Das Feuchtbiotop – Das Interview: The days after …


– Wo ist eigentlich der versprochene 5.Teil?
– Mir sind die Camp-Insassen ausgebüxt.
– Was ist passiert?
– Die sind mir aus dem Camp abgehauen.
– Beweise?
– Hab ich leider nicht. Die Quote war so schlecht, da liefen keine Bestellungen mehr für Werbung. Und ohne Werbung konnte ich nicht mehr die Kosten bezahlen.
– Sie gehen auch nach Quote und Werbung?
– Freilich. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage.
– Ich glaube, Ihnen sind die Ideen ausgegangen und jetzt erzählen Sie den Lesern einem vom Pferd.
– Mit Essen spiele ich nicht.
– Wie bitte?
– Pferde sind ein Nahrungsmittel. Pferdewürste sind wohlschmeckend. Fragen Sie den Pferdemetzger Ihres Vertrauens.
– Ich bitte Sie. Vielleicht lesen hier auch kleine Mädchen mit. Sie sagten, Ihre letzten fünf Kandidaten seien aus dem Camp entwichen? Wie kam es dazu?
– Die sind aufgestanden, haben das Tor geöffnet und sind gegangen.
– Einfach so?
– So einfach.
– Haben Sie den Videobeweis?
– Wir sind hier nicht beim Eishockey.
– Wissen Sie, ich glaub Ihnen nicht.
– Wieso?
– Ich glaube, aufgrund der zurückgegangene Werbeeinnahmen, hatten Sie nach und nach Ihr Equipment verkauft. Daher auch die vielen Tonstörungen. Das waren in Wahrheit Ihre finanziellen Probleme.
– Sagen wir mal, ich hatte entschieden inflationäre Stagnation im ambivalent fluktuierenden Nullwachstum …
– Aha.
– … aber die Merkel hatte mir ein Konjunkturpaket in Aussicht gestellt.
– Und?
– Wurde nichts draus. Zumwinkel konnte ihr nicht sagen, wie viel Porto auf das Konjunkturpaket muss. Es liegt noch immer unverschickt bei Merkel rum.
– Und Lambsdorff?
– Hat mich geflissentlich übersehen.
– Von Brauchitsch?
– Ebenso. Die sprechen nur mit Nicht-Blaublütern nur in äußerster Notwehr.
– Hat der von Brauchitsch Ihnen keinen Briefumschlag übergeben?
– Doch er hat sogar einen extra für mich geklebt und mit „wg. Careca“ versehen?
– Und? Wieviel war drin?
– Nichts. Mein Name wäre zu kurz und von Brauchitsch faltet keine Geldscheine. So barbarisch sei er nicht, hat er mir gesagt.
– Sie sgaten, von Brauchitsch spräche nur in äußerster Notwehr mit Nicht-Blaublütern. Er spach mit Ihnen? Was haben Sie ihm auf die Brust gesetzt?
– Geflickte Informationen.
– Ich dachte Flicks Leichnam sei schon gefleddert?
– Eben drum …
– Aha. Und der Freddy Quinn?
– Wollte zu neuen Ufern aufbrechen und da nähme er nur Seemänner mit.
– Becker?
– Er gab mir die Handynummer der Sandy Meyer-Wölden.
– Von der blonden Sandy?
– Genau der. Er meinte, die sei ganz nett. Aber er hat mich gewarnt. Die würde nicht nachdunkeln.
– Nachdunkeln. Soso. Ah ha.
– Da hätte man ihm vorher falsches erzählt. Er war froh mit einer SMS gekündigt worden zu sein.
– Soso. Zurück zum Camp. Was war das wichtigste, was sie aus dem Camp mitnehmen konnten?
– Die Beleuchtung und die Kameraausrüstung.
– Nein, ich meinte, was das Camp für sie persönlich eingebracht hat? So als Bereicherung für ihr jetziges Leben?
– Die steuerfreien von den Zuschauern gespendeten Gelder für die abgezogenen Kandidaten.
– Abgezogen? Ich dachte, die seien ausgebüxt.
– Erst ausgebüxt und dann von mir abgezogen.
– Sie meinten wohl „abgezockt“, oder?
– Oh yeah! That’s the word!
– Ah ha. Nun ja. Ich danke Ihnen für das aufschlussreiche Gewäsch.

Das Feuchtbiotop – Tag 4 (Zusammenfassung)


Liebe Freunde der Feuchtgebiete draußen vor den Empfangsgeräten,

vier Tage haben die Prominenten aus Show, Politik und Wirtschaft schon im Steuerhinterziehungscamp hinter sich gebracht.

