Sehr geehrter Herr Kupferpfennig. Sie haben unsere Dienste für ein Jahr bestellt, aber bislang noch nicht gezahlt. Als Inkasso-Unternehmen weisen wir darauf hin, dass wir Schulden bis 30 Jahre später noch eintreiben können. Zu den 99 Euro der Bestellung zahlen Sie bitte bis zum nächsten „binnen“-Tag zusätzlich noch unsere Gebühren von 47,98 Euro.
Sehr geehrtes Inkasso-Büro Mordknochen. Der von Ihnen unter jener angeschriebener Adresse Herr heißt „Joki Kupfernagel“ und ist 10 Jahre alt. Sollte er etwas bei Ihnen bestellt haben, so weisen ich Sie als Anwalt der Familie drauf hin, dass der Knabe noch nicht geschäftsfähig ist.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, Herr Kupferpfennig alias Kupfernagel hat sich bei uns angemeldet und als Alter 18 Jahre angegeben. Aus Ihren Angaben entnehmen wir, dass er sich des vorsätzlichen Betruges schuldig gemacht hat. Dieses ist strafbar und wir werden dem entsprechend gerichtlich verfolgen. Wir bestehen weiterhin auf die Bezahlung der Schuld, die sich jetzt noch um 25,75 Euro erhöht hat. Des weiteren behalten wir uns rechtliche Schritte gegenüber den Eltern aufgrund der Verletzung der Aufsichtspflicht vor, da diese ihr Kind nicht am PC beaufsichtigt hatten oder den PC nicht entsprechend durch spezielle Software hinreichend abgesichert hatten.
Liebe Inkassogesellschaft Mordknochen. Kupfernagel ist nicht nur nicht geschäftsfähig sondern mit seinen 10 Jahren auch nicht strafmündig. Ihre Ansinnen – auch gegen deren Eltern – ist absolut aussichtslos. Falls Sie trotzdem gerichtlich gegen das Kind Kupfernagel vorgehen wollen, benennen Sie uns als Gegenpartei.
…Fortsetzung folgt?
Die besten Geschichten ohne Literaturnobelpreis schreibt noch immer das wahre Leben … .
Und ausserdem weiß man jetzt, wie gewieft Söhnchen schon längst ist …
Dov´è L´amore … oder: keine Liebe mehr in dieser Welt …
Neulich ging ich mit meiner Frau spazieren,
als ich plötzlich eine Kreatur sah,
bedeckt mit komplett zerrissener Kleidung.
Da fühlte ich einen Schmerz vor solch herzzerbrechender Szene,
welche mich nahezu paralysierte,
das Spektakel war wirklich zu erschütternd.
Da regte sich plötzlich ein Instinkt in mir,
das Geschöpf zuzudecken,
freundlich Trost zuzusprechen,
ein wenig menschliche Wärme zu spenden …
Ich hab dann versucht, es zu umarmen
und es mit nach Hause zu nehmen…
Aber meine Frau hat ja kein Herz …
Und so musste ich es ziehen lassen,
ohne irgendetwas tun zu können …
Nur ein Foto hab ich gemacht,
als es sich entfernte …
…

Mein Maserati fährt 210 …
EU-Umweltkommissar Dimas und UN-Umweltchef Achim Steiner stoßen ins gleiche Horn:
Ein Tempolimit muss her. Das Gefühl der Freiheit solle sich nicht alleine darüber definieren, ob man mit Tempo 200 über die Autobahn rasen dürfe oder nicht.
Eine kollosale Idee. Ab demnächst gilt Tempolimit 110. Das kurbelt die Automobilwirtschaft an, das spart Benzin, das schafft endlich wieder neuen Freiraum für die Könner unter uns Autofahrern. Wenn denn alle mindestens 110 als Tempolimit auf den Straßen einhalten müssen, dann fliegen die Fetzen. Da ist man schneller durch die Wälder und hinterlässt nicht soviel von seinen Abgaswolken. Da wird die Frage nach dem Sicherheitsgurt wieder nebensächlich. Da blickt der Autofahrer endlich regelmäßig ins Weiße des Airbags. Und die Friedhofsgärtner wieder in eine gefestigte Zukunft.
