Zahlenspiegel

Die Bayern-Wahl ist gelaufen, die Hochrechnungen stabilisieren sich und geraten in die Nähe der wirklichen Wahlergebnisse.

Was für ein Tag!
Die CSU verliert über 17% und braucht jetzt einen Mithelfer beim Regieren.
Bayern, dieses Musterländle eines „50-plus-X-Prozente“-Parteienstaats.

Nun ja.

Was sagt uns dieses Ergebnis?

Die Sendung QUER des Barischen Fernsehens hat da mal nachgehakt. Und zwar vor den Wahlen. Da die Landtagswahl zum „Oktoberfest“ stattfand, hatte die Redaktion der QUER-Sendung sich wahllos Freiwillige aus den Wiesnzelten abgegriffen und diesen der Wahlzettel gereicht. Der Wahlleiter dieser Bierzeltumfrage stellte dann noch den Alkoholzustand des Befragten fest („nüchtern“,“angetrunken“ und „volltrunken“) und wertete dann später aus.

Im angetrunkenen oder volltrunkenen Zustand kam die CSU auf 60% der Stimmen, also soviel wie vor fünf Jahren.
Die SPD erreichte bei den angetrunkenen oder volltrunkenen Wählern eine Gunst von 20%.
Die FDP lag erst im nüchternen Zustand bei einer 27%igen Fangemeinde. Im volltrunkenen Zustand wollte die aber keiner wählen.
Dafür erreichten die Grünen bei volltrunkenen Wählern gerade die 20%-Marke. Nüchtern fanden sich allerdings nur bei 13,6% der Wählern ein Kreuzchen wieder. Und im angetrunkenen Zustand sank der Beliebtheitsgrad sogar auf kümmerliche 6,7 %.

Was sagt uns nun dieses nun verglichen mit der heutigen Wahl?
– Heuer waren die CSU-Wähler alle nüchtern zur Wahlurne gegangen.
– Die SPD-Wähler mussten sich vorher Mut antrinken, um ihr Kreuzchen bei der SPD zu setzen.
– Das gleiche gilt für die Wähler der Grünen. Oder liegt es daran, dass die Supermärkte zuhaben und die ganzen BIONADEntrinker zuhause blieben? Egal.
– Nur die knappen 8% der FDP lassen sich irgendwie nicht zuordnen. Denn angetrunken würden 13% diese Partei gewählt haben und im volltrunkenen Zustand niemand. Die FDP-Wähler müssen wohl in einem Zwischenstadium zwischen angetrunken und volltrunken gewesen sein, sozusagen im Bierhimmel der Glückseeligen.

Und zu guter Letzt erklärt sich nun auch die Becks-(tein)sche List, mit zwei Mass Bier für Autofahrer zu werben. Wären die Bayern mit mindestens zwei Mass Bier angetrunken oder gar volltrunken zur Wahlurne gefahren, dann läg die CSU bei berauschenden 60% vollgesoffen heute abend bei der Wahlparty unterm Tisch.

Aber so?

Kein Vollrausch.
Noch nicht einmal angetrunken.
Aber jetzt schon mit einem riesigen Kater.
So ist die CSU heute Abend aufgewacht.
Mit vier Sitzen an der absoluten Mehrheit vorbei.
Aus ist’s mit der demokratischen Einparteienherrschaft in Bayern …
Was bleibt uns da nur noch? Richtig, traurig über eine MAss die Bayernhymne zu intonieren. Gott mit dir, du Land der Bayern, Gott mit dir, dem Bayernvolke. Und erhalte dir die Farben Seines Himmels, weiß und aber nicht blau, sondern nüchtern.

Und jetzt noch ein echt bayrisches Himmiherrgottzefixallelujascheissglumpvarrecktsdozüpfüklotscher-Prost.
Und gut is.

Ach ja, die denkwürdige Umfrage der QUER-Redaktion findet sich im übrigen hier.

Der Wahl-Fang-Tag

Die CSU bei 47 Prozent prognostiziert, der Bayern München ist Tabellenneunter und seit zwei Spielen geschlagen. 1860 kommt auch nicht aus dem Quark und Franz-Josef Strauß ist immer noch nicht wieder auferstanden.
Am Wahltag dann auch noch strahlend blauer Himmel und die Sonne lacht sich an Himmel schlapp,bis dass sie untergeht.
Was kann da noch schlimmeres kommen? Ach ja, in ein paar Minuten die ersten Hochrechnungen.
Nebenbei: Zur Landtags-Wahl steht auch die ‚Violette Spiritualistenpartei‘. Kandidatin auf meinem Zettel war Frau Blau. Aber zumindest violett . . . .

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Das globale Dorf

Weltbloggertreffen? Die Welt ist nicht genug. Ich komm erst, wenn es nen Universumbloggertreffen gibt. Am besten, wenn dann sowas auf Mars stattfindet. Denn Berliner gibts zu Karneval schon genug zu futtern. Da sind mir Mars-Riegel zur Abwechselung auch ganz lieb … .

