Lebe wild und gefährlich (8)

Sitze trübseelig im 22. Stock meines Hotels.
In Tokyo.
Aber nicht Tokyo Hotel.
Schaue desillusioniert durch das Fenster auf die Lichter der Großstadt.

Lebe wild und gefährlich, Careca
Fenster ist hermetisch verschlossen.
Klimaanlage surrt.
Grüner Tee zieht in der Kanne vor sich hin.
Fühle mich wie Bill Murray in „Lost in Translation“.

Lebe wild und gefährlich (9)

Sitze wieder in Flugzeug.
Mission gescheitert.
Bestelle mir wieder Gin-Tonic, bis die Bedienung mit Blasen an den Füssen zusammenbricht.
Grübel wieder, was wildes und gefährliches aus einem Rührstäbchen und einer Metalldose zu basteln möglich ist.

Lebe wild und gefährlich, Careca!

Fühle mich wie Mac Gyver, als ich vollkommen besoffen entschlummere.

Wache mit Kopfschmerzen auf.
Flieger setzt hart auf.
Applaus dafür von den hinteren Bänken.
Beschließe nun endgültig das „Wilde und Gefährliche“ nicht mehr zu suchen.
Suche war zu erfolglos.
Fühle mich als Loser.
80 Stunden Tokyo haben mich nicht wild und gefährlich gemacht.
Dreitägige Japan-Reise war somit ein Reinfall.

Kurz vor der erneuten Kontrolle beim Umsteigen, entledige ich mich diverser Utensilien.
Lege diese wie Opfergaben an den Zoll an eine Säule nieder.
Mache zur Erinnerung noch ein Bild von dieser Spontanopferung an die Götter der Sicherheit.
Höre wie ein deutsches Ehepaar über mich lästert und was von Müllkippe brabbelt.

Lebe wild und gefährlich, Careca!

Fühle allerdings doch noch ein wenig Stolz über meine selbstlose Opferung in mir aufsteigen.

Erfahre, dass meine Reise mit der Opferung am Ende doch noch Erfolge hat:
– Der japanische Ministerpräsident wechselt.
– USA-Reisende dürfen wieder Wasserflaschen mitnehmen.
– Tony Blair nimmt auch Abschied.
– Frankreich erwartet meinen Besuch für nächsten Freitag.

Ziehe mir zur Belohnung die drei Teile der Filmserie „Die wilden Kerle“ rein.

Fühle mich richtig gut.

Werde an einem anderen Tag wieder versuchen, wild und gefährlich zu leben.

Jetzt geh ich erstmal schlafen.

Jet-Lag verdauen.

Nabend allerseits.

Alarmstart, der nächste

Kaum ist man wieder zurück, weiss ich schon,wohin ich nächsten Freitag fliege und wo ich mir nachmittags die Zeit um die Ohren schlagen werde.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Privat

Alarmstart

Hiermit melde ich Blogpause für die nächsten fünf Tage an.
Koffer packen ist jetzt angesagt, vorheriges bügeln auch.
Ab in die Ferne, der Sonne entgegen.
Hört sich toll an, ist es aber nicht.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Privat

Ihre Verbindung wird gehalten …

… für alle Freunde der telefonischen Warteschleife empfehle ich das tägliche Lesen der obigen Überschrift.
Ansonsten gäbe da es auch noch die interessante Warteschleife von der Autoverleihfirma mit dem
knaatsch-roten Logo. Melodisch dudelt es aus dem Hörer

 We are trying harder.

 Aufideutschi: Wir geben uns Mühe.

Rief mich letztens ein Bekannter an und klagte mir sein Leid. Er kam auf einem Provinzflughafen im Osten Deutschlands an und hatte bei der dortigen Verleih-Station einen Benz mit allem PiPaPo ( na, wer es sich leisten muss …) vorbestellt.
Als er dort früh abends landete ( … Kurzdistanzflug, wäre mit der Bahn schneller gewesen, aber man gönnt sich ja sonst nichts, bei dem Auskommen mit seinem Einkommen … ) und bei der Verleihstation mit dem knaatsch-roten Logo aufschlug hiess es lapidar …
… richtig

 We are trying harder.

… falsch! Total falsch!

Man teilte ihm mit, der Benz sei in der vorherigen Nacht vom Verleihplatz geklaut worden und man habe für ihn kein Fahrzeug.   Man habe auch kein Ersatzfahrzeug für ihn und vor dem nächsten Tag sei auch mit keinem anderen zu rechnen. Vorrausgesetzt, wenn denn nicht zuvor eines abgegeben würde.

