Korrektur per SMS: Francois Villon wird doch nicht französischer Premier …

Danke für die SMS, Heiner.
Was wär ich schon ohne mein Handy?
Wahrscheinlich ein gegenwärtiger Geschichtsbanause …
Der neue Premier schreibt sich mit „F“ und nicht mit „V“.
Und der Villon ist schon über 550 Jahre tot und der neue designierte französische Premier Fillon hat auch keinen Erdbeermund.
Schade. Da müssen wir unseren Klaus, den Kinski, doch erst einmal beerdigt lassen …
Da leg ich mir wolllüstig des Kinskis Platte auf und höre voller Erregung:

Du … du …
ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein süßer Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

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Francois Villon wird neuer Premier in Frankreich

Quatrain

Je suis Françoys, dont il me poise
Né de Paris emprès Pontoise,
Et de la corde d’une toise
Sçaura mon col que mon cul poise.

Die Übersetzung:
Franz bin ich, gram drum dem Geschicke, Geboren in Paris, nah bei der Oisebrücke, Und wissen wird, am ellenlangen Stricke, Wie schwer mein Hintern wiegt, bald mein Genicke.

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Alles Bio halt …

Sie!

Wissen Sie, die Leute sind momentan ja so gesundheitsbewußt geworden. Überall liest man heutzutage in den Regalen das Wort „Bio“, dass man meinen könnt, vorher war alles viel schlechter.

Für mich war „Bio“ immer, so sag ich mal, ein Fach in der Schule, da wo wir Frösche seziert haben, oder Kaulquappen mit unseren Gummifletschen verschossen haben. Ich mein, ich selber habe da mit ja dem Bio oder Öko kein Problem. Ich ess da auch mal ganz gerne eine Rinderlende mit Blauem Engel oder GS-Zeichen. Da weiss ich, das kann ich essen, da steckt reine Natur drin. Und mein Klo muss ich nachher auch nicht mit einer Sondermülldeponie direkt verbinden.

Wissen Sie, damals als die Amis und Russen bei uns ihre ganzen Bomben und Granaten abgeschmissen hatten, da hatte meine Mutter schon immer drauf geachtet, dass das Gemüse oder Fleisch aus Gegenden kam, wo keine Bomben gefallen war. „Man weiss ja nie, was die alles an giftigem in die Bomben noch gepackt haben.“

Heute weiss man, dass die Brandbeschleuniger in den Bomben keine richtigen heissen Brände erzeugt haben und bei den Bränden in den Bombennächten von Dresden, Hamburg oder Berlin auch unheimlich viel schädliches Dioxin oder so Furane freigesetzt haben. Die Dunkelziffer der Menschen, die daran bei den Brünsten direkt starben, ist bis heute ja noch unbekannt, woll.
Wir hatten damals unser Gemüse immer von einem Gärtner bei Münster erhalten. Bei dem ist dann in ner Dezembernacht 43 in seinem Hühnerstall eine Bombe eingeschlagen. Wir haben dann von dem kein Gemüse mehr gekauft. Der Mann kam noch zu meiner Mutter persönlich angeradelt und hat ihr unter Tränen seine Rüben angeboten. Aber Mutti ist hart geblieben. Eine richtige Mutti ist ja Gold wert. Die kannte zwar Dioxie oder Furane nicht persönlich, also aus ihrem Leben her, mein ich, aber gekauft hat sie dann trotzdem bei dem nicht.

Oder damals 85 bei der grauslichen Sache mit Tschernobyl. Ich hab meiner Gernlinde gleich gesagt, die Pilze und Haselnüsse, die uns die Nachbarin geschenkt hat, kannste gleich alle ins Klo werfen. Hat sie dann sofort auch gemacht. Runtergespült. Wir haben uns dabei gedacht, vielleicht erwischt’s ja die richtigen und das unbiologische Zeug verstrahlt ein paar Ratten da unten. Schaden kann’s ja nicht.

Na, wir leben ganz Bio und das schon lange bevor es diese Vogelfutterfresser in ihren Allpacka-Pullovern gab. Grüne sind für mich und meiner Gernlinde eh nur jene, die jedes Viech im Wald direkt beim Namen kennen oder schiessen können. Alle anderen sind ja nur so Pseudo-Grüne.

Na, wir haben ja schon immer gesund gelebt. Gernlinde und ich, wir haben jede Köhnlechner-Diät mitgemacht, bis er 2002 ungesund gestorben ist.

