Die Deutsche Telekom will bis zu 3500 neue Mitarbeiter einstellen.
Wie bitte? Ich dachte wir leben in ner ernsten Krise. Da müssten doch Stellen abgebaut werden. Ist aber nicht.
Warum?
Ganz einfach.
Die Leute, die inzwischen weniger arbeiten (Kurzarbeit oder Stellenstreichung) haben mehr Zeit zum Telefonieren … ja, das ist logisch, das wird es sein …
Die Geschichte von Böcken und Gärtnern und deren Berufe
Seltsam, da beteiligt sich der Staat an einer Bank in Finanznot, der Commerzbank. Nun gut, so sahen es die Hilfen ja vor, damit Banken mit maroder Wirtschaftung nicht den Bach runter gehen.
Da fielen mir die Landesbanken von NRW und Bayern ein. Rüttgers und Huber sagten unisono, dass sie nichts von deren Misswirtschaft wussten, obwohl die Länder mit in der Verantwortung der Landesbanken stehen.
Und dann war da noch die KfW. Die stand ebenfalls bereits unter staatlicher Überwachung.
Tja, weder die Politiker noch die Bankiers konnten sich dran erinnern etwas falsch gemacht zu haben.
Wieso da was falsch lief, das wusste sich niemand zu erklären. Shit happens. Dumm gelaufen. Silly running …
Wahrscheinlich nur ein Déjà-vu von mir. Alle sind ja jetzt klüger geworden. Es heißt ja bekanntermaßen, dass Schaden die Weisheit entwickelt, weil man aus Schaden klug wird. Das bei solchen Fälle die Auswahl zwischen Pest und Cholera geboten wird, das beruhigt nicht wirklich. Da keiner Schläge auf deren Hinterkopf erhalten hatte, wird wohl auch das Wachstums des Denkvermögen als Null- bis Negativwachstum verbucht werden müssen.

„‚Jump! You Fuckers!‘ Eine Ermunterung aus persönlichem Fehlverhalten Konsequenzen zu ziehen.“
(von dem preußische Rentner Lothar Dombrowski alias Georg Schramm vom 25-November-2008 aus der ZDF-Serie „Neues aus der Anstalt“)
Als die Nachricht vom Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckles bekannt wurde, fiel mir genau jene obige Szene ein.
In einem Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Marc Beise für mehr Verständnis und eine verbesserte Fehlerkultur gebeten, die Fehler erlaubt, um aus ihnen zu lernen.
Ein Verfechter der Selbstmordforderung bin ich überhaupt nicht. Das japanische Selbstmordritual ist mir widerwärtig. Selbst dem palästinensische oder islamistische Selbstmordritual kann ich nicht das geringste abgewinnen. Sich der Verantwortung durch Selbstmord zu entziehen, ist feige. Für das, was man angerichtet hat, keine Verantwortung übernehmen zu wollen, das ist feige.
Die Zeitungen üben sich plötzlich in vornehmer Pietät und verwenden das Wort „Freitod“. Wie schön. Tod aus freien Stücken.
Wenn ein normaler Arbeiter einen entscheidenden Fehler macht, dann sucht man Forderungen nach einer verbesserten Fehlerkultur vergeblich. Da werden eher Forderungen nach Entlassung und Hartz-4-Laufbahn laut.
Wenn ein Manager zockt und verliert, dann sollte er nachher versuchen, seine Fehler in ihrer Konsequenz zu vermindern. Sich um deren Opfer zu kümmern.
Wer gewinnen will, dem muss auch ganz klar sein, wie die Konsequenzen einer Niederlage ausschauen (worst-case-Szenario). Gehe ich morgen zur Bank und nehme einen Kredit auf und kaufe mir davon Lottoscheine, dann muss mir schon klar sein, was passiert, wenn ich plötzlich keinen einzigen Treffer lande.
Die Arbeiter, die durch Adolf Merckle in Brot und Lohn standen, werden sich sicherlich verwundert entsetzt die Augen gerieben haben. Da hat sich der oberste Chef nach egomanischer Spielsucht einfach aus dem Staube gemacht …
Das, was man den Hedgefonts mit dem Wort „Heuschrecken“ vorgeworfen hat, passierte in deren eigenem Betrieb. Unten wurde gearbeitet, oben gezockt. Als das Wort „Heuschrecken“ für diese Art des neoliberalen Wirtschaftens geschaffen wurde, da schrien deutsche Manager auf und empfanden das als tiefe Beleidigung ihres wirtschaftlichen Tuns.
Offensichtlich hatte der Begriff genau das beschrieben, was die Manager ja alle nicht sein wollten.