Tempolimit 110? Aber mindestens!
Das verschlankt die Alterspyramide, das entlastet die Rentenkasse.
Das ist ja auch dringend notwendig.
Nach den UN-Berechnungen werden 2050 etwa drei Mal so viele alte Menschen auf der Erde leben wie am Anfang dieses 21sten Jahrhunderts. Heute sind 673 Millionen Menschen älter als 60 Jahre, 2050 könnten es 2 Milliarden sein, 33 Prozent der Weltbevölkerung. Auf jedes Kind kämen dann mehr als zwei über 60-Jährige.
Die Bedrohung ist dann fast greifbar. Sollte nicht ein Mindesttempolimit von 110 eingeführt werden, dann wird ab 2050 sicherlich festgelegt, dass zwei Ü-60er für einen U-18er arbeiten müssen, um diesen Steppke dann zu versorgen. Eigentlich wäre das schon heutzutage die Wahl der Mittel. Alle 6 Sekunden verhungert schon jetzt ein Kind, macht pro Minute 10 Kinder.
Plus ein weiteres Kind wegen AIDS. Weil daran stirbt ja jede Minute auch ein Kind, wenn es nicht vorher verhungert.
In diesem Zusammenhang erinnerte dann die Sprecherin der „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“ Frau Catherina Hinz daran, dass in Afrika einem Mann nur sieben Kondome pro Jahr zur Verfügung stünden. Um das Bevölkerungswachstum zu begrenzen, müssen die Industrieländer gemäß dieser Stiftung ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe deutlich erhöhen. Nur eine Förderung von Aufklärung und Familienplanung könne die Entwicklung bremsen.
Ich bin platt.
Diese Logik ist umwerfend.
Mehr Kondome pro Mann, weniger verhungernde Kinder. Niemand hat mir gesagt, dass man Kondome essen auch kann.
Vorher freilich, nachher, das hat mir mal eine Frau vorgeführt, aber das ist eine andere Geschichte …
Und da die meisten Menschen eh in Asien leben und dort das Bevölkerungswachstums am höchsten ist, denke ich mir, wir sollten mehr kleinere Kondome produzieren lassen. Für den kleinen Hunger zwischendurch. Wenn der kleine Hunger kommt …
Und den afrikanischen Männern sollten verdammt noch eins mehr Kondome zur Verfügung gestellt werden. Müssen den immer die Sextouristinnen im Gepäck ihrer Afrikareise ne Hunderterpackung mit sich führen? Wie sieht das denn aus, wenn das deutsche Flugsicherungspersonal bei der Abreise vom deutschen Flughafen jedes Kondom einzeln auf 100 ml maximaler Gesamtflüssigkeit untersucht …
In der Zwischenzeit – zwischen den kleinen Hungerschüben – können wir uns ja mit Stand-by-Schaltern beschäftigen.
«Eine Stand-by-Schaltung frisst ohne Sinn und Verstand Strom, während wir gar nicht zu Hause sind.» meint Frau Künast.
Mir war bislang unbekannt, dass Schalter mit Sinn und Verstand von Lebewesen in Verbindung gebracht werden können. Außer vielleicht in Animations- oder CGI-Filmen. Darin hat dann mal auch ein kleiner tapferer Toaster einen größeren Sinn und Verstand als mancher zu Hause fressender Zweibeiner.
Und ganz besonders im Zusammenhang mit „fressen“. Da fällt mir das Kondom des Grauens ein …
Ja, das was die Frau Künast einem Journalisten in die Feder diktierte, das sollte mal richtig analysiert werden. Vielleicht leidet die Stand-by-Schaltung an Vereinsamung, wenn wir sie einfach so allein zu Haus lassen, und in ihrer Verzweifelung haut sie sich kiloweise watt zwischen ihre Wiederstände rein.
Ich meine, schön ist das nicht. Da frisst sich so ein Einzelwesen bei uns kilowattweise den Frust hinein. Ich verstehe nicht, warum sich noch kein Wissenschaftler psychologisierend dem angenommen hat. Wären wir zuhause, dann würde sie sich nicht so alleine fühlen, würde mit uns tieftraurig die Sinnfrage der eigenen Daseinsberechtigung diskutieren und sich nachher eventuell sogar mit Sinn und Verstand suizidieren.
