Krisenslalom der zweite (Fake der Woche)

Wenn das Postfach zweimal klingelt und der Spamfilter jodelt:

Sehr geehrter Empfänger meiner Email,

bitte löschen Sie meine Mail nicht. Es ist keine Spam, sondern ihre größe Chance in Ihrem kleinem Leben. Ich komme aus den USA und mein Name ist Lehmann. Natürlich nicht Jens, aber ich bin nur einfach einer der „Lehmann Brüder“.
Meine Geschichte ist eine dramatisch tragische. Und absolut wahre, wie sie aus der Presse entnehmen können.
Am Montag morgen war ich und mein Bruder absolut Pleite, weil das ganze Leben gegen uns schien. Doch dann kam da eine Überweisung von 300 Millionen Dollar aus Deutschland.

Alle wissen davon aus Funk und Fernsehen, klar. Und alle haben sich aufgeregt. Und alle meinten, das Geld sei auf immer und ewig verschwunden.

Aber keiner weiß, dass das Geld nicht weg ist. Wir haben nämlich schnell reagiert und all das schöne Geld auf einem kleinen Konto auf den Kaimanninseln zwischen geparkt. Jetzt wollen wir es von dort weg bekommen. Aber die Ermittler sind so habgierig.

Daher brauchen wir jetzt Ihre Hilfe. Sie können uns helfen und ihr Schaden soll es nicht werden.
Wenn Sie dort auf den Kaimanninseln ein Konto mit einem Grundvermögen von 10000 Dollar eröffnen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und von ihrem Konto auf unser Konto dann nur 5000 US-Dollar überweisen, dann erhalten wir ihr Bankdaten. Danach überweisen wir Ihnen völlig unkompliziert 1 Millionen US-Dollar plus den Transferkosten von 4 Dollar 95 Cent.

Sie brauchen sich das Geld dann auf ihr Privatkonto in Deutschland umbuchen lassen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und wir lassen es dann von unseren Safety-Guard-Mitarbeitern in großen Scheinen und kleinen Tüten abholen.
Ihnen wird dann exklusiv 10 % von den Inhalt der Tüten überlassen.

So haben wir dann beide was von dem ganzen: Sie die 10% abzüglich den 4 Dollar 95 Cent und wir nachher den kläglichen Rest aus der Überweisung aus Deutschland.

Hier nun unsere Kaimanninsel Konto-Daten: KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung) IBAN 300.000.000 beim vierten Kaimann von hinten links an der Piratenbucht südlich den Goldkästchen des Piraten der Karibik.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Lehmann (der eine der beiden Brüder)

Die perfekte Flugzeugentführung

Abenddämmerung

Reporter: Herr Mozek, wir konnten es bei der Ankunft des Fliegers am Flughafen Kattowiz beobachtet. Die Passagiere erschienen erleichtert beim Aussteigen.
Mozek: So?
Reporter: Ja. Ich würde behaupten, sie waren richtig fröhlich.
Mozek: Was Sie nicht sagen.
R: Aber ja. Ich sag es mal offen heraus: Sie haben das perfekte Verbrechen vollzogen.
M: Wie?
R: Nicht wahr? Sie haben das Flugzeug entführt.
M: Lächerlich! Ich bin Pilot. So ein Quatsch.
R: Würde ich nicht sagen. Noch nie sah ich Passagiere so froh einem Flugzeug entsteigen. Es musste sogar jemand die Leute beim Ausstieg bremsen.

