Ein kleines Rätsel:
Beim Schlendern über eine außer Betrieb gesetzten Trambahn-Bus-Verteilerstelle bot sich mir das nachfolgende Bild.
Was ist das?
Es ist die Meldung, die die Redaktionen von „Punkt 12“, „total“, „Brisant“, „Prominent“ und „taff“ aufgeschreckt hat:
Wie uns Mitarbeiter, die ihren Namen nicht nennen wollten, mitteilten, bedroht die Schweinegrippe – auch unter dem Namen „H1N1“ bekannt – auf Mallorca nicht nur normale Touristen sondern inzwischen auch schon völlig harmlose, unschuldige Prominente.
„Wenn uns wegen der Schweinegrippe unsere Prominenten wegsterben sollten, dann sind in unserer Redaktion nicht unerheblich wenige Arbeitsplätze bedroht“, erklärte uns Alfred T., ein Leiharbeiter aus der Pro7-Redaktion.
Alfred T.’s Befürchtungen sind nicht unberechtigt. Noch ist kein Prominenter der A-, B- oder C-Klasse erkrankt oder gar gestorben, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es weniger Promis als normale Menschen gibt. Und gerade wegen deren geringen Anteil an der Normalbevölkerung sind Promis besonders durch die Krankheit bedroht.
Auch Petra F., Mitarbeiterin aus einem ARD-Vorabend-Boulevardmagazin, deren Name sie nicht genannt haben wollte, erklärte uns: „Es ist absolut berechtigt, sich darüber Sorgen zu machen. Wenn uns die Promis an der Schweinegrippe wegsterben, dann wird sicherlich darüber diskutiert werden müssen, ob Redaktionsstäbe nicht unerheblich verkleinert werden müssen, ob Mitarbeiter freigesetzt werden müssen. Die Schweinegrippe bedroht unseren Berufsstand.“
High Society-Expertin Klara Denk: „Ja, aufgrund ihres Standes sind auch Adlige und Promis nicht automatisch vor Krankheiten geschützt. Insbesondere herrscht ja hier eine Gefahr, dass die C-Promis den ganz normalen Menschen begegnen wollen, um sich ihren Promi-Status zu versichern, und sich dadurch Krankheiten einfangen und diese dann sukzessive an B-Promis und diese dann an A-Promis und Adlige weitergeben. Insofern herrscht wirklich schon eine Beunruhigung auch in Königshäusern. Denn nicht alle Königshäuser haben ihre Erbangelegenheiten eindeutig geklärt.“
Mittlerweile soll Lorenzo Loriella London – bekennende, bekannte Transe aus den DSDS und dem DschungelCamp – bereiterklärt haben, sich als erster Promi mit der Schweinegrippe anstecken zu lassen, damit ein Kamerateam den Verlauf der Krankheit für deren Fernsehzuschauer dokumentieren kann. Als Bezahlung soll er/sie/es sich eine Silikonaufpolsterung seiner Pobacken ausgehandelt haben.
Wir bleiben für Sie am Ball und berichten sobald Lorenzo Loriella London bei dem Selbstversuch gestorben sein wird.
Guten Tag.
Die Berliner Börse ersuchte den Maler Max Liebermann um ein unverkennbares Werbeplakat. Als ihm gar nichts einfällt, gibt ihm der Bankier Fürstenberg den Tipp:
„Och, malen Sie zwei Damen! Die eine nackt, die andere verschleiert. Links die nackte Pleite und … rechts die verschleierte Bilanz!“
17 Uhr.
Mühsam die Augen aufgekriegt und als erstes nach Wasser verlangt. Man durfte mir Wasser geben, einem waschechtem Bayer allerdings hätte man das Wasser nie reichen dürfen. So einer hätte sowieso ein vitales, isotonisches, vitaminhaltiges, kalorienbewußtes Kaltgetränk verlangt, ein Weißbier Light.
Ich wollte lediglich Wasser. Mein Flüssigkeitsumsatz war gnadenlos beunruhigend. Die Nachtschwester tippte in ihrer Verzweifelung auf Diabetis bei mir. Der Test hinterließ eine zerstochene Fingerkuppe bei mir und ein negatives Resultat auf ihrem Teststreifen. Zum späteren Ausgleich erhielt ich undichte Urinalflaschen und in Folge eine feuchte Bettunterlage. Ich hätte doch lieber zuvor nicht den Borat-Witz machen sollen. Die, die mir das Wasser reichen reichte, kam aus Kasachstan, ich mit meiner pseudowitzigen Bemerkung aus Hinteroberuntervorderbayern, trotz französisch-preußisch-polnischen Urspungs.
13 Uhr.
Die OP-Schleuse habe ich passiert. Die Kanüle befindet sich schon im linken Handrücken. Ich liege auf dem OP-Tisch und betrachte das Muster der Deckenventilation. Wenn der Anästesist erscheint, wird Showtime sein.
Und immer wieder geht die Tür auf und ich werde mit einem bayrischen „Grüß Gott“ bedacht. Ob ich denen sagen soll, dass ich das nicht vorhabe? Ich will doch noch eine ganze Menge leben.
Die Tür geht auf, „Grüß Gott“, ich will dem Anästesisten noch was sagen, ihm sagen, dass er es nicht soweit kommen lassen soll. Die Decke verschwimmt … .
It’s showtime.
12 Uhr in Deutschland.
Über den Gängen der Büros wogt die einmütig monotone „Mahlzeit“-Welle.
Begegnen sich zwei, kommt es wie aus der Kanone geschossen:
„Mahlzeit“.
In der Kantine, wenn man sich zu den anderen setzt:
„Mahlzeit.“
Klar.
Aber was sagt man auf dem Klo beim Einreihen an der Pissrinne, oder wenn jemand in die Einzelkabine entschwindet?
„Mahlzeit.“
Oft gesagt bekommen, oft gehört.
Ich hoffe, die Kollegen meinten das nicht ernst.
Ansonsten: Prost Mahlzeit.