Hand aufs Herz: Kennen Sie ihre Stand-by-Sicherung? Stehen Sie auf per-du mit ihr? Kennen Sie die permanente Suche ihre Stand-by-Schaltung nach dem Sinn des Lebens?
Ich hab mir überlegt, ich werde mich nächstes Wochenende auf ein Glas Rotwein mit ihr mal unterhalten. Kondome habe ich ja, sollten wir uns wider Erwarten verstehen. Im Gegensatz zu den Männern Afrikas verfüge ich zwar nur über vier. Aber ich wasche sie nachher auch umweltbewusst. Und hänge sie im Garten fein säuberlich nebeneinander zum Trocknen auf.
Aber sollte die Bundesregierung sich endlich von UN und EU zu Tempo 100 als unteres Geschwindigkeitslimit breitschlagen lassen, dann nutze ich die Aussenantenne meines SUV-Fahrzeuges zum Trocknen. Schliesslich muss sich Tempo 100 ja für die Umwelt auch in Sachen Kondom-Recycling rentieren. Irgendwas müssen wir schließlich den afrikanischen Männern und einer Frau Hinz eindeutig voraus haben dürfen …
Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung …
Es gibt Musiken, die überleben ihre Filme bei weitem. Und ebenso auch die Musik von James Last aus dem gleichnamigen Film (s. Titel dieses Posts), einer Buchverfilmung. Niemand brauch ein Fan von James Last sein, aber diesem Musikstück entzieht sich niemand so schnell. Ein klassischer Ohrwurm mit enormen Träumpotential. Einmal gehört geht das Stück einem nicht so schnell mehr aus dem Kopf.
Der passende Soundtrack für den entspannten Start in einen weiteren Tag in der unendlichen Geschichte des Alltags …
… die Straßen sind noch leer. Langsam verabschiedet die Stadt sich aus der Nacht.
Es ist die magische Stunde. Die Stunde zwischen Dunkelheit und den ersten Sonnenstrahlen. Die Zeit, wann das erste Licht die Stadt aus ihrem Dornröschenschlaf küsst und die Menschen auf den Plan ruft. Die Gebäude der Stadt umgibt eine eigentümliche Klarheit. Fast eine Art Durchsichtigkeit. Eine unerträgliche Leichtigkeit des Seins.
Klar ist es. Und Kalt. Die Luft erscheint fast kristallin und wirkt wie ein Schluck kaltes, klares Wasser auf nüchternen Magen.
In meiner Jackentasche ist noch die Süßwarentüte vom Samstag. Ich fische mir ein „Candy“ heraus. Kleine poppigbunte Süßkügelchen von einem Süßwarenladen. So bunt, dass deren Aussehen einem Versprechen gleicht. Mit einem Namen mit dem Flair der 70er. Er hört sich fast wie „Lolli-Pop“ an.
Zuerst lutsche ich, dann beiß ich. Der Geschmack bleibt bescheiden. Die klassische Samstag-Nachmittag-Fehlinvestition. Ich ziele auf den Straßengulli und spucke das Candy zielgerichtet aus. Getroffen. Ohne die Stahlstreben zu berühren, verschwindet das Candy im Gulli-Deckel. Ich versuche das nächste Candy. Aber egal wie lang ich lutsche und wie schnell ich beiße, nach drei Versuchen habe ich die drei Candys in den Gulli gespeiht.
Meine Hoffnung, dass nach x Versuchen doch noch ein schmackhaftes, verdaubares Candy dabei sei, verfliegt. Die Papiertüte wandert als degenerierter Wohlstandsmüll in die graue Mülltonne der Bushaltestelle.
Nicht jedes Candy auch nicht das Neunhunderste ist so, wie man es dem Namen entsprechend erwarten dürfte.
