Lebenswichtiges für Beamte?

Ich hab mich schlapp gelacht.
Gerade las ich hier, dass im Marseiller Spital La Timone eine Besonderheit des Gehirns eines französischen Beamten erkannt worden ist. Sozusagen eine praktische Evolution des Lebens.

Leute der Evolutionstheorie aufgemerkt:
Der Beamter hatte ein stark verkleinertes Gehirn und einen IQ von 75 (100 ist Durchschnitt). Beides reichte vollkommen aus, seine Arbeiten zur vollständigen Zufriedenheit im Beamtensystem zu erledigen.

Dass nicht viel Hirn auch fürs deutsche Beamtentum erforderlich ist, kann man auch hier im folgenden nachlesen.

Und nu? Was folgern wir daraus?
Burokrauts mit wenig Hirn haben sich den maximalen Erfordernissen des Lebens angepasst …

Also nichts neues …

Veröffentlicht unter Privat

Generation "Vodka Red Bull"

Das ist mein Beitrag zur Blog-Parade von Frank Lloyd: Komasaufen – Wie schlimm steht es um unsere Jugend?
Ein Re-Up sozusagen, da ich schon mal zu diesem Thema gleiches schrieb.
Weitere Beiträge zu dieser Blog-Parade finden sich bei Frank Lloyd

Es ist Freitag abend.
Ich streife lauernd durch die Gänge des ReWe-Supermarktes.
Wo sind die chinesischen Nudeln? Und haben sie diesmal endlich die Geschmacksrichtung „Ente“? Oder wieder dieses billige Ersatzzeug, was so labbrig schmeckt, dass es einem schon um die Hitzebelastung der Herdplatte leid tut deswegen?

Während ich mich in den Untiefen der Regale verliere, kommt eine Gruppe Jugendlicher vorbei und bleibt direkt vor meinem Einkaufswagen stehen. Der eine hat eine Flasche „Wodka Gorbatchow“ und ergreift gerade ein Werbepaket „Jägermeister“, welches sich beim Regal davor befindet. Den anderen gefällt das nicht. Sie wollen mehr „Red Bull“ und irgendwie reicht deren Geld für alles nicht. Nach kurzer aber intensiver Diskussion wird der „Jägermeister“ wieder zurück gestellt und der offensichtlich älteste kriegt Geld für die Flasche, während sich die anderen Richtung „Red Bull“-Kühltonne aufmachen.
Später sehe ich sie auf der Staße vor mir gehen. Die Flasche erscheint wie eine Trophäe. Der ältere hält sie, aber die jüngeren flirten die Flasche an wie eine Edelschnitte. Sie ist noch verschlossen und die Truppe zieht sich nach „erfolgreicher Jagd“ zurück. Um die Beute redlich zu teilen?

An den Bushaltestellen lächelt mich die Werbung von APEROL an. Eine vielleicht 25-jährige Badenixe im Einteiler vor einem Pool. Dabei noch ein Wassermann.
Mir fällt die „Jägermeister“-Werbung mit den beiden Hirschen ein. Und auch deren „Jägermeister-Shop“. Immer laufen jüngere Menschen durchs Bild.
Die „Batida de Coco“-Werbung mit den leckeren Mädchen, den großen Kokosnüssen und dem Glas Batida in den Händen.

In einer Sendung im Fernsehen wurde vor nicht allzu langer Zeit über das Flatline-Saufen berichtet. Alkoholisierte Kinder in Krankenhäusern gehören inzwischen zu Normalität.

Da war mal eine Diskussion über den Verbot der Alko-Pop-Getränke wie beispielsweise „Smirnoff-Ice“ oder die „Bacardi Breezer“. Es wurden die Steuern auf solche Getränke erhöht und der Verkauf ging erheblich zurück.
Inzwischen mixen sich die Kinder diese Alko-Pops lieber selber. Das ist erheblich billiger.
„Red Bull“ als Energieträger und Süßmittel und Vodka als Unterlage. Das ganze ist süffig. Wirklich süffig, weil der Vodka so gefährlich fast nach nichts schmeckt.
Jedoch kommt irgendwann der Punkt, an dem der Alkohol im Vodka den Schalter im Menschen in weniger als 5 Minuten umlegt und aus dem vergnügten Menschen einen vergifteten Menschen macht. Es ist der Zeitpunkt, wann es günstig ist, einen Krankenwagen für die Notaufnahme zu rufen.

Die Kiddies schütten sich mit dem Selbstgemixten schon vor dem Betreten der Diskos zu. Das spart unheimlich Geld. Limes und Vodka vom Discounter kosten kaum knappe 8 Euro und sparen unheimlich. Wenn man die gleiche Menge in der Disco vertilgen will, dann ist man schnell ein Vermögen los.
Der gesellschaftliche Spaß kommt offenbar beim Trinken. Nachher. Nicht vorher. Am Schluss steht dann die Kapitulation des eigenen Organismus.

Es gibt genügend Diskotheken, die haben von 22:00 bis Mitternacht „Happy Hour“ oder auch „Flatline“-Tarife für bestimmte Alkoholika. Man zahlt einen bestimmten Betrag und kann sich während den zwei Stunden beispielsweise ohne Mehrkosten Tequilla oder Vodka reinhauen. Soviel halt wie man verträgt.

„Soviel wie man verträgt“ ist leider dabei der Knackpunkt. Wie viel man wirklich verträgt, weiß man immer erst hinter her. Nach den berühmt berüchtigten 5 Minuten. Wenn es zu spät ist. Wenn man gar auf der Intensivstation aufwacht.

Aber vorher?
Aufgrund der Änderung in den Gesetzen zum Jugendschutz können 16-Jährige in Begleitung eines Volljährigen bis Mitternacht in den Dissen bleiben. Aber das geht auch mit der Unterschrift der Eltern. Vordrucke dazu finden sich im Internet und die elterliche Unterschrift … haben die Türsteher dann noch eine Chance festzustellen, ob die Unterschrift wirklich von den Eltern ist?

Das Ergebnis ist fatal.

Liegt es daran, dass der Alkohol so billig ist?
Wenn er selbst schon im Vorprogramm der Jugendkinofilme als normal angepriesen wird?
Wenn die Werbeträger in den Medien junge, lockere, frohe und coole Menschen sind?
Liegt es daran, dass „Vodka Red Bull“ – das Standardgetränk cooler Menschen in Diskotheken – so süffig, kalt und erfrischend daher kommt?
Würde man Flatrate-Parties gemerell verbeiten, würden die Jugendlichen aufhören, sich vor dem Disko-Gang mit Selbstgemixten anzutrinken?
Oder ist der abendliche Rausch samt Weggetreten-Seins reizvoller als die wöchentliche soziale Realität?

Wo muss man anfangen?
Wo aufhören?
Prohibition?

Erice hat sich damals schon mal Gedanken darüber gemacht.
Das Thema tritt immer deutlicher denn je hervor.
Aber wo sind die Lösungen?
Es gibt keine Rezepte, soweit erscheint mir das klar.

Es gibt keine Handreichungen im Supermarkt, wenn sich ein 18-Jähriger eine Vodka-Flasche kauft. Auch wenn der Verdacht auf der Hand liegen mag, dass der Flascheninhalt den Abend nicht überleben wird.

Was tun gegen Alkohol, der gesellschaftsfähiger denn je geworden ist …