Bücher zum Selberbasteln – Softwareunterstützung bei der Bucherstellung (5)

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Bücher zum Selberbasteln – BoD und Lulu im Vergleich (1)
Bücher zum Selberbasteln – Preisvergleich Produktionskosten (2)
Bücher zum Selberbasteln – Drei Verlage, drei Druckergebnisse (3)
Bücher zum Selberbasteln – Sein eigenes Buch veröffentlichen (4)

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Jetzt komme ich zum letzen Teil und Schluss dieser langen Serie, versprochen.

(… wer eingeschlafen ist, bitte jetzt schon mal die Hand heben! Hm? Niemand hebt die Hand? Gut. Und weiter geht’s …):

Die Frage nach Software, die bei der Bucherstellung sinnvoll den Autor unterstützten könnte, wird häufig im Internet gestellt. Basis für die eigene Schreibarbeit ist ein Programm, welches bei Rechtschreibung und Grammatik helfen kann. Hier ist das kostenfreie OpenOffice-Paket zu nennen, welches ohne Probleme mit dem MS-Office mithalten kann.
Derjenige, dem ein Office-Programm „zuviel drumherum“ ist und sich ganz auf das reine Schreiben fokussieren will, der sollte das Programm „Q10“ (Freeware; http://www.baara.com/q10/ ) ausprobieren. Es kann auf der angegebenen Internetseite mit deutscher Rechtschreibprüfung herunter geladen werden.

„Q10“ als auch die Textverarbeitung eines Office-Pakets taugen sicherlich, um konzentriert an Kapiteln oder Szenen zu arbeiten und dann entsprechend abzuspeichern. Aber um ein Werk in seiner Gesamtheit zu überblicken und zu organisieren, sind beide nicht wirklich die richtigen Programme. Ein Werkzeug speziell zu diesem Zweck ist beispielsweise Software „yWriter5“ (Freeware; umschaltbar auf deutsch; http://www.spacejock.com/yWriter5_Download.html ). Es hilft dem Autor, das zu schreibende Werk auf vielfältiger Weise bis ins letzte Detail zu organisieren. Mit „yWriter5“ läßt sich das gesamte Projekt mit seinen einzelnen Dateien verwalten.
Mit „yWriter5“ lässt sich das Projekt jedoch nicht in die passende Buchform bringen, um es bei einem Druckverlag wie BoD, Lulu, Shaker-Media, etc. hochzuladen. Entweder verwendet man hierfür wieder ein Office-Programm (in welchem alle Kapitel der Reihenfolge entsprechend hineingebracht werden).
Oder der Autor verwendet ein Layout-Programm. Solch ein Programm empfiehlt es sich immer dann zu verwenden, wenn Text gestaltet werden soll, wenn Grafiken und Fotos in dem Text eingearbeitet werden sollen. Ein Office-Programm kann das zwar auch, aber wer schon einmal ein Werk versucht hat, mit mehreren Abbildungen in einem Office-Programm sein Werk in vernünftige Bahnen zu lenken, der weiß, dass dieses oft zwar kein Blut, aber dafür umso mehr Schweiß und Tränen kosten kann.

Auf Unix/Linux-Seite gibt es hierfür das berühmt berüchtigte, aber recht geniale LaTEX-Programm (Freeware). Leider ist das Programm recht einarbeitungsintensiv.
Wesentlich einfacher lässt sich ein anderes Layout-Programm verwenden: Scribus (Open Source Freeware; http://www.scribus.net ). Scribus läuft nicht nur auf Unix/Linux-Plattformen, sondern auch auf WINDOWS, OS/2 Warp und 4/eComStationen. Selbst den Apfel-Jüngern wird eine entsprechende Version für das Betriebssystem Mac OS angeboten.
Mit Scribus lassen sich nicht nur Flyer, Visitenkarten, Faltblätter und Zeitschriften erstellen. Mit Scribus wird auch die Erstellung eines Buches erheblich vereinfacht. Grafiken innerhalb eines Textes sind handzahm, statt wie es bei Office-Programmen der Fall ist, dass diese erst einmal mit diversen Tricks auf Format getrimmt werden müssen. Die Gestaltungsmöglichkeiten, die Scribus bietet, sind professionell. Die einfachste Aufgabe für Scribus ist Textgestaltung. Aber selbst Farbmanagement (CMYK-Farben) lässt sich mit Scribus durchführen.

Hauptaufgabe von Scribus ist freilich eine für Druckereien und Medien weiterverarbeitbare pdf-Datei zu erstellen. In Hinblick auf die Gestaltung des Inhalts eines Buches mag die Verwendung von „Scribus“ zu aufwändig erscheinen. Für die Buchcover-Gestaltung ist Scribus allerdings genau das Programm, was einem hilft, den 08/15-Vorschlägen der Druckverlage und ihren Internetseiten auszuweichen. Hiermit lässt sich das Buchcover nach eigenen Wünschen gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Bildbearbeitungprogramm GIMP (Freeware; http://www.gimp.org; ebenbürtig zu Adobe Photoshop) und dem Vektorgrafikeditor Inkscape (Freeware; inkscape.org; vergleichbar mit den kostenpflichtigen Programmen Illustrator, Freehand, CorelDraw oder Xara X) besitzt man alle Werkzeuge, um das Buchcover-Design selber zu gestalten.
Eine gute Anleitung und diverse Hilfen zur Bucherstellung finden sich einerseits auf den scribus-Seiten selber, aber ebenfalls verweise ich auf die höchst hilfreichen Seiten von leibi.de. Die dort herunterladbaren Hilfedateien sind wohl das beste mit, was man für den Schnelleinstieg in „Scribus“ bekommen kann.

Bislang habe ich nur jene Softwaren erwähnt, die kostenfrei sind und meiner Meinung nach konstruktiv und unterstützend Autoren beim Schreiben und Gestalten ihres Buches helfen. Das schwierigste bleibt somit (direkt nach dem Schreiben), das Lektorat des eigenen Werkes. Denn eine sprachliche Analyse ist schwierig mit Software zu bewältigen. Zwar gibt es statistische Werkzeuge wie z.B. TextSTAT (Freeware; http://neon.niederlandistik.fu-berlin.de/textstat ), welche schon mal den ersten Hinweis geben können, wo eine Schwäche liegen könnte (z.B. zu häufige Verwendung bestimmter Wörter), aber das „echte“ Sprachgefühl können diese Werkzeuge nicht ersetzen.

Noch ein Wort zu Software, die einem hilft, ein Buch noch einfacher zu schreiben.
Gibt es überhaupt so etwas?
Ja, es gibt sie. Schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist. Sprechen statt mühsam mittippen, was man sich gerade denkt:
Für Windows-Plattformen verweise ich hierbei auf „Dragon NaturallySpeaking Professsional“ („Preferred“: 199 €; „Professional“: ca. 1.000 €) und „Linguatec Voice Pro 12“ („Standard“: 69 €; „Professional“: 169€). Für Mac-OS-X-Benutzer gibt es „MacSpeech Dictate“.
Einen Test- und Erfahrungsbericht von Prinz Rupi findet sich hier:
http://computer-software.suite101.de/article.cfm/spracherkennung_auf_dem_mac

Aber da soll es ja noch eine Software geben, die von Profis benutzt wird, die TV-Serien-Drehbücher damit schreiben oder immer Bestseller damit landen?
Stimmt das?
Da muss es doch noch was anderes geben!
Stimmt.
Es handelt sich hierbei um das sagenumwobene Programm „Dramatica Pro“ (ca.180 €; http://www.dramatica.com ), mit dem schon in der Tat Filmdrehbücher geschrieben worden sind, die sich auf dem Markt als „Renner“ erwiesen. „Dramatica Pro“ bietet einerseits Funktionen wie „yWriter5“ an. Darüber hinaus aber treibt „Dramatica Pro“ den Autoren und dessen Geschichte durch entsprechende Fragen voran (allerdings auf Englisch). Das kann sich hilfreich erweisen in Zusammenarbeit mit der Software seine Geschichte auf logische Fehler oder mögliche Entwicklungen hin abzuklopfen.
Aber es sollte auch klar sein: Das beste Programm nützt nichts, wenn der Autor sich beharrlich weigert, kreativ Schreiben zu lernen. Programme sind immer nur so gut, wie deren Anwender. Es nützt mir der schnellste Ferrari nichts, wenn ich nicht weiß, wie Fahren an sich überhaupt geht. Aber lernbar ist es.

So.
Und das ist jetzt das endgültige

ENDE

meiner (*hüstel*) „Kurzserie“.

Wer auf der Suche nach weiteren Hinweisen ist, oder Zusatzfragen an mich hat (auch Kritiken positiv wie negativ), der Kommentarbereich unter jedem Teil dieser Serie steht offen und bietet inzwischen auch einige Zusatzinformationen an.

Bücher zum Selberbasteln – Sein eigenes Buch veröffentlichen (4)

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Bücher zum Selberbasteln – BoD und Lulu im Vergleich (1)
Bücher zum Selberbasteln – Preisvergleich Produktionskosten (2)
Bücher zum Selberbasteln – Drei Verlage, drei Druckergebnisse (3)

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Wer sich dafür entscheidet sein Buch zu veröffentlichen, dem bietet sich jetzt zusätzlich durch diese Druckverlage die Möglichkeit, Bücher über den eigenen Bedarf hinaus drucken zu lassen, ohne über die konventionelle Schiene der Verlage zu gehen. Dafür sind aber die buchbeeinflussenden Bucherstellungsprozesse wie Lektorat und Buch-Design in die eigenen Hände zu nehmen. Das kann sowohl Chance als auch Herausforderung sein. Und je nach eigener Begabung entscheidend für die weitere Vermarktung des eigenen Buches.

Freilich ist es möglich, Angebote der Druckdienstleistungsverlage anzunehmen, um sein Buch auf konventionellem Weg in den Markt einzusteuern. Die bislang besprochenen Dienstleister wie Epubli, Lulu und BoD bieten diese Option. Hierbei kann der Autor, sein Buch mittels ISBN katalogisieren lassen. Jene drei sind aber nicht die einzigen Druckverlage, welche ihre Angebote auf Autoren ausgerichtet haben. Im Rahmen dieser Serie habe ich mir auch noch tredition ( http://www.tredition.de ) und Shaker-Media ( http://www.shaker-media.eu ) angeschaut.

Aber prinzipiell spricht auch nichts dagegen, eben diesen Weg ohne Hilfestellung eines Druckverlages zu beschreiten. Epubli, Lulu und BoD dienen bei solch einer Wahl lediglich als verlängerte Werkbank seiner eigenen Veröffentlichung. Sprich, der Druck wird bei einem der Druckdienstleister in Auftrag gegeben. Der Vertrieb des Buches erfolgt dann selbstständig, indem der Autor gezielt versucht, Angebot und Nachfrage in Eigenregie zu regeln. Dieses kann mit den selben Marketingmaßnahmen erfolgen, wie sie ein konventioneller Verlag anbietet: Visitenkarten, Flyer, Postkarten, Lesungen, Werbung über Internet. Das hört sich abenteuerlich an, ist aber nicht weniger abenteuerlicher als das, was der Markt veranstaltet, um ein Buch zu promoten. Es ist klar, dass ein Gießkannenprinzip der Werbung und der Probeexemplare – wie letztens bei dem neusten Dan-Brown-Werk – sich kein Autor wirklich leisten kann. Dieses ist das Privileg der finanzkräftigen Buchverlage, die die entsprechenden Mittel haben, den Markt anzukurbeln, um den späteren Kosten-Nutzen-Koeffizienten zu eigenen Gunsten zu drehen.

Der unkonventionelle Weg und sein Erfolg erfordern vor allem eines: Eigeninitiative.
Das Schreiben ist hierbei nur eine Seite der Medaille. Das eigene Geschriebene lässt sich über Lulu und BoD drucken. Das bedeutet, der Autor druckt sich entsprechend den eigenen Bedarfen Fun-Bücher (also jene Bücher für den Privatgebrauch), um diese dann unter anderem auch mithilfe des Internets zu vermarkten und zu vertreiben. Gerade für solch ein Ansinnen ist Lulu ein dafür ideal zugeschnittener Marktplatz. Der Grund dafür liegt auch in der Gründergeschichte dieses Dienstleisters (siehe Interview mit Robert Young bei Stern-Online): Die Rechte am Werk verbleiben komplett beim Autor und der Autor ist für den Absatz seines Werkes selber verantwortlich. Im Gegensatz zu BoD und Epubli bietet Lulu nicht nur die Verkaufsplattform für im eigenen Dienstleistungsverlag ertellte Bücher, sondern auch für das elektronisch Buche (als Download inklusive DRM).