Passagiere

M: Ach ja?
R: Ach ja!
M: Ach ja.
R: Also?
M: Sie sind ein scharfer Beobachter.
R: Danke. Das verlangt meine Profession.
M: Ja, ich und mein Co-Pilot Mizewski tragen hier die volle Verantwortung.
R: Verstehe.
M: Wissen Sie, die Sicherheitsvorkehrungen an europäischen Flughäfen haben uns genervt.
R: Heißt das, keine ideologische oder politische Motivation?
M: Nein, nicht wirklich.
R: Hm.
M: Es hat uns genervt. Und da hatte ich den Plan für das perfekte Verbrechen. Und mein Kollege ist gleich drauf eingestiegen.
R: Er ist Moslem?
M: Nein.
R: Oder mosaischen Glaubens?
M: Nein.
R: Tibeter?
M: Sein Schwippschwager dritten Grades kennt jemanden der evangelisch ist.
R: Also doch religiös motiviert?
M: Nein, nicht wirklich. Er führt im Internet einen Blog mit halbnackten Frauen.
R: Das ist uninteressant.
M: Er spricht ostdeutsch.
R: Aha. Ein Ansatzpunkt. Ist er unzufrieden mit der Bundesrepublik auf globalisierter Ebene bezüglich islamischen Terrorismus?
M: Wir wollten der Welt zeigen, dass die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen Hofnarrenonanie der Politiker sind.
R: Aha, also sexuell motiviert? Inzest?
M: Mein Co-Pilot und ich beschlossen einfach die eigene Maschine zu entführen.
R: Die Stewardessen waren eingeweiht?
M: Saftschubserinnen sind schmückendes Beiwerk im Cockpit, aber sonst nicht tauglich.
R: Haben Sie Handyaufnahmen von den Sexorgien im Cockpit gemacht?

Piloten

M: Kollege und ich waren uns einig. Wir wollten die Maschine auf den Weg vom bulgarischen Burgas aus nach Kattowiz entführen.
R: Hatten Sie Explosiva bei sich?
M: Die Servierwagen waren voll damit. Wodka, Sambuca, Whisky und Eau de Parfum massenweise. Alles hochprozentig.
R: Der Knaller schlechthin also.
M: Streichhölzer hatten wir auch dabei.
R: Ich verstehe. Statt dem klassischen Zippo-Benzinfeuerzeug die Streichhölzer als Aufschrei gegen die Urwald-Rodung.
M: Quatsch. Als Notleuchten. Falls mal wieder die Kabinenbeleuchtung ausfallen sollte.
R: Nur deswegen? Genial!
M: Auf der Hälfte des Fluges habe ich dann die Passagiere informiert, dass sie alle 10000 Meter über Normal Null entführt gelten. Und wir sie zu einem Flughafen unserer Wahl bringen würden.
R: Ich verstehe nicht. Sie flogen doch schon nach Kattowiz.
M: Aber das haben die doch nicht mehr mitbekommen. Denn um zu verhindern, dass die Passagiere wie damals in Pennsylvania von hinten die Maschine aufrollen würden, haben wir eine Boardrunde nach der nächsten für die Passagiere geschmissen.
R: Ich verstehe. Die Alkoholika.
M: Hochprozentiges brennt besser. Die Passagiere als lebende Molotow-Cocktaile.

Passagiere2

R: Aber wenn ich richtig verstanden habe, flogen Sie von Burgas nach Kattowiz. Wie soll denn dann eine Entführung nach Kattowiz funktionieren?
M: Nur wenn die Passagiere besoffen gemacht werden, dann ist deren Widerstand am geringsten.
R: Moment: Sie entführen eine Maschine, die auf dem Routineflug nach Kattowiz ist nach Kattowiz?
M: Nicht ich. Sondern ich und mein Co-Pilot. Ohne ihn hätte es nie geklappt.
R: Ich wette, es hat auch kein Passagier bemerkt.
M: Doch. Die haben aus Verzweifelung gesoffen. Wie bekloppt. Die Wodka-Vorräte waren total geplündert.
R: Ja klar. Der Freibier-Effekt.
M: Quatsch. Diese Ablenkung war Bestandteil dieses perfekten Verbrechens.
R: Ihre Meinung.
M: Schauen Sie doch Ihre Fotos an: Sie sehen erleichterte Menschen, die froh sind, diese Flugzeugentführung überlebt zu haben.

