Burzeltage wie dieser … wenn ich es richtig peile …

… hat die hier heute Geburtstag.
Und da die hier bis jetzt noch kein Post geschrieben hat (entweder verputzt sie gerade ihre erste Buzeltagstorte oder sie lässt es sich gut gehen und schläft aus oder ist gerade am Walken … je nachdem was zuerst kommt …)

Zu ihrem „18ten + x“-Geburtstag alles Gute.

Und Belinda:
Trink nicht soviel Prosecco bis heute abend!
Denk auch mal an die neidische und nicht-Geburtstag-habende Gesellschaft!

So.
Das musste mal mit einem eigenen Post gesagt werden.

Veröffentlicht unter Privat

Lebe wild und gefährlich (1)

Beschließe von nun ab mein Leben umzukrempeln.

Lebe wild und gefährlich, Careca!

Schluss mit spiessig!
Schluss mit geplant!
Schluss mit Lustig!

Buche gleich als erstes einen Flug und entdecke dabei die Möglichkeit zur Anarchie: Kaufe mir einen Tetrapak Vollmilch und eine Tube Zahnpasta.
Nervös stecke ich mir eine Zigarette mit meinem Feuerzeug an, als ich in der Nähe der Sicherheitskontrolle komme.
Einer aus der Schlange reisst mir zeternd die Zigarette aus dem Mund und schmeisst sie weit weg.
Vor Schreck fällt mir Milch und Zahnpasta runter und zerplatzen auf dem Boden.
Stehe in einer Milchpfütze.

Lese dann das nachfolgende Schild:
Lebe wild und gefährlich, Careca

Werde mich aus Rache hackenbreit zuschütten.
Wollte mir immer schon im Duty-Free-Laden eine Flasche Absolut-Vodka kaufen und sie dann auf ex leeren.
Hoffe, dass ich nicht betrunken wirke, wenn ich den Flieger betrete.

Lebe wild und gefährlich (2)

Bin im Innern des Sicherheitsbereich vom Flughafen.
Erspähe sofort einen Spatz.
Sichere den Beweis als Foto.

Lebe wild und gefährlich, Careca

Kann bei dem Spatz weder Reisepass noch Boarding Card entdecken.
Bin ungelogen ein wenig neidisch auf den Spatz.
Offenbar lebt der wesentlich wilder und gefährlicher als ich.
Ohne Dokumente, aber im Sicherheitsbereich.
Vogelfrei sozusagen.

Kaufe aus reinem Protest im Duty-Free-Laden drei Flaschen Smirnoff-Vodka auf Kredit-Karte.
Lasse zudem noch Feuerzeug, Brieföffner und Nagelschere dazulegen.
Folge gehorsam sofort dem letzten Aufruf.
Stelle mich in der zwanzig Meter Schlange ganz hinten an.

Gewinne die Erkenntnis, wild und gefährlich zu leben, sei nu doch nicht so einfach.

Lebe wild und gefährlich (3)

Will im Flieger die Vodka-Flaschen öffnen.
Stelle mit Entsetzen fest, dass die Flaschen wohl noch in London auf dem Flughafen rumstehen.
Frage Stewardess, ob wir nicht noch umkehren können.
Stewardess versteht wohl mein Englisch nicht.
Wende mich an den Steward.
Aber der mag mich wohl auch nicht.
Beschließe mich ersatzweise an Boardgetränke zu berauschen.

Lebe wild und gefährlich, Careca

Stelle fest, dass das Glas aus Glas ist und die Dose aus Metall.
Finde in meiner Hosentasche noch eine Tüte „Düsseldorfer Löwensenf extra scharf“ und ein Gasfeuerzeug.
Überlege, wie ich aus der Dose, dem Senf und dem Feuerzeug eine Senfgasgranate basteln kann.
Versuche das Nachdenken mit diversen Fläschen Rotwein anzuregen.
Schlafe beim Nachdenken ein.
Wache auf meiner Brille sitzend auf.
Brille verbogen.
Fotoapparat jedoch nicht.

