Lebe wild und gefährlich (Teil 12) … oder: In einem Cafe ohne Kaffee …

Hey, hast du keine Eier, oder was?

Er legt seine Pumpgun nieder und hat ein langes Messer mit Widerhaken in seiner Linken. Er befindet sich in einem verwinkelten Hallenbad. Aber niemand badet im Pool. Als er am Pool vorbei schleicht, richtet er einen kurzen Blick in den Pool. Offenbar liegen dort Granaten am Grund.

Gleich hab ich Dich!

Er schleicht sich an den Mann mit der Rückenaufschrift POLIZEI an und stosst blitzschnell zu. Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal. Der Polizist vor ihm klappt zusammen und fällt nieder. In dem Moment wird der Monitor mehrfach rot. Das Rot flackert wie ein Stroboskoplicht. Die Kamera fährt zurück und eine grau angezogene Person fällt flach zu Boden.

Scheisse!

Muahahaha. Du musst schon auf deinen Rücken achten, wenn du meinen Kumpel abstichst. Geschieht dir Recht!

Warte, Dich hol ich mir.

Mein Nebenmann drückt entschieden auf eine der Tasten seiner Tastatur und er ist wieder in der Rolle der grau angezogenen Person, die eine Waffe aufhebt und diese läd.

Nein.
Das war keine Szene aus einem Bürgerkrieg. Sondern ich saß in einem Internet-Cafe und neben mir spielte ein vielleicht 18-jähriger Counter-Strike im Netz. An vielen anderen PCs des Cafes saßen andere Jugendliche, die sich ebenso auf dem gleichen Server sich in dem virtuellen Hallenbad von Ecke zu Ecke durchkämpften und dabei lachten und quer durch den Raum quatschten.

Hm.

Saß ich jetzt unter potentiellen Amok-Läufern?
Oder waren es einfach nur welche der homo ludens, der menschlichen Gattung des spielenden Menschens?

Eines war mir aber sicher: Die hier hatten ihren mörderischen Spaß auf dem Counter-Strike-Server …

Lebe wild und gefährlich (Teil 11) … oder: Sushi-to-go

Sonntag 3. Dezember
Reiseproviant gekauft beim ASIA-Laden im Bahnhof. Will Sushi in vollen Zügen genießen. Schnell gegessen, vermutlich bei 160 km/h. Sushi hinkt folglich jeglichen Ansprüchen hinterher. Ist auch nur Sushi-to-go, nicht Sushi-on-the-run, wenn auch Run-of-the-mill-Sushi. Schmeckte daher eigenartig. Vermute, dass Poloniuim 210 drüber gesprüht worden ist. Würde gern sehen, ob ich strahle. Leider scheint Sonne noch zu stark.
Beim Flanieren durch den Zug strahlten mich dann alle an. Offensichtlich ist hier jeder Polonium 210 verstrahlt.
Auf Toilette festgestellt, dass Hosenschlitz weit offen. Verstehe nun Gegrinse der Frauen und Gelächter der Männer. Sehe jetzt wie ne strahlende, aber untergehende Sonne aus.
Werde demnächst wieder Unterhosen tragen.
Oder mir ne Vakuum-Pumpe bei Orion bestellen.