Frohes Eierfest!

Jetzt isses soweit.

Hasenjagd-Saison ist ab morgen eröffnet …

„Frohe Ostern“ bis heute um Mitternacht …

Osterhasi

Nachdem die Karikatur von meinem letzten Post sich zuvor schon bei Rupi wiederfand, bin ich gespannt, wo dieses Bild schon gepostet wurde …

Veröffentlicht unter Privat

Ohne Leid, kein Freud … erst Karfreitag, dann Ostern …

Wenn schon eine richtige Vorbereitung auf Ostern, dann nur mit einem blutigen Karfreitag.

Das ist eine alte Christen-Binse mit langer Tradition und darum präsentiere ich mal hier eben folgenden Karton:

Schoki_Hasi

Prinzessin Lillifee und die Klimakatastrophe

Natürlich ist der Titel dieses Posts absoluter Quatsch.
Und bevor jetzt erregt mitlesende Kinder ihre Mütter wegen dem Buch „Prinzessin Lillifee und die Klimakatastrophe“ drangsalieren, nerven und die Ohren blutig jammern, es gibt das Buch wirklich nicht.
Ehrenwort.
Notfalls unterstreich ich das Ehrenwort noch in meiner Badewanne!

Es gibt dafür aber das Kinderbuch „Prinzessin Lillifee und das Einhorn“.
Nee, ihr Erwachsenen, das ist jetzt nicht „Bladerunner-Directors Cut-light“, sondern es ist ein Kinderbuch von Monika Finsterbusch.

Monika Finsterbusch?
Gibt es den Namen?
Aber freilich.
Auch wenn der Inhalt erst beim zweiten Nachdenken finster rüberkommt:

Prinzessin Lillifee geht mit ihren freunden Cindy, Clara und Oskar in den Zauberwald und sieht wie ein Einhorn ihre Zauberrosen frißt. Begleitet wird das Einhorn von Prinz Wladimir (… hat da wer Klitschkow gerufen?!? Ein bischen mehr Ernst auf den billigen Plätzen, ja!?! …).
Prinzessin Lillifee entschliesst sich dem Prinzen eine ihrer Zauberrosen mitzugeben, damit sich Wladimirs Mutter, die Schneekönigin, einen Wunsch in ihrem Königreich „Eisland“ erfüllen kann.
Irgendwann kommt dann ein Eis(h)eiliger aus dem Eisland auf seinem Schlitten vorbei.
Gezogen von zwei knuddeligen Eisbären (Knut?!?).
Der Bote bringt ihr schlechte Nachrichten. Im Eisland gehen merkwürdige Dinge vor sich.
Prinzessin Lillifee ist mal wieder edel, hilfreich und gut und fliegt mal eben mit dem Boten (und ihren Freunden) ins Eisland. Und dort stimmt tatsächlich etwas nicht.
Es ist zu warm. (Klimakatastrophe?)
Alles schmilzt. (Klimakatastrophe??)
Selbst einer, der sonst nur Kälte bläst, bläst nur noch Tauwetter und taut alles auf. (Klimakatastrophe???)

Und weswegen?

„Was habt ihr euch denn von der Zauberrose gewünscht?“, fragte Lillifee.
„Nur ein wenig Wärme“, antwortete die Königin, …


Weil sich die Schneekönigin Mutter ein wenig mehr Wärme gewünscht hat …

AHA!

Klimakatastrophe!!!

Jetzt ist mir alles klar!

Woran Forscher jahrelang geforscht haben, dass findet unsere rosarote Lillifee heraus. Da ist ja wirklich finsteres im Busch.
Womit ich wieder beim Namen der Autorin wäre …

Und zufrieden mit der Lösung dieser Weltproblematik (und nach dem mühsamen Entfernen des bunten Glitters vom Umschlag jenes Buches) widme ich mich wieder bedrohlicheren Dingen des Lebens. Meiner Nebenkostenrechnung des vorletzten Jahres …

Ach ja, ihr wollt wissen wie die Geschichte endet?

Investiert 18 Euro und ihr könnt die beiden letzten spannenden Seiten des Kinderbuchs selber lesen. Diese Spannung werde ich euch hier nicht nehmen.

Und ich werde auch nicht sagen, ob das Einhorn nur eine Phantasie eines Klingenläufers war, der meint, am Klavier Musik geträumt zu haben …

Parkgespräch

Ich saß jung, jungfräulich und unschuldig im Park und pfiff mir gerade die Frühlingsstrahlen der Sonne durch meine Nüstern.
Neben mir saß die eine und futterte Chips aus der Tüte.
Daneben hockte die andere gestützt auf ihrem Walking-Stock und schaute durch ihr Fernglas.

Die andere: „Da! Da ist wieder einer umgekippt!“
Die eine: „Wo?“ (und zog ein eigenes Fernglas aus ihrer Tasche)
Die andere: „Da hinten. Beim Mülleimer.“
Die eine: „Tatsächlich ein Penner! Sieht aus wie eine Lebensmittelvergiftung. Armer Kerl. Die Leute sollten ihre schimmeligen Brote nicht dauernd in öffentliche Mülleimer schmeißen.“

Die eine setzt ihr Fernglas ab, während die andere weiterhin durchs Glas schaut.