Der Vorteil den konventionellen Weg der Veröffentlichung nicht zu beschreiten, macht sich durch Wegfall von Zusatzkosten wie beispielsweise „Buchhändlerrabatte“ bemerkbar. Diese erlauben den Verkaufspreis tiefer zu kalkulieren, bei gleicher Marge. Dieses kommt dem Käufer durch tiefere Preise für das eigene Werk zu Gute. Dem Autor ist es möglich, sich selbst günstig mit Buchmaterial zu bevorraten, um es über den Eigenvertrieb verkaufen zu können. Erst durch höhere Stückzahlen beim Drucken wird beispielsweise auch ein Druck bei Lulu rentabel. Für Einzelexemplare des Privatregals mag Lulu bei S/W-Taschenbücher nicht ideal sein, aber bei höheren Stückzahlen und dickeren Werken, steigen die Druckgesamtkosten bei Lulu nicht so stark wie bei BoD oder Epuli. Auch beim Druck im edleren Hardcover-Bereich fällt Lulu angenehm auf. Hier stieß ich auf vergleichende Informationen im Internet, welches die Hardcover von Lulu besser darstellen lassen als bei vielen anderen Druckverlagen und Druckdienstleistern. Der unkonventionelle Publikationsbereich bietet Chancen und Möglichkeiten, die aber – wie schon geschrieben – stark mit der Eigeninitiative des Autors zusammenhängen. Und die Kostenschiene ist die des Fun-Buch-Bereichs mit sich stark verändernden Druckkosten, wenn höhere Stückzahlen und andere Formate als dünne SW-Taschenbücher gedruckt werden.

Sollte aber jemand mit dem Gedanken spielen, den konventionellen Weg zu beschreiten, so entbinden meine Überlegungen denjenigen nicht, sich alle Verlage nochmals kalkulatorisch anzuschauen. Denn je nach Buchthema, Buchstärke, Buchbindung und farbigen Inhalten können sich Unterschiede ergeben. So könnte es auch sein, dass der Druckverlage literareon ( http://www.literareon.de ) eine weitere Möglichkeit darstellt.

Ich veranstalte jetzt hier einmal das Gedankenspielchen, die Memoiren meines Vaters auf konventioneller Weise zu veröffentlichen: 52 Seiten im Taschenbuchformat im S/W-Druck als Ausgangsbasis.

Sowohl BoD, Lulu als auch Epubli bieten ein Programm zur Veröffentlichung von Büchern. Hierzu fallen allerdings immer unterschiedliche Zusatzkosten an. Gerade BoD bietet verschiedene Einstiegspakete an. Wer es mag, kann hierbei Layout- und Lektorat-Paket im Werte von bis zu 2000 Euro abschließen. Oder er belässt es beim Basis-Paket für 39?. Prinzipiell umfassen solche Pakete die zur Veröffentlichung notwendige ISB-Nummer, den Barcode, die Veröffentlichung in der Liste lieferbarer Bücher und gegebenenfalls auch noch die Anbindung an einen Großbuchhändler wie Amazon.de oder Libri.de, sodass mein Werk auch über Internet jederzeit bestellbar und abrufbar sein wird.

Hierzu verweise ich auf den Vortrag von Prinz Rupi, in dem dieses Thema sehr gut erläutert wird (Autor sucht Verleger (5): Der direkte Weg zum eigenen Buch)

Was anfangs noch recht günstig ausschaut, ändert sich, werden alle noch weiterhin anfallenden Fixkosten aufaddiert. So entstehen beispielsweise bei BoD durch 39-€-Vertrag weitere monatliche 1,99-€-Kosten über eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren.
Bei Epubli tauchen solche Kosten nicht auf. Epubli will für eine Veröffentlichung in den ersten zwei Jahren insgesamt 19,95 € sehen. Soll das Buch dann aber länger auf dem Markt bleiben, kommen Zusatzkosten hinzu, die angedeutet werden, sich aber auf den Internetseiten von Epubli aber nicht quantifizieren lassen.
Bei Lulu sieht die Lage wieder ganz eindeutig anders aus. Lulu bietet die Veröffentlichung und die Anbindung an große Online-Händler wie amazon.com und Barnes&Noble.com . Aber genau hier liegt auch der Knackpunkt bei Lulu. Denn amazon.com und amazon.de greifen NICHT auf den gleichen Datenbankbestand zu. Lediglich auf amazon.com werde ich es finden und direkt bei amazon.com bestellen können. Sollte ich bei amazon.de nach meinem Buch suchen, werde ich es nicht finden, solange kein anderer Anbieter das Buch führt.
Leider hatte Lulu aufgrund der Wirtschaftslage 2009 ein Vertriebspaket aus dem Programm genommen, welches extra auf Deutschland zugeschnitten war („Published by you für Deutschland“).

Was bedeutet das nun für Lulu und dem konventionellen Vertriebsweg?
Ein Beispiel:
Die Suchanfrage für das Buch „Schlangenlinie“ bringt sowohl bei amazon.de als auch bei amazon.com Ergebnisse. Bei amazon.com kann direkt für umgerechnet 13,20 € gekauft werden. Bei amazon.de findet sich das Buch ebenfalls, kostet aber ca. 46 €, weil es von einem New Yorker Anbieter verschickt wird. Amazon.de selber führt das Buch nicht. Ein schneller Blick ins Angebot des englischen amazon.co.uk zeigt, dass das Buch auch hier auf dem Lager liegt und für ca. 15,50 € erstanden werden kann. Selbst in Japan ist es bei amazon.co.jp käuflich. Eine schnelle Überprüfung bei buch.de, buchhandel.de, bol.de und libri.de ergibt für das Buch „Schlangenlinie“ keine Treffer. Das Werk existiert bei diesen deutschen Online-Händler überhaupt nicht. Es steht leider zu vermuten, dass Frau Ingrids Stenders Buch „Schlangenlinie“ (ISBN-13: 978-1409240105) bislang keinen großen Absatz gefunden haben wird. Darum einfach mal hier der Link bei Lulu.com, wo es das Buch auch für 6 € als Download gibt:
http://www.lulu.com/product/download/schlangenlinie/4114437

Doch zurück zu den Kosten einer Buchveröffentlichung. In dem nachfolgenden Diagramm habe ich zu den drei Druckverlagen die Kosten pro Seite bezogen auf die Anzahl der Seiten eines Werkes zusammengestellt.

KostenproSeite

Das Dia zeigt, dass der Vertrag bei BoD (Buchmodell: BoD-Comfort) mit seiner Laufzeit von 5 Jahren nicht unerhebliche Kosten nach sich zieht. Jede einzelne Seite des Büchleins mit seinen 52 Seiten bei BoD veröffentlicht hätte nach fünf Jahren einen Wert von 3,13 €. Das sind Wertsteigerungen, von so etwas träumen die Bänker inzwischen heute schon wieder bezüglich ihrer faulen Papiere in deren Tresoren. Bei Lulu würde der Wert übrigens weiterhin bei 1,51 € stagnieren. Epubli ist zwar nach zwei Jahren noch immer der billigste Druckverlag, aber wer das Buch dann länger halten will, der muss mit Zusatzkosten rechnen, die Epubli dann mitteilen wird. „Wert“ ist freilich das falsche Wort. Denn für den Autor sind das Kosten, die er finanziell zu tragen hat.

Was bedeuten aber diese Zusatzkosten?
Zur Verdeutlichung die entsprechende mathematische Aufgabe: Welchen Verkaufspreis muss ich bei dem Druckverlag im Vertrag angeben, damit ich bei nur einem verkauften Buch und dem daraus erzieltem Autorenhonorar all diese Zusatzkosten bezahlen könnte?
Bei BoD würde mir der Verkaufspreis von 300 € alle meine BoD-Kosten der nächsten fünf Jahren neutralisieren. Ich bräuchte nur einen Käufer, der für mein Büchlein 300 € locker macht. Danach plätschern für jedes verkaufte Buch weitere 300 € in meine Urlaubskasse.
Bei Lulu kann ich den Verkaufspreis geringer ansetzen. Für 149 € könnte das Buch im Buchhandel bestellt werden und mit dem ersten Verkauf wären mir meine Kosten entledigt.
Die Verkaufspreise sind freilich bar jeder Realität. Dieses Szenario diente nur der besseren Illustration.

Die meisten Autoren haben das Ziel, an deren eigenem Geschreibe etwas zu verdienen. Die Höhe des Verkaufspreis regelt hierbei die Erlöse für den Autor. Und eben dieser Verkaufspreis ist die einzige Stellschraube, an der die Druckverlage den Autor drehen lassen. Auf die weiteren Kostenschrauben wie „Distributionsgebühr“, „Herstellkosten“, „Mehrwertsteuer (7%)“ und „Buchhändlerrabatt“ hat der Autor keinen Einfluss.

Jetzt einmal angenommen, ich wolle als Autor meines Büchleins 1 € pro Buch als Autorenhonorar erlösen. Zusätzlich zu den bisherigen Druckverlagen nehme ich jetzt auch noch die Druckverlage tredition und Shaker-Media mit hinzu. Somit ergeben sich für mein Büchlein die folgenden Verkaufspreise (in Klammern habe ich die zu verkaufende Stückzahl gesetzt, ab der ich überhaupt erst Gewinn mache):

BoD: 4,50€ (163 St.) // Lulu: 6,12 € (59 St) // Epubli: keine Angabe erhältlich // tredition: 9,80 € (34 St) // Shaker-Media: 8,90 € (keine Angabe erhältlich; in einem Forum las ich, dass zwei Jahre lang jedes mal 25 Bücher vom Autor abzunehmen seien, eine Bestätigung bei Shaker-Media fand ich dafür nicht).

Verglichen mit den Preisen im Buchhandel sind die 4,50 € für mein Büchlein der realistischere Preis. Allerdings muss das Büchlein in den nächsten fünf Jahren pro Monat seine drei Käufer finden. Während tredition und Shaker-Media die Preise für mein 52 Seiten-Büchlein in der Region eines handelsüblichen 250-Seiten Buchs heben, erscheint gerade Lulu noch relativ fair: 1/3 höherer Preis bei nur 1/3 geringerer zu verkaufender Stückzahl im Vergleich zu BoD macht Lulu relativ attraktiv für so ein Kleinsttaschenbuch.

Das bezog sich jetzt alles auf den S/W-Druck im Taschenbuchformat. Aber selbst Farbdruck wird von den Druckverlagen angeboten. Hier unterscheidet sich allerdings Lulu von den restlichen erwähnten Druckverlagen. Bei Lulu heißt es ganz oder gar nicht, während BoD und Co. den Preis je eingefügter Farbseite nach oben korrigieren. Sollte also wer sein Buch mit bunten Buchstaben verlegen oder auf jeder Seite eine Farbgrafik einbinden wollen, der sollte aufpassen: Ein paar farbige Seiten machen sich bei BoD und Co. nicht so stark in der Preissteigerung der Herstellkosten bemerkbar, aber alle Seiten in Farbe gedruckt zu bekommen, der sollte eindeutig Lulu allein schon wegen des Preises den Vorzug geben (wenn die Vertriebsmöglichkeiten von Lulu nicht so bescheiden wären).

Soweit so gut. Dem eigenen Werk auf dem Markt Geltung zu verschaffen, ist nicht einfach und kein Selbstläufer. Das Verlagswesen und sein Buchhandel sind definitiv nicht fair. Es hilft darum auch nicht, den Markt aushebeln zu wollen. Es bleibt nur das Beste daraus zu machen.

Die Bucherstellung liegt völlig in der Hand der Autoren, falls der sich entschlossen hat, sein Werk selbst im Umlauf zu bringen. Andere sehen die neuen Möglichkeiten, die sich ergeben haben. Seit die Digitalisierung des Drucks voranschreitet, ist der Markt reif für das „Buch 2.0“ geworden. „Buch 2.0“ ist jedoch kein bequemer Klappstuhl, von dem aus beobachtbar ist, wie sich das eigene Buch zum Perpetuum mobile zweiten Grades entwickelt. Geschweige denn, dass es überhaupt erst einmal zum Perpetuum mobile (Selbstläufer) wird.

Die Möglichkeit der Designer seines eigenen Buches zu sein, bringt Vorteile wie Nachteile. Vorteil wie Nachteil ist, dass die Verantwortung bei Buch und Inhalt beim Autor selbst liegt. Als ich die erste Ausgabe meines Büchlein vor mir hatte, war mir bereits klar, was ich völlig unberücksichtigt gelassen hatte.

Ein Buch an sich ist schon fast standardisiert aufgebaut. Wer viel liest, dem wird es dann auffallen, wenn gegen diese Standards verstoßen wird. Die ersten beiden Seiten eines Buches haben keine Funktion (maximal mit Widmung und/oder Informationen über Buch und Autor), die nächste trägt den Haupttitel, die vierte das Impressum, die nächsten sind entweder das Inhaltsverzeichnis oder es beginnt das erste Kapitel. Und jedes Kapitel startet immer auf der rechten Seite (mit der ungeraden Seitenzahl)

Ein weiterer Punkt ist Rechtschreibung und Grammatik: Ein Buch mit Grammatik- und Rechtschreibfehler ist für den Leser ein absolutes Ärgernis. Um Rechtschreib- und Grammatikfehler zu verhindern, ist mindestens ein passendes Textverarbeitungsprogramm mit entsprechender Funktion erforderlich. Ansonsten bleibt nur ein Lektorat durch Freunde und Bekannte oder durch eine professionelle Lektoratsstelle. Alle Druckverlage bieten diese Lektoratsdienstleistung kostenpflichtig an.

Zudem würde ich von Internet-Hilfsmitteln der Druckverlage zur Buchcover-Erstellung abraten. Was für die Privattaschenbucherstellung vielleicht noch denkbar ist, wird einer Veröffentlichung nicht gerecht. Die Druckverlage bieten auch hierfür unterschiedliche Dienstleistungen an, die ihren Preis haben. Im Internet finden sich auch Druckverlagsunabhängige Personen, die bei der Buchgestaltung unter die Arme greifen und ihre Dienstleistungen anbieten (z.B. http://www.design.ulinne.de ).

Einen besonders interessanten und lohnenswerten Tipp fand ich hierbei im Buch-Shop von Lulu. Auf dem folgenden Internet-Link (bitte hier klicken) kann sich jeder das Buch „BUCH & COVER HILFE!“ kostenlos herunter laden. In dem Ebook findet sich dann das Angebot, dass der Autor demjenigen bei der Buch-Cover-Gestaltung Unterstützung zusichert, der sich das Buch als Druckausgabe bei Lulu (15,57 €) bestellt. Das Ebook an sich ist selbst schon eine große Hilfe, wer sich mit den oft unbeachteten Details der eigenen Bucherstellung beschäftigt.

Nebenbei, es ist immer ein guter Tip, sich alles Foren der jeweiligen Druckverlage durchzulesen. Insbesondere das Forum bei BoD (zu finden unter http://www.bod.de/autorenpool/index.php ) bietet viel Hilfe bei unterschiedlichsten Fragen.

Eine weitere Entwicklung von „Buch 2.0“ ist der verstärkte Weg zum Ebook. Wie bei demvorhin vorgestellten Buch zu erkennen, ist der Download kostenlos, die Druckausgabe kostet aber 16 € mehr. Der Trend, sich Bücher auf ein mobiles Gerät (Smartphone, Kindle, iTouch, etc.) zu laden, um es später dann dort zu lesen, wird sich immer mehr verstärken. Wer dieses beim Verlegen seines Buchres mit berücksichtigt haben will, der wird bei BoD nicht fündig werden. Dagegen bieten Druckverlage wie Lulu oder tredition diese Formate an. Der Vorteil ist sicherlich, dass man unabhängiger vom Vertriebskanal „Buchhandel“ ist und sich eigene Vertriebswege im Internet für sein „Buch 2.0“ finden kann.

Fortsetzung: Bücher zum Selberbasteln – Softwareunterstützung bei der Bucherstellung (5)