Aber da gibt es ja jetzt Ersatz. Kennen Sie den Bankhofer? Der Bankhofer, das ist ein uriger Typ mit seinen Gesundheitstipps aus dem ARD-ZDF-Frühstücksfernsehen. Dessen Tipps sind echtes Bio. Seine letzte Brenneselsuppen-Entschlackungskur. Grandios, sag ich Ihnen. Einfach grandios. Ich hab vorher 85 Kilo gewogen und nachher immer noch 85. Kein Gramm verloren und trotzdem entschlackt. Und das bei 165er Grösse. Das hat schon was. Dass der noch nicht für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde.

Wie komme ich jetzt auf das ganze Bio-Zeugs?
Ach ja, richtig.

Beim morgentlichen Walken in unserer Seniorenaktivgruppe an einem Kiosk hab ich die Schlagzeile gelesen, dass die Katja Ebstein durch Eigen-Urin sich jung gehalten hat. Also, verstehn Sie, die hat sich morgens mit ihrem ersten kleinen Geschäft sozusagen die Geschäftsgrundlage für die Titelschlagzeile der BILD erwirtschaftet!

Gut, da gab es ja die gute WDR-Frau, jene „Schalke-05“ Carmen Thomas, die kreuz und quer mit ihrem Ü-Wagen durchs Land pilgerte. Die hat da so ein Buch geschrieben „Urin – ein ganz besonderer Saft“. Die hat morgens auch statt einer guten Tasse Kaffee immer ein Glas lauwarme Pi …
Na, ich kann es nicht aussprechen.
Das ist doch abartig.
Ich hab ja gehört, dass Männer Frauen aus zwielichtigen Gesellschaftskreisen – dem Rotlichtgewerbe – extra dafür bezahlen, dass diese sie anpinkeln.
Ja, es soll da ja auch Männer geben, die wie ein Hund ihre Frau beim Duschen markieren und das toll finden.
Aber dass jetzt auch Frauen sich selber …

Ich muss schon sagen, Wunder gibt es immer wieder.
Aber warum muss diese Frau jetzt mit 61 Jahren damit prahlen, dass Sie zum Frühstück etwas anderes bevorzugt statt einen guten Kaffee. Das gehört sich doch nicht!
Warum sperrt man die nicht endlich weg?
Das hat doch nichts mehr mit Öko oder gar Bio zu tun.
Man sollte doch in Würde altern. Statt sich auf Titelschlagzeilen der BILD-Zeitung herum zu treiben.

Stellen Sie sich mal vor, Gernlinde und ich würden jetzt, wo wir 77 Jahre alt sind, damit prahlen, wir würden in unseren kleinen Morgen-Geschäften baden oder dieses auch noch trinken. Man würde uns zuerst ins geschlossene Altersheim abschieben. Und dann wohlmöglich noch die Rente kürzen, weil wir eh genug zu trinken hätten.
Man würde uns für bekloppt halten.
Und da soll nun diese Katja Ebstein …?
Tanzt die nicht auch noch da bei der Tanzsendung auf 3Sat mit? Jetzt hoffe ich nur für die anderen Kandidaten, die Ebstein hat sich gewaschen.
Schön für uns Zuschauer ist ja, dass es kein Geruchsfernseher gibt.

Wobei, wenn die Ebstein auf der Mattscheibe auftaucht, kann ja jeder mal an einen Heuballen riechen. Dann weiß jeder, wie die da riecht. Woll.

In diesem Sinne gehe ich jetzt mal aufs Klo.
Den Ratten was zu trinken und essen geben.
Alles Bio halt.

Schönen Tag noch.

Zum Weltfernmeldetag am 17. Mai … (2)

„Apropos, ham Sie eine Handy-Bedienungsanleitung von Nokia gelesen? – Samsung? – LG? – Nicht? An Panasonic-Ericson? Oder einen BenQ? Sie, das sind Bücher, da kann ich nur sagen: schaun S‘ amal nei …“

… frei nach Gerhard Polt …

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Zum Weltfernmeldetag am 17. Mai … (1)

Ich habe gerade gelesen, dass 78 Prozent der Sachsen ein Handy besitzen (bundesweite Quote: 80%). 83 % der Sachsen mit Handy sind – man glaube es oder auch nicht – männlich. 72 % der Sachsen sind Sächsinnen.

