Es ist eines der größten Misterien, die Mitteleuropa zu bieten hat:
der gemeine Gartenzwerg.
Diese Ton-Figur polarisiert die Menschen in Europa.
Sein serieller Ursprung soll ja irgendwo im thüringischen Gräfenroda liegen. Nach WIKIPEDIA könnte dieser aber auch in Polen liegen. Aber da sind sich die Nanologen (Gartenzwergforscher) noch nicht so ganz einig.
Sicher ist aber, dass Gartenzwerge immer es schaffen, medienträchtig Schlagzeilen zu produzieren.
Am 30. Juli 1997 berichtete damals die Agentur “ dpa“, dass eine „Befreiungsfront für Gartenzwerge“ die Kleingartenbesitzer südwestlich von Brüssel in Angst und Schrecken versetzen würde. Mehrfach wurden aus Gärten Gartenzwerge gestohlen. Zwei der mini-Figuren seien nach kurzen Ermittlungen der Polizei wiedergefunden worden: „Erhängt“. An einem Baum.
Unter anderem Mitte April 2000 schlug die „Befreiungsfront“ wieder zu. Diesmal in Frankreich. Im Pariser Bois de Boulogne wurden bei einer Gartenzwerg-Ausstellung 20 Gartenzwerge „befreit“ und die Einstellung der Gartenzwerg-Ausstellung gefordert.
Im nordostfranzösischen Héming wurden später 202 Gartenzwerge aus Vorgärten als französisches WM-Team auf einem Spielfeld in Frankreich abgestellt. “ Das ist unsere französische Weltmeisterschaftsmannschaft 2002″ stand in dem Bekennerschreiben.
Ohne die inzwischen gerühmte französische Kopfarbeit beim Fußball schied die französiche Mannschaft aufs Zwergenformat in der Vorrunde zusammengestutzt letztendlich in Japan/Südkorea bekanntermaßen aus.
Und jetzt sind sie wieder zurück. Der Terror der „Befreiungsfront“ scheint sich über Österreich nach Deutschland verzogen zu haben.
Ende Juli wurde auf Kunstobjekten – es handelte sich hierbei um acht Stühle – jene bekannten, obzöne Gartenzwerge geklebt und Salzburg als „Stadt der kulturellen Gartenzwerge“ bezeichnet.
In diesem Monat wurde der Polizei Bochum im nordrheinwestfälischen Witten der Fund von acht herrenlosen Gartenzwergen gemeldet.
Im niedersächsischen Stade meldete die Polizei danach das Verschwinden von 18 Gartenzwergen und geht von einer „Gartenzwergentführung“ aus. Schlimmer noch: Letztens wurde einer der entführten Zwerge verkohlt aufgefunden.
Sowas ist natürlich unangenehm und geht zu Herzen.
Es ist dann kein Wunder, wenn sich daher einige empört fragen, ob das denn sein müsse und ob es keine Sicherheit davor gäbe.
Nun gibt es sie:
Die Investoren von Reihenhäuser in den Berliner Prenzlauer Gärten haben da schon mal vorbeugend gehandelt. Die Kaufverträge für willige Käufer schreibt vor, wie der Garten vor dem Reihenhaus auszusehen habe, um ein einheitlich gutes Bild der Siedlung zu garantieren. Und explizit erklärt sich der Käufer auch damit einverstanden, dass Gartenzwerge verboten sind.
Damit dürfte es ausgeschlossen sein, dass ermittelnde Kriminologen in der vornehmen Siedlung auftauchen und in Vorgärten herumschnüffeln, ob es keine gentechnisch verwertbaren Beweise geben könne, sollte so ein Fall von Gartenzwerg-Entführung sich in Prenzlau ereignen …
Übrigens:
Das Gartenzwerge gerichtlich aus Gärten rausgeklagt werden können ist ja nichts neues an sich (s.a. hier).
Jedoch geht gerade den terroristischen Akten der Zwergenentführung ein nicht unerhebliches Werbepotential aus.
Als die „Befreiungsfront für Gartenzwerge“ in Frankreich die Gartenzwerge vom Terror der Gartenbesitzer befreite, läutete dies einen ungeheuren Gartenzwergboom unter den Franzosen aus.
Noch ist davon noch nichts in Deutschland zu spüren, aber nach schätzungsweise vier bis acht weiteren Aktionen dürfte das Interesse ungeheuer werden.
Also die Medien verfolgen und notfalls die Aktien von Gartenzwergfabrikanten einkaufen …

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