Passagiere1

R: Eine Entführung durch Piloten, die das Flugzeug zum Bestimmungsort bringen, aber noch nicht mal die Fluglotsen über die Entführung informieren?
M: Aber Sie haben es doch bemerkt.
R: Bin ich mir nicht mehr so sicher.
M: Gerochen haben Sie es und die Freilassungsfotos gemacht.
R: Knipsereien aus purer Langeweile am Flughafen Kattowiz.

Passagiere3

M: Ach man. Schwätzen Sie doch nicht so altklug daher!
R: Danke für das Interview. Ich hau mir jetzt nen Wodka-Bull hinter die Kiemen. Das habe ich mir jetzt verdient. Tschüss.
M: Sie dürfen das Interview auch ungekürzt und ohne mein Gegenlesen veröffentlichen! Ich zähl auf Ihren journalistischen Verstand!
R: Ja, ja.
M: Was?
R: Ja, ja, ich flieg mal lieber wieder in die Redaktion als raus …
M: …

Katowice

Fake der Woche: Nächtliche Pressekonferenz im Kanzleramt

Berlin.
Ungewöhnliches spielte sich heute Nacht kurz nach Mitternacht ab. Der Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte zu einer Pressekonferenz für fünf nach zwölf geladen. Und pünktlich saß er dann in einer Reihe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) auf dem Podest vor den geladenen Pressevertreter und reichte den Kabinettsmitgliedern das Wasser.

Während Herr Schäuble die Namen der Pressevertreter auf der Anwesenheitsliste nachprüfte, veranlasste Bundeskanzlerin Merkel, dass die Pressevertreter ihre Notebooks den ebenfalls anwesenden BKA-Beamten anzuvertrauen hätten. Sie verwies darauf, dass Frau Zypries gerade ihre prä-menstruelle Phase hätte und das Klappern der Tastaturen würde Frau Zypries Kopfschmerzen bereiten. Um die Regierungsfähigkeit nicht einzuschränken und den Krankenstand niedrig zu halten, müsste sie – Bundeskanzlerin Fau Merkel – darauf bestehen, dass die Notebooks der Journalisten den BKA-Beamten ausgehändigt würden. Diese würden diese in einem sicheren Raum verwahrt. Der Chef des BKAs, Herr Jörg Ziercke, werde persönlich durch seine Anwesenheit für die Unversehrtheit der Notebooks garantieren.

Nachdem die Journalisten dieser Anordnung Folge geleistet hatten, begrüßte Ulrich Wilhelm die anwesenden Presseleute insbesondere aus dem Nahen und Fernen Osten und übergab das Wort dem Innenminister Schäuble für das Vorwort zur Pressekonferenz. Schäuble fragte aber nur kurz nach, wo denn der Journalist von Al-Dschasira säße und warum der Journalist der Beijing Evening News so verdächtig europäisch aussähe. Nachdem diese Fragen schnell geklärt und deren Ausweise überprüft worden waren, übergab Schäuble das Wort an Frau Merkel.

Frau Merkel begrüßte die zu so später Stunde erschienen Journalisten. Diese Pressekonferenz sei erforderlich geworden, weil es offenbar erhebliche Missverständnisse wegen den computerunterstützten Visitationen in der deutschen Sicherheitsarchitektur gäbe.
Es sei infam – hierbei wechselte Frau Merkel drastisch ihren Tonfall vom herzlichen ins kühle – von bestimmten Presseorganen verdächtigt worden zu sein, dass sie mit ihren Regierungsvertretern ihre China-Aufenthalt im letzten Jahr nur dazu genutzt habe, neue Sicherheitstechnologien zu rekrutieren. Das sei insbesondere falsch, da unter ihren Regierungsvertretern auch staatstragende Menschen aus der Industrie dabei gewesen sei, die lediglich neue Wirtschaftsaufträge einfahren wollten. Und dabei seien weder der sehr geschätzte LIDL-Firmeninhaber Dieter Schwarz noch Vertreter von anderen deutschen Discountern darunter gewesen. Denn die hätten sich angesichts der chinesischen Standards garantiert gelangweilt.

