Ich sehe was, was ihr nicht seht, liebe Bewohner in Brasilien …

Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …

Wie ich hier schon berichtete, kann es nicht ungefährlich sein zu bloggen. Gerichte können regionales Recht sprechen und im ungünstigsten Fall per internationaler Verfügung, Geldstrafen einziehen. Es muss sich hierbei nur jemand auf den Schlips getreten fühlen und das vor einem Gericht einklagen.

Internet ist wirklich kein rechtsfreier Raum mehr. Und nicht erst durch die Paparazzihatz auf Prinzessin Diana wissen wir, wohin es führen kann, wenn von anderen geglaubt wird, jemanden ins Rampenlicht stellen zu müssen.

In Brasilien hat jetzt das gerichtlich durchgesetzte Recht auf Privatsphäre voll durchgeschlagen:
Daniella Cicarelli war mal Freundin von dem brasilianischen pühänomenalen Dicken und Fußballtreter Ronaldo und ist jetzt in Brasilien MTV-Moderatorin und Modell. Nu hat es sich ereignet, dass diese Frau mit jemanden ins Meer spazierte und mit ihm dann fröhlich poppte. Dummerweise war auch jemand in den Dünen, der das Pärchen belauerte und die action im Wasser mitfilmte und dann nachher das Video auch noch im Internet veröffentlichte. Und das ausgerechnet auf YouTube.com. So vermehrte sich das Video und die Zugriffszahlen auf dieses Softporno stiegen.

Wie das Video aussieht?
Auf YouTube.com findet sich ein Video, welches wohl als offizieller Warner vor der tropischen Krankheit Dengue von dem brasiliansichen Bundesstaat Rio Grande do Sul produziert wurde.
Dieser Moskitostreifen gegen die Verbreitung der Krankheit orientiert sich an dem Originalvideo, eben welches jemand von Daniella Cicarelli aufnahm und welches nun im Fadenkreuz des Interesses steht …

Daniella Cicarelli ging vor Gericht, klagte YouTube.com an und forderte YouTube.com auf, das Video dort zu sperren …
Sollte YouTube.com dem nicht nachkommen, so würde sie drauf klagen, dass Brasilien (!) von YouTube.com abgekoppelt wird. So dass deren Seite in Brasilien nicht zu erreichen sind.
YouTube.com konnte freilich nicht sicherstellen, dass das Video von Daniella Cicarelli nicht auf deren Server eingestellt wurde.
Somit nahm die Rechtssprechung ihren Lauf …
Inzwischen ist es offiziell: Brasilianische Provider schalten aufgrund gerichtlicher Verfügung Sperren in ihr Netz, so dass die Seite von YouTube.com nicht mehr zu erreichen sind.

Nochmals kurz zusammengefasst:
Eine Person klagt auf Schutz ihrer Persönlichkeit und erhält recht und erreicht, dass ein Server in einem riesigen Land nicht mehr zu erreichen ist.

Man kann sich jetzt herrlich darüber streiten, ob wer am Tage im Wasser mit wem bumst, das Recht am eigenen Bild generell verlieren muss.

Interessanter ist dabei allerdings, dass zwei Filme auf YouTube.com richtig Karriere gemacht haben: Die Tötung per Strang von Saddam Hussein und das Softsex-Streifchen einer Privatperson (okay, man sieht irgenwann den Schwanz von ihm seinen Freischwimmer auf dem Wasser machen … also doch nicht so softie für die Männer …)

Angesichts der Forderung vom Innenminister Schäuble, das Internet verstärkt polizeilich zu überwachen, muss ich konstatieren, dass das Internet sich zu einem „Web 3.0“ wandelt.
Ein Web, welches sich immer verstärkter Überwachungsinstrumentarien beugen wird und sich von „Web 2.0“ ins „Web 3.0“ wandeln wird …
Nachdem vorgestern ein Kinderpornoring eben durch polizeilicher Überwachung im Internet ausgehoben wurde, versteht man, dass Internet und Rechtsfreiheit keine Synonyme mehr bleiben können, dürfen und werden.
Nebenbei wurden nicht Millionen von Kreditkartedaten von der Polizei überprüft, wie die Polizei mit stolz geschwellter Brust zuerst verkündete, sondern lediglich einige Hundert von Verdächtigen Personen. Den Betreiber der Kinderpornoseite haben sie allerdings noch immer nicht aufgegriffen …

Zum einem muss man feststellen, …
… dass die Länder, die so auf deren Freiheit als Grundwert stolz sind (u.a.a. Brasilien), dieses voll konterkarieren. Das ist aber nicht verwunderlich. Seit 1109 ist das Kesseltreiben mit der Angst eh das beste Instrumentarium auch in Deutschland Rechte schnellstens einzudämmen oder abzuschaffen … im Namen der Freiheit … die Freiheit ist halt ein kostbares Gut, weswegen man sie sorgfältig wegschliessen muss, damit sie nicht abhaut …

Und zum anderen, …
… dass im Grunde auch für’s Internet gelten muss, dass die Freiheit des einen dort aufhört, wo die Freiheit des anderen beginnt. Und das wird von den vielen Möchtegern- und Profi-Paparazzi gerne missachtet.
Wobei hier liegt die Betonung eindeutig auf die Einzelperson an sich, denn Publikationsorgane interessieren sich herzlichst wenig, wen sie öffentlich am Pranger stellen und nieder machen. Die dürfen das im Namen des Informationsbedürfnisses des einzelnen … und im Namen der Pressefreiheit sowieso …

Gerade für die Meinungsäusserung in einem Blog wird das Abwägen der Interessen anderer und deren Geldbeutel immer wichtiger: Entweder die Schere im Kopf oder ein Leben im permanenten Konjunktiv oder Konditional.