Dabei dachte ich immer, die Frauen an sich seien mit nem Handy in der Hand geboren worden. Aber es sind wohl doch die Männer. Ja, dieses Scheiß-Schubladen-Denken war noch nie der Welten-Weisheitsschluss. Denn ein jeder lernt ja schon in der Schule, ein Mann hat das Telefon erfunden. Frauen profitieren nur davon …

Und somit zeigt sich mal wieder, die Leute im Tal der Ahnungslosen sind längst nicht so ahnungslos, wie einer meiner im Elfenbeiturm der Schubladendenker so vor sich hingrübeln …

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Urlaub in Bayern (ein Kinderaufsatz)

Letztes Jahr im Sommer waren wir in Urlaub in Bayern. Meine große Schwester Jessica, meine Eltern und unser Hund Burgsmüller.
Ich war auch dabei und ich heiße Torsten und bin sieben
Jahre alt. Meine Eltern waren schon öfters in Bayern, aber
für mich war es der erste Urlaub im Ausland, weil ich bisher nur in Bibione war. Bayern wäre eigentlich sehr schön, aber man sieht es kaum, weil überall Berge davorstehen und es verdecken.
Sehr cool sind manche Häuser. Sie sind tätowiert, zum Beispiel mit einem Hirsch, einem Berg oder einem Baum. Aber weil die Bayern das Wort „Tatoo“ noch nicht kennen, sagen sie „Lüftlmalerei“ dazu.
Die Bayern sind lustige Menschen und lachen viel mehr wie die Leute bei uns zu Hause. Sie mögen uns sehr, denn wenn sie uns sehen, lachen sie noch mehr. Viele heißen Sepp, die meisten jedoch „Hä“. Das lustige in Bayern ist
die Sprache. Manche können deutsch, aber nicht alle. Der Ort, wo wir in einer Pension gewohnt haben, war da, wo Bayern „Oberpfalz“ heißt und da ist die Sprache echt krass. Als wir einmal gewandert sind, sind wir an einem Bauerhof vorbeigekommen und davor saß ein alter Mann auf einer Bank, aß ein Stück Torte und trank dazu eine Flasche Bier. Mein Vater sagte zu ihm, dass schönes Wetter ist und der Mann meinte „Loumameirouh“! Das heißt wahrscheinlich „Guten Tag“. Ich wollte es gleich ausprobieren, ob ich die Sprach auch kann und sagte zu dem Mann „Loumameirouh“. Er blickte aber sehr böse und sagte zu mir „Saubougejbloßzou“. Da sagten wir lieber nichts mehr und gingen weiter, weil wir ihn nicht reizen wollten. Der Mann stand dann auf, stöhnte und sagte: „Ohboudescheißschouh“. Das heißt wahrscheinlich „Tschüss“ oder so.
Gut gefallen haben wir in Bayern die Feste. Irgendwo ist immer eines. Da sitzen dann die Bayern und trinken Bier aus gläsernen Eimern, die sie „Maߓ nennen. Die Frauen haben kleinere Eimerchen, die heißen „Halbe“. Normale Gläser gibt es nur für Kinder oder ganz alte Frauen. Wir sind auf einem Fest gewesen, und es war sehr schön. Ich habe Pommes mit Ketschup gegessen, meine Schwester Jessica nichts wegen der Kalorien und meine Mutter ein
halbes Hähnchen namens „Hendl“. Der Papa hat weisse Spiralen gegessen, die „Radi“ hießen und dazu einen Einem Bier. Er sagte, das Radi rumort ganz doll in seinem Bauch und als er rülpste, fiel meine Mutter beinahe das Hähnchen
hinunter.
Wenn die Bayern einige Eimer Bier getrunken haben, schlafen sie ein oder sie reden in einer Geheimsprache, die man nicht versteht. Es sind nur sehr kurze Wörter und mit dessen reizen sie sich gegenseitig, bis sie raufen.
Auf dem Fest, bei dem wir waren, konnte man dies sehr schön beobachten.
An unserem Nachbartisch im Bierzelt saßen einige Bayern mit ihren Eimern.
Zuerst lachten sie und guckten zu uns herüber. Einer von ihnen konnte sogar italienisch, den er sagte zu meiner großen Schwester immer „Dipackiano“.
Sie verstand ihn aber nicht, weil sie nicht italienisch spricht. Plötzlich kam ein anderer Bayer am Nachbartisch vorbei und schon spielten sie das lustige Spiel: „Erst reden, dann raufen“. Einer von denen, die am Tisch saßen, sagte zu dem, der vorbeiging: „Hä“! Darauf sagte der Vorbeigehende: „Wos hä“?, worauf der andere ziemlich böse meinte: „Hä, gell hä“! Das hätte er vermutlich nicht sagen sollen, denn der Vorbeigehende sagte nur mehr: „Pass bloß aaf, hä“ – und schon rauften sie. Obwohl es ziemlich lustig war, gingen wir, denn meine Mutter mag keine Gewalt.