Man habe sehr große Erfurcht vor den Technologien der Chinesischen Regierung, aber man benötige keine Technologien aus China, denn in der Sicherheitstechnologie sei Deutschland schon immer auf der Höhe der Zeit.
Desweiteren bräuchte es auch nicht den destruktiven Pessimismus der ewigen Meckerer Deutschlands und deren Behauptungen, dass Deutschland sich zu einem Überwachungsstaat entwickle. Das sei eine miese Unterstellung, denn hierfür gäbe es keinen Raum mehr. Für dieses sich Hin-Entwickeln. Schließlich hätten sich Generationen alter Politiker wie Kanther, Schilly und jetzt Schäuble erfolgreichst und zur vollsten Zufriedenheit der wählenden Bevölkerung gemüht, auch hier weltweit führend zu werden und die deutsche Tradition des pro-aktiven Am-Ball-Bleibens fortzuführen. Denn nur wer den aktiven Finger am Puls der Zeit aller ehrbaren Mitbürger habe, der könne erst mit Sicherheit sagen, wer unehrbar sei.

Und ob dieser Finger nun eine Minikamera in dem Brandmelder über der Discounterkasse sei oder der Trojaner auf dem PC und die multimediale Knopfkamera im heimischen Fernseher oder im WC, das richte sich freilich nach den Besitzverhältnissen. Somit seien die Datensicherstellungsmaßnahmen der Firma LIDL durch Detektive allein die Angelegenheit des Firmenbesitzers Herrn Schwarz. Gleichfalls sei im gleichen Maße das Interesse des Staates an seine Bürger zu bewerten. Als lediglich eine reine Angelegenheit der Besitzverhältnisse.

Sie – so Frau Merkel – würde deshalb mit viel persönlichem Einsatz in andere Länder reisen, um dort ausschließlich Anregungen für den Schutz ihrer eigenen Bevölkerung mitzunehmen. So würde sie beispielsweise am 13. Mai 2008 nach Brasilien reisen, um sich dort zu erkundigen, wie die Registrierungen von Internet-Nutzern in öffentlichen Internet-Cafes organisatorisch verlaufe und wie dieses auch für deutsche Internet-Cafes effektiv effizienter verlaufen kann.

Auf die Frage eines deutschen Journalisten, ob sie – Frau Merkel – das Siegen in Sachen pro-aktiver Bürgerbetreuung nicht eher von China lernen könne, fiel Wolfgang Schäuble dem Fragesteller ins Wort. Die Bundesregierung verbitte sich generell die Einmischung Chinas in innerdeutsche Angelegenheiten wie sie sich auch die Einmischung von inkompetenten deutschen Bürgern im Innern verbitte.
Auf die eingeschüchterte Nachfrage des Journalisten, ob es denn nicht China gewesen sei, welches während des Besuchs der Bundeskanzlerin im letzten Jahr im großen Stil versucht hätte, über einen gehackten Server Daten vom Bundeskanzleramt herunter zu laden, machte Schäuble darauf klar, dass es sich hierbei keineswegs um eine chinesische Hackerei gehandelt habe. Sondern vielmehr hätte die Bundesregierung den Chinesen funktionierende Bürgerüberwachungskonzepte zum Verkauf angeboten. Da aber die chinesische Regierung auf den deutschen Vorschlag, China solle 80 Millionen ihrer 1,5 Milliarden Bevölkerung zur direkten Überwachung der deutschen Bevölkerung abstellen, nicht eingegangen sei, hätte man den versuchten Download der chinesischen Seite abgebrochen, indem man die MS-Windows Firewall auf dem Regierungsserver wieder aktiviert hätte. Schließlich dürfe keine Nation erwarten, an deutscher Sicherheitstechnologie zu partizipieren, wenn bestimmte Sicherheitsanforderungen Deutschlands von denen nicht erfüllt würden.
Zudem solle der Fragesteller – so Schäuble mit einem Anflug von Altersmilde – lieber schnell nach Hause gehen, denn er hätte zuverlässige Informationen erhalten, dass des Journalisten Frau gerade käme. Und das ohne ihn.