Der Auszug von Patrick Lindner wurde im Gegensatz zu den anderen zuvor nicht mit einem warmen Händedruck seiner Mitinsassen begleitet. Patrick äußerte sich in einem Interview mit unserem Kommentator Michael Schuhmacher enttäuscht über seinen Auszug. Er meinte, dass er mehr verdient hätte als jenes fast auf Hartz-IV-Niveau liegendem Geld. Da läge ja mehr Geld auf der Straße, als man ihm hier gegönnt habe. Michael Schuhmacher meinte darauf, dass er sich mit „Straße“ und „liegen“ besser auskennen würde als mit einem Karnevalspräsidenten wie den Hartz, den vierten.

Michael Schumachers Ausführungen über den Kerpener Karneval seiner Jugendzeit konnten leider wegen Tonstörungen nicht in seiner Gänze von sechs Stunden aufgezeichnet werden, aber es sei Ihnen versichert, dass Patrick Lindner auch in Zukunft auf ihren Empfangsgeräten zu sehen sein wird.

Als die Insassen wegen einem technischen Fehler live Michael Schumachers Ausführungen mit bekamen, fiel der Satz – es ist nicht mehr nachvollziehbar, wer diesen Satz ausgesprochen hatte -, dass er so dumm wie sein Kinn lang sei. Als wir Michael Schumacher mit dieser Aussage konfrontierten reagierte dieser beleidigt und ließ energisch kurz angebunden dementieren, dass sein Kinn überhaupt lang sei. Leider konnten wir jenes Kurzdementi eines technischen Folgefehlers wegen leider nicht aufzeichnen.

Trotz dieses kleinen Eklats ist die Stimmung im Lager noch immer ausgezeichnet. Wir blenden mal kurz rein, denn geben alle einen alten Freddy Quinn Schlager zum besten …

Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR!
Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR!
Ihr lungert herum in Parks und in Gassen,
wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR!
Die Welt von Morgen sind bereits heute WIR!
Wer bleibt nicht ewig die lautstarke Meute? WIR!
Wer sagt sogar, dass Arbeit nur schändet,
so gelangweilt, so maßlos geblendet? IHR! IHR! IHR!

Die Prüfung des gestrigen Nachmittags stand ganz im Zeichen der Mittwochslottoziehung und dessen Jackpott von 28 Millionen Euro. Es galt binnen 10 Minuten 100 Lottoscheine für „6 aus 49“ komplett auszufüllen. Als Belohnung wurde allen beteiligten eine steuerfreie Auszahlung von 40.000 Euro für den Fall geboten, dass keiner der Scheine den Jackpott knacken sollte.
Leider wurde die Prüfung nicht bestanden. Otto Graf von Lambsdorff, von Brauchitsch und Graf Zumwinkel bestanden auf eine persönliche Referentin, die diese Aufgabe erledigen sollte. Von ihnen kam somit kein Beitrag zur Erfüllung der Aufgabe. Boris Becker und Freddy Quinn fielen dabei auf, dass sie entweder zu viele oder zu wenige Kreuze setzten.
Zur Strafe wegen der verlorenen Challenge wurde allen Beteiligten 10 Prozent von deren Kontostand abgezogen. Zumwinkel drohte zwar sofort mit seinem Auszug und seinem Rechtsanwalt. Wir ließen aber durch Security-Beamte der „Sonderzugreifftruppe Greifswald“ sofort dessen iPhone konfiszieren und Herrn Zumwinkel per Spritze ruhig stellen. Leider existieren keine Bilder dazu, weil wir die technischen Störungen von zuvor noch nicht behoben hatten.

Aufgrund dieses nicht wirklich erfreulichen Zwischenfalls verzichteten wir heute auf den Auszug eines der Camp-Teilnehmers.
Und bevor jetzt einige aufgeregt zu den Telefonhörern greifen werden, wird haben Herrn Zumwinkel sein iPhone freilich wieder zurück gegeben, nachdem er sich uns gegenüber wieder kooperativ gezeigt hat. Auch in seinen ersten Gesprächen mit seiner Frau und seinen Managern direkt nach der Rückgabe seines iPhones konnten wir keine weitere Widerborstigkeit von ihm feststellen. Seine Gespräche mit den Angerufenen verliefen in einer freundlichen und konstruktiven Atmosphäre, so unser informeller Mitarbeiter für „Akustik- und Tonangelegenheiten“.

