Gier ist gut

„Ich zerstöre keine Unternehmen, ich befreie sie. Der entscheidende Punkt ist doch: Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, sie klärt die Dinge.“

Gordon Gecko, aus dem Film „Wall Street“

Wenn Manager ihre Krisenweisheiten auspacken …

Jeder kennt sie. Die Leute unter den Managern, die jetzt unsere Gürtel enger schnallen wollen.
Natürlich wollen die auch ihre eigenen Gürtel enger schnallen. Aber erstens wollen die selber bestimmen, von welche Marke der Gürtel ist und ob er aus Gold oder mit Edelsteinen bestickt ist, und dann wollen die auch nicht, dass die Öffentlichkeit unqualifiziert denen in die Suppe spuckt.

Daher jetzt mal ein paar richtige unternehmerfeindliche Sprüche für deren Suppe:

Zum Thema „Standort Deutschland“

„Landflucht kann ich im Krieg machen, ich werde es nicht wegen des Geldes machen.“

Zum Thema „Problemort Deutschland“

„Wer sagt, er hat ein großes Problem, der ist ein Versager.“

Zur Situation der Manager und deren Managements:

„Wir sind dem Kommunismus näher als der Marktwirtschaft.“
weil „Am Ende zahlt der Arbeitnehmer die Zeche“

Zur Frage, ob Berater die Lösung eines Problems sein können:

„Wer sich einen Unternehmensberater holt, ist ein Versager.“

Hm.
Wer hat es gesagt?
Wolfgang Grupp, 65-jährige Trigema-Chef von 1200 Mitarbeitern. Das enfant terrible der deutschen Managerzunft, weil er durch sein eigenes Unternehmertum Manageransichten widerlegt.
Für solche Aussagen könnte dieser Patriach alten Zuschnittes mir fast schon wieder sympatisch sein …
Die Aussagen machte er 2004 bei einer Podiumsdiskussion des manager magazins …

Wenn Rentenansprüche versorgt werden wollen …

Bei gmx.net gefunden:

„Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen jüngeren Partner – und damit für ein ziemlich erfolgreiches Liebesmodell.“

Männer, benutzt endlich mehr Anti-Falten-Cremes.
Die Frauen werden anspruchsvoller!

Ist natürlich Quatsch. Absoluter Quatsch. Als ob Frauen das nötig hätten.
Nein, es geht einfach nur darum, dass in Zeiten der Finanzkrise so manche Renten-Zusatzverträge drohen, über die Wupper zu gehen und somit der Generationsvertrag in die Binsen geht. Also, macht die intelligente Frau von heute gleich die Direktversicherung beim jungen Mann.

Die alten Knacker (männlicherseits) haben da erheblich weniger Chancen.
Wer von den jungen Frauen schätzt schon einen schmerbäuchigen 50-jährigen, der bei einem nur möglich angedachten Gruppensex schon sagen würde „Danke, aber ich hatte schon einmal“ und auch noch real existent im eigenen Bett beim After-Sex asthmatisch pfeift?

Eben.

Die serielle Monogamie bei Männern endet mit Mitte 40, wo sie bei Frauen wieder beginnt.

Deshalb, ihr Männer, auf in die Riester-Rente und weiter geträumt: Reich in Heim statt heim ins Reich der Altersheime …

Dax-Jagdsaison

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus!
Wisst ihr, wie viel das ist?
11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Genau um diesen Betrag ist der DAX gestiegen. Der DAX ist momentan des Journalisten Jagdvieh. Im Visier einer ganzen Bevölkerung.
Geht’s dem DAX gut? Ist er munter oder leidet er unter stark gebremsten Wachstum?

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus und über 5000!
Wahnsinn.

