Ob rot, ob schwarz, ob braun …

Mit fortschreitender Zeit und Alter wird die Angst vor Alzheimer immer größer. Dabei müsste ich eigentlich doch beruhigt sein: Solange ich noch Angst vor Alzheimer habe, solange hat die Krankheit mich wohl auch noch nicht gepackt.
Oder so ähnlich.

Die Überschrift müsste freilich eigentlich anders heißen.
Aber ich schreib es jetzt partout nicht.
Und das nicht, weil ich Alzheimer habe und mich an den richtigen Satz erinnern kann. Sondern schließlich haben mich doch heute morgen zwei blonde Frauen arg verschreckt.

Die eine stand im Bushaltestellen-Wartehäuschen und hatte einen Ausschnitt, der von Scheitel ausgehend knapp über dem Schamhaaransatz aufhörte. Die andere stand lasziv auf einer Litfaßßsäule herum und blickte mich wie ein sexuelles Objekt an.
Während die erste Blondine Aufmerksamkeit heischend zeigte, mit welchen nationalen Super-Such-Wettbewerb Pro7 uns heimsuchen wird, verspricht die andere den Betrachterinnen Lingerie-Erlebnisse, welche den Männer den Atem rauben soll, weil die eigene Unterwäsche eng am Körper sitzt.

Nun, da können die beiden Blondinen noch so tolle Augen haben, aber was in drei Teufels Namen (- die da wären: Beelzebub, Satan und Luzifer … so nebenbei gesagt … -) ist so toll an Blondinen?

Ich rede dabei nicht von den Wanna-be-Blondinen, die ihre Haare umfärben oder die eher der Haarfarbe „helles Straßenköter-blond“ zuzuordnen sind. Ich meine da vielmehr die Frauen mit dem echten „Blond“. Also jene Farbe, welche beim Zahnarzt immer zu Schimpfkannonaden des behandelnden Arztes führt, sobald man ihm diese Beisserchen in einem ungepflegtem Blond präsentiert („Putzen Sie Ihre Zähne eigentlich nie?!?“).

Was empfinden Männer beim Anblick der Farbe „blond“?
Kein einziger Mann würde sich freiwillig ein Auto zulegen, welches „blond“ ist.
Und wenn, dann ist er Taxifahrer und würde die Bezeichnung der Farbe „blond“ ganz sachlich mit „RAL 1050“ beschreiben. Die Farbe „RAL 1050“ ist freilich im Volkes Munde auch als „Hell-Elfenbein“ bekannt, wobei wir wieder bei Frauen wären. Und zwar Frauen, die wie Elfen aussehen.
Allerdings, dann sind wir erst bei deren Beinen dieser Elfen und müssten uns erst noch langsam hoch arbeiten, um zu deren Haare zu gelangen. Den Blonden eben. Aber niemand würde sagen: „Liebling, du hast so schöne RAL-1050-Haare.“ Dann doch lieber „Boaah ey, bischt du awa sowas von blond!“

Schau ich auf die Straße, dann sind die Trendfarben „schwarz“ und „silber“ bei den Männern eher verstärkt präsent. Auch in der Kleidungsfrage finden sich bedecktere Farben häufiger wieder. Niemand würde doch auf die Idee kommen sich einen „blonden“ Anzug zu kaufen.

„Blond“ hat seine Daseinsberechtigung ausschließlich als Haarfarbe. Und ins besonders dann, wenn in dem Zusammenhang auch noch die Augen der Frauen recht groß sind. Und blauäugig.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele blondierte durch die Gegend laufen und wie viele wirklich blond sind. Die echten Blonden glaub ich ja fast schon daran zu erkennen, nicht nur dass sie blond ausschauen sondern auch eine unvorteilhafte Kurzhaarfrisur tragen (… oder überhaupt die reduzierteste aller Versionen, wie die bei Britney Spears …). Oder sich ebenso stilunsicher ihre dünnen Haare streng nach hinten stecken. Wobei diese Stilunsicherheit versucht wird, mit strengem Äusseren und absoluter Unnahbarkeit auch noch zu kaschieren.
Daher erinnere ich mich wohl auch nur an wenige, wirklich gut aussehende, blonde Frauen und viel mehr an blond gefärbte Hingucker.
Und „blond“ ist definitiv nicht meine Präferenz.

Na egal.
Die Frau auf der Litfasssäule wird mich weiterhin lasziv anstarren und ich werde weiterhin ihre Blicke ignorieren.
Und jene Super-Model-suchende Mc-Donalds Kundin werde ich weiterhin an der Bushaltestelle stehen lassen.
Wie auch heute.

Und dann fiel mir heute der Satz einer wirklich wunderhübschen, echten Blondine mit faszinierender Löwenmähne ein. Sie legte mich mit ihrem breitesten Lächeln flach und meinte schnurrend zu mir:

„Du musst verstehen: Blond-Sein ist einfach hip.

Blondinen haben einfach mehr Spaß.

… beim Färben der Haare …“

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Der Fake der Woche: "Sollen wir etwa nicht mehr in den Urlaub fliegen?"