Ansonsten verlief der Rest des Tages harmonisch und ohne Konflikte begleitet von Freddys Gitarre und Gesang.

Morgen steht die ultimative Challenge für die Campinsassen auf dem Plan. Durch konzertierte Aktionen werden alle vier Insassen die Deutsche Bahn AG kaufen und dazu bei diversen Landesbanken hohe Kredite aufnehmen. Danach werden sie gemeinsam feststellen, dass wegen der Finanzkrise die WestLB und BayernLB plötzlich ihr Geld wieder haben wollen. Im Interesse der Sicherheit der Arbeitsplätze der Arbeiter und Angestellten der Deutschen Bahn AG, die alle in den Wahlkreisen der Minsiterpräsidenten, MdB und MdLs einen Bahnhof unterhalten, werden sie dann von der Bundesregierung ein Konjunkturpaket fordern (in Form von Peanuts).
Ziel ist es, ein Geldübergabetermin bis morgen abend auf einem Arbeitsplatzrettungsgipfel zu vereinbaren, an dem dann fünf große Samsonite-Koffer mit nicht registrierten Scheinen aus dem Konjunkturpaket gefüllt werden.
Danach wird die Deutsche Bahn AG wieder an dem Mehdorn verkauft, das geschuldete Geld an die Banken zurückgezahlt und das eingenommene Geld steuerfrei redlich unter alle Camp-Insassen aufgeteilt.

Wir können Ihnen schon jetzt einen spannenden Tag für morgen prophezeien, an dem hemmungslos steuerfreies Geld geschäfflert wird.

Non scholae sed vitae, wie der Lateiner zu sagen pflegt. Nicht für die Schule lernen wir hier, sondern fürs Leben.

Also schalten Sie morgen wieder ein zum
„Das Feuchtbiotop – Tag 5 – Die Zusammenfassung“

Das Feuchtbiotop – Tag 3 (Zusammenfassung)


Meine Damen und Herren,
ich begrüße Sie hier vom ehemaligen Bochumer Kohlebergwerk „Zeche Hannover“ vom dritten Tag des Feuchtbiotops.

Zu Anfangs eine traurige Personalie: Wir mussten uns von Verona und Franjo Poth verabschieden. Ein anonymer Anrufer hatte uns mitgeteilt, er sei im Besitz von Sex-Tapes, welche Verona und Franjo exklusiv beim … nun ja, Sie können sich ja denken wobei … zeigten. Da uns ja auch Kinder zusehen, hatte unsere Redaktionsleitung beschlossen, Verona und Franjo aus der öffentlichen Schusslinie zu nehmen, um Ihnen Zeit zu gewähren, darüber nachzudenken, dass man beim … nun ja, Sie können sich ja denken wobei … erstens das Licht aus macht und zweitens dabei nicht filmt.

Doch zurück zum Lager. Live hinunter ins Feuchtbiotop. Exklusiv hat sich prominenter Besuch angekündigt.

Vor fast drei Jahrzehnten fing er an, unermüdlich in seiner Branche tätig zu sein. Vormals einer der jungen Wilden zählt er heute zu Deutschlands Erfolgreichsten. Bekannt ist er in und aus Funk, Fernsehen, Sport und Politik. Niemand kann ihm nachsagen, dass er Berührungsängste habe, mit Menschen in Kontakt zu treten. Weder damals mit Möllemann, noch mit Merkel, Schmidt, Bohlen oder Verona Poth. Den einen gilt er als moralische Instanz, den anderen als das soziale Gewissen des kleinen Mannes. Er geht dahin, wo es schmerzt, und noch drüber hinaus. Er sitzt gerne in Studios, notfalls geht auch in Containern, wo Kameras stehen und ein Mikro frei ist. Mit geputzter Brille, freundlichem Lächeln und korrekten Wellen im Haar, so kennen wir ihn. Erst letzten Montag war er wieder im deutschen Late-Night-Talk-Fernsehen von der ARD. Fragen perlten genauso an ihm ab, wie an seinem Gegenüber. Guido Westerwelle war sein letzter Promi, heute ist er hier bei uns: Reinhold Beckmann.
Wir schalten jetzt direkt um ins Lager:

Liebe Campbewohner, liebe Grafen von und zu. Begrüßen Sie bitte den Meister des investigativen Interviews…

– Die schicken uns Jürgen Fliege!
– Oder die Meischberger.
– Ist die Meischberger farbig?
– Quatsch! Kerner kommt.
– Warum nicht der Geissen?
– Ich will den Pilawa!
– Der Geissen soll kommen. Ich möchte seine Frau kennenlernen! Die hab ich schon im Playboy gesehen gehabt.
– Äh, ist die vielleicht farbig?
– Ann Will will ich!