Das war gestern.
Heute ist eine neue DAX-Jagdsaison.
Ich hab mir vorgenommen, wenn der DAX heute erneut über 10 Prozent plus klettert, gehe ich zu meinem Chef ins Büro und verlange 5 Prozent mehr Gehalt. DAX-Steigerungen müssen durch abgemessene gehobene Gehaltsforderungen nach unten abgesichert werden.
Sollte der DAX allerdings unter 0 Prozent fallen, dann werde ich freilich auf 5 Prozent Gehalt verzichten und meinen Chef drängen, den gerade neu erhaltenen Mercedes-Dienstwagen der oberen Klasse gegen einen TWINGO oder SMART einzutauschen. Denn als Chef muss man glänzen. Als Vorbild.
Um den DAX nach unten hin abzustützen.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Ich hab mir dann den Spass gemacht zu schauen, wie sich so die Aktienkurse der Automobilindustrie entwickelt haben, so während der Finanzkrise.

Ford? Abgestürzt.
BMW? Abgestürzt.
Daimler? Abgestürzt.
GM? Abgestürzt.
Toyota? Abgestürzt.
Hyundai? Abgestürzt.
FIAT? Abgestürzt.
Audi? Abgestürzt.
Porsche? Abgestürzt.
Volkswagen ….

Volkswagen?
Volkswagen?!?
Volkswagen!!!
Immer nur im Plus!
Wahnsinn.
Im Januar 2006 bei 43,60 Euro und jetzt bei 353 Euro.
Wahnsinn.
Und kein wirklicher Absturz.
Nicht mal auf den Höhepunkt der Finanzkrise der letzten Tage.
Immer nur im Plus.
Hm. Nicht wirklich. Zwischenzeitlich kostete die Aktie in den letzten fünf Tagen maximal 452 Euro und stürzte dann auf 280 Euro, um sich bei 350 Euro hin zu bewegen. Aber das auch nur für sehr kurze Zeit.

Aber sonst.
Immer nur im Plus.
Volkswagen immer nur im Plus?
Wahnsinn.
Was ist da denn los?

Der nationale und internationale Automobilmarkt glänzt durch Absatzprobleme. Opel will drei Wochen schließen. Skoda hat schon ein Tag geschlossen gehabt. Der asiatische Markt stottert wegen den Rohstoff- und Kraftstoffpreisen.

Aber die Volkswagen-Aktie läuft und läuft und läuft und läuft und …
Und der Wert des Volkswagen-Konzerns steigt und steigt und steigt und …

Mich beschleicht ein ungutes Gefühl.
Irgendwann machen die Herren Aktionäre Kasse. Dann wird die Dividende errechnet und Bruchrechnung betrieben. Die Brüche werden dann gekürzt, wo es nur geht. Der VW-Kurs wird fallen und dann wird man sich aufgrund des Aktienkurses auf den kleinsten gemeinsamen Zähler einigen. Und das wird der Werker sein. Der Werker ist immer der kleinste gemeinsame Zahler.
Ich bin ein verdammter Schwarzseher.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn.

Anmerkung:
Einen Hinweis, warum sich die VW-Aktie so verhält, wurde mir hier gegeben:
http://www.sharewise.com/news_articles/1633-Volkswagen-DAX-Spekulanten

Sohn des Helios

So ist denn wieder ein bekanntes Gesicht Opfer der Mobilität geworden.
Mit 141 km/h in den Tod, dort wo nur 70 km/h erlaubt sind und wo kurz danach nur noch 50 km/h gefahren werden darf.

Die ersten Vermutungen waren ja, das österreichische Unfallopfer hätte Mercedes gefahren. Aber für das perfekte Understatement wäre ein Mercedes der S-Klasse nicht tauglich gewesen. Der Jörg Haider fuhr einen VW Phaeton.

Phaeton ist der Sohn des griechischen Sonnengottes „Helios“, einem der aus dem Göttergeschlecht der Titanen stammte.

Das Fahrzeug „Phaeton“ der Volkswagen-Schmiede war das Prestige-Projekt des VW-Titanen Ferdinand Piëch, ebenfalls ein Österreicher wie der Haider.
Für Piëch war der „Phaeton“ der Versuch, sich von dem Image des nur-Volks-Auto-bauenden Konzerns zu emanzipieren.

