Mein Maserati fährt 210 …

EU-Umweltkommissar Dimas und UN-Umweltchef Achim Steiner stoßen ins gleiche Horn:
Ein Tempolimit muss her. Das Gefühl der Freiheit solle sich nicht alleine darüber definieren, ob man mit Tempo 200 über die Autobahn rasen dürfe oder nicht.

Eine kollosale Idee. Ab demnächst gilt Tempolimit 110. Das kurbelt die Automobilwirtschaft an, das spart Benzin, das schafft endlich wieder neuen Freiraum für die Könner unter uns Autofahrern. Wenn denn alle mindestens 110 als Tempolimit auf den Straßen einhalten müssen, dann fliegen die Fetzen. Da ist man schneller durch die Wälder und hinterlässt nicht soviel von seinen Abgaswolken. Da wird die Frage nach dem Sicherheitsgurt wieder nebensächlich. Da blickt der Autofahrer endlich regelmäßig ins Weiße des Airbags. Und die Friedhofsgärtner wieder in eine gefestigte Zukunft.
Tempolimit 110? Aber mindestens!
Das verschlankt die Alterspyramide, das entlastet die Rentenkasse.

Das ist ja auch dringend notwendig.
Nach den UN-Berechnungen werden 2050 etwa drei Mal so viele alte Menschen auf der Erde leben wie am Anfang dieses 21sten Jahrhunderts. Heute sind 673 Millionen Menschen älter als 60 Jahre, 2050 könnten es 2 Milliarden sein, 33 Prozent der Weltbevölkerung. Auf jedes Kind kämen dann mehr als zwei über 60-Jährige.

Die Bedrohung ist dann fast greifbar. Sollte nicht ein Mindesttempolimit von 110 eingeführt werden, dann wird ab 2050 sicherlich festgelegt, dass zwei Ü-60er für einen U-18er arbeiten müssen, um diesen Steppke dann zu versorgen. Eigentlich wäre das schon heutzutage die Wahl der Mittel. Alle 6 Sekunden verhungert schon jetzt ein Kind, macht pro Minute 10 Kinder.
Plus ein weiteres Kind wegen AIDS. Weil daran stirbt ja jede Minute auch ein Kind, wenn es nicht vorher verhungert.
In diesem Zusammenhang erinnerte dann die Sprecherin der „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“ Frau Catherina Hinz daran, dass in Afrika einem Mann nur sieben Kondome pro Jahr zur Verfügung stünden. Um das Bevölkerungswachstum zu begrenzen, müssen die Industrieländer gemäß dieser Stiftung ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe deutlich erhöhen. Nur eine Förderung von Aufklärung und Familienplanung könne die Entwicklung bremsen.

Ich bin platt.
Diese Logik ist umwerfend.
Mehr Kondome pro Mann, weniger verhungernde Kinder. Niemand hat mir gesagt, dass man Kondome essen auch kann.
Vorher freilich, nachher, das hat mir mal eine Frau vorgeführt, aber das ist eine andere Geschichte …
Und da die meisten Menschen eh in Asien leben und dort das Bevölkerungswachstums am höchsten ist, denke ich mir, wir sollten mehr kleinere Kondome produzieren lassen. Für den kleinen Hunger zwischendurch. Wenn der kleine Hunger kommt …
Und den afrikanischen Männern sollten verdammt noch eins mehr Kondome zur Verfügung gestellt werden. Müssen den immer die Sextouristinnen im Gepäck ihrer Afrikareise ne Hunderterpackung mit sich führen? Wie sieht das denn aus, wenn das deutsche Flugsicherungspersonal bei der Abreise vom deutschen Flughafen jedes Kondom einzeln auf 100 ml maximaler Gesamtflüssigkeit untersucht …

In der Zwischenzeit – zwischen den kleinen Hungerschüben – können wir uns ja mit Stand-by-Schaltern beschäftigen.
«Eine Stand-by-Schaltung frisst ohne Sinn und Verstand Strom, während wir gar nicht zu Hause sind.» meint Frau Künast.
Mir war bislang unbekannt, dass Schalter mit Sinn und Verstand von Lebewesen in Verbindung gebracht werden können. Außer vielleicht in Animations- oder CGI-Filmen. Darin hat dann mal auch ein kleiner tapferer Toaster einen größeren Sinn und Verstand als mancher zu Hause fressender Zweibeiner.
Und ganz besonders im Zusammenhang mit „fressen“. Da fällt mir das Kondom des Grauens ein …

Ja, das was die Frau Künast einem Journalisten in die Feder diktierte, das sollte mal richtig analysiert werden. Vielleicht leidet die Stand-by-Schaltung an Vereinsamung, wenn wir sie einfach so allein zu Haus lassen, und in ihrer Verzweifelung haut sie sich kiloweise watt zwischen ihre Wiederstände rein.