… begrüßen Sie den Moderator aus 10 Jahre „Beckmann“. Begrüßen Sie Reinhold Beckmann.

Beckmann: Steuerhinterziehung ist so aktuell wie nie. Immer mehr Menschen finden sich vor Oberlandesgerichten wieder, weil der Staat noch Geld von denen zu erhalten hat. Die Ausrede vor Gericht, die Steuergesetzbücher seien zu dick und man sei mit dem Lesen noch nicht fertig geworden und hätte daher vergessen, Steuer zu zahlen, wird meist mit der Auffüllung des persönlichen Vorstrafenregisters durch deutsche Gerichte belohnt. Unsere heutigen Gäste sind alle ohne Ausnahme vorbestraft, also Straftäter. Da muss ich noch mal nachfragen. Freddy und Patrick, ihr beide habt ja letztendlich gesungen, vor dem Richter. Um Strafmilderung zu erreichen. Was macht das mit euch? Wie fühlt sich das an?
Lindner: Also mich macht das betroffen.
Quinn: Sturzbetroffen.
Beckmann: Das will ich genau rausarbeiten. Vorbestraft. Darf man das? Herr Von Brauchitsch? Herr Otto Graf Lambsdorff?
Von Brauchitsch: Bestraft vor wem? Passt das in einem Briefumschlag? Welchen Namen muss ich draufschreiben? Wegen wem?
Lambsdorff: Hauptsache man ist nicht bestechlich, Herr Beckmann. Und für Briefumschläge gilt bekanntlich das Postgeheimnis.
Beckmann: Postgeheimnis. Da sind wir bei Ihnen, Herr Zumwinkel. Wie fühlt sich das an? Sie ließen gestern verlauten, bei Ihrer Hausdurchsuchung wäre es zugegangen wie auf einer Bambi-Verleihung. Sie kennen sich aus, sie haben ein Bambi erhalten. Wie sieht es bei einer Bambi-Verleihung aus?
Zumwinkel: Unverschämt war das. Die Beamten sind bei mir einfach eingedrungen, ohne sich vorher anzumelden. So was macht man doch nicht, oder, Herr Beckmann. Haben denn die keine gute Kinderstube? Und überhaupt Postgeheimnis. Höre ich etwa Briefe ab?!?
Beckmann: Das ist interessant. Das will ich jetzt genau rausarbeiten. Herr Becker, auch Sie haben ein Bambi erhalten und sind inzwischen auch vorbestraft. Macht das Bambi anfällig für Einträge ins Vorstrafenregister?
Becker: Äh, ich sach da mal so. Also, so ein Stück weit, so aus dem Bauch raus. Rehbraune Bambiaugen faszinieren mich schon immer.
Beckmann: Hmmm, interessante Geschichte. Augen sind wichtig. Der Spiegel der Seele. Das verstehe ich. Aber was macht das mit uns? Und: Wo sind wir hier eigentlich? Das will ich jetzt genau rausarbeiten.

Meine Damen und Herren, an dieser Stelle müssen wir uns aus dieser hochinteressanten Gesprächsrunde über investigativer Steuerhinterherziehung ausblenden.

In der Zwischenzeit hatten wir Anrufe beunruhigter Mütter erhalten, die sich wegen den Sex-Tapes der Poths besorgt gezeigt hatten. Da ja hier auch Kinder zuschauen und damit konfrontiert werden könnten, unsere Botschaft an die Kinder:

„Liebe Kinder! Bitte nicht, nie, niemals nicht, unter keinen Umständen nie-nie-niemals-nicht nachmachen! Sex ist nichts für Euch! Ist pfui! Ist bäh!“

Den beunruhigten Vätern werden wir später in unseren Nachrichtensendungen bekannt geben, welche Internetadresse sie explizit für ihre Kinder sperren müssen, damit diese nicht die Sex-Tapes der Poths herunterladen können.

Und nun noch schnell den Namen des Kandidaten mit dem niedrigsten Kontostands:
Patrick Lindner.
Seine 371 Euro werden wir ihm in einem von Brauchitsch persönlich abgezeichneten Briefumschlag zustellen. Freilich erst dann, wenn uns Herr Zumwinkel verrät, welche Briefmarke wir draufkleben müssen.