Als 1998 Ferdinand Piëch beim Bieten um „Rolls-Royce Motor Cars“ gegenüber BMW gewann, musste er feststellen, dass ihm zwar Bentley und Rolls-Royce gehörten, aber nicht die Rechte am Namen „Rolls-Royce“. Die gehörten und gehören BMW, welches eh schon immer die Motoren für die Rolls geliefert hatte. So fuhren eine Zeit lang Volkswagen Bentleys mit den Triebwerken von BMW durch die Gegend. Jetzt sind Bentleys Volkswagenfahrzeuge ohne VW-Label.

Ferdinand Piëch persönlich forcierte die Entwicklung des Sohnes der Sonne. Als Projekt „D1“ wurde es voran getrieben. Aber bis zum Verkaufsstart des Fahrzeugs sollte es noch bis zum Mai 2002 dauern.

Viele Sachen verzögerten die Marktreife des Fahrzeugs. Es waren vor allem Unfälle. Nach dem die ersten Prototypen gebaut waren, verunglückten zwei Entwicklungsingenieure mit dem Fahrzeug tödlich. Das Projekt „D1“ schien zum traurigen Rohrkrepierer des VW-Konzerns zu werden.

Aber Piëch trieb es trotz allem weiter. Eine weitere Geschichte besagt, dass Piëch selber mit dem „D1“ einen Unfall hatte, der aber glimpflich ausging. Er kam mit einem verbessertem Prototypen von der Straße ab und flog in einen der niedersächsischen Äcker. Statt jedoch die Polizei zu verständigen, rief er beim Wolfsburger Werksschutz an und ließ von diesen die Unfallstelle sichern.

Der Unfall war von vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmern nicht unbemerkt geblieben. Diese verständigten die Polizei. Die eintreffende Polizei fand Sicherheitspersonal vor, welches den Unfallwagen mit Planen abgedeckt hatte und welches sich einer Unfallaufnahme durch die Polizei widersetzte.

Als der erste „D1“ schließlich die gläserne Manufaktur Dresdens Richtung Markt verließ, wurde ernüchtert festgestellt, der Phaeton sähe wie ein luxuriöser Passat aus. Und so muss man schon genauer hinschauen, will man den „Phaeton“ erkennen. Er wurde inzwischen zum beliebten Understatement von Leuten, denen ein Audi A8, ein 7er BMW oder gar ein S-Klasse-Benz zu prahlend erscheint.

Im November 2003 präsentierte VW in einer Kampagne in den USA eine auf dem Dach liegenden Phaeton. Das Motto dazu hieß „How to look at a luxury car“.

Phaeton

Phaeton war in der griechischen Mythologie das, was man heute langläufig als „Chaot“ bezeichnet. Er bedrängte seinen Vater Helios „nur einmal, bitte“ dessen Sonnenwagen lenken zu dürfen. Der Vater sagt zwar „Nein“, aber dem Sohnemann ist es egal und prescht mit dem Sonnenwagen übers Himmelszelt. Er schafft es aber nicht die feurigen Pferdestärken des Sonnenwagens unter Kontrolle zu halten und es kommt zur grandiosen Katastrophe, als er vom Himmel auf die Erde Äthiopiens donnert. Der antike Dichter Ovid beschreibt diesen Verkehrsunfall, was wir aus Schilderungen über die ersten Minuten nach den Bombenexplosionen von Nagasaki und Hiroshima wissen. Zeus hatte das ganze jedenfalls ganz und gar nicht gefallen und schleuderte einen seiner Blitze gegen Phaeton und …

… Phaeton stirbt bei diesem Unfall mit dem Sonnenwagen.
So wie die beiden VW Ingenieure.
So wie Jörg Haider.
So wie viele Menschen auch.

Der Dichter Ovid beendete seine Chronisten-Pflicht über die Geschichte von dem Titanengottsohn Phaeton mit der Inschrift auf dessen Grabstein:

„Hier ruht Phaeton, der Lenker des väterlichen Wagens. Er konnte ihn zwar nicht halten, aber er starb als einer, der Großes gewagt hat.“

Über Haider sagen viele inzwischen auch nichts anderes …

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Kneipengespräch: Sekt oder Selters

– Glaubst du, wir stehen am Abgrund?
– Geh doch mal nen Schritt weiter.

Nicht immer ist es sinnvoll, hemmungslos Kölsch zu trinken. Besonders dann nicht, wenn der eigene Blick gespannt auf dem Kneipenfernsehschirm über den Köpfen der Gäste schaut.
Die Ziehung der Lotto-Zahlen als Strohhalm der eigenen Hoffnung.

– Wenn ich jetzt gewinne, dann kann mich die Börse. Wenn …
– … das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär ich längst schon Millionär.

Aus seine Blicke schießen Pfeile und fliegen mir um die Ohren. Ich sag nichts und nippe an mein Wasser. Nicht nur ich trinke Wasser. Der Wirt meinte spöttisch zu uns beide „Synchronwassertrinker“ und schob uns seinen „Überkinger“ rüber.
Mit dem ersten Schluck hatte ich meine Entscheidung für Wasser bereut. Das Wasser schmeckte eindeutig salzig. Die Wasser-Produzent-Firma nennt ihr Wässerchen „Überkinger Sport“. Mehr Mineralien, mehr Energie, mehr Ausdauer.
Klar.
Erdinger nennt sein alkoholfreies Weißbier auch ihr kühles, isotonisches Alkoholfrei für mehr Leistung und mehr Regeneration.
Auf sowas müssen die Kölsch-Brauereien mal kommen.
Konstruktive Markenmanagement.

– Wenn ich den 6er im Lotto mach, geb ich ne Lokalrunde.

Ja, er scheint heute seinen großzügigen Tag zu haben. Da bleibt nur der Konter.

– Und wenn ich nen 6er plus Zusatzzahl heute mach, dann kriegst du von mir auch Erdnüsse extra. Persönlich.

Wieder diese Blicke.
Na ja.

– Wenn ich daran denke, wie sich momentan die Börse überschlägt. Ich denk nicht gerne dran.
– Die hohe Kunst der Wertvernichtung.
– Meine Firma macht demnächst 14 Tage zu.

Der Satz kam so beiläufig, dass ich ihn prüfend anschaute.

– Die Leute kaufen nicht mehr. Totale Verunsicherung. Die versuchen erstmal deren Geld ins Trockene zu bringen.
– Vielleicht hat die Finanzkrise ja was gutes wenigstens für mich. Sollte meine Bank dabei bankrott gehen, vielleicht muss ich ja meinen Kredit nicht mehr zurück zahlen.

Er schüttelte den Kopf.

– Vor einiger Zeit war mir der Dax-Wert noch das Fieberthermometer der Beschäftigungszahlen. Je höher der Dax, desto weniger Beschäftigte, desto mehr Arbeitslose. Weil bei den Gewinnen immer mehr rationalisiert wurde, um noch mehr Gewinne mit Luftgeschäften zu machen.

Ich nippte nachdenklich an mein Wasser. Salz auf meinen Lippen. Diesmal aber völlig unerotisch.
Er seufzte.
Alles schien zusammenzubrechen. Selbst das produzierende Gewerbe kommt zum Erliegen. Opel macht auch drei Wochen Zwangspause in der Produktion. Skoda hatte vor zehn Tagen den Freitag als Produktionstag ausfallen lassen, um Verbindlichkeiten klein zu halten.

Mein Blick wandert zum Fernseher.
Vorhin liefen wieder Berichte zur Lage der Börse.
Finanzkrise.
Ein Wort wie ein Schicksal.
Vormals erschienen Krisen wie kurze Systemabstürze des Betriebssystems „Wirtschaft“. Doch jetzt gibt es nicht einfach nur einen „Blue Screen“ wie bei Windows. Nein, das System arbeitet weiter und der Zuschauer sieht dabei gleichzeitig zu wie das ganze System abstürzt. Nicht nur an einem Tag, sondern gleich die ganze Woche über.
Wie Dominosteine kippen nun die Luftschlösser um.
Fast ist man versucht bei englischen Wettbüros anzurufen und auf das nächste Luftschloss als nächster Pleitekandidat zu setzen. Nur damit man ein wenig Freude an diesen schlechten Nachrichten haben könnte.