Die ersten Strahlen der Sonne brechen sich ihre Bahn durch Gebäudebreschen, Fenster und offenen Türen. In einem Feuerwehrgebäude sind durch dessen Fenster Feuerwehrhelme zu sehen. Sorgfältig aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur. Diszipliniert auf ihren Einsatz wartend werfen sie die ersten Strahlen der Sonne zurück auf die Straße. Eigentümlich militärisch preussisch geordnet glänzen die chamoitteweißen Helme mit ihren Schulterschutz.
Die Armee der Zeitungskästen harrt am Straßenrand und bietet verlockend ihre Informationen an. Wie Bordsteinschwalben auf Cold Turkey. Offen, billig, für jedermann verfügbar. Stumm schreien die dicken Buchstaben der Aufmacher ihre Nachrichten in den frühen Morgen hinaus.
Eine der Zeitungen preist in Großbuchstaben ein Interview mit Trainer Marco kurz an. Pardon. Es muss „Kurz“ heißen. Großgeschrieben fällt nur dem eingeweihten Fußballfan auf, dass es sich hier um einen Namen handelt und nicht um die Länge eines Interviews.
Das Konkurrenzblatt daneben verkündet in dicken Lettern, der Verein „gibt Kurz drei Jahre“. Darunter steht noch das Wort „Vertrag“ völlig isoliert. Eigentlich müsste es „drei Jahresvertrag“ heißen. Aber mit diesem „gibt Kurz drei Jahre“ riecht der Aufmacher irgendwie nach Gerichtsurteil mit Freiheitsentzug.
Einverstanden.
Trainer-Jobs bei manchen Vereinen haben wirklich etwas von Freiheitsentzug.
Andererseits, wer den Job als „Trainer“ eines Fußballvereins wählt, der spart sich den Gang ins Rotlicht-Millieu. Statt bei einer Domina für Erniedrigungen dankbar und demütig zu zahlen, wird Mann einfach Fußballtrainer und kassiert dazu noch ein üppiges Salär.
Prostitution einmal ganz anders.
Ein Männernachtstraum eben.
Wahrscheinlich lieben Männer auch deswegen so sehr den Fußball, weil Fußball zeigt, dass Träume auch wahr werden können …
Die Sonne arbeitet sich immer höher und überflutet die dunklen Falten der Stadt.
Gebäude als Spekulationsobjekte.
Bürohäuser, die keine sind, weil Schilder davon künden, dass Mieter gesucht werden.
Es wird mir immer ein Mysterium bleiben, wie in dieser Stadt die Mietpreise so hoch sein können. Möglicherweise verhält sich der Mietzins antiproportional zu den freistehenden Büroflächen. In einer Stadt, in der es vor Vermietern und Immobilienmaklern nur so wimmelt, da müssen leerstehende Bürokomplexe durch hohe Mietpreise auf dem Wohnungsmarkt kompensiert werden. Schliesslich wollen die Immo-Händler auch von irgendwas leben und deren Schwimmbad heizen. Wieviel der Betrieb einer exklusiven Wohnung oder gar eines Schwimmbads kostet, davon macht sich so ein 08-15-Mieter ja überhaupt kein Bild. So ein Mieter sollte froh sein, nur hohen Mietzins zu zahlen. Den Rest könnte er sich sowieso nicht leisten. Und wenn, dann sollte er schon arbeiten, um überhaupt zur Adels-Riege der Immo-Händler aufsteigen zu können.
Aber – ehrlich gesagt – das ist mir als Mieter sowas von egal, was die Immo-Leute so als Nebenkosten ihres Lebens zahlen. Dieser gute Morgen gehört eh nicht dazu.
Ein Jogger dampft vorüber. Er joggt nicht wirklich, scheint mir. Ich habe das Gefühl, ich könnte ihn mit strammen Schritten locker wieder überholen. Und prompt habe ich ihn auch an der Ampel wieder eingeholt. Mit Standjogging schwitzt der Jogger wartend auf die Grünphase hin. Bei jedem anderen würde man meinen, der Mensch steigt ungeduldig auf Grün wartend von einem Bein aufs andere. Aber hier spricht seine Jogging-Kluft eine andere Sprache. Als es Grün wird, dampft er weiter.