Ich bin gespannt wie diese Entwicklung weiter geht …
Vielleicht wie jetzt?

Wer mehr Hintergründe über die Sperrung von YouTube.com im Brasilien erfahren will, der erhält Informationen aus erster Hand von einem Deutschen, der in Brasilien lebt und einen Blog darüber führt:
Digdiggers Blog „www.brasilblog.de“

Und wer weiß, vielleicht findet sich dort auch Hinweise für das anrüchige Video, welches zur Sperrung des Servers von YouTube.com geführt hat.

Der treffende Kommentar Digdiggers zu der Internet-Sperrung:

Sollte die Sperre nun wirklich offiziell bestätigt werden, stehen Kunden der Brasiltelecom somit auf der gleichen Stufe wie Internetnutzer im Iran. Dort blockiert das Regime ebenfalls den Zugang zu YouTube um die Verbreitung regimefeindlicher Videos zu verhindern.

Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …

Telefonische Schlafforschung: Vom Hörer direkt in den Blog

„Ja, hallo, Careca.“

„Guten Tag, mein Name ist Sieglinde Stierbeiß und ich bin vom Wenatex-Schlafforschungsinstitut Salzburg.“

„Wer sind Sie?“

„Sieglinde Stierbeiß. Wir machen eine telefonische Umfrage über für eine Studie über Schlafgewohnheiten.“

„Aha, und woher haben Sie meine Telefonnummer?“

„Sind sind doch Careca?“

„Ja, aber woher haben Sie meine Telefonnummer?“

„Aus dem Telefonbuch.“

„Aber Sie sind doch aus Österreich? Haben Sie unser Telefonbuch?“

„Nein, aber wir haben Ihre Nummer daraus.“

„Ach so? Und was studieren Sie so?“

„Ich? Studieren?“

„Ja, Sie sagten, Sie studieren.“

„Ach so, ich mache eine Studie für Wenatex. Kennen Sie Wenatex?“

„Was issn das?“

„Wenatex stellt Matrazen und Betten für einen gesunden Schlaf her und wir machen Forschungen.“

„Für wen?“

„Für ihre Kunden.“

„Von wem?“

Wenatex. Sie kennen doch Wenatex?“

„Was issn das?“

„Hab ich doch gerade gesagt.“

„Was?“

„Wer Wenatex ist.“

„Und wer isses?“

„Wenatex stellt Matrazen her.“

„Ach so.“

„Ja.“

Beiderseitiges Schweigen.
Telefonhörerrauschen.
Ein Seufzer am anderen Ende.

„Wir hätten da Fragen über ihre Schlafgewohnheiten.“

„Was wollen Sie wissen?“

„Wie Sie schlafen.“

„Wie ich schlafe? Hören Sie mal, das geht aber doch nicht. Sie können mich doch nicht fragen, was ich für Bettgewohnheiten habe. Mit wem ich wie oft, wann und wo.“

„Das will ich auch gar nicht wissen.“

„Sie haben aber nach meinen Schlafgewohnheiten gefragt. Und da wollen Sie garantiert wissen, wie oft ich mit wem, wann und wo.“

„Das will ich aber gar nicht wissen.“

„Aber wieso fragen Sie mich dann danach. Das ist doch privat.“

„Nein, ich will nur allgemein fragen.“

„Mit wem ich im allgemeinen schlafe? Ich schlafe nicht im Allgemeinen sondern normalerweise in einem Bett. Und das auch hin und wieder nicht alleine. Aber wissen Sie, so privat dürfen Sie aber nu doch nicht fragen.“

„Will ich auch gar nicht.“

„Und wieso fragen Sie mich dann danach?“

„Ich möchte eher allgemeines wissen.“

„Was denn?“

„Also dann frag ich Sie jetzt mal. Wissen Sie, wieviel Menschen Schlafstörungen haben? Sagen Sie einfach mehr oder weniger …“

„Schlafstörungen? Woher soll ich das denn wissen?“

„Sie sollen ja auch nur schätzen.“

„Sie hätten mir schon sagen müssen, dass das eine Quizsendung hier am Telefon ist.“

„Das ist keine Quizsendung sondern eine Umfrage.“

„Habe ich den Telefon-Joker frei? Oder die 50:50 Chance?“

„Was? … NEIN!“

„Okay, dann nehme ich die Telefonabstimmung des Publikums.“

„Hier ist auch kein Publikum.“

„Aber wenn da kein Publikum ist, wieso rufen Sie mich dann an. Casten Sie etwa?

„Wissen Sie was? Wir lassen es einfach. Das bringt mit Ihnen nichts mehr.“

„Okay.“

„Auf Wiederhörn!“

Tut tut tut tut ….

Sehr gut.

Wieder eine Telefonschnalle an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben.
Ich hasse ungefragte telefonische Meinungsumfragen …

Der Name der netten und wirklich netten Frauenstimme ist übrigens frei erfunden.

Der Firmenname „Wenatex“ jedoch nicht. Die Firma gibt es wirklich und macht vorgeblich „Schlafbereatung“ mit dem Hintersinn auch noch zu verkaufen (mir vorhin ergooglt).

Mist, wenn ich es mir jetzt recht überlege, wollte die Frau mich bei meinen Schlafgewohnheiten beraten und das vielleicht sogar mit ganzen Körpereinsatz ?!?!!!

Und ich Vollpfosten habe es mal wieder komplett versemmelt …