Etwas anderes ist mir auch noch aufgefallen in Bayern. Bayern reden nicht so gerne wie wir. Manche sind beinahe stumm. Dies kann man am besten im Wirtshaus sehen. Eines Abends ging mein Vater mit mir ins Dorfwirtshaus und wir bestellten Bratwürste mit Kraut, die sehr lecker schmeckten. Es waren außer uns nur zwei Einheimische da. Diese saßen am Stammtisch, tranken Bier und schwiegen. Mein Vater sagte freundlich zu ihnen: „Die Bratwürste schmecken hervorragend, meine Herren“! Sie aber schwiegen weiter. Sie sagten zu meinem Vater nichts, zu mir nichts und zu sich auch nichts. Wenn sie nicht ab und zu vom Bier getrunken hätten, hätte man meinen können,
sie seien tot.
Plötzlich, nach ungefähr einer Stunde, tat sich etwas. Einer von den beiden seufzte „jamei“, und wir dachten jetzt beginnt ein Gespräch. Doch der andere sagte nur „owa ehrlich“, und das war es dann.
Mein Vater machte noch einen Versuch und rief hinüber: „Es gefällt uns sehr gut hier bei Ihnen in Bayern!Wir waren auch schon auf dem Feuerwehrfest! Da gabs eine zünftige Rauferei! Haha! Waren Sie auch schon auf dem Fest, meine Herren“? Da sagte ein Bayer zum anderen: „Eam schau o“. Dann war es wieder ruhig. Dies war meinem Vater dann doch unheimlich und wir zahlten und verließen den stillen Ort. Beim Hinausgehen sagte Papa noch zu den Männern: „Gute Nacht, die Herren! Ich wünsche noch einen schönen Abend“!
Sie wünschten uns nichts.
Aber die Bayern sind nicht immer so mürrisch. Zum Beispiel sind sie richtig lustig, wenn sie sich gegenseitig beleidigen. Das gefällt ihnen scheinbar sehr.
Als mein Vater und ich einmal in unserem Urlaubsort in der Dorfmetzgerei einkauften, kam ein Bayer herein und sagte zum Metzger: „Servus Hans, du oider Hunzkrippl“! Da lachte der Metzger und sagte: „Habe d`Ehre Sepp, du Berner, du greislicher“! Sepp, der Berner, freute sich sehr über die nette Begrüßung. Als noch ein weiterer Bayer hereinkam, wurde die Stimmung immer besser. Er begrüßte die anderen beiden mit einem herzlichen „Ja, do schau her, da Sepp und da Hans! Griaß Eich, ehs Schlawiner, es elendigen“!
Auch Hans, der Hunzkrippl und Sepp, der Berner, begrüßten den Neuankömmling und riefen: „Ja griaßde Franz, oider Suffbeidl, stingerter“!
Franz Suffbeutel war total begeistert und lachte über das ganze Gesicht.
Dann sagte Sepp, der Berner, zu Hans, dem Metzger bzw. Hunzkrippl: „Hä Hans, gib ma amol drei Boor vo deine greislichen Pflälzer, du Leitbscheißer, du windiger“! Metzger Hans meinte dazu: „Für dein Saumogn taugns allawei! No, du gschwollkopferter Bauernfünfer, du staubiger Bulldogmißhandler, du grausamer“!
Es gibt scheinbar nicht schöneres für einen Bayern, als beleidigt zu werden, denn sowohl Hans, der Leutebescheißer als auch Sepp, der Berner und Bauernfünfer und Franz Suffbeutel waren in einer Super-Stimmung und lachten herzhaft.
Mein Vater meinte zu mir: „Pass auf Jochen, jetzt mache ich auch mit bei dem Spaߓ! Dann sagte er zum Metzger: „Geben Sie mir bitte hundert Gramm von ihrer verfaulten Salami, sie Vollidiot“!
Plötzlich lachte keiner mehr und alle sahen meinen Vater an, sogar die alte Frau, die im Laden war. Der Metzger sagte mit finsterem Gesicht: „Schau bloß dass du weidakimmst, du Preissnschädl, du gfotzerter“!
Das habe ich zwar nicht genau verstanden, aber es hörte sich nicht gut an und wir verließen ohne Wurst die Metzgerei. Wahrscheinlich ist „Vollidiot“ eine Beleidigung die die Bayern nicht kennen und deshalb freuen sie sich nicht darüber.
Sonst war es in Bayern sehr schön, besonders die Pommes und das Eis. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich durfte abends immer mit vier Jungs aus dem Dorf Fußball spielen. Die bayerischen Jungs sind echt nett, sie ließen mich sogar den Ball holen, wenn er in Nachbarsgarten geflogen war und sagten, das ist eine große Ehre für mich. Als ich den Ball wieder herausgeholt hatte, sagten sie, dass es nicht nur eine große Ehre, sondern auch ein großes Glück für mich war, weil heute scheinbar der Kampfhund nicht zu Hause ist. Das ist doch voll lustig, oder?
Ich habe mir extra die Namen der Jungs notiert, damit ich ihnen nach dem Urlaub schreiben kann. Sie heißen Ülcgür, Ferdl, Erdal-Alois und Kilian.
So, das wars.
Ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub in Bayern, weil Bayern ist voll cool.
Vorher kaufe ich mir noch ein Wörterbuch.