Wir schalten um zur Werbung.

Das Feuchtbiotop – Tag 2 (Zusammenfassung)


Und auch heute, meine Damen und Herren draußen an den Empfangsgeräten, bieten wir Ihnen eine Zusammenfassung des gestrigen Tages.

Kaiser Franz ist leider nicht mehr als Kommentator dabei. Er hat den Michael Ballack gestern persönlich nach London zurück begleitet. Dafür wird sich Michael Schuhmacher nun ganz seiner Kommentatorenrolle hingeben.

Gestern gab es hat auch einen Anruf seitens der CSU-Politikerin Angela Lieblich gegeben. Sie wollte wissen, ob wir hier wie ZDF und RTL auch Kot als Quotenfänger präsentieren werden. Da hatte sich der Michael Schuhmacher gleich direkt ins Gespräch eingeklinkt. Er selber habe ja nichts gegen Kot. Er habe schließlich auch Kotflügel an seinem Auto. Und die seien übrigens rot. Zwar würde er jetzt eher für Nordrhein-Westfalen international werben. Also mit Motorrad und ohne Kot, äh Kotflügel. Aber das sei ja nicht verwerflich. Denn ansonsten synchronisiere er ja auch rote Ferraris in Zeichentrickfilme und das sei höchst kompliziert, denn die Synchronität zwischen …

Das Gespräch konnte leider wegen Tonstörungen nicht in seiner Gänze von vier Stunden aufgezeichnet werden. Aber es sei Ihnen versichert, Frau Angela Lieblich wurde nicht mit blutendem Ohr an ihrem Hinterbänklertisch aufgefunden.

Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen des Urteils von dem Bochumer Landgericht.
Das Urteil gegen Zumwinkel (zwei Jahre auf Bewährung plus 1 Million Euro Strafe) wurde mit einem allgemeinen Kopfschütteln von allen Beteiligten zur Kenntnis genommen. Boris Becker verwies darauf, dass er für die Hinterziehung von 1,7 Millionen Euro nur eine Strafe von 500.000 Euro plus zwei Jahre Bewährung erhalten hatte. Selbst Freddy Quinn musste für 900.000 Euro Hinterziehung nur 150.000 Euro Strafe plus zwei Jahre Bewährung verkraften. Selbst Patrick Lindner zahlte nicht mehr. Und Lambsdorff selber zahlte mit einem Ministeramt plus ca 90.000 Euro Strafe.
Allein Peter Graf und von Brauchitsch waren den Tränen nahe:
Graf erhielt dreieinhalb Jahre Knast ohne Bewährung für über 6 Millionen Euro Hinterziehung. Der ehemalige Flick-Manager von Brauchitsch erhielt zwei Jahre Gefängnis, die aber gegen eine Zahlung von 250.000 Euro auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden.
Schließlich nahm Otto Graf Lambsdorff beide tröstend in die Arme und beruhigte sie, sie sollen sich nicht aufregen, Steuerhinterziehung sei ein weit verbreiteter Vorgang. Also nichts schlimmes. Schlimmer wäre es doch, würden die Roten ab Oktober in Berlin allein regieren.

Auf das Stichwort „Roten“ hin, kommentierte Michael Schumacher auch gleich sofort. Rot sei für ihn kein Problem. Da sei er tolerant. Er habe damals auch für rote Autos seine Synchronstimme gegeben und noch heute könne er seine Sätze auswendig. Er würde sie auch gerne aufsagen, aber leider habe er den Zettel verbummelt, auf denen die Sätze standen. Aber er hätte den Chef des Synchronstudios schon angeschrieben und der wolle ihm eine Abschrift seiner Synchronpassagen …

Michael Schumachers Aussagen konnten leider wegen Tonstörungen nicht in seiner Gänze von zwei Stunden aufgezeichnet werden, aber es sei Ihnen versichert, das Moderatorenpaar Verona und Franjo Poth wurde nicht nicht mit blutendem Ohren aufgefunden.

Um die Camp-Kandidaten auf andere Gedanken zu bringen, wurde am Nachmittag die nächste Prüfung, eine Binnen-Aufgabe, angesetzt.
Binnen 30 Minuten sollten so viele Steuertipps aus dem geschenkten Konz der legalen 1000 Steuertricks genannt werden wie nur möglich. Dank Lambsdorff brachte es die Gruppe dann auf 1314 Tricks.