Jetzt ist es raus.
Die „Umweltbehörde zur Sicherung der Amerikaner“, gemeinhin auch „USA“ abgekürzt, wird endlich die ersten radikalen Schritte zur Rettung dieser Welt einleiten.
Ein Bericht der BILD-Zeitung mit der tränenreichen Überschrift „Sollen wir etwa nicht mehr in den Urlaub fliegen?“ erfuhr die breite Aufmerksamkeit in Amerika. Oder besser gesagt: im Weißen Haus (gestrichen mit umweltfreundlicher weißer Farbe mit blauem Engel, bereitgestellt vom Klu-Klux-Clan). Dessen Bewohner soll sehr angetan von dem meckernden BILD-Bericht gewesen sein.

(Dialogzitat G.W.Bush: „Where the hell is the country with this marvelous journal?!? Condoleezza, I wanna meet the hairless boobie-girl from page one!“ „Oh, George, that’s Britney …“ „Doesn’t matter. I like all of Tony Blairs Britney citizen.„)

Im Weißen Haus errechnete dann Küchenmeister Sparhans mit spitzen Bleistift, dass Autos nur 5 % der CO2-Abgase verursachen.
Und die will man jetzt zu 95 % bekämpfen, so dass die Maßnahmen nachher zu 100 % wirken. Und das bei vollem Promille-Ausgleich.

So erging heute in den frühen Morgenstunden denn auch gleich in der Umweltbehörde „USA“ der weltweite CO2-Erlass. Die Umsetzung des Beschlusses sind unter Androhung von Hagel, Granaten und Napalm von den anderen Staaten kompromisslos anzunehmen und umzusetzen.

Für Deutschland erging somit das folgende Regelwerk:
Leute mit ungeraden Nummernschildnummern dürfen nur an geraden Tagen von ungeraden Monate ihr Fahrzeug benutzen. Zudem dürfen Bewohner von Häusern gerader Hausnummern nur noch an ungeraden Tagen, die durch drei teilbar sind, in den Urlaub fliegen. Die Tage für Rückflüge kommen nur dann in Frage, wenn die Flugnummer als Quersumme kein Vielfaches von 13 ist.

Die ersten Reaktionen auf der Straße waren verhalten.
Viele uninformierte Bürger kannten diesen Erlaß noch gar nicht. Sie stimmten aber sofort für die Abschaffung der Zahlensysteme in Deutschland, um diesem Erlass zu entkommen. Zusätzliches Argument war dabei gemeinhin, dann wären auch die schlechten PISA-Ergebnisse nicht mehr interpretierbar und das wäre die ultimative Revolutionierung der schon lange angekündigten Steuerreform.

Klara B. aus G. im Kreise D., 31, Hausfrau, Lehrerin und Mutter dreier Söhne:
„Eigentlich finde ich die Maßnahme recht gut. Nur habe ich kein Fahrzeug. Wie soll ich also die erste Maßnahme aktiv unterstützen? Das finde ich nicht richtig. Man sollte nicht jeden von der Beteiligung einfach so ausschließen. Das erzeugt doch soziale Randgruppen.“

Karl-Heinz O. aus L., Schweißer, verheiratet, kinderlos, mit Geliebte und vier außerehelichen Kindern, meinte dagegen:
„Das ist im Grunde Freiheitsberaubung. Aber uns trifft das nicht. Wir haben zwei Fahrzeuge und leben in einem Doppelhaus mit zwei Hausnummern. Und Flüge mit der Quersumme 13 buchen wir sowieso nicht. Da sind wir ganz überzeugt abergläubisch.“

Etwas Unruhe brachte dann doch die Nachricht am frühen Nachmittag, dass jetzt jeder Weltenbürger ein Kontingent CO2-Abgasberechtigungsscheine zugeteilt bekäme, mit denen er dann handeln könne.
Diese CO2-Abgasberechtigungsscheine regeln sowohl das private, persönlich körperlich produzierte Atem-CO2-Abgas als auch die darüber hinaus erzeugten CO2-Umweltbelastungen durch Fahrzeugbenutzung. Mit diesen CO2-Abgasberechtigungsscheine wäre es möglich, sich beispielsweise Abgasberechtigungsscheine von Nicht-Fahrzeugbesitzern zu kaufen und dann auch an geraden Tagen ungerader Monate mit ungeraden Nummernschildnummern zu fahren.