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Flashback – Backlash

Das Klingeln des Handys meines Nebenmanns reist mich aus meinen Tagträumen …

Und irgendwie taucht jene Szene vor meinen Augen auf.
Eine fast sureal anmutende Szene.
Völlig zusammenhanglos und konkret wie das Leben.

Tschechien verlassend steuer ich auf das Ende der Autobahn zu. Rote Balken und umgegrabene Landschaften türmen sich vor mir auf. Ich befinde mich an einem Autobahndreieck und geradeaus geht es theoretisch gen Nürnberg. Praktisch habe ich zwei Auswahlmöglichkeiten weiter verträumt auf der Autobahn nachts um halb neun entlang zu preschen.

Bei Tempo 200 ein Leben auf der Überholspur.

Im Radio plärren die letzten Takte „Summer wine“ aus dem Film „Das wilde Leben“. Der Moderator quatsch noch hastig und selbstsicher in die letzten Takte. Mühevoll hat er es gerade noch geschafft die journalistische Totsünde zu vermeiden, ein Lied komplett und unverquatscht durch den Äther rauschen zu lassen.

Und dann erklingt genau dieses Klingeln im Radio. Das Klingeln im Stile eines alten Wählscheibentelefons.

„Radio Blubbaquatsch. Mister Bombastic am Mikrofon. Wer da?“

„Hallo. Hier ist die Katrin. Und ich wollt mich mal beschweren.“

„Ja, Katrin, schön dass du einfach mal so anrufst. Wie kann ich dir helfen?“

„Und zwar, ich wollt mich mal beschweren. Ich hab jedes jahr an Muttertag Geburtstag. Und trotzdem erhalte ich immer nur ein Geschenk.“

„Oha. Das ist natürlich schlecht. Was sagt denn deine Familie dazu?“

„Ja, das ist richtig mies. Und die sagen einfach nur >Pech, Mama

„Das kenne ich. Ein Freund von mir hat an Heilig Abend Geburtstag und erhält auch immer nur ein Geschenk. Aber dann wenigstens richtig. Kriegen Sie denn wenigstens dann richtig viel, weil Sie ja immer Muttertag und Geburtstag zusammen haben?“

„Nö. Die geben mir immer nur ein normales Geschenk.“

„Das ist wirklich gemein, dass Sie jedes Jahr zum Muttertag nur ein Geschenk erhalten. Vielleicht sollte man mal gesetzlich veranlassen, dass …“

Mein Nebenmann und sein Handy reissen mich aus diesem Flashback.

„Nein, ich konnte dieses Jahr meine Mutter nicht besuchen, aber Blumen habe ich ihr geschickt. Aber nächstes Jahr. Da fällt Pfingsten und Muttertag auf einen Tag …“

Mir fallen die letzten Pfennige des Groschens.
Das Puzzle der nervigen Ungereimtheiten schloss sich.