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Die Wissenschaft hat festgestellt …

Die amerikanische „Nielsen Norman Group“ hat festgestellt, dass deren Probanten am PC die ersten Zeilen eines Textes folgten, dann aber stark mit dem Lesen nachließen, um dann in der Mitte des Textes nochmals aufmerksam zu werden und dann mit wachsender Unaufmerksamkeit den Rest zu lesen.

Insgesamt folgte die Lesegewohnheit einem F-Muster:
Erste Zeilen lesen, dann nur noch die Anfänge der nächsten Zeilen. In der Mitte vom Text wird erneut gelesen und dann bis zum Schluss wieder nur die Anfänge. So wird das untere linke vom Text noch wahrgenommen, aber das rechte untere Seitenende fast kaum noch.

Das ist auch gut so, werden jetzt einige deutsche Web-Seiten-Besitzer mit Sitz in Dubai, Saudi Arabien, Eritrea oder sonstwo denken. Denn oben befindet sich das Werbeangebot, in der Mitte muss man seine Daten eintragen und links unten ist dann der Knopf auf dem „Senden“ oder „Abschicken“ steht.
Und rechts unten steht dann in Kleinstbuchstaben „Dieses Angebot ist ein Abo und kostet 27,90 Euro im Monat.“
So tappt der unbedarfte Internetnutzer in eine Kostenfalle, auf die er durch eine Rechtsanwaltskanzlei oder ein Inkassobüro aufmerksam gemacht wird.

Dieses Internet-Leseverhalten ist nun wirklich nichts neues. Viele Menschen haben dieses Verhalten. Und bei Computer- und Internetbenutzern findet sich insbesondere dieses ausgeprägte Merkmal des „F-Muster-Querlesens“.

Selbst dieser Eintrag ist zu lang und nur wenige lesen noch diese Zeilen. Der Leser steht auf kurze knackige Einträge wie „Mir geht’s beschissen“ oder „Das Wetter ist ätzend“ oder …

… jetzt wird auch langsam klar, warum die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) der amerikanischen Lehmann-Brother-Bank nach Bekanntgabe deren Konkurses (nicht „Insolvenz“) 300 Millionen Dollar noch hinterher geschoben hatten. An den PCs der KfW saßen ein extremes Exemplar Mensch von diesen „F-Muster-Querlesern“. Denn dort hatte jener wahrscheinlich folgenden Text vor sich liegen:

Liebe Leute, schöner Tag heute, nicht wahr? Die Nachrichten vom Wochenende mitbekommen? Die Welt ist ja so mies. Oder etwa nicht? Damals war alles besser. Wirklich alles war besser. Da gab es noch eine Schoki gratis, wenn man für 30 D-Mark getankt hatte.
Das Wetter
ist ja nicht
gut. Es könnte
besser sein.
Es wird bald
Winter. Dumm, nicht?
Habt ihr schon
Weihnachtsgeschenke?
Einkaufen ist ein
echt harter Job.
Ganz im Gegensatz
zum Shoppen.
Shoppen ist ja
sowas von geil.
Fast genauso wie Geiz.
Apropos harter Job. Es steht wieder mal eine Überweisung an. Damit der Arbeitgeber was verdient. Ihr müsstet einer Bank in den USA Geld überweisen. Verdammt viel Geld. So an die 300 Millionen Euro. Das ist ne drei mit acht Nullen dahinter.
Was man damit
alles machen
könnte. Shoppen.
Shoppen. Shoppen.
Oder Neuwagen
kaufen. Oder Häuser
bauen. Apropos Häuser
und Immobilienmarkt.
Wegen der Bank.
Da ist da so ne
Sache passiert. Die ist seit heute pleite. Überweisen ist also nicht.

Und schwups, weg war die drei mit den acht Nullen.
Dumm nur, dass die restlichen Nullen mit ihrer Null-Verantwortung für Hirnnutzung vor dem Monitor danach auch nicht mehr greifbar waren.

Die Null an und für sich ist ja auch nur eine künstliche Zahl. Die Umschreibung für das komplette Nichts, wenn sie den anderen Zahlen voran geschoben wird. Daher wird sie dann auch weggelassen. Aber erst hinter anderen Nummern bekommt eine Nullen verdammt viel Gewicht. Denn sie verleiht der Nummer davor immer das zehnfache an Größe.

Nun ja.
F-Muster-Querleser.

Bis hierhin ist jetzt eh keiner gestoßen.
Ich bastel mir jetzt nen Knopf.
Setz ihn hier drunter und vielleicht drückt ja jemand nur so zum Spaß drauf und überweist mir dann ein drei mit acht Nullen … .

F-Muster-Querleser bei der KfW.
So ein Quatsch.
Analphabeten sind das …

Nebenbei: Bei mir steht rechts unten „nach oben“.
Wem ist’s aufgefallen? Wetten, das interessiert mal wieder keine Sau?

F-Muster-Querleser …

Wollt‘ ich nur mal gesagt haben.
Guten Morgen.