– Hast du Wertpapiere?
– Nein, aber Kredite.
– Hausbau?

War das ein Geschrei, als man im Zuge von „Harz 4“ feststellte, dass eventuell bei verschärfter Arbeitslosigkeit vor irgendwelchen Zahlen erst einmal die eigenen vier Wände verkauft werden müssten.
Einige Anlageversicherungen versuchten diese „Harz-4-Mechanik“ mit Anlageformen auszutricksen. Eine davon hatte sich mir vor vier Wochen noch vorgestellt gehabt. Sie wollten u.a.a. Gelder auf Island ablegen.

– Viele deutschen Sparer zittern nun um ihre Einlagen bei isländischen Banken. Das könnt mir nicht passieren.
– Klar, du hast ja auch keine Ersparnisse, nur Kredite.

Er lachte maliziös.
Der Fernseher schaltet um. Die Lottomaschine erscheint. Mechanisch ziehe ich meinen Lottoschein zum Vergleichen heraus. Der Wirt nimmt mir das Wasser weg.

– Hier trink nen Kölsch. Ich kann’s nicht mehr mit ansehen, wie du am Wasser würgst.

Ich ergreife die Stange und nippe dran.
Ja, es ist Kölsch.
Irgendwie geht mir der Satz durch den Kopf „Wer nichts wird, wird Wirt“. Irgendwie stimmt der Satz nichts mehr. Denn die Stufe darunter muss jetzt wohl eindeutig Banker und Börsianer heißen. Oder wie sagte mir mal einer?
„Die größten Gauner dieses Landes sind Versicherungen, Banken und dann kommen schon die Architekten.“
Die Kugel rollen und ich versinke in Lotto-Anbetung.
Oh, Kugel, roll mal für mich …

Morgentliche Autofahrerpoesie

Selbst Literaturabstinenzler kennen ihn, den in Deutschland bei Autofahrern berühmt berüchtigte Literat:
Dichter Nebel.

Wo ist nochmals die Kalauerkasse?

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Morgendämmerung

Morgenansicht

Er schaut ihn an und spuckt verärgert aus.

„Du sollst meinen Namen nicht nennen.“

Danach ist das Kind tot. Erschossen.

An einer U-Bahn-Station hängt ein Plakat über Ennio Moricones 80. Geburtstag aus. Im Hintergrund seines Kopfportraits das Plakat seiner bekanntesten Filmmusik. ‚Spiel mir das Lied vom Tod.‘

Die Zeitungen verkünden zwei Schlägereien aus dem U-Bahn-Untergrund und dass die Polizei jetzt wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die namenlosen Täter werden gesucht.

Von Selbstmorden unter Bankern ist bislang nichts zu lesen. Nur von Abfindungen. Die Monopoli-Spieler machen Kasse. Deren Namen sind vielfach unbekannt oder falls doch, schnell wieder vergessen.

Aber statt jene zwangsweise wegen ihrer Spielsucht zum Psychater zu schicken, zu einer ordentlichen Suchtbehandlung, pudert man denen noch Geld hinten drein. Den Scherbenhaufen dürfen andere wegräumen. Auf eigene Kosten anderer Namenloser.

Suchtausübung für Finanzhaie leicht gemacht. Jede Sucht wird nun mal anders beurteilt. Ein Kriegsherr ist nun mal kein Mörder und darf eben nicht wie ein kleiner Schwerstkrimineller beurteilt werden.

Irgendwer nutzt derzeit meinen Namen in Internet, um für mich Spuren zu hinterlassen.

Prickelnd.

Namen sind Schall und Rauch. Das haben sie mit Pistolenschüsse gemein. Schall und Rauch. Etwas, was in Erinnerung bleibt.

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