Verlassen musste das Camp im übrigen Peter Graf. Er erhielt 125 Euro aus seinem Kontostand. Auf die Nachfrage von Verona Poth, ob er das gewonnene Geld eventuell für notleidende Geschäftsunternehmer verwenden wolle, nickte er und steckte das Geld ein. In einer Großaufnahme sah man, wie Franjo dabei betroffen ein Tränchen verdrückte.

Auch diesmal verfasste die Gruppe wieder einen solidarischen Dankes-Brief für den Augeschiedenen. Von Brauchitsch hatte dann auch den entsprechend adressierten Briefumschlag mit Inhalt („wg. Graf“) gestiftet, Zumwinkel konnte jedoch erneut keine Auskunft darüber geben, welche Briefmarke denn auf den Brief gehöre.

Wie wir übrigens heute noch kurz vor Redaktionsschluss erfuhren, hat sich für morgen ein Promi angekündigt. Wer es sein wird, erfahren Sie morgen.

Jetzt aber wieder zurück zur Werbung nach Köln.
Und sehen sie danach unsere hochaktuelle Reportage:
„Maria-Elisabeth Schaeffler – eine selbstbewusste Frau plant ohne Gummi aber mit Staatsalimente“.

Das Feuchtbiotop – Tag 1 (Zusammenfassung)


Der gestrige Tag hielt schon die erste Überraschung parat.

Kandidat Nummer 9 und 89malige Nummer 13-Träger des DFBs, Michael Ballack, musste kurz nach dem Einzug leider seine Sachen wieder packen. Er habe einen Termin beim Münchener Bussi-Bussi-Starfriseurladen „baSH Club“. Der von Joachim Löw kontrollierte Leitwolf Ballack monierte, seine Fönfrisur sei ein wenig zu lang geworden und so könne er nicht arbeiten.

Kaiser Franz kommentierte später die Szene knurrend: „Manchmal sind mir die Empfindlichkeiten ein bisschen zu groß. Das ist ein Mimosenhaufen geworden, das ist schier unglaublich. Die sollen ihren Mund halten und Fußball spielen.“

Als die restlichen Kandidaten bestürzt die Nachricht erhielten, dass Ballack wieder gehen würde, wollten sie diesem einen Dankes-Brief für seine Teilnahme schicken. Das Vorhaben scheiterte am Porto. Peter Graf hatte zwar einen 50 Euro-Schein für Briefmarken und von Brauchitsch den entsprechend adressierten Briefumschlag mit Inhalt („wg. Ballack“) gestiftet, jedoch konnte Zumwinkel keine Auskunft darüber geben, welche Briefmarke auf dem Brief geklebt werden müsse. Als Ersatz stimmte Freddy Quinn stattdessen auf einer Gitarre im Duett mit Patrick Lindner ein wohl gelauntes „Junge, komm bald wieder“ an.

Während Boris Becker und Peter Graf sich im Hintergrund über Steffi und Grafiker im allgemeinen unterhielten, wurde Paul Schockemöhle derweil als erster von den Zuschauern rausgewählt. Paul Schockemöhle verzichtete auf seinem ihm zustehenden Kontostand zugunsten notleidenden Unternehmern und Bänkern und übergab das erhaltene Geld der Moderatorin Verona Poth. Diese leitete den Betrag direkt und unverzüglich weiter und Franjo bedankte sich darauf artig für den erhaltenen einen Euro.

Kurz vor dem Schlafengehen erhielten dann die Campbewohner noch die bereits ersehnte Prüfung. Die Gruppe sollte darstellen, wie es ist, wenn man kein Geld mehr hat und deshalb am Stock gehen muss. Otto Graf Lambsdorff bewältigte die Aufgabe wortlos mit seinem Stock im Alleingang bravurös binnen Sekunden.

Als Belohnung für diese erfolgreich absolvierte Prüfung erhielt jeder aus der Gruppe ein Konz Taschenbuch. Die enthusiastische Freude über 1000 ganz legale Steuertipps für das Jahr 2008 wurde dann aber von jedem Teilnehmern in deren Bescheidenheit gekonnt versteckt.

Das Feuchtbiotop – Prolog (Die ultimative Fernseh-Show)


Meine Damen und Herren,
liebe Fernsehzuschauer,
liebe lesende Schwerhörige auf Videotexttafelseite 351,
liebe sehbehinderte Zuhörer mit Bildsuchlauf,
liebe Kinder und Kleinstkinder
ich begrüsse Sie hier vom ehemaligen Bochumer Kohlebergwerk „Zeche Hannover“ zu unseren neuen Show

„Das Feuchtbiotop“.