Und nun sehen wir die Dominosteine fallen. Ein bisschen aus Self- fullfilling Prophecy, ein bisschen aus Krise, ein bisschen, weil man es so will. Die Einschläge kommen näher. Da bleibt zu hoffen, dass man sich selber nicht unter einen dieser Dominosteine aufhält.
In einer Buchhandlung fand ich die aktuellen politischen Bücher aufgestellt. So zwischen Abhandlungen zur Terrororganisation RAF und den Erinnerungen an eine rot-grüne Regierung, findet sich die provokante Aufforderung von Friedrich Merz mehr Kapitalismus zu wagen. Na, dann wollen wir mal mehr wagen. Wo ist die nächste Zockergelegenheit?
Tja, und im gesamten Bücherstapel lächelt huldvoll von oben milde der Bischof Marx mit seinem „Das Kapital“. Für seine Namensgleichheit mit Karl Marx kann er nichts, für die Titelgleichheit mit dessen Buch aber schon.
Crosstraining – Vorbereitung aus Superwahljahr
Europawahl, Bundestagswahl, Bundespräsidentenwahl, Neuwahl, Altwahl, Abwahl, Wiederwahl, Wahlkampf, Wahlplakate.
Ich habe mir schon ein kleines kariertes Blatt hervorgeholt und übe fleißig Kreuzchen machen.
Aus der letzten Bayernwahl (CSU ist ja begeisternd grausam abgestürzt)haben die Wahlmänner die Lehren gezogen. Die Kugelschreiber und Bleistifte zum Kreuzchen-machen werden nicht mehr einfach nur am Wahltisch so ausliegen. Ab sofort wird das Schreibzeug wieder an einem sehr kurzen Band geführt. Dann geht die freie Reichweite des Schreibzeugs nur maximal bis zu den Kästchen der C-Parteien. Jedoch soll es trotzdem Intelligenzler geben, die es schaffen, den Wahlzettel so zu verbiegen, um auch woanders ihr Kreuzchen machen zu können …
… aber egal, für eine einfache Mehrheit der C-Parteien sollte die Schreibzeuganbindung reichen …
Still, still, still …
Geschafft?
Ich sitze in meiner Kneipe und schau um mich herum. Es ist ruhig. Raucherschwaden ziehen an mir vorbei. Raucherclubzeit.
Hier und dort steht ein Mädel im allerneusten Zobel. Scheint wohl ein Weihnachtspräsent zu sein.
Stammt der Zobel eigentlich vom Hund ab? Muss deswegen ein Zobel als Kleidungsstück immer Gassi geführt werden? Und wenn in Kneipen, kann ich dann auf Tierquälerei pochen?
Ich schau mir die schwarzhaarige Frau in ihrem niegelnagelneuen Zobel an. Ihr Lachen ist eine Granate und beflügelt die Phantasie.
In Gedanken sehe ich das Stück Zobelfell an ihr herabgleiten und ihre elfenbeinfarbene Haut freilegen …
– Und? Weihnachten überlebt?
Klar, wer das war.
– Es gab rheinischen Riesling statt Kölsch.
– Trocken?
– Staubig trocken. Trockener als die Wüste Sahara.
Er seufzte.
– Jaja, so sind wir Deutschen. Bei uns muss alles trocken sein. Lieblicher oder halbtrockener Riesling, das ist nur etwas für Weicheier.
– Jener Riesling war nur eine Flaschenlänge vom Essig entfernt.
– Das nennt man „erfrischende Säure“ und leicht erfrischendes Zitronenbouquet.
– Quatsch! Das ist staubiger Essig. Und seltsamerweise hat jeder den Riesling als Einmaligkeit gelobt. Als ich dann vom halbtrockenen oder lieblichen Riesling mit dementsprechenden charakteristischen Aprikosenaroma erzählte, wäre ich fast gesteinigt worden.
Wir schauten in unsere Kölschstange. Neben uns hatte einer ein Hefeweiße mit einer Scheibe Zitrone empfangen. Muss wohl schön machen. In Karlsruhe serviert man Hefeweizen sogar mit Bananensaft. Wenn es schön macht, intelligent macht es auf alle Fälle nicht. Denn sonst wäre sowas schon ausgestorben …
Jede Jeck ist halt anders.
Er schien meine Gedanken erraten zu haben:
– Jeck, loss Jeck elans!
Ich nickte. Der Wirt tauschte wie immer kommentarlos meine leere Stange gegen eine volle Stange aus.
– Du warst schon lange nicht mehr hier.