Paula B., 18 Jahre, Auszubildende Bankfachfrau, fand diese Idee hervorragend:
„Man könnte ja auch von den älteren Mitbürgern deren Scheine abkaufen. Die belasten eh die Umwelt nicht mehr so stark mit ihrem Atem-CO2. Zudem brauchen die auch eh nie ihr ganzes CO2-Kontingent auf.“

Auch Gustav J., 88 Jahre, bedürftiger Rentner, fand diese Idee ebenfalls positiv: „Ich kann nicht mehr Auto fahren, weil ich blind bin. Da kann ich mir etwas Zubrot mit solchen Scheinen verdienen.“

Bernie E., 76, zweimal verheiratet, zwei Kinder, Geschäftsführer der Holding SLEC, reagierte erstmal verhalten: „Zumindest ist die FORMEL 1 davon nicht betroffen. Die haben da keine Nummernschilder. Und unsere Rennfahrer haben eh weltweit mehrere Wohnsitze.“

Von den Ölfeldbesitzern dieser Welt dagegen war nichts zu vernehmen.
Aber aus gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass sich diese nicht so sehr für den automobilen Bürger und seine Probleme interessieren, solange die restliche Industriezweige deren Produkte weiterhin fleißig verbrennen. Zudem würden eigene Gewinnsteigerungsverluste generell wie bisher durch Preiserhöhungen ausgeglichen.

Nur eine Stimme fand das ganze nicht so toll. Dieter B. aus H. reagierte aufgebracht:
„Ich find die Idee Scheiße. Außerdem interessiert das jeden maximal wei ein Hasenfurz. Die Säcke da oben solln mal die Luft anhalten und uns Sänger nicht die Luft zum Singen rauben!“

Übrigens:
Morgen kommt die Ergänzung dieser ultimativ eingeforderten Umwelt-Bestimmung. Dann wird definiert, was mit all den anderen Bürgern geschieht, die in Häusern mit ungeraden Hausnummern wohnen und deren Autos gerade Nummernschildnummern haben.
Für diese Fälle und für all die Ausnahmegestalten in den Regierungsbehörden hatte die USA nämlich irrtümlicherweise noch nichts festgelegt.

Aber das kommt dann auch noch …

Stilblüte

Irgendwo in Blog.de las ich folgenden Satz:

Im deutschen Fernsehen (ARD) läuft heute eine Art ‚Themenabend‘ zum Thema Flucht und Vertreibung, unter anderem SABINE CHRISTIANSEN um 21.45 Uhr.


Und jetzt?

Es will mir einfach nicht aus dem Kopf:
WAS hat Sabine Christiansen mit Flucht und Vertreibung zu tun?

Vielleicht auf dem ersten Blick nichts.

Außer jedoch es geht darum, wie man Leute vorm Fernseher mit einer Talk-Show unter der Leitung der Frau Christiansen zu Flucht und Verteibung veranlassen könnte …

Überhaupt: Wo ist Eva Hermann?!?

Sprachlos

Ein kleiner Bummel durch die Innenstadt.
Naja, eher war es ein schneller Schritt in einer Parallelstraße der Fußgängerzone, um schneller von A nach B zu gelangen und nicht Passanten-Slalom zu betreiben.
Ich kam an einem Schaufenster vorbei. Das gehörte zu einem vierstöckigen Jeansgeschäft.
Damals.
Heute nicht mehr.
Und hinter diesem Schaufenster hatte ein neuer Surf-Shop aufgemacht.
Aber was mich erheblich stutzen ließ, war die Schaufensterdekoration. Drin standen völlig leere Guaraná-Dosen aus Brasilien!
Ich also nix wie rein und dem ersten, der mir sein freundliches „Kann ich Dir weiterhelfen?“ entgegen schleuderte, dem stellte ich gleich die Frage:
„Wo habt Ihr denn die Guaraná her?!? Wo gibt’s die zu kaufen?“

Es stellte sich heraus, dass der Laden erst seit Donnerstag geöffnet hatte und als Eröffnungsgeschenke originale Guaraná aus Brasilien der Marke ANTARTICA geordert hatten. An der Wand stand die meterhohe Palette mit dem Getränk.
Ich habe mir gleich vier Dosen schenken lassen.
Montag schicke ich wen anders dort vorbei, um mir weitere organisieren zu lassen.

Guaraná von ANTARTICA ist die Champagnerlimonade in Brasilien schlechthin. Andere Marken bringen es nicht. Selbst die von Coca-Cola 1997 extra in Brasilien aufgebaute Marke KUAT Guaraná.
KUAT kommt aus der Tupi-guarani-Sprache der Ureinwohner Brasiliens und heißt „Zwillingsbruder des Mondes“) bleibt geschmacklich auf der Strecke gegenüber Guaraná von ANTARTICA und hat auch nicht so viel Popularität.

Sodele.
Genug geschwafelt.
Jetzt kommt ein Foto meiner Beute.

'Guaraná' von Antartica

Für alle die es kennen und mögen, kann ich jetzt nur noch eines sagen:
Super hat’s geschmeckt.

Dafür lass ich jedes Kölsch stehen!

Lunatic

Da schreibt der nette Meister Frieling was über den Mondaufgang, bringt ein paar Dateien und vergisst die wichtigste überhaupt zu diesem Thema:

Aus dem Jahre 1981 Dieter Hildebrandt spricht Matthias Claudius

… oder „Der Mond, meine Damen und Herren – und das möchte ich in aller Offenheit sagen – ist aufgegangen!“ …

Voila, Monsieur Frieling, für dich!

Und dazu noch in Farbe und Stereiro!