Krisenslalom der zweite (Fake der Woche)

Wenn das Postfach zweimal klingelt und der Spamfilter jodelt:

Sehr geehrter Empfänger meiner Email,

bitte löschen Sie meine Mail nicht. Es ist keine Spam, sondern ihre größe Chance in Ihrem kleinem Leben. Ich komme aus den USA und mein Name ist Lehmann. Natürlich nicht Jens, aber ich bin nur einfach einer der „Lehmann Brüder“.
Meine Geschichte ist eine dramatisch tragische. Und absolut wahre, wie sie aus der Presse entnehmen können.
Am Montag morgen war ich und mein Bruder absolut Pleite, weil das ganze Leben gegen uns schien. Doch dann kam da eine Überweisung von 300 Millionen Dollar aus Deutschland.

Alle wissen davon aus Funk und Fernsehen, klar. Und alle haben sich aufgeregt. Und alle meinten, das Geld sei auf immer und ewig verschwunden.

Aber keiner weiß, dass das Geld nicht weg ist. Wir haben nämlich schnell reagiert und all das schöne Geld auf einem kleinen Konto auf den Kaimanninseln zwischen geparkt. Jetzt wollen wir es von dort weg bekommen. Aber die Ermittler sind so habgierig.

Daher brauchen wir jetzt Ihre Hilfe. Sie können uns helfen und ihr Schaden soll es nicht werden.
Wenn Sie dort auf den Kaimanninseln ein Konto mit einem Grundvermögen von 10000 Dollar eröffnen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und von ihrem Konto auf unser Konto dann nur 5000 US-Dollar überweisen, dann erhalten wir ihr Bankdaten. Danach überweisen wir Ihnen völlig unkompliziert 1 Millionen US-Dollar plus den Transferkosten von 4 Dollar 95 Cent.

Sie brauchen sich das Geld dann auf ihr Privatkonto in Deutschland umbuchen lassen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und wir lassen es dann von unseren Safety-Guard-Mitarbeitern in großen Scheinen und kleinen Tüten abholen.
Ihnen wird dann exklusiv 10 % von den Inhalt der Tüten überlassen.

So haben wir dann beide was von dem ganzen: Sie die 10% abzüglich den 4 Dollar 95 Cent und wir nachher den kläglichen Rest aus der Überweisung aus Deutschland.

Hier nun unsere Kaimanninsel Konto-Daten: KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung) IBAN 300.000.000 beim vierten Kaimann von hinten links an der Piratenbucht südlich den Goldkästchen des Piraten der Karibik.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Lehmann (der eine der beiden Brüder)

Krisenslalom

„Wir machen den Weg frei“, sprachen die 37 Kontrolleure der Bank KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung).
Sprachen darauf zwei amerikanische „Lehmann Brüder“-Banker: „Das ist nicht mehr normal für eine Bank.“
Tja, Banken.
Wenn es sie nicht gäbe, man müsste extra Öfen anschaffen, um das ganze liebe Geld zu verbrennen.
Peanuts.

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Warum Beckstein Recht hat …

Weisheit

Beckstein kann das. Und darf das. So kurz vor der Bayern-Wahl und vor dem Bierfest in München mit ihren Wildbieslern (von Nicht-Bayern auch „Schweine“ oder auch „Wildpinkler“ genannt).

„Mit zwei Maß kann man noch fahren“, zitiert ihn die Abendzeitung und wird bewaffnet mit zwei vollen Maßkrügen in den Händen abgebildet. Und Recht hat er.

Warum?

Fünf Argumente, warum er Recht haben muss.

Erstens:
Mit zwei Maßkrügen hinterm Steuer schafft jeder das, was jeder geübter selbstdrehender Raucher kann: mit Fußen Gas geben und bremsen, mit den Oberschenkeln lenken und mit den Waden Gänge wechseln.

Zweitens:
Unser schlitzäugige Franken-Bayer hat von den japanischen Shogune gelernt. Was denen deren Sänfte ist, das ist unserem Bier-Beckstein der eigene Fahrer. Würden sich mehr Biertrinker Fahrer einstellen, gäbe es weniger Harz-IV-Empfänger.

Drittens:
„Mit zwei Maß Wasser kann man noch fahren“, kann ein bayrischer Politiker niemals nicht sagen. Würde das doch ernsthaft bedeuten, es könne überhaupt jemanden geben, der einem bayrischen Ministerpräsident jemals das Wasser reichen könne. Sowas wäre in Bayern häresie-gleich.

Viertens:
Siehe auch erstens bis drittens.

Und fünftens:
Sowieso.

Jo mei.

Da fällt einem nichts mehr zu ein. Außer vielleicht noch der CSU-Politiker Otto Wiesheu. Mit 1,75 Promille hatte er bei einem Verkehrsunfall einen seiner potentiellen Wähler getötet und einen Menschen schwer verletzt.

Soweit zum Thema, wie ungefährlich das Fahren unter Alkoholeinfluss für den Fahrer eines Autos an und für sich ist. Wiesheu war ehemals Verkehrspolitiker und sitzt jetzt bei der Deutschen Bahn im Vorstand.

Und das ist jetzt vielleicht das letzte Argument, dass man mit zwei Maß generell in Bayern auch noch vorwärts kommt. …