Unter der Leitung des reizend insolventen Moderatorenpaares Verona und Franjo Poth werden 9 Kandidaten bekannt aus Sport, Politik, Werbung, Wirtschaft und Fernsehen für Sie daheim an den Fernsehgeräten spannende und lehrreiche Prüfungen bestehen.
Prüfungen, die sich gewaschen haben.
Prüfungen, bei denen die Kandidaten beweisen können, wie sie waschen können. Und zwar Geld. Schwarzgeld. Sie werden uns Tipps geben, wie Geld wieder blütenweiß wird, ohne zur Blüte zu gelangen. Sie werden Tricks erfahren, bei denen Hartz-4-Bürger begeistert Bröckchen lachen werden. Von denen selbst Steinmeier und Merkel noch was lernen können.

Eine Woche lang werden 9 Kandidaten genau dort wohnen, wo die Steuerfahndung sie bereits schon einmal aufgegriffen hatte: am monetären Feuchtbiotop, dem Steuerhinterziehungssumpf.

Sie, liebe Menschen daheim an den Fernsehgeräten, werden Zeuge einer spektakulären Krötenwanderung. Und wie sich unsere Kandidaten für deren Kröten mit Herz und Hirn einsetzen, dass keine Kröte überfahren wird. Sie werden den Kröten Tunnel graben und egal wie schleimig sie ausschauen mögen. Sie werden ihre Kröten herzen, knuddeln und liebkosen.

Seien Sie dabei, wie unsere staatlich geläuterten Kandidaten sich über Steuersparmodelle austauschen werden. Wie sie ihre Mäuse hegen und pflegen, ohne dabei das Mausen zu lassen. Wie sie ihre Knete kneten, ihre Asche äschern, ihren Zaster rastern und hier an der ehemaligen Zeche ihre Kohle fördern, während die Zeche von anderen bezahlt wird.

Sie werden über ihr Vorstrafenregister philosophieren und darüber, welche Posten sie bei renommierten Unternehmen zur Resozialisierung als Straftäter erhalten oder erwirtschaftet haben.

Aber auch für Sie ist dabei etwas drin.
Sie lernen nicht nur was fürs Leben. Sie können auch was gewinnen. Sagen Sie uns, wer von den Kandidaten Ihr Sumpf-Favorit ist, und gewinnen Sie mit etwas Glück die Abwrackprämie von einem dieser Steuerhinterzieher und dessen steuerermäßigten Luxusauto im Werte von 2.500 Euro.

Überweisen Sie dazu jeweils immer ein Euro auf das Konto eines der Kandidaten und der mit dem niedrigsten Kontostand scheidet aus.
Jeder Kandidat erhält beim Ausscheiden seinen Kontostand steuerfrei als Gewinn ausgezahlt. Der Sieger am Schluss der Woche erhält zusätzlich noch eine Siegerprämie von 60.000 Euro aus dem Sozialfonds für straffällig gewordene Prominente.

Als hochkarätige Kommentatoren, die ihren Senf zu den ausgeschiedenen armen Würstchen geben werden, konnten wir seine Hoheit den Kaiser Franz Beckenbauer – ein in Österreich lebender Millionär – und seine Durchlaucht den Flitzer Michael Schuhmacher – ein in der Schweiz lebender Millionär – verpflichten. Regelmäßig werden sie die Steuerspartipps kommentieren und auch von ihren Erfahrungen mit Steueroasen berichten.

Das ganze haben wir für Sie mit den 25 Jahren Erfahrung im Privatfernsehbereich in vorzüglichem High-Tech aufgerüstet:
Die Bilder aus dem Sumpf-Camp werden in HDTV und Dolby-Digital 5.1 ausgestrahlt. Damit können Sie den ganzen Sumpf noch deutlicher sehen und Ihnen wird kein noch so kleines Geräusch entgehen.

Und hier die Kandidaten!

Kandidat Nummer 1:
Boris Becker

Namensgeber der „Becker-Rolle“ am Netz (nicht zu verwechseln mit seiner in der Öffentlichkeit bekannten „Prinzenrolle“ für dunkles) mit nachfolgender Becker-Faust. Die „Becker-Rolle“ ist auch als „Becker-Hecht“ bekannt. Hierbei handelt es sich bei dem „Becker-Hecht“ nicht um ein Tier und er darf auch nicht mit der philippinischen „Bufonaria borisbeckeri„-Schnecke verwechselt werden. Aber Namenspate für die Schnecke ist Boris Becker trotzdem.
Desweiteren ist BB legendär wegen seines bekannten postorgasmischen Ausrufs „Ich bin drin“. Drin ist er nicht nur im Internet sondern auch als Poker-Face in der Werbung und ebenfalls damals auch als Hauptdarsteller von Gerichtsverhandlungen.