Nach diesem gelungen Witz und dem allgemeinen Gelächter meldete sich noch der Vertreter der BDSM-Zeitschrift „Schlagzeilen“ und fragte, ab wann man denn eine Kamera für seine Wohnung beim BKA beantragen könne. Denn er kenne etliche die gerne Sex vor laufenden Kameras haben würden und das BKA würde denen dann helfen, einen entschiedenen Schritt aus der Illegalität zu machen, dürften sie vor laufenden Kameras …
An dem Punkte mischte sich Frau Zypries ein und verbat sich eine Diskussion über sexuelle Angelegenheiten, da sie gerade in der prä-menstruellen Phase sei und jetzt keine Tranquilizer mehr griffbereit hätte und nicht unbedingt hier bei so einem Thema vor laufenden Mikrofonen in die Tischkante beißen wolle.

Desweiteren – so führte sie aus – gelte die computerunterstützte Visitation mittels multimedialer Techniken durch hoheitliche Dienste nicht als Recht für den Bürger sondern als Privileg. Nicht jeder käme somit in Genuss dieses Privilegs. Man könne bislang nur eine 98%ige Abdeckung erzielen. Und man solle sich im Klaren sein – fügte Frau Zypries mit drohendem Unterton hinzu -, Privilegien können auch wieder entzogen werden.

Der Vertreter des „L’Osservatore Romano“ merkte an, ob es vorgesehen sei, auch in katholischen Beichtstühlen Mikros und Kameras einzubauen. Denn dann wäre der Vatikan eventuell bereit zu kooperieren, voraussetzt die Originalaufnahmen dürften dann in vatikanischen Archiven eingelagert werden. Beichtstühle, die über solch fortschrittlicher Technik verfügen würden, würden letztendlich dazu beitragen auch die Personalkosten in der katholischen Kirche zu senken, weil dann ein Beichtvater zentral mehrere Beichtstühle gleichzeitig verwalten könne. Auf diese Frage antwortete Frau Merkel, dass hierzu das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Die Entscheidung hierzu würde sie noch treffen. So wahr ihr Gott helfe.

Als dann der Journalist der Beijing Evening News sich meldete und nachfragte, ob es stimmen würde, dass die Bundesregierungen Deutschlands seit mehr als 25 Jahren der Meinung seien, der Bürger hätte zu viel Freiheiten und zu wenig Kontrolle. Und warum der deutsche Bürger gegängelt würde, aber im Gegenzug die großen Korruptions- und Steuerhinterziehungsfälle wie von Flick bis Siemens permanent in der Geschichte der deutschen Republik als Kavaliersdelikte wegdiskutiert würden, während nicht wenige außereuropäische Regierungen als korruptionsfördernd angesehen würden.
An dieser Stelle unterbrach der Regierungssprecher und Staatssekretärs Ulrich Wilhelm die Pressekonferenz mit Hinweis, dass man sich die Einmischung in innere Angelegenheiten des deutschen Volkes verbitte. Zudem verwies Wilhelm auf die bereits fortgeschrittene Stunde. Es sei ja spät, fast früh zu nennen, auch wenn längst noch nicht Dämmerung im Kanzleramt sei, so scherzte Wilhelm.
Außerdem wolle die Bundesregierung nicht nur durch Worte auf dieser Pressekonferenz glänzen sondern als Dank für diese späte Pressekonferenz habe er den Journalisten auch Taten zu präsentieren. Als Aktion guten Willens und dass man mit den neusten Gesetzesvorhaben niemand wirklich böses wolle, habe man allen Notebook-Besitzern ein Geschenk gemacht. Findige BKA-Beamte hätten jedes Notebook mit einer fest installierten Web-Cam ausgestattet. Die dazugehörige Software hätte man bereits kulanterweise ins Betriebssystem ebenso fest integriert, so dass die Notebooks direkt einsatzbereit seien.