Wenn mein Kneipenkollege etwas raus hatte, dann war es sein unwiederstehlihcer Unschuldsdackelblick.
– Naja, das Leben ist halt kein Stammtischlokal.
– Sondern?
– Maximal Fluchtpunkt Stammkneipe.
– Mit welcher Stammtischhoheit?
– Alles für den Dackel, alles für den Club!
– … unser Leben für den Hund. Wenn das nur der Herr Makielski wüsste.
Ich lachte. Ja, Hausmeister Krause und sein Herr Makielski, die würden mir hier noch fehlen.
Verdammt, das ist schon einige Zeit her, als ich dem Tom Gerhard in der Kneipe in der Kölner Kyffhäuserstraße am begegnet war. Und dann etwas später auf der Straße am Friesenplatz. Offensiv hatte ich ihn begrüßt. Direkt die Hand hingehalten und „Hallo“ gesagt. Ich erkannte ihn, er kannte mich nicht. Logischerweise. Ich hatte von ihm kein Autogramm verlangt, nur seine Hand geschüttelt (inzwischen vor zeugen schon mehrfach mit Wasser und Seife behandelt worden!). Und wahrscheinlich dachte er nur „Scheisse, bin ich bekannt“. Und ich dachte in jenem Moment nur „Scheisse, ist der bekannt“.
So ist halt die Gewaltenteilung zwischen Promi und Fußvolk: Ich erinnere mich an ihm, aber er sich sicherlich nicht an mich. Der Glorienschein Tom Gerhards scheint bei diesem Bericht auf mich herab und nicht umgekehrt. Wenn das der Herr Makielski wüsste.
– Gehste noch weiter?
– Nö, mir langt das Kölsch hier.
– Ich muss leider wieder zurück.
– Müssen?
Er lachte.
– Ich sagte ihr, ich sei mal kurz zum Zigarettenholen.
– Oha. Ehekrach?
– So in etwa.
– Hattet ihr zuviel Zeit zwischen dem Reden euren gesammelten Vorbehalten negativen Ausdruck zu verleihen?
Er schaute mich verwundert an.
– Ist da was in deinem Kölsch, oder was? Machst du mit mir ne Dissertation zwischen zwei Bestellungen?
Er winkte den Wirt ran und legte zwei Zehner auf die Tresen.
– Mach dem Spinner hier noch nen Kölsch und halt mich dann ab.
Ich schaute in mein Glas. Kohlensäureperlen stiegen auf und zerplatzen an der Oberfläche. Und je genauer ich hinschaute, um so mehr erschienen mir die Blasen wie Sterne. Wie Sterne, die vielen schnuppe sind. Deren Bahnen waren zickzack, nie geradlinig. Hatte darüber schon wer eine Dissertation geschrieben? Über die stochastische Verteilung der Aufstiegsbahnen von Kohlesäurebläschen?
Ich zerstörte weitere eigene Analysen durch einen beherzten Schluck aus meinem Kölschglas.
Ich suchte die schwarzhaarige Frau im Zobel. Aber ich fand sie nicht mehr. Die Kneipe erschien mir inzwischen verdammt leer.
– Trinkst du aus? Ich mach jetzt zu.
Ich war der letzte Gast. Trinken, zahlen und aus der Kneipe wanken, das sind Sachen , die ich aus dem eff-eff beherrsche.
Die Straße ist still. Eine Stille, wie bei einer Beerdigung. Kaum Menschen zu sehen. Im Grunde gehört mir die gesamte Straßenbreite. Ich versuche die Mitte vom Bürgersteig einzuhalten. Aber die Welt unter meinen Füssen scheint zu schwanken. Sie scheint dem Kölschen Takt zu folgen.
Die Häuserfronten gähnen mich schweigend an.
Es ist Weihnachten.
Mein Schlüssel fndet mühseelig das Schloss. Ich wanke zu meinem Bett und sinke hinein.
Weihnachten?
Na und?
Morgen ohne Sorgen (Fake der Woche)
Am Morgen ohne Sorgen geht die Sonne auf
Und klettert fröhlich unbeschwert den Himmel rauf
Man sieht die Menschen singend durch die Straßen gehn
Denn heute Nacht, da ist es geschehn.
Es zuckte durch die Dunkelheit ein rosa Strahl
Und änderte den Weltenlauf fundamental.
Fortgeweht ist alles, was uns drückt und ödet
Denn heute nachs sind alle
Reichen und Mächtigen
auf der ganzen Welt
ganz und gar
verblödet.
Doubleju Busch lässt die Anti-Terrorkriegsspiele stehn
Nimmt sich ’ne Flasche Bier und will die Sportschau sehn.