Kandidat Nummer 2:
Joachim Albrecht Eberhard Kurt Konrad Ferdinand von Brauchitsch

Ein Mann mit verdammt langem Namen und noch verdammterer Flick-Spenden-Affäre-Karriere. Er bewies, dass er ein Meister im Verpacken von Geldscheinen in Briefumschlägen ist. Er gilt ferner als Erfinder der Abkürzung „wg.“ (wegen), mit der die Spenden gezeichnet wurden („wg.“ gefolgt vom Namen des Empfängers). Prominente Empfänger dieser Briefumschläge waren unter anderen Franz Josef Strauß, Helmut Kohl, Walter Scheel (FDP) und Hans Friderichs (FDP).
Ein weiterer Empfänger hatte auch so einen Briefumschlag erhalten und dann nicht versteuert. Jener Briefumschlag wurde nach unbestätigten Gerüchten nur deswegen gefunden, weil der Name darauf fast so lang wie der von Brauchitsch war. Er hieß …

Kandidat Nummer 3:
Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge Graf Lambsdorff

Ein Musterbeispiel für resozialisierte Kriminelle mit Krückstock. Ihm wird fälschlicherweise der legendäre Satz „Geld? Brauchitsch nich“ untergeschoben. Straffällig geworden und am 16. Februar 1987 rechtswirksam vorbestraft half die FDP ihm im Jahre 1988 auf den Parteivorsitzsessel.

Kandidat Nummer 4:
Klaus Peter Richard Otto Zumwinkel

Das neue schwarze Schaf vom Niederrhein, ein erfolgreicher Briefmarkenkleber (feuchte Zunge, trockene Rede), Manager des Jahres 2003, Sprachpanscher des Jahres 2002, ausgezeichnet mit dem Medienpreis Bambi, dem Großen Bundesverdienstkreuzes und einen weiteren Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Er war beinahe erfolgreicher Gründer der Liechtensteiner Pseudo-Stiftung „Devotion Family Foundation“.

Kandidat Nummer 5:
Patrick Lindner

Schlagersänger, Moderator, Schauspieler und für ältere Frauen der ideale Schwiegersohn, der niemals seine Frau mit anderen Frauen betrügen würde.

Kandidat Nummer 6:
Freddy Quinn

Ebenfalls Schlagersänger, Moderator, Schauspieler, dazu noch Artist, Bundesverdienstkreuzträger I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und Inhaber der Biermann-Ratjen-Medaille. Der gute alte Freddy, der nicht mit Gammlern verwechselt werden will.

Kandidat Nummer 7:
Paul Schockemöhle

Springreiter, Fast-Olympia-Sieger, ehemaliger Pferdebarrer und jetziger Geschäftsmann.

Kandidat Nummer 8:
Peter Graf

Gelernter Versicherungskaufmann und Gebrauchtwagenhändler. Auf Basis dessen weitergebildet zum Tennistrainer, ehemaliger Finanzberater von Boris Becker und Vater von Tennis-Wunderkind Steffi Graf.

Kandidat Nummer 8:
Michael Ballack

Balltreter, mehrfacher „Deutschlands Fußballer des Jahres“-Sieger und Liebhaber von unverzollten Handtaschen aus Schlangenleder.

Meine Damen und Herren!
Das Spiel beginnt!

Die Sumpfcampbewohner werden vorgefahren und steigen aus. Von luxuriösen Stretchlimousinen über Audis Q7 bis hin zum röhrenden weißen Hummer ist alles, was bedeutenden Hubhohlraum unter der Haube hat, vertreten.

Keine Sorgen, meine Damen und Herren.
Die Fahrzeuge, die Sie jetzt sehen sind zwar alles spritfressende SUVs, aber jedes einzelne Fahrzeug hat die grüne Plakette, so dass man mit denen auch innerhalb den Umweltzonen der Großstädte schnell von Tankstelle zu Tankstelle kommt.

Ich denke, wir lassen die Bilder auf uns wirken und schalten jetzt wieder zurück nach Köln. Zur Werbung.

(Diese Sendung wurde Ihnen gesponsert durch die Dresdner Bank und staatliche Commerzbank. Ihre Beraterbank. Das ist nicht mehr normal für eine Bank …)