Abschiedsgedanken

»Ich muss mich dann langsam mal auf den Weg machen.«

»Dann bitte. Reisende soll man nicht aufhalten. Ihre Abschiedsgesuch für jetzt ist schon unterschrieben, gestempelt und abgeheftet.«

»Ah, ja. Mir ist nicht ganz wohl, Sie so alleine zurück zu lassen.«

»Ich komm schon zurecht.«

»Ah. Ihre Aktentasche. Das … vielleicht … können Sie die ja noch gebrauchen.«

»Für wen? Für was?«

»So etwas gibt ja immer ein bisschen Halt, denk ich, oder nicht.«

»Meinen Sie?«

»Vielleicht. Wer hätte das gedacht, dass wir zwei uns so einmal zerstreiten würden, nicht.«

»Wegen einer Pandemie.«

»Das ist es ja eigentlich gar nicht Wert, nicht. Na ja.«

»Übrigens, …«

»Ja?«

»… Sie würden mir mehr fehlen als jene Pandemie.«

»Heißt das, … Sie meinen, dass wir beide noch ne Chance hätten?«

»Wenn Sie das Richtige tun, …«

»Das können Sie sich wirklich vorstellen?«

»… können Sie bleiben. Würde mich freuen.«

»Wir müssen reden. Wissen Sie, was wir jetzt machen? Jetzt machen wir folgendes, passen Sie auf. Als erstes machen wir hier nicht …«

»Wir machen jetzt gar nichts.«

»Nein?«

»Nein. Nur die Biege.«

»Oh Gott, Fünf vor Acht. Die Tageschau.«

»Also später.«

»Später.«

»Bis später. Reservieren Sie mir dann den Platz neben sich auf dieser Parkbank hier.«

»Wie jedes Mal. Und Sie mir etwas vom Eiswein.«

»Bringe ich mit. Wie jedes Mal. Mit zwei Pappbechern. Weiß-blau-quergestreift.«

» Und heißes Wasser in der Thermoskanne. Zum Anwärmen. Wie jedes Mal. Ade.«

»Ade.«