Wea ko, dea ko

München feiert Geburtstag. 1.000 Jahre München!

Hm? Nicht? Stimmt nicht? Na ja. Fast beinahe 1.000 Jahre. Na gut, dann halt 900 Jahre München!

Wie? Stimmt auch nicht? Dazu fehlen noch immer 33 Jahre? 33 Jahre? Das ist ja eine Schnapszahl, da geben wir uns mal eine aus! Darauf eine Maß. Denn ’ne Schnapszahl, so was darf man schon feiern. Und weil es so schön ist, Stadtgeburtstage zu feiern, deswegen werden jetzt fleißig weiß-blaue Aufkleber verteilt.

Eigentlich sollten die Aufkleber mit »Ein Leben ohne Weißwurst wäre theoretisch möglich, aber sinnlos« bedruckt werden. Nur, nachdem ein berühmter fränkischer Foodblogger aus Bayern bereits die internationalen Markenrechte an dem Satz »Ein Leben ohne Bratwurst wäre theoretisch möglich, aber sinnlos« eintragen lassen will und die Verhandlungen mit einem gewissen Söder und einem Würstchen-Uli am Tegernsee zu jenem Bratwurstsatz bei einer Kabinettsitzung ins Leere verliefen, nur deswegen wurde ein anderer Text genommen

Somit werden in Kürze am Ballermann, auf den kanarischen Bierstraßen sowie den Lofoten, in der Schweiz und Österreich an jedem Laternenmast der Weisheit letzter Schluss kleben:

»Voll unfreundlich hier. Aber waren Sie schon mal in München?«

Gan unten auf dem Aufkleber, unterhalb des Slogans, kleingedruckt in 3.5er Schriftgröße, findet sich der Verweis auf die Herkunft: »Quelle: InterNations« (hier). Die Letztendbegründung für den Slogan.

Denn wisse: ohne Letztendbegründung geht in Bayern nun mal rein gar nichts. Weder in der Kirche, noch im Wirtszelt, noch im normalen Leben. Und daher manifestiert jetzt der fränkisch X-Foodblogger in seiner eigenen Letztendbegründung auch seinen Willen, Bayern mittels der Stadt München wieder erstarken zu lassen.

Klandestin hat er bereits vor den Augen aller seinen Dobrindt in die Bundespolitik eingeschleust und darauf gleich stolz verkündet, in Deutschland die Uhren um 10 Jahre zurückgedreht zu haben (Quelle: hier). Und keiner hat’s bemerkt, denn auch vor zehn Jahren war es bereits Fünf vor Zwölf. Wie dieses Uhrenzurückdrehen bei den Leuten hier ankommt, zeigt sich an München. Der Erfolg ist beim Volkssport Nummer 1 abzulesen: Leroy Sané verlässt München, Florian Wirtz zieht die Merseyside einem München vor und selbst die deutsche Fußballnationalmannschaft vermied es neulich, das Fußball-Finale der »UEFA National League 2025« in München spielen zu müssen. Sie verlor trickreich getarnt als zweiklassiges Team gegen Portugal.

Tja, und jetzt will jener fränkische X-Foodblogger die Olympiade wieder nach München holen. Wohl sein zukünftiges Lebenswerk. Heimlich druckt er wohl schon in seiner Garage neue Aufkleber. Die verteilt er sicherlich bald in jedem Wirtszelt, wo er seinen Mostrich an die armen Würstchen dort dazu gibt:

»Ein Leben ohne Olympia in München wäre theoretisch möglich, aber sinnlos.«

Dem geneigten Wirtszelt-Besucher wird’s egal sein. Hauptsache, zu saufen gibt’s, und eine Kirche mit Zwiebelturm steht in Sichtweite, um dem ganzen eine religiöse Dimension zu geben. Aber das wichtigste ist dann: mit ’ner Maß in der Hand ein Selfie zusammen mit dem fränkischen X-Foodblogger zu machen. Prost.

Make Bavaria great again!