Ich bin von felsenfest überzeugten Menschen umgeben und ich habe Angst von deren Steinen erschlagen zu werden.
Abschiedbrief eines Angestellten
Sehr geehrter Herr Chef,
es wird langsam Zeit, dass ich Paragraf 4 Absatz 3 meines Arbeitsvertrages in Anspruch nehme.
Ich weiß, dass das nicht gerne gesehen ist. Denn durch das Bestehen auf Erfüllung solch welcher Paragrafen kann das zarte Pflänzchen „Aufschwung“ unserer Firma doch arg in Wachstumsnöten geraten lassen. Ja, es könnte in den nächsten Tagen richtig verdörren. Und nur deswegen, weil ich auf Erfüllung meines Arbeitsvertrages bestehe.
Es ist, wie es ist und da kannst du soviel Zetermordio schreien wie du möchtest.
Ich bestehe auf gegenseitige Vertragserfüllung.
Ich nehme jetzt Urlaub und du – Chef, oh mein Chef – meckerst jetzt nicht darüber, dass du jetzt meine Arbeit zu 100% mitmachen musst und jetzt zu 250% überbelastet bist.
Ein Frohes Fest und nen Guten Rutsch, liebes el Chefe, das sei dir gewünscht.
Und dass du mir auf meinen sauber aufgeräumten Schreibtisch keine meterhohe Arbeit für nach meinen Urlaub auftürmst.
Nebenbei:
Über meinen Resturlaub 2007 über 15 Tagen und über meinen Urlaub für 2008 reden wir dann im nächsten Jahr.
Tschö, wa!
Flamingo-Tage

Mein geschenkter Beitrag zu den Flamingo-Tagen. Eine Skulptur fast wie gemalt.
Mehr dazu hier
Es kann der Frömmste nicht in Frieden wirtschaften, …
Kaum ist die Verlosung des Lotto-Jackpots von 43 Millionen Euro noch nicht mal eine Woche Vergangenheit, schon steht erneut das nächste Geld-Thema zur Debatte:
Dürfen Manager zuviel verdienen?
Nein, das dürfen sie nicht.
Da vollführen ganze Bataillone von Köpfe ein verneinendes Headbanging durch. Und das auch ganz ohne Metal-Musik gehört zu haben.
Und weil sich damit so schön Zustimmung erreichen kann, hat sich unser Bundesinnenminister zu Wort gemeldet.
Unser allerliebster Wolfgang, der Herr Schäuble.
Fordert der doch glatt mehr Transparenz bei den Managerngehältern. Notfalls will er mit „Transparenz- Regelungen“ durch Gesetze nachhelfen.
Wie putzig.
Wir wissen ja seit einiger Zeit, woran unser herzallerliebster Wolfgang hierbei denkt: An seinen heiß geliebten Bundestrojaner. Der könnte dann ja auch hierbei für Transparenz sorgen.
Heimeliges Transparenzbedürfnis, wohin man schaut.
Frohe Weihnacht allerseits.
Vorhin um 20 Uhr für läppische 5 Minuten …
Während die einen auf den Balkon rausschritten, um Dunkelheit für 5 Minuten zu geniessen und enttäuscht wurden, weil es nicht wirklich dunkel war (wie hier), bauten andere Scheinwerfer vor ihrem Fenster auf, um ihren Unwillen gegen solche Protestaktionen zu manifestieren (wie hier).
Die Wahrheit bei diesen beiden Bloggern ist, sie wohnen einander gegenüber.
Während ich selber die 20:00 völlig verpasste (ich hatte gehorsamst die Batterien aus meinen Wecker geschraubt gehabt) und daher für diese Aktion weder zahle noch zähle, fand ich indes schon den ersten Presseartikel über diese heute von der BILD-Zeitung groß auf Seite 1 beworbenen Aktion:
Die von der BILD-Zeitung mit einer eigenen Titelseite unterstützte Aktion „Für fünf Minuten dunkelt Deutschland“ war ein voller Erfolg.
In vielen Familien, Gemeinden, Kreisstädten und Verwaltungen wurde für 5 Minuten das Licht ausgeschaltet.
Karl Otto St. aus K. berichtete: „Es war irgendwie ein ganz großes Verbundenheit mit allen Ökos dieser Welt, als es dunkel wurde. Es war toll.“
Gaby B. aus F. berichtete: „Ja, es war ein tolles Gefühl der Verbundenheit. Man fühlte sich der Erde näher.“
Heiner G. und Petra Z. jedoch bemerkten davon nichts. Nach eigenem Bekunden machen diese immer das Licht aus, um zu poppen.
Eine negative Seite gab es jedoch. Die Werker der Druckerei der BILD-Zeitung in Essen hatten ebenfalls ganz spontan die Hauptsicherung herausgedreht. Zur Stunde ist es noch unklar, ob morgen überhaupt die Ausgabe der „BamS“ erscheinen kann. Das Stromabstellen bei den Maschinen hat diese nachhaltig gestört. Ein Redakteur der BILD-Zeitung glaubte zu wissen, dass in Essen bei den Arbeitern Köpfe rollen werden: „Man kann doch nicht so einfach an solch einer Aktion teilnehmen.“
Quelle: aus gut unterrichteten Kreisen
Das war es für heute. Eine Aktion mit Symbolkraft …
… und ich mach hier im Blog als Letzter das Licht hier nicht aus! …
Heute um 20 Uhr für 5 Minuten …

Ich werde alles ausmachen.
ALLES!
Die Hauptsicherung werd ich rausdrehen. Und aus jeder winzigen Uhr, reiss ich diese Knopfzellen heraus. Ich werde alle Kondensatoren zwangsentladen. Ich werde den Stromzähler ebenfalls lahmlegen. Dem Opa nehme ich die Batterien vom Herzschrittmacher weg (geht nicht, dass der sich weigern will mitzumachen) und der Oma die Batterien aus dem Hörgerät. Und Vatter nehm ich von der elektrischen Lunge. Und der Mutter entziehe ich Ihre Nähmaschine von Singer. Meiner Frau nehm ich die Batterien aus dem Vibrator weg und den Kindern vorsorglich die Akkus der Handys. Und PSP-Verbot ist dann sowieso.
Geraucht wird auch nicht! Und Kerzen ist nicht!
Wir werden hier gnadenlos energielos und abgasemissionsfrei bleiben.
Fragt sich nur, ob wir 5 Minuten lang die Luft anhalten können.
Ich fürchte um das Leben unseres Babys im Brutkasten hier.
Nicht dass nachher dann am Montag wieder so eine Baby-Schlagzeile wegen uns deutschlandsweit auftaucht …