„Call-Ins“ werden diese „spontanen“ Anrufer-Einbindungen im Radio genannt. Sie sollen beweisen, dass der Hörer eine starke Radiosenderbindung hat.
Diesen „spontanen“ Call-Ins bei Radiosendungen konnte ich allerdings noch nie was richtiges abgewinnen. Mir erschienen diese oftmals nur dämlich getürkt.
Solche „Spontan“-Happen mancher Radiomoderatoren schlucke ich mittlerweile als unvermeidlich bittere Pille zwischen den Musikstücken, wenn ich keine Chance habe, ebenso „spontan“ zwischen den Sendern zu wechseln.
Da hilft nur ein beherzter Griff zum Senderwahlknopf oder Fernbedienung.

Aber man ist wehrlos dämlichen Radiomoderatoren ausgeliefert, wenn man sich in einer engen Kurve eines Autobahndreiecks befindet und auch noch den Verkehr beachten muss …

Eurovision Song Contest 2011

Liebe Leute,
endlich, ja endlich hat es geklappt!

55 Jahre nach dem Einsteigerbeitrag „Im Wartesaal zum großen Glück“.
29 Jahre nach dem Siegertitel „Ein bisschen Frieden“.
15 Jahre nach dem bitteren Urteil, sich nicht qualifiziert zu haben.
Ein Jahr nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika.
Endlich hat es geklappt!

Ein deutscher Beitrag hat beim Eurovision Song Contest 2011 den ersten Platz belegt. Sogar den zweiten und dritten Platz haben deutsche Beiträge belegt. Getrübt wurde das Bild nur von Österreich und der Schweiz, welches die Plätze vier und fünf belegt hatten. Dafür gingen dann die Plätze sechs bis zehn wieder an deutsche Beiträge.

Zwar gibt es Neider, die behaupteten, die verschiedenen deutschen Teilnehmer hätten sich die Punkte zugeschoben und jetzt ein Ändern des Punktereglements fordern. Das kann aber nur als Infamie der osteuropäischen Länder bezeichnet werden. Schließlich muss berücksichtigt werden, dass sich die Bundesrepublik extra für diesen Songcontest friedlich in 16 Teilstaaten aufgelöst hatte. Und nur weil diese osteuropäischen Länder die letzten 5 Eurovision Song Contest Siegerkronen einkassiert hatten, muss das längst kein Anspruch auf ein Sieger-Abo sein. Ohne den deutschen Plan zur Erringung der Contest Krone, wäre die „Balkan-Mafia“ und Ost-Dominanz noch immer ungebrochen.

Und man darf nicht vergessen, dass Bayern für den Berlin-Brandenburgischen Titel keinen einzigen Punkt übrig hatte. Somit ist es also nicht so weit her mit den von osteuropäischen Einzelstaaten uns angelasteten Seilschaften und den Verschwörungstheorien.
Dass zudem der Staat Berlin-Brandenburg für den bayrischen Siegertitel „Saufa mia es“ nur einen einzigen Punkt übrig hatte, sagt ja wohl alles. Aber dafür gab zum Ausgleich aus Österreich und aus der Schweiz die volle Punktzahl. Und dass, obwohl sie von Bayern nicht einen einzigen Punkt erhielten.

Selbst wenn die internationalen Juroren alle einen Bierseidel erhielten, hat dieses vielleicht und auch nur maximal eventuell die Aufmerksamkeit der Juroren direkt auf den ersten Beitrag, den späteren Siegertitel, der 40 Teilnehmertitel gelenkt. Aber das sollte man nicht wirklich überbewerten.

Fakt ist, Bayern stellt den in deren eigenen Mundart gesungen Siegertitel und alle Juroren hat das Starkbier in deren Bierkrügen gemundet.

Was wollen wir mehr beim Eurovision Song Contest?
„Saufa mia es“ sagen wir nur dazu und freun uns schon, wenn München Ende September nächsten Jahres den nächsten Contest auf dem Oktoberfest im Hippodrom-Zelt ausrichtet.

Und morgen vereinigen sich die 16 Teilstaaten wieder friedlich zu einem Gesamtstaat, der den alten, neuen Namen „Bundesrepublik Deutschland“ tragen wird. Die Mission zwecks Erlangung der „Eurovision Song Contest“-Siegerkrone ist beendet, der Sieg unser.

Darauf einen Humpen Bier!

Prost!