Von Pleiten und Bilanzen

Die Berliner Börse ersuchte den Maler Max Liebermann um ein unverkennbares Werbeplakat. Als ihm gar nichts einfällt, gibt ihm der Bankier Fürstenberg den Tipp:

„Och, malen Sie zwei Damen! Die eine nackt, die andere verschleiert. Links die nackte Pleite und … rechts die verschleierte Bilanz!“

Nicht so gemeint (3)

17 Uhr.
Mühsam die Augen aufgekriegt und als erstes nach Wasser verlangt. Man durfte mir Wasser geben, einem waschechtem Bayer allerdings hätte man das Wasser nie reichen dürfen. So einer hätte sowieso ein vitales, isotonisches, vitaminhaltiges, kalorienbewußtes Kaltgetränk verlangt, ein Weißbier Light.
Ich wollte lediglich Wasser. Mein Flüssigkeitsumsatz war gnadenlos beunruhigend. Die Nachtschwester tippte in ihrer Verzweifelung auf Diabetis bei mir. Der Test hinterließ eine zerstochene Fingerkuppe bei mir und ein negatives Resultat auf ihrem Teststreifen. Zum späteren Ausgleich erhielt ich undichte Urinalflaschen und in Folge eine feuchte Bettunterlage. Ich hätte doch lieber zuvor nicht den Borat-Witz machen sollen. Die, die mir das Wasser reichen reichte, kam aus Kasachstan, ich mit meiner pseudowitzigen Bemerkung aus Hinteroberuntervorderbayern, trotz französisch-preußisch-polnischen Urspungs.

Sommerwein

Nicht so gemeint (2)

13 Uhr.
Die OP-Schleuse habe ich passiert. Die Kanüle befindet sich schon im linken Handrücken. Ich liege auf dem OP-Tisch und betrachte das Muster der Deckenventilation. Wenn der Anästesist erscheint, wird Showtime sein.

Und immer wieder geht die Tür auf und ich werde mit einem bayrischen „Grüß Gott“ bedacht. Ob ich denen sagen soll, dass ich das nicht vorhabe? Ich will doch noch eine ganze Menge leben.

Die Tür geht auf, „Grüß Gott“, ich will dem Anästesisten noch was sagen, ihm sagen, dass er es nicht soweit kommen lassen soll. Die Decke verschwimmt … .

It’s showtime.

Nicht so gemeint (1)

12 Uhr in Deutschland.
Über den Gängen der Büros wogt die einmütig monotone „Mahlzeit“-Welle.
Begegnen sich zwei, kommt es wie aus der Kanone geschossen:

„Mahlzeit“.

In der Kantine, wenn man sich zu den anderen setzt:
„Mahlzeit.“
Klar.

Aber was sagt man auf dem Klo beim Einreihen an der Pissrinne, oder wenn jemand in die Einzelkabine entschwindet?

„Mahlzeit.“

Oft gesagt bekommen, oft gehört.
Ich hoffe, die Kollegen meinten das nicht ernst.
Ansonsten: Prost Mahlzeit.

Pause

Zimmer mit Aussicht und Vollpension. Für die nächsten paar Tage.

Room-with-a-view

Radio-Days

Ein Hörspiel über 7 CDs. Jetzt in kaum mehr als 6 Stunden. Damals dauerte es sieben Sendungen. Oder eine Nacht im dritten Westdeutschen Fernsehen. Erinnerungen und erneute Begeisterung, wenn sich deutsche Comedians über deutsche Jugendliteratur hermachen.