Er ging zur grünen Konkurrenz. Die gab sich allerdings offenbar keine Mühe ein Automobil für ihn zu suchen, die hatten ihm direkt eins gegeben …

Und die Moral von der Geschicht?
(… Moral muss sein, Moral ist immer gut …)

Buche keine Kurzdistanzflüge.
Kurzdistanzflüge bringen es nicht …

Veröffentlicht unter Privat | Verschlagwortet mit

Von Engeln und Menschen …

 „Menschen sind Engel mit einem Flügel – nur wenn sie sich umarmen, können sie fliegen.“
Luciano De Crescenzo

Veröffentlicht unter Privat

Mit Lächel-Garantie …

Sehr geehrter Herr Mc Caine,

jetzt esse ich schon seit sieben Tagen ihre „1-2-3-Frites“. Eben jene, die Sie im Fernsehen mit „Lächel-Garantie“ anpreisen.

Ehrlich gesagt, mir kommen ihre Dinger inzwischen schon zu den Ohren raus und lächeln kann ich auch nicht mehr.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Privat

Finger in den Hals … oder: Bulimibekämpfung für Fortgeschrittene

Bei der spanischen Modewoche „Pasarela Cibeles“, welche am heutigen Tag beginnt, gab es am Wochenende die ersten „Anti-Hungerhaken“-Maßnahmen.
Die Stadt Madrid, die sich an dem ganzen Catwalk mitbeteiligt hat, schrieb vor, das die dabei auftretenden Mädels den BMI von 18 (z.B. 56 kg bei 1,75 m) nicht unterschreiten dürfen.
68 Mädels wurden gewogen und fünf für zu leicht befunden. Von den gesamten Bewerberinnen insgesamt sogar ein drittel abgewiesen.

Nach nicht bestätigten Berichten wurden die aussortierten Models und Bewerberinnen zur Strafe direkt in eine Klinik zur Zwangsernährung gebracht.
Bereits pensionierte Mediziner aus der Franko-Ära zwangen sie mit konventionellen Mitteln dazu, vollrösche Schweinshaxen, mehrere Hamburger und Kartoffelchips mit literweise Cola runterzuspülen, damit sie entscheidend an Gewicht gewinnen.

Eine italienische Initiative mit Namen „Lasst Dicke um mich sein“ und „Keine Immigration von Hungerhaken aus Afrika“ soll deswegen sofort ein begeistertes Glückwunschschreiben nach Madrid geschickt haben.

Heute jedoch – in der berühmt berüchtigten Herr-Gotts-Früh – solle dann aber ein in einem Madrilenischen Krankenhaus arbeitender Zivi festgestellt haben, dass es sich bei den „Hungerhaken“ nicht um CatWalk-Models handele sondern lediglich um illegale Immigranten. Sogenannte Boat-People aus Afrika.

Die italienische Initiative habe darauf direkt das Glückwunschschreiben zurückgezogen, erfuhr man hinter vorgehaltener Hand.
Die Boat-People sollen sich wohlmöglich unberechtigterweise in der Bewerberinnen-Schlange eingereiht haben, weil sie dachten, es gäbe dort was zu essen. Da sie somit offenbar einer illegalen Tätigkeit annehmen wollten, wurden diese von der Guardia Civil festgesetzt. Mit der Abschiebung der illegalen Imigranten nach Dafur oder Äthopien wird in den nächsten Stunden gerechnet.

Aufgrund dieser neuen Sachlage sackte das Interesse von Berichterstattungen über diese angebliche madrilener „Hungerhaken“ bei privaten Fernsehanstalten schlagartig auf Null.
In Deutschland reagierte RTL2 ebenfalls umgehend und setzte die geplante Sendung „Die zehn dümmsten Hungerhaken-Models der Welt“ ab und holte stattdessen die Wiederholungen der Sendereihe „Das perfekte Dinner“ und „Frauentausch“ ins Programm.

Sehr viele finden es ja überaus löblich, dass man Hungerhaken aus dem gesellschaftlichen Gesichtskreis ausblenden will. Denn das Bild zu dünner Models könne ja die ohnehin verbreiteten Krankheiten Magersucht und Bulimi bei Jugendlichen fördern. Eine falsche gesellschaftliche Idealvorstellung entstehe dadurch, wird seitens Politiker immer wieder gerne gewarnt.

Hauptsache es wird was gegen vorsätzliche Dünnheit getan und das Bier bleibt rein …

;)