Erkenne zu meinem Leidwesen, ich lebe noch immer nicht wild und gefährlich.
Mist.

Lebe wild und gefährlich (4)

Stewardess kommt und fesselt mich an Sitz fest.
Denke erst voll erregt an leichte Formen von Sado-Maso.
Nach der Landung stelle ich leider fest, dass es sich nur um den Sitzgurt handelte.
Steward zeigt mir eine halbe Stunde später, wie der Sitzgurt aufgeht.
Fühle mich tief beschämt.
Verlasse Flugzeug und nehme den Narita-Express Richtung Tokyo Station.
Frage dort am Info-Schalter nach Bill von Toykio Hotel.
Unverständiges Schulterzucken und aufreizend provozierendes Lächeln.
Verschwinde erstmal in das nächste Kaufhaus.
Suche brasilianischen Schnaps.
Fehlanzeige.
Suche danach brasilianisches Bier.
Wieder nichts.
Will mir nun japanisches Bier kaufen.
Stosse dabei auf deutsches Kölsch.

Lebe wild und gefährlich,Careca

Beschließe ganze Reihe Kölsch aufzukaufen.
Werde von einem deutschen Ehepaar schief von der Seite angeschaut.
Japaner reagieren mit Gleichmut oder einfachem Wegsehen.

Ich spüre, ich bin auf dem richtigen Weg zu „Wild und gefährlich“.

Lebe wild und gefährlich (5)

Fühle mich richtig beschlußfreudig.
Beschließe also mir den giftigsten Fisch der Welt zu kaufen.
Stehe vor der Auslage mit den Kugelfischen, die man Fugu nennt.
Lebe wild und gefährlich, Careca

Fische erscheinen mir zu dünn für eine wilde und gefährliche Mahlzeit.
Ziehe weiter.

Später erzählt mir wer, Fugus pumpen sich auf, wenn sie sich in Gefahr wähnen.
Bin sauer und würde mich am liebsten ebenfalls aufblasen.
Nehme mir stattdessen nur meinen Schuh.
Scheitere beim Aufblasen.
Bin doppelt-sauer.

Lebe wild und gefährlich (6)

Wandere ziellos durch Tokyo.
Finde ein Holzgebäude mit einer Kugel davor.
Drinnen stecken Japaner seltsame Stäbe, zünden die an und schnuppern dann wie berauscht.
Beteilige mich an dem öffentlichen Kiffen.
Stäbchenzeug ist aber irgendwie unpotent.
Wohl schlechte Qualität.
Lebe wild und gefährlich, Careca

Verspüre überhaupt keinen Rauschzustand.
Sehe allerdings wie sich die Japaner den Rauch über ihre Köpfe schütten wollen.
Muss ein eigenwilliger Rausch sein.
Scheint zu wirken.
Denn sehe Hakenkreuzsymbol am Rand des Beckens.
Sehe Hakenkreuze an einer Glocke.

Lebe wild und gefährlich, Careca
Räucherstäbchen sind eindeutig Betrug für Kiffer.
Deutsche Frau klärt mich nachhaltig und intensivst auf, dass Symbol älter ist als das Tausendjährige Reich.

Sehe immer noch keine Gelegenheit für „Wild und Gefährlich“.

Lebe wild und gefährlich (7)

Will mich der japanischen Bevölkerung aussetzen und mich von denen niedertrampeln lassen.
Trotz demonstrativen Stehenbleibens werde ich nicht gerammt.
Von niemanden.
Lebe wild und Gefährlich, Careca
Irgendwie erscheint mir auch der Passantenstrom geringer.
Versuche mich vor einer Rikscha zu werfen.
Rikscha-Esel und Eseltreiberinnen weichen mir lässig aus und lächeln nachsichtig mir zu.
Eine winkt sogar provozierend freundlich.

Lebe wild und Gefährlich, Careca

Bin entnervt.
Wo ist es, das wilde und gefährliche?