Und vergebe unseren Gaslightern …

Was kostet die Welt?

Immer nur die Hälfte vom kalkuliertem Doppelten. Frei dem Motto: Lieber einmal zu viel als zweimal zu wenig. Somit lieber die doppelte Sicherheitsmarge. Und die bessere Hälfte davon behalten wir und die andere Hälfte präsentieren wir als Rabatt. Wobei Mercedes-Händler auf die Frage »Rabatt?« immer nur antworten: »Hauptstadt von Marokko« und nochmals 20 % Antwortzuschlag berechnen.

Das macht alles zwar keinen Sinn, nur so gehen viele scheinbar liebend gerne mit der Frage nach den Kosten der Welt um. Oder mit der Antwort meiner Mutter auf meine damalige Frage: »Mehr als deine Geburt«. Stimmt. Jene von mir und die Konsequenzen davon wurde von der Krankenkasse bezahlt. Dabei schreien doch heute so viele nach Selbstverantwortung und dass man selber für seine Kosten aufkommen solle …

Im Grunde lassen sich die Kosten der Welt nur schwer berechnen. Den letztendlich haben wir die Erde nur von unseren Vorfahren geerbt – oder wie die mosaischen Religionen so gerne behaupten – von Adam und Eva. Welche die Erde wiederum nur von irgend so einem Gott und dessen gefallenen Engel Luzifer bezogen haben.

Das klingt also so in etwa wie Münchner Privatpersonen mit Eigentumsbesitz in München. Geerbt, nicht erworben. Was kostet folglich die Welt? Einen Mietpreisspiegel plus Nebenkosten plus persönlichen Gusto-Aufschlag. Und diese erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Schließlich steigen ja auch die eigenen SUV-Kosten und Urlaubskosten auf den Inseln Jahr für Jahr.

Work-Life-Balance at its best: Du zahlst, dass ich mein Leben als Eigentumsbesitzer deiner Mietwohnung in meiner Balance halte. Geld fällt schließlich nicht vom Himmel. Sondern aus den ausgebeutelten Taschen der Münchner Mieter. Und Mietpreisbremse ist ein gaaaaaaanz böses wokes Wort, welches ausgehebelt gehört, weil es den Eigentümer von seinen Gewinnerwartungen enteignet. Und Enteignung ist immer böse.

Äußert man dergleichen im Kreis der Münchner Immobilienbesitzer, dann ist die Standardantwort, dass man wohl möglich selber Schuld sei in München zu wohnen. Man müsse doch nicht in München wohnen. Der Umkreis wäre doch auch sehr schön. Und wahrscheinlich eh billiger.

Dass man im Speckgürtel Münchens nur Maden findet, aber keine billigeren Umstände, das zählt nicht. Denn es geht schon längst nicht mehr um Ursachen und deren Verursacher, sondern um Schuld und Sühne. Schuld ist, wer in München leben will. Der soll halt mit hohen Lebenshaltungskosten sühnen.

Schuld und Sühne. Diese moralischen Kategorien sind richtunggebend für die deutsche Fehlerkultur. Es müssen halt für Fehler immer andere herhalten. Schuld sind immer die anderen. Korrektur: Schuld sind immer wir anderen.

Ohne Fehler keinen Schuldigen, kein Scherbengericht, kein Scheiterhaufen. Ein Land in Tristesse wegen fehlender Schuldner. Und wer weiß, dass er alleinig Schuld trägt, weil er wahrlich Mist gebaut hat, der sagt bereits im Vorfeld „Wir werden einander viel verzeihen müssen„, um sich im Voraus die Absolution für seine Fehler abzuholen, ohne eine echte Ursachenanalyse zu ermöglichen. Denn? Richtig: Schuld sind immer wir anderen. Wir haben ihn moralisch zum Fehler genötigt. Somit kein Scherbengericht, kein Scheiterhaufen und Freispruch auf ganzer Linie. Dem Vergeben und Vergessen überantwortet.

Die Ursachen von Fehlern und somit deren Verursacher interessieren nicht. Es interessiert nur, wer in die Kategorie »Schuld und Sühne« eingeordnet werden kann. Nicht »Dichter und Denker« ist das Ideal, »Richter und Henker« ist in Deutschland viel packender (für Yellow- und Gossenklatschpresse und social media erst recht) und auch mehrheitsfähiger.

Dass X und Y sich getrennt haben, ist doch viel besser zum Tratschen, als sich bei den Fragen über Ursachen einer Trennung sachlich Gedanken zu machen. Warum? Dazu lässt sich vorzüglich – vorsätzlich zweckentfremdend – ein Innenminister Deutschlands von vor fast zehn Jahren rezitieren: »Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.«

Eine allgemeine Verunsicherung macht sich nicht gut. Darum wird auch lieber über Schuldige gesprochen, denn das ist einfacher und besser emotional einzuordnen. Eine Gesellschaft, die auf den EQ (Emotional Quotient) als eindeutige und menschlich wichtige Schubladenkategorie schwört, von der kann man nichts anderes erwarten, dass sie dazu deren Stange hochhält, wo nicht erigierbares vorhanden ist.

So wie bereits während den Corona-Zeiten von diversen Pseudo-Durchblickern der verschiedenen Lager demonstriert. Oder wie in den heutigen Zeiten, mit einer populistisch magelhAFDen Argumentation gegen beispielsweise einen wie immer entarteten »Mainstream«. Oder in verschärfter Ausführung gegen Wissenschaft an sich. Die Unaufgeregtheit einer BILD-Zeitung bei der mutmaßlichen Vetternwirtschaft eines Jens Spahn ist ein Zeichen dafür, weil deren Fokusobjekt kein Habeck o.ä. ist, sondern jemand, der sich in jenem Sinne sehr gerne populistisch darstellt.

Was kostet die Welt? Nichts. Im Kofferraum hat es Ersatz. Und wenn nicht, dann langt uns das Motiv von »Schuld und Sühne«. Alle anderen wissenschaftliche Beweise werden mundtot gemacht. Beispielhaft dafür stehe Donald »Duck« Trump und weitere Konsorten in den USA, welche jene staatlich angeordnete Zensur (gerechtfertigt als »anti-woke«) frech als »freedom of speech« verkaufen, dabei geflissentlich vorsätzlich das Personalpronomen »our« unterm Tisch fallen lassen, damit es niemand merkt, auf wen sie sich beziehen. Schließlich könnte die Kenntnis davon zu Lasten dieser Konsorten (Oligarchen) fallen. Und dann könnte ja jemand auf die Frage »Was kostet die Welt« eine Antwort finden und etwas gegen jene unternehmen …