jetzt ihre Zelte in Dortmund abbrechen müssen. Dort sollte „Tokio Hotel“ am 31. März auftreten und schon letzte Woche berichtete der WDR über dafür bereits campierende Kiddies. Diese hatten in perfekter Organisationsmanie Listen erstellt gehabt, die am 31. März beim Einlass garantiert hätten, wer zuerst in den Konzertsaal rein hätte dürfen.

Ich wette, der WDR wird jetzt frierende, verheulte Kiddies zeigen, die über die Verschiebung des „Tokio Hotel“-Konzertes lamentieren werden. Und uns TV-Glotzern bleibt die Schadensfreude in der wärmenden Wohnstube vor dem heimischen TV. Live-Comedie der deutschen Art at its best.
Das ist dann fast so schön wie jener Tag, als Robbie Williams „Take That“ verließ und es diese Nachricht bis in die nächtlichen „Tagesthemen“ beim Wickert fanden … .

It’s showtime: Meine TV-Empfehlung für den gepflegten Sadismus. :>

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Ramstein und die Rache am Osterhasen

Es ist amtlich (… auch wenn es kein Amt dafür gibt …)
Der Schnuffel-Kuschel-Song hat den ersten Platz der Single-Verkauf-Charts erklommen.
Noch vor Leona Lewis, Stefanie Heinzmann, No Angels und Fettes Brot.
„Du bist mein allerliebster Schatz!“ dröhnt es Land auf, Land ab.
Passend zur Hasenzeit. Passend zu Ostern. Haseneierjagdsaison …

Nur, wer kauft sich denn sowas?
Animiert durch andere Erfahrungsberichte hatte ich mich im Saturn strategisch günstig positioniert. Eine Stunde lang. Kein Käufer. Aber bei den anderen vieren wurde doch die ein oder andere CD rausgenommen.

Diese Verkleisterung der Gehörgänge aus den permanenten Sturm-und-Drang-Perioden der Jamba-Musik-Ingenieure schreit nach gnadenlosen Parodien.
Beim Sender 1 Live in der Comedy-Rubrik finden sich inzwischen schon die ersten Versionen. Die Ramstein-Version ist definitv die beste.
Einfach obigen Link anklicken und reinhören.

Ach ja, wer den originalen Schnuffel-Hasen-Song gekauft und/oder geladen hat, möge sich melden!
Hier im Kommentarbereich! Und wer diesen Song mag, ebenso!
Outet euch hemmungslos!
Schliesslich ist das der momentan meistverkaufteste Song!

Die Parodie:
http://www.blog.de/srv/media/dewplayer.swf?son=http://data3.blog.de/media/753/2422753_10c2f5e906_a.mp3

Gelesen und für gut befunden (Teil 2)

Zu meinem Makel fehlt mir noch die Perfektion.

Gelesen und für gut befunden (Teil 1)

Zur Perfektion fehlt mir nur noch ein Makel!

Wenn die Aktien fallen …

20 Prozentpunkte weniger binnen eines Jahres.
Das ist bitter.
Nein. Ich schreibe jetzt nicht über den Zustand der SPD.
Es geht auch nicht um die Siemens Aktie, die neulich ihren niedrigsten Stand seit Herbst 2006 erreichte.
Nein.
Es geht um den Papst.
Ja wohl, um den Papst.
Der deutsche Papst hat in der Popularität erheblich nachgelassen.
Das ist eine Katastrophe. Das schreit nach den Reitern der Apokalypse.

Wenn nur noch 51 Prozent der Deutschen mit ihm zufrieden sind, wobei es schon mal 70 % waren, dann muß der Vatikan ran.
Eine Popularitätsoffensive muß her.
Der Papst bei DSDS in der Jury? Oder am Laufsteg von „Germanys Next Topmodel“? Oder Benedikt einen Tag lang im „Big Brother“-Haus mit eigenem Dixie-Klo? Oder bei „Wetten dass“ mit einer Wette, dass er die Bibel sogar rückwärts auswendig kennt? Oder bei „Verstehn Sie Spass?“ am Kölner Dom vor verschlossener Tür mit nem Schild „Wegen Weltuntergang ab heute geschlossen“?

So kann das doch nicht weitergehen!
20 Prozent weniger!
Hört denn niemand die Signale, Völker?
Denn wenn das so weiter geht, mit diesen 20-Prozent-Verlusten, dann kennt ihn spätestens in drei Jahren niemand mehr! Das darf doch nicht sein! Wir sind doch Papst! Oder etwa nicht? Hallo?

Also: Analysten an die Front!
Wenn Aktienkurse in dieser Weise fallen, reagiert unsere Industrie immer mit Massenentlassungen und Schließungen. Das ist dann immer so sicher wie das Amen in der Kirche. Warum sollte also die katholische Kirche nicht ebenfalls so verfahren? Bei gleichzeitiger Steigerung der kirchlichen Kollektenfrequenz?

Und wenn alles nicht hilft:
Dann brauchen wir eben einen neuen Papst. Einen charismatischeren Papst. Einen Papst, der was hermacht! Einen niegelnagelneuen Papst! Einen Brad Pitt der Kanzel. So mit kreischenden Mädels und so.

Auf dieser Weise machen es die Fußballvereine ja auch, wenn bei denen nichts mehr läuft:
Altert Trainer weg, neuer Trainer auf den Stuhl und die Fans schreien vor Begeisterung. Warum nicht auch mal sowas im Vatikan?

Übrigens, Lothar Matthäus macht gerade eine DFB-Trainerausbildung. Wenn er nicht gerade mit Journalisten über den Busen seiner Freundin fachsimpelt.
Mit seinem Namen wäre unser Lodda doch von eh her prädestiniert für den Stuhl in Rom, oder? Eine wahre Matthäus-Passion könnte daraus werden und das fristgerecht noch vor Karfreitag …

Hm?
Ich riskiere gerade eine Abmahnung wegen Beleidigung religiöser Ansichten?
Um Gottes willen! Gott bewahre! Wie käm‘ ich dazu! Nichts liegt mir ferner!

Ein Matthäus gehört auch überhaupt nicht auf den Stuhl Petri. Da wird der nie landen, der Lodda. Eher wird er für den deutschen Fußball ein Reiter der Apokalypse. Ein „Apokalypse Wow“ für Fußballvereine mit vakanten Trainersitzen. Denn der würde seinen Spielern eh von Silikonkissen vorschwärmen statt denen die Abseitsregel zu erklären.
Außer natürlich, sollte der Ulli Höneß wahre Größe beweisen und ihn von allen Trainerämtern mit einer Festanstellung als Greenkeeper in die Münchener Allianz-Arena wegfangen, das könnte wahrlich edelmütig vom Ulli sein.
Aber man soll den Abend nicht vor dem Morgen verdammen. Lodda kann ja noch zu einen der ganz großen in der deutschen Trainerriege für deutsche Mannschaften werden. So wie Jupp Derwall. Oder Bertie Vogts. Nichts ist unmöglich.

Und der Benedikt mit seinen 20 Prozent weniger?
Der hat schon seinen Plan. Der wird zu Ostern seine nächste Popularitätsoffensive exklusiv live im ARD starten:
Urbi et Orbi am 23. März live ab 10:30 aus dem Vatikan …

Amen.

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