Die Sonne wärmt mir das Gesicht, während die Luft mir die Haut kühlt.
Die Abgase des morgentlichen Berufsverkehrs liegen noch nicht in der Luft.
Ich atme die Kühle. Die Klarheit dieses Morgens.
Meine Müdigkeit bleibt auf der Strecke beim Weg zur Arbeit.
Ein zu schöner Morgen für einen zu gewöhnlichen Werktag.
Morgens um sieben ist die Welt halt noch in Ordnung …
Gerade gehört – ein Hühnerspruch:
„Die Henne ist gerade müd vom Brüten,
daher wird sie beim nächsten Mal verhüten.“
Weil mir danach ist …
Bild
Ob rot, ob schwarz, ob braun …
Mit fortschreitender Zeit und Alter wird die Angst vor Alzheimer immer größer. Dabei müsste ich eigentlich doch beruhigt sein: Solange ich noch Angst vor Alzheimer habe, solange hat die Krankheit mich wohl auch noch nicht gepackt.
Oder so ähnlich.
Die Überschrift müsste freilich eigentlich anders heißen.
Aber ich schreib es jetzt partout nicht.
Und das nicht, weil ich Alzheimer habe und mich an den richtigen Satz erinnern kann. Sondern schließlich haben mich doch heute morgen zwei blonde Frauen arg verschreckt.
Die eine stand im Bushaltestellen-Wartehäuschen und hatte einen Ausschnitt, der von Scheitel ausgehend knapp über dem Schamhaaransatz aufhörte. Die andere stand lasziv auf einer Litfaßßsäule herum und blickte mich wie ein sexuelles Objekt an.
Während die erste Blondine Aufmerksamkeit heischend zeigte, mit welchen nationalen Super-Such-Wettbewerb Pro7 uns heimsuchen wird, verspricht die andere den Betrachterinnen Lingerie-Erlebnisse, welche den Männer den Atem rauben soll, weil die eigene Unterwäsche eng am Körper sitzt.
Nun, da können die beiden Blondinen noch so tolle Augen haben, aber was in drei Teufels Namen (- die da wären: Beelzebub, Satan und Luzifer … so nebenbei gesagt … -) ist so toll an Blondinen?
Ich rede dabei nicht von den Wanna-be-Blondinen, die ihre Haare umfärben oder die eher der Haarfarbe „helles Straßenköter-blond“ zuzuordnen sind. Ich meine da vielmehr die Frauen mit dem echten „Blond“. Also jene Farbe, welche beim Zahnarzt immer zu Schimpfkannonaden des behandelnden Arztes führt, sobald man ihm diese Beisserchen in einem ungepflegtem Blond präsentiert („Putzen Sie Ihre Zähne eigentlich nie?!?“).
Was empfinden Männer beim Anblick der Farbe „blond“?
Kein einziger Mann würde sich freiwillig ein Auto zulegen, welches „blond“ ist.
Und wenn, dann ist er Taxifahrer und würde die Bezeichnung der Farbe „blond“ ganz sachlich mit „RAL 1050“ beschreiben. Die Farbe „RAL 1050“ ist freilich im Volkes Munde auch als „Hell-Elfenbein“ bekannt, wobei wir wieder bei Frauen wären. Und zwar Frauen, die wie Elfen aussehen.
Allerdings, dann sind wir erst bei deren Beinen dieser Elfen und müssten uns erst noch langsam hoch arbeiten, um zu deren Haare zu gelangen. Den Blonden eben. Aber niemand würde sagen: „Liebling, du hast so schöne RAL-1050-Haare.“ Dann doch lieber „Boaah ey, bischt du awa sowas von blond!“
Schau ich auf die Straße, dann sind die Trendfarben „schwarz“ und „silber“ bei den Männern eher verstärkt präsent. Auch in der Kleidungsfrage finden sich bedecktere Farben häufiger wieder. Niemand würde doch auf die Idee kommen sich einen „blonden“ Anzug zu kaufen.