Gordon Brown läßt die Zügel schleifen
Will nur noch mit John Major im Hyde-Park reiten.
Der Steinmeier vergißt das ganze Finanzwesen.
Geht erst mal auf’s Klo, den neuen Playboy lesen.
Die Merkel hat den 500-Euro-Bogen raus
Sie fährt nach Disneyland und tanzt mit Mickymaus.
Ackermann schafft jetzt den Kapitalismus ab
Weil er mit ner Kubanerin ’ne Beziehungskiste hat.
Lafontaine gibt sein Parteiamt auf,
Weil er auf einmal seine Reden selber glaubt.
Der Papst hat heute keinen Bock
Und stopft sein ganzes Taschengeld in den Opferstock.
US-FED-Bank Chef Bernanke träumt voll Genuss
Sehnt sich nach dem Geschmack von Alan Greenspans Bruderkuss.
Nights in white memories
Private Weihnachtsfeier. Ohne Chef und nur mit denen, die auf gutes Arbeitsklima achten. Wenige administrative, dafür um so mehr operative Mitarbeiter. Zu den letzteren gehöre ich nicht, bin aber trotzdem dankbar von denen eingeladen worden zu sein. Ja, ich empfinde es als Auszeichnung. Das ist mir mehr Wert als Mehrwert auf dem Konto.
Ist es jetzt stark am Stauben? Tue gutes und rede darüber. Oder etwa nicht? Oder etwa doch?
Ach, mir doch egal. Ich han ne jeile Zick jehabt.
Der Rückweg durch ne weiße Landschaft, weil der Bus schon weg war. Ich kann Schnee nicht riechen. Jetzt ist er da und mein Riecher hatte mir nichts gemeldet.
Schnee.
Auf Tannenspitzen die güldene Stille blitzend wunderbar.
Damit wir uns nicht mißverstehen, ich hasse Schnee. Eis akzeptiere ich eigentlich nur im Longdrinkglas. Andererseits müsste ich mich schon seit langem an Kälte gewohnt haben wie das Schaf an den hungrigen Lämmergeier. Winter ist halt so.
Mir ist trotzdem frostig.
Der Abend wärmt mich noch. Auch ohne Glühwein oder anderen spirituellen Dingen.
Mir ist inwendig warm …
Seltsames in der Süddeutschen Zeitung …
Diego hatte … dem KSC-Spieler Christian Eichner an den Hals gegriffen. Der Unparteiische Guido Winkmann (Kerken) hatte die Szene nicht wahrgenommen und dies auch entsprechend in seinem Schiedsrichter-Bericht vermerkt.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/sport/929/450648/text
Wie kann man etwas, was man nicht wahrgenommen hat, entsprechend in einem Bericht vermerken?
Wie man einfach an neue Musik kommt …
„Guten Tag, der Herr Fachhändler.“
„Guten Tag, der Kunde.“
„Sagen Sie mal, haben Sie MP3-Player.“
„Aber sicher. Dort drüben.“
„Hm. Haben Sie auch Gebrauchtgeräte? Also Geräte, die der Käufer kurz nach dem Einkauf wieder zurück brachte?“
Der freundliche Herr Fachhändler präsentierte mir vier Geräte. Ich wählte das 190 Euro teure 8 Gigabyte Gerät und kaufte es.
Zu Hause dann erstmal den Player an den Rechner angestöpselt, die Recovery-Software angeschmissen und über den 8-GByte-Flashspeicher laufen lassen.
Hm. Gar nicht schlecht. 30 Lieder. Von Boney M über Nena bis Beethoven.
Eigentlich nicht viel für 8 GByte. Eigentlich recht mickrig.
Als ich dann mal in das Player-Verzeichnis schaute kriegte ich doch große Äugelein. Da lagerten vom vorherigen Käufer noch 7 GByte Material. Von Klassik bis Pop komplette Alben. Und dazu noch einige Filmchen, unter anderem private.
Ich hab freilich alles diskret gelöscht.
Am nächsten Tag habe ich den Player zurück gebracht. 190 Euro für so ein Teil erschien mir doch ein wenig zu viel.
Nein, der Player sollte ein Geschenk sein und der Beschenkte hätte den schon. Ich wolle ihn zurück geben.
Der Fachverkäufer seufzte und nickte verständnisvoll und stellte mir eine Rückgutschrift aus.
Etwas später zahlte ich auf meinem Konto wieder 190 Euro ein.
Es lebe der Fachmarkt.
Tja, sowas gibt es online maximal bei ebay.