Der minutenlange begeisterte Applaus der deutschen Pressevertreter über dieses Geschenk war augenscheinlich für die in letzter Zeit so gescholtenen Politiker ein Labsal.

Jedoch gab es bei dieser entspannten Pressekonferenz auch einen Wermutstropfen. Der Journalist von Al-Dschasira wurde vorübergehend festgenommen und erhielt eine Anzeige wegen mutwilliger Umwelt-Verschmutzung. Er hatte die Kamera von seinem Notebook gewaltsam entfernt und die zerbrochene Webcam nicht als Elektroschrott entsorgt, sondern diesen einfach in einen herumstehenden Mülleimer vor dem Kanzleramt geworfen. Sicherheitsbeamte griffen ihn nur unweit des Tatortes in der Berliner U-Bahn auf. Es steht zu befürchten, dass der Journalist seine Akkreditierung verlieren wird.

Jetzt wird es ernst! Jüdisch ernst!

ECHAD

STEIM

SCHALOSCH

So, Leute des heheren Glaubens an die eigene Potenz!
Ich habe gerade all eure Kafferlöffel verbogen.
Einfach so.
Ohne um eure Erlaubnis zu fragen.
Einfach so.

ECHAD

STEIM

SCHALOSCH

Das sagt der Geller, der urige –
„urig“ kommt von „ur“ – „ur“ wie Urzeitkrebse und wenn man es langsam spricht, kann man es auch mit einem „h“ schreiben; wie „uhr“-ig

Das sagt der Geller, der urige, immer vor seinen Publikumsbeschwörungen.

Sagt es mir jetzt nach:

ECHAD

STEIM

SCHALOSCH

Merkt ihr, wie es wirkt?
Es wirkt nicht?
Zuviel hebräisch?

Kein Problem.
Geht nicht über „Los“, zieht nicht „2000 Euro ein“ sondern geht direkt ins Übersetzerstüble vom deutschen Juden Billy Wilder (soviel Humor ist jedem Antisemiten Deutschland eh zuviel und das mag ich). Denn der hat schon längst einen Film über „ECHAD, STEIM, SCHALOSCH“ gemacht gehabt. Im Deutschen heißt das geniale Machwerk „Eins, Zwei, Drei“ („1,2,3“). Und Schlemmer ruft unisono immer noch dazu „Sitzen machen!“, während Hotte Buchholz stolz seinen Ehering – gemacht aus den Kanonen der russischen Armee von Stalingrad – in das Kamera-Objektiv reckt und das Pepsi-Girl vor Wonne zerfließt.

Sitzen machen!

Echad,
Steim,
Schalosch!

Eins, zwei, drei.

So, da dieses jetzt gesagt worden ist, empfehle ich euch direkt ins nächste Kaufhaus eures Gefallens zu gehen und neue Kaffeelöffel zu besorgen. Denn eure alten sind allesamt verbogen.

Echad,
Steim,
Schalosch!

So ist das halt.
Alles, was in der Warteschlange ist, wird verbogen.
Gerade Kaffeelöffel nur für Mentalisten!
Mentalisten aller Länder, vereinigt euch!

Echad,
Steim,
Schalosch!

Frau Werwolf meint, dass muss so sein.

Und ich frage:
Weiß wer, wann die nächste Wiederholung von Billy Wilder seinem Film „1, 2, 3“ läuft?

Edit:
Echad, staim, schalosch, arba, chamesch, schesch, scheva, schmone, teischa, eser.
Bis 10 gezählt auf Hebräisch.