„Blond“ hat seine Daseinsberechtigung ausschließlich als Haarfarbe. Und ins besonders dann, wenn in dem Zusammenhang auch noch die Augen der Frauen recht groß sind. Und blauäugig.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele blondierte durch die Gegend laufen und wie viele wirklich blond sind. Die echten Blonden glaub ich ja fast schon daran zu erkennen, nicht nur dass sie blond ausschauen sondern auch eine unvorteilhafte Kurzhaarfrisur tragen (… oder überhaupt die reduzierteste aller Versionen, wie die bei Britney Spears …). Oder sich ebenso stilunsicher ihre dünnen Haare streng nach hinten stecken. Wobei diese Stilunsicherheit versucht wird, mit strengem Äusseren und absoluter Unnahbarkeit auch noch zu kaschieren.
Daher erinnere ich mich wohl auch nur an wenige, wirklich gut aussehende, blonde Frauen und viel mehr an blond gefärbte Hingucker.
Und „blond“ ist definitiv nicht meine Präferenz.
Na egal.
Die Frau auf der Litfasssäule wird mich weiterhin lasziv anstarren und ich werde weiterhin ihre Blicke ignorieren.
Und jene Super-Model-suchende Mc-Donalds Kundin werde ich weiterhin an der Bushaltestelle stehen lassen.
Wie auch heute.
Und dann fiel mir heute der Satz einer wirklich wunderhübschen, echten Blondine mit faszinierender Löwenmähne ein. Sie legte mich mit ihrem breitesten Lächeln flach und meinte schnurrend zu mir:
„Du musst verstehen: Blond-Sein ist einfach hip.
Blondinen haben einfach mehr Spaß.
… beim Färben der Haare …“
Der Fake der Woche: "Sollen wir etwa nicht mehr in den Urlaub fliegen?"
Jetzt ist es raus.
Die „Umweltbehörde zur Sicherung der Amerikaner“, gemeinhin auch „USA“ abgekürzt, wird endlich die ersten radikalen Schritte zur Rettung dieser Welt einleiten.
Ein Bericht der BILD-Zeitung mit der tränenreichen Überschrift „Sollen wir etwa nicht mehr in den Urlaub fliegen?“ erfuhr die breite Aufmerksamkeit in Amerika. Oder besser gesagt: im Weißen Haus (gestrichen mit umweltfreundlicher weißer Farbe mit blauem Engel, bereitgestellt vom Klu-Klux-Clan). Dessen Bewohner soll sehr angetan von dem meckernden BILD-Bericht gewesen sein.
(Dialogzitat G.W.Bush: „Where the hell is the country with this marvelous journal?!? Condoleezza, I wanna meet the hairless boobie-girl from page one!“ „Oh, George, that’s Britney …“ „Doesn’t matter. I like all of Tony Blairs Britney citizen.„)
Im Weißen Haus errechnete dann Küchenmeister Sparhans mit spitzen Bleistift, dass Autos nur 5 % der CO2-Abgase verursachen.
Und die will man jetzt zu 95 % bekämpfen, so dass die Maßnahmen nachher zu 100 % wirken. Und das bei vollem Promille-Ausgleich.
So erging heute in den frühen Morgenstunden denn auch gleich in der Umweltbehörde „USA“ der weltweite CO2-Erlass. Die Umsetzung des Beschlusses sind unter Androhung von Hagel, Granaten und Napalm von den anderen Staaten kompromisslos anzunehmen und umzusetzen.
Für Deutschland erging somit das folgende Regelwerk:
Leute mit ungeraden Nummernschildnummern dürfen nur an geraden Tagen von ungeraden Monate ihr Fahrzeug benutzen. Zudem dürfen Bewohner von Häusern gerader Hausnummern nur noch an ungeraden Tagen, die durch drei teilbar sind, in den Urlaub fliegen. Die Tage für Rückflüge kommen nur dann in Frage, wenn die Flugnummer als Quersumme kein Vielfaches von 13 ist.
Die ersten Reaktionen auf der Straße waren verhalten.
Viele uninformierte Bürger kannten diesen Erlaß noch gar nicht. Sie stimmten aber sofort für die Abschaffung der Zahlensysteme in Deutschland, um diesem Erlass zu entkommen. Zusätzliches Argument war dabei gemeinhin, dann wären auch die schlechten PISA-Ergebnisse nicht mehr interpretierbar und das wäre die ultimative Revolutionierung der schon lange angekündigten Steuerreform.