Die andere: „Der verschandelt den ganzen Park.“ (stockt) „Uuuuugh!“ (und wendet sich ekelnd ab)

Die eine: „Was ist?“
Die andere: „Ich glaube, er hat sich erbrochen.“

Die eine schaut routiniert chipskauend durchs Glas: „Ach, das ist doch bloß ein Hundehaufen.“
Die andere: „Dass der Staat dagegen nichts unternimmt.“
Die eine: „Ja, dabei hat unser Staat extra Hundeklos im Park aufgebaut.“
Die andere: „Ich meine nicht den Hundehaufen sondern die Penner.“
Die eine: „Es gibt sogar jetzt Automaten mit Schäufelchen hier im Park.“
Die andere (verärgert): „Um Penner einzubuddeln?“
Die eine (offensichtlich verwirrt): „Ääääääh …“

Die andere schaut weiterhin durchs Fernglas: „Jetzt hat er sich bewegt!“
Die eine: „Ich hab mal welche sagen gehört, dass der Staat sich zu wenig um seine Randgruppen kümmert.“
Die andere: „Ach so ein Quatsch. Die sollten nur mal wieder richtig arbeiten. Dann braucht sich auch niemand um irgendwelche Randgruppen zu kümmern.“
Die eine: „Glauben Sie, die wären dann glücklicher?“
Die andere: „Keine Ahnung. Aber dann wäre der Park sauberer.“

Die andere schaut weiterhin durchs Fernglas auf den Penner. Die eine übt sich in chipsfutternder Naturbetrachtung.

Die andere: „Da!“
Die eine: „Schon wieder einer umgekippt?“
Die andere: „Nee. Da kommt ne ganze Gruppe von Pennern.“
Die eine: „Wo?“ (ungläubig staunend) „Wirklich. Dabei sprechen doch alle immer wieder von individuellen Einzelschicksalen.“

Die andere: „Und jetzt rotten die sich in Gruppen zusammen! Die sehen doch alle gleich verschimmelt aus.“
Die eine: „Aber demonstrationsstrafrechtlich unbedenklich, trotz verfilzter Bärte.“

Beide beugen sich urplötzlich gleichzeitig wie magisch angezogen ungläubig vor.

Die eine: „Schaun ’se mal. Die helfen dem! Jetzt geben sie ihm sogar die Flasche.“
Die andere: „Unglaublich. Im Krankenwagen hätte er dafür bezahlen müssen!“
Die eine: „Cash oder Kreditkarte?“
Die andere: „Idiot! Mit seinem Krankenschein natürlich. Aber der dort ist wahrscheinlich noch nicht mal versichert.“

Die eine: „Scheinbar hat er aber noch Freunde, die ihm helfen.“
Die andere: „Ja, aber schauen Sie sich seine Freunde nur an: Penner, Gammler, Alkoholiker. Alles unzuverlässiges Gesindel. Keine Leistungsbereitschaft.“
Die eine: „Meinen Sie?“
Die andere: „Mein Sohn hat es trotz Hauptschulabschluss in fünf Jahren zum Meister gebracht. Er weiss, was seine Firma von ihm erwartet. Aber die dort,“ – er deutet auf die Penner – „die dort, die tun überhaupt nichts als auf der Straße und in Kneipen herumzulungern. Anstatt mal was zu tun und sich vernünftige Sachen zum Anziehen zu kaufen.“
Die eine: „Also mir geht es gut. Vielleicht könnten wir uns ein wenig Menschlichkeit leisten?“
Die andere (erregt): „Die kriegen von mir nichts. Das sind doch absolute Nichtsnutze, mit denen man keinen Staat machen kann.“
Die eine: „Meinen Sie, die Leistungsbereitschaft dieses Landes sanieren? Alle Penner, Alkoholiker, Gammler, geistig und körperlich Behinderte, Rentner, Langzeitarbeitslose und Harz-4-Empfänger auf eine Insel abschieben? Wäre so etwas nicht gegen jeglichen Humanitätsgedanken, Menschen nur nach Produktivität zu beurteilen? Wäre das nicht sogar gegen unsere Verfassung?“
Die andere: „Na ja, aber gegen eine Kennzeichnung zur Unterscheidung von den Nichtstuern wäre wohl nichts einzuwenden, oder?

Demonstrativ setzt sich diese andere eine Sonnenbrille auf ihre Nase. Das D&G-Logo glitzert verführerisch im Sonnenlicht. Sie schließt ihre Jacke und der Stussi-Schriftzug erscheint.
Beide erheben sich und gehen.

Es wird wieder still neben mir.
Die Parkvögel pfeiffen mir eins.
Ich blinzle wieder träge in die Sonne.
Ohne Fernglas und Chips.
Es geht mir gut.
La vita é bela.

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