Seltsam – Montags morgen 5:30

Hm.
Habe doch gerade in meinen Briefkasten geschaut und überrascht festgestellt, dass ich am Samstag Post erhalten hatte.
Brigitte hatte mir geschrieben.
Dabei hab ich sie doch gar nicht abonniert …

Exklusiv für meine Blogleser: Das erste Adventstürchen

Damit für heute abend die Spannung bei der Ziehung der Lottozahlen ab sofort mal weg ist,
an dieser Stelle die Lottozahlen von heute abend:

Lotto: 25, 31, 32, 33, 37, 41
Zusatzzahl 18
Superzahl: 11
Spiel 77: 5473839
Super 6: 046557

Die Verwendung dieser Zahlen in dieser Reihenfolge, um damit heute abend an dem 38 Millionen-Jackpot teilhaben zu können, ist hiermit ausdrücklich untersagt und unterliegt ab sofort den weltweiten copyright-Bedingungen.
Leute, die die Zahlen oben unbefugt verwenden, werden strafrechtlich wie Raubkopierer von CDs und DVDs verfolgt und müssen mit erheblichen Einbußen in ihrer Freiheit rechnen.
So.
Damit dürfte alles wichtige dazu gesagt sein.
Wie schön, dass wir mal drüber gesprochen haben …

Evolutionärer Fortschritt (Fake der Woche?)

Es war eigentlich nur eine vage Hoffnung, als am Freitag den 12-Oktober die Meldung um die Welt ging, dass Astronomen mit 350 Empfangsschüsseln von jeweils sechs Metern Durchmesser in der Nähe von Hat Creek (Kalifornien) den großen Lauschangriff verwirklichen würden. Federführend sind hierbei das Institut für die Suche nach intelligentem Leben (Seti) und die Universität von Kalifornien. Die ersten 42 Antennen nahmen letzte Woche am Donnerstag ihren Betrieb auf.

Eigentlich wollte man ersten Ergebnissen in 18 Jahren vorzeigen können. Aber jetzt kam den Forschern eine seltsame Nachricht in die Schüsseln rein.
Nein.
Es war nicht jenes „Wow-Signal„:
6EQUJ5.

Die Forscher in Kalifornien erhielten wesentlich klarere Signale.
Am Samstag konnte man noch nichts damit anfangen. Da jedoch gerade der Gouverneur von Kalifornien im Seti-Institut verweilte, hatte man ihm das ganze ungefiltert vorgespielt.
Der Governeur soll überrascht mit den Worten „Woisn döss?“ reagiert haben. Erst mit Hilfe dieser Spontanreaktion von Herrn Schwarzenegger kamen die Forscher dem Signal auf die Spur.

Wie aus unbestätigten Quellen zu erfahren war, soll der aufgefangene Satz in deutscher Sprache gewesen sein und habe „Und hab entschieden, dass ich mit meinen drei Gästen hier weiterrede und Dich – Eva – verabschiede“ gelautet.
Noch ist unklar, was dieser Satz bedeuten soll.
Da aber international der Blog Action Day am heutigen Tag zelebriert wird und man am Seti-Institut auch einen Beitrag dazu leisten wollte, entschloss man sich diesen Satz heute noch zu veröffentlichen.

Der Ursprung des Satzes soll übrigens ein geostationärer Satellit sein. Momentan wird dieser Satellit noch vom SETI-Institut auf Spuren außerirdischer Intelligenz untersucht.
Der Hinweis eines deutschen Studenten, bei den Satelliten handele es sich um den ASTRA-Satelliten, dieses wurde empört als billige OPEL-Reklame abgewiesen.

Weiter Nachrichten folgen.

Guten Abend.

Was macht eigentlich …

… das Monster von Loch Ness?