Ich meine, schön ist das nicht. Da frisst sich so ein Einzelwesen bei uns kilowattweise den Frust hinein. Ich verstehe nicht, warum sich noch kein Wissenschaftler psychologisierend dem angenommen hat. Wären wir zuhause, dann würde sie sich nicht so alleine fühlen, würde mit uns tieftraurig die Sinnfrage der eigenen Daseinsberechtigung diskutieren und sich nachher eventuell sogar mit Sinn und Verstand suizidieren.

Hand aufs Herz: Kennen Sie ihre Stand-by-Sicherung? Stehen Sie auf per-du mit ihr? Kennen Sie die permanente Suche ihre Stand-by-Schaltung nach dem Sinn des Lebens?

Ich hab mir überlegt, ich werde mich nächstes Wochenende auf ein Glas Rotwein mit ihr mal unterhalten. Kondome habe ich ja, sollten wir uns wider Erwarten verstehen. Im Gegensatz zu den Männern Afrikas verfüge ich zwar nur über vier. Aber ich wasche sie nachher auch umweltbewusst. Und hänge sie im Garten fein säuberlich nebeneinander zum Trocknen auf.

Aber sollte die Bundesregierung sich endlich von UN und EU zu Tempo 100 als unteres Geschwindigkeitslimit breitschlagen lassen, dann nutze ich die Aussenantenne meines SUV-Fahrzeuges zum Trocknen. Schliesslich muss sich Tempo 100 ja für die Umwelt auch in Sachen Kondom-Recycling rentieren. Irgendwas müssen wir schließlich den afrikanischen Männern und einer Frau Hinz eindeutig voraus haben dürfen …

Ein Gedanke zu „Mein Maserati fährt 210 …

  1. Ich mache mir nach Lesen dieses Beitrages ernsthaft Sorgen um mich: Ich habe mal eben alle Schubladen durchwühlt und komme auf 3 Präservative… Ich arme Sau, ich habe noch weniger als der durchschnittliche Mann in Afrika. Aber dafür hat der auch keinen Kühlschrank und keinen separaten Eisschrank. Ich würde sagen, es steht unentschieden!

    Und mein Diesel fährt auch auf Landes- und Bundesstrassen schneller als 100/110/120. Richtig gut finde ich es auf deutschen Autobahnen, wenn bei Tempolimit 120 drei Fahrzeuge auf drei Spuren nebeneinander fahren und sich wild gestikulierend über die im Rückspiegel auftauchende Risikogruppe aufregt, schliesslich fahren sie doch schon, was erlaubt sei, auch wenn sie es anstatt hintereinander nebeneinander tun.

    Und meine Standby-Knöpfe haben mir allesamt den Krieg erklärt. Denn wozu wurden sie erst entwickelt, bekamen eine eigene Bezeichnung und wurden serienmäßig und als technischer Grundstandard in jedes verdammte moderne Gerät eingebaut, wenn sie jetzt nur noch als simpler Knopf zur Stromzufuhr dienen dürfen? Dann hätte man es auch bei dem guten alten ON/OFF-Kippschalter belassen können. Verstehe einer diese Welt!

    Übrigens: Neulich habe ich bei einem Besuch in einem Bau- und Heimwerkermarkt festgestellt, dass es genau 1 Abteilung für energiesparende Erzeugnisse im Bereich der Beleuchtungstechnik gibt, aber 12 (!!!) verschiedene Einheiten für die unsäglichen Edison-Erfindungen. Was da für Arbeitsplätze dranhängen. Kein Wunder, dass man das gemeine Wahlvolk über die Folgen und deren Ursachen nicht hinreichend aufklärt. Denn daran besteht wohl kein politisches Interesse!

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