Klara B. aus G. im Kreise D., 31, Hausfrau, Lehrerin und Mutter dreier Söhne:
„Eigentlich finde ich die Maßnahme recht gut. Nur habe ich kein Fahrzeug. Wie soll ich also die erste Maßnahme aktiv unterstützen? Das finde ich nicht richtig. Man sollte nicht jeden von der Beteiligung einfach so ausschließen. Das erzeugt doch soziale Randgruppen.“
Karl-Heinz O. aus L., Schweißer, verheiratet, kinderlos, mit Geliebte und vier außerehelichen Kindern, meinte dagegen:
„Das ist im Grunde Freiheitsberaubung. Aber uns trifft das nicht. Wir haben zwei Fahrzeuge und leben in einem Doppelhaus mit zwei Hausnummern. Und Flüge mit der Quersumme 13 buchen wir sowieso nicht. Da sind wir ganz überzeugt abergläubisch.“
Etwas Unruhe brachte dann doch die Nachricht am frühen Nachmittag, dass jetzt jeder Weltenbürger ein Kontingent CO2-Abgasberechtigungsscheine zugeteilt bekäme, mit denen er dann handeln könne.
Diese CO2-Abgasberechtigungsscheine regeln sowohl das private, persönlich körperlich produzierte Atem-CO2-Abgas als auch die darüber hinaus erzeugten CO2-Umweltbelastungen durch Fahrzeugbenutzung. Mit diesen CO2-Abgasberechtigungsscheine wäre es möglich, sich beispielsweise Abgasberechtigungsscheine von Nicht-Fahrzeugbesitzern zu kaufen und dann auch an geraden Tagen ungerader Monate mit ungeraden Nummernschildnummern zu fahren.
Paula B., 18 Jahre, Auszubildende Bankfachfrau, fand diese Idee hervorragend:
„Man könnte ja auch von den älteren Mitbürgern deren Scheine abkaufen. Die belasten eh die Umwelt nicht mehr so stark mit ihrem Atem-CO2. Zudem brauchen die auch eh nie ihr ganzes CO2-Kontingent auf.“
Auch Gustav J., 88 Jahre, bedürftiger Rentner, fand diese Idee ebenfalls positiv: „Ich kann nicht mehr Auto fahren, weil ich blind bin. Da kann ich mir etwas Zubrot mit solchen Scheinen verdienen.“
Bernie E., 76, zweimal verheiratet, zwei Kinder, Geschäftsführer der Holding SLEC, reagierte erstmal verhalten: „Zumindest ist die FORMEL 1 davon nicht betroffen. Die haben da keine Nummernschilder. Und unsere Rennfahrer haben eh weltweit mehrere Wohnsitze.“
Von den Ölfeldbesitzern dieser Welt dagegen war nichts zu vernehmen.
Aber aus gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass sich diese nicht so sehr für den automobilen Bürger und seine Probleme interessieren, solange die restliche Industriezweige deren Produkte weiterhin fleißig verbrennen. Zudem würden eigene Gewinnsteigerungsverluste generell wie bisher durch Preiserhöhungen ausgeglichen.
Nur eine Stimme fand das ganze nicht so toll. Dieter B. aus H. reagierte aufgebracht:
„Ich find die Idee Scheiße. Außerdem interessiert das jeden maximal wei ein Hasenfurz. Die Säcke da oben solln mal die Luft anhalten und uns Sänger nicht die Luft zum Singen rauben!“
Übrigens:
Morgen kommt die Ergänzung dieser ultimativ eingeforderten Umwelt-Bestimmung. Dann wird definiert, was mit all den anderen Bürgern geschieht, die in Häusern mit ungeraden Hausnummern wohnen und deren Autos gerade Nummernschildnummern haben.
Für diese Fälle und für all die Ausnahmegestalten in den Regierungsbehörden hatte die USA nämlich irrtümlicherweise noch nichts festgelegt.
Aber das kommt dann auch noch …