Hallo Monster, ich freu dich hier in meinem Loch zum Interview begrüßen zu dürfen. Mach es Dir gemütlich. Was darf ich Dir zu trinken anbieten?
Hm.
Darf es ein Ale sein oder einen Whisky?
Beides.
Nun. Was gibt es neues von Dir?
Nichts.
Wie nichts?
Nichts.
Absolut nichts?
Nichts.
Schön. Dann reden wir mal über diesen Sommer.
Hm.
Verbringst du deine Ferien diesmal wenigstens im Sommer am Loch. Sozusagen im Sommerloch, hehehehe …
Loch ist gälisch und heisst See.
Gälisch. Aha. Also du wirst du den See vergällen und als Lebensmittel somit ungenießbar machen?
Gälisch ist ne Sprache und kein Getränk, du ungebildeter Invantilist.
Weiß ich, weiß ich. Äh, ja. Doch zurück zum Thema. Was macht das Sommerloch?
Ich habe keine Zeit mehr es zu Füllen.
Stimmt, wir haben schon lang nichts mehr von dir gehört. Was war los?
Seit Godzilla habe ich keine Ruhe mehr.
Ja, Emmerichs Godzilla war beeindruckend. Das warst du? Ich dachte, du wärest sowas wie ne Urzeitschlange.
Die Maskenbildner hatten nachher die Schnauze voll, mich dauernd umzumaskieren.
Die Bilder von dir am Loch Ness sind also nicht gefälscht.
Gefälscht waren nur die Fotografen, die mich fotografierten. Es gab sie nicht.
Es gab sie nicht?
Es waren Selbstauslöseraufnahmen.
Soso. Und welche Projekte kamen nach „Godzilla“?
Jacksons „KingKong“.
„KingKong“? Der Gorilla sieht aber ganz anders aus als du!
Der Maskenbildner-Verschleiß war enorm. Einige  sind noch immer in psychologischer Behandlung.
Was war dein letzter Film?
„Harry Potter und der Orden des Phoenix“ .
Wie bitte?
„Harry Potter und der Orden des Phoenix“ .
Du hast im aktuellen Harry Potter mitgespielt?!?
Ja. Ich war Stuntdouble von dem Ork, der die Ratte zertrat.
Der Ork, der die Ratte zertrat? Ich erinner mich nicht an solch einer Szene.
Man hat sie herausgeschnitten, weil man meinte, sie sei für den Film unwichtig.
Ach so.
Ja.
Und neue Pläne?
Ich habe die neue Rolle in „Cloverfield“. Ich beiß dort der Freiheitsstatue den Kopf ab. Ich habe einen Ausschnitt mitgebracht:

Nun. Das lässt ja auf neue spannende Einblicke hoffen. Wie sehen deine weiteren Zukunftspläne aus?
Wenn ich genug Geld habe, werde ich mir meine geheime Höhle in Loch Ness zu einer Luxus-Suite ausbauen und dort Flitterwochen mit Paris Hilton verbringen.
Paris Hilton?
Ja. Paris Hilton.
Aber, Paris Hilton ist doch kein … äh, Monster …
Nicht? Okay, dann nehm ich Lindsay Lohan.
Sie ist auch kein Monster.
Naomi Campel.
Auch nicht.
Heidi Klum aber.
Auch nicht.
Verona Pooth?
Nein.
Angela Merkel.
Neeein.
Claudia Schiffer?
Scheisse vielleicht, aber auch nicht.
Aber Alice Schwarzer.
NE-IN!
Oder …
Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Was? Schon zu Ende? Ist das Mikrofon aus?
Ja.
Hm, könnt ich dann noch ein Ale mit Whisky haben?
Mit oder ohne Eiswürfel?
Is egal. Gib mir gleich die Flaschen, dann wird die Spülmaschine nicht so voll.
Und das Eis?
Egal. Wusstest du, dass es im Winter im See von Ness nicht wirklich so kalt ist?
Ach ja?
Kommste mich mal besuchen? Ich habe da eine Kuschelecke.