Flashback – Backlash

Das Klingeln des Handys meines Nebenmanns reist mich aus meinen Tagträumen …

Und irgendwie taucht jene Szene vor meinen Augen auf.
Eine fast sureal anmutende Szene.
Völlig zusammenhanglos und konkret wie das Leben.

Tschechien verlassend steuer ich auf das Ende der Autobahn zu. Rote Balken und umgegrabene Landschaften türmen sich vor mir auf. Ich befinde mich an einem Autobahndreieck und geradeaus geht es theoretisch gen Nürnberg. Praktisch habe ich zwei Auswahlmöglichkeiten weiter verträumt auf der Autobahn nachts um halb neun entlang zu preschen.

Bei Tempo 200 ein Leben auf der Überholspur.

Im Radio plärren die letzten Takte „Summer wine“ aus dem Film „Das wilde Leben“. Der Moderator quatsch noch hastig und selbstsicher in die letzten Takte. Mühevoll hat er es gerade noch geschafft die journalistische Totsünde zu vermeiden, ein Lied komplett und unverquatscht durch den Äther rauschen zu lassen.

Und dann erklingt genau dieses Klingeln im Radio. Das Klingeln im Stile eines alten Wählscheibentelefons.

„Radio Blubbaquatsch. Mister Bombastic am Mikrofon. Wer da?“

„Hallo. Hier ist die Katrin. Und ich wollt mich mal beschweren.“

„Ja, Katrin, schön dass du einfach mal so anrufst. Wie kann ich dir helfen?“

„Und zwar, ich wollt mich mal beschweren. Ich hab jedes jahr an Muttertag Geburtstag. Und trotzdem erhalte ich immer nur ein Geschenk.“

„Oha. Das ist natürlich schlecht. Was sagt denn deine Familie dazu?“

„Ja, das ist richtig mies. Und die sagen einfach nur >Pech, Mama

„Das kenne ich. Ein Freund von mir hat an Heilig Abend Geburtstag und erhält auch immer nur ein Geschenk. Aber dann wenigstens richtig. Kriegen Sie denn wenigstens dann richtig viel, weil Sie ja immer Muttertag und Geburtstag zusammen haben?“

„Nö. Die geben mir immer nur ein normales Geschenk.“

„Das ist wirklich gemein, dass Sie jedes Jahr zum Muttertag nur ein Geschenk erhalten. Vielleicht sollte man mal gesetzlich veranlassen, dass …“

Mein Nebenmann und sein Handy reissen mich aus diesem Flashback.

„Nein, ich konnte dieses Jahr meine Mutter nicht besuchen, aber Blumen habe ich ihr geschickt. Aber nächstes Jahr. Da fällt Pfingsten und Muttertag auf einen Tag …“

Mir fallen die letzten Pfennige des Groschens.
Das Puzzle der nervigen Ungereimtheiten schloss sich.

„Call-Ins“ werden diese „spontanen“ Anrufer-Einbindungen im Radio genannt. Sie sollen beweisen, dass der Hörer eine starke Radiosenderbindung hat.
Diesen „spontanen“ Call-Ins bei Radiosendungen konnte ich allerdings noch nie was richtiges abgewinnen. Mir erschienen diese oftmals nur dämlich getürkt.
Solche „Spontan“-Happen mancher Radiomoderatoren schlucke ich mittlerweile als unvermeidlich bittere Pille zwischen den Musikstücken, wenn ich keine Chance habe, ebenso „spontan“ zwischen den Sendern zu wechseln.
Da hilft nur ein beherzter Griff zum Senderwahlknopf oder Fernbedienung.

Aber man ist wehrlos dämlichen Radiomoderatoren ausgeliefert, wenn man sich in einer engen Kurve eines Autobahndreiecks befindet und auch noch den Verkehr beachten muss …

Eurovision Song Contest 2011

Liebe Leute,
endlich, ja endlich hat es geklappt!

55 Jahre nach dem Einsteigerbeitrag „Im Wartesaal zum großen Glück“.
29 Jahre nach dem Siegertitel „Ein bisschen Frieden“.
15 Jahre nach dem bitteren Urteil, sich nicht qualifiziert zu haben.
Ein Jahr nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika.
Endlich hat es geklappt!

Ein deutscher Beitrag hat beim Eurovision Song Contest 2011 den ersten Platz belegt. Sogar den zweiten und dritten Platz haben deutsche Beiträge belegt. Getrübt wurde das Bild nur von Österreich und der Schweiz, welches die Plätze vier und fünf belegt hatten. Dafür gingen dann die Plätze sechs bis zehn wieder an deutsche Beiträge.

Zwar gibt es Neider, die behaupteten, die verschiedenen deutschen Teilnehmer hätten sich die Punkte zugeschoben und jetzt ein Ändern des Punktereglements fordern. Das kann aber nur als Infamie der osteuropäischen Länder bezeichnet werden. Schließlich muss berücksichtigt werden, dass sich die Bundesrepublik extra für diesen Songcontest friedlich in 16 Teilstaaten aufgelöst hatte. Und nur weil diese osteuropäischen Länder die letzten 5 Eurovision Song Contest Siegerkronen einkassiert hatten, muss das längst kein Anspruch auf ein Sieger-Abo sein. Ohne den deutschen Plan zur Erringung der Contest Krone, wäre die „Balkan-Mafia“ und Ost-Dominanz noch immer ungebrochen.

Und man darf nicht vergessen, dass Bayern für den Berlin-Brandenburgischen Titel keinen einzigen Punkt übrig hatte. Somit ist es also nicht so weit her mit den von osteuropäischen Einzelstaaten uns angelasteten Seilschaften und den Verschwörungstheorien.
Dass zudem der Staat Berlin-Brandenburg für den bayrischen Siegertitel „Saufa mia es“ nur einen einzigen Punkt übrig hatte, sagt ja wohl alles. Aber dafür gab zum Ausgleich aus Österreich und aus der Schweiz die volle Punktzahl. Und dass, obwohl sie von Bayern nicht einen einzigen Punkt erhielten.

Selbst wenn die internationalen Juroren alle einen Bierseidel erhielten, hat dieses vielleicht und auch nur maximal eventuell die Aufmerksamkeit der Juroren direkt auf den ersten Beitrag, den späteren Siegertitel, der 40 Teilnehmertitel gelenkt. Aber das sollte man nicht wirklich überbewerten.

Fakt ist, Bayern stellt den in deren eigenen Mundart gesungen Siegertitel und alle Juroren hat das Starkbier in deren Bierkrügen gemundet.

Was wollen wir mehr beim Eurovision Song Contest?
„Saufa mia es“ sagen wir nur dazu und freun uns schon, wenn München Ende September nächsten Jahres den nächsten Contest auf dem Oktoberfest im Hippodrom-Zelt ausrichtet.

Und morgen vereinigen sich die 16 Teilstaaten wieder friedlich zu einem Gesamtstaat, der den alten, neuen Namen „Bundesrepublik Deutschland“ tragen wird. Die Mission zwecks Erlangung der „Eurovision Song Contest“-Siegerkrone ist beendet, der Sieg unser.

Darauf einen Humpen Bier!

Prost!

Und täglich grüßt der Muttertag

Alt, aber immer noch realitätsnah …

Mutti, ich kann dich nicht arbeiten sehen!
Mach doch bitte mal die Küchentür zu.

… ist der Muttertag natürlich und nicht der obige Spruch aus einem alten deutschen Schlager …

Ansonsten morgen dann nicht vergessen:

Veröffentlicht unter Privat

Lauschangriff

Bus-Gespräch

Du bist echt hübsch. Du hast so schöne blaue Augen.

Echt? Willst du auch eins?

Poltrait

“Wir haben heuer nal eine Weltreise gemacht. Aber ich sag’s Ihnen gleich, wie es ist: Da fahren wir nimmer hin.”

von Gerhard Polt “Die Weltreise”

… Hinweis auf ein Programm über Gerhard Polt, das im BF gerade beginnt …

Herr Ober!

Das war ein gespritzer Apfelsaft. Macht drei achtzig.

Drei achtzig? Teuer genug!

Dialogsequenz aus dem Film “Herr Ober” von 1992.
Zur Zeiten der D-Mark …