«Darf ich Ihnen in aller Form das DU anbieten?«
»Gerne. Verbrüderung?«
»Immer. Lass uns dazu ’nen internen Maskenball veranstalten.«
»The masked Sinner?«
»Ich dachte da eher so an Johann Strauß.«
»Die Fledermaus?«
»Sing es!«
»Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein wollen wir alle sein, ob Lump oder Schwein. Erst ein Bro-Kuss und dann ein Du, Du, Du.«
»Duidu. Duidu.«
»Wird uns öd und wir scheißen darum andere zu, …«
»Aber immer … per du.«
»Du bist kein Kulturbanause. Prost, du!«
»Ich kenne die „Fledermaus“. Stößcken, du.«
»Aber jetzt mal zu bierernsten Themen.«
»Zwesche Salzjebäck und Kölsch?«
»Wer bin ich? Ich beschreibe wen und du sagt, wer ich bin. Also, ich nutze in der Pandemie persönliche oder politische Netzwerke zur Abwicklung großer Maskengeschäfte.«
»Also über ein persönliches Netzwerk?«
»Hohe Summen an öffentliche Gelder werden bewegt und massive Kritik an Transparenz und Moral waren ein Resultat davon.«
»Okay, ich glaube, ich weiß, worauf du anspielst. Ich bin doch nicht von gestern. Ich kenn mich aus.«
»Die Affäre dazu resultiert jeweils in politische und gesellschaftliche Debatten über Integrität und Verantwortlichkeit im Umgang mit Krisengewinnen.»
»Krisengewinnler? Ich weiß es, ich weiß es!«
»Moment. Noch eine Zusatzinformation. Söder und die CSU-Führung betonten, dass die Maskendeals privatwirtschaftliche Geschäfte gewesen seien und keine politischen Mandatsträger direkt involviert waren.«
»Wie? Okay. CSU. Regional begrenzte Partei mit überregionaler Anspruch.«
»Söder sprach von einer „Wild-West-Mentalität“ auf dem Markt für Corona-Schutzkleidung und zeigte sich erbost über die Vorgänge, ohne jedoch die betroffene Person zu verurteilen. Weil Wild-West-Mentalität kennt Söder noch von den Cartwrights und aus Raumschiff Enterprise: erst schießen, dann fragen.«
»Jens Spahn sprach neulich auch von Wild-West-Situation in der Pandemie. Du sprichst also über Münsterländischen Filz und Jens Spahn, richtig?«
»Nein. Laut Söder ist der Fall wohl „hardcore politisch motiviert“.«
»Also nicht wie bei der durch den Boulevard und CDU/CSU hartnäckig nachverfolgten vermeintlichen Vetternwirtschaft damals beim Habeck?«
»Ich sprach über die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler.«
»Tandler? War das nicht der Politiker, von dem mal gesagt wurde, er hätte einen geistigen Glücksspielautomaten, da wo andere ihr Hirn haben? Immer wenn man rechts den Arm am Glücksspielautomaten durchzog, rasselte es vorne?«
»Andrea Tandler. Verurteilt wegen Steuerhinterziehung bei ihren lukrativen Maskendeals mit der bayrischen Söder-Regierung. Die hatte über einen schweizerischen Softdrink-Lieferanten teure Masken an Bayern verkauft und dabei die Steuern nach dem Vorbild von Uli Hoeneß und Alfred Schuhbeck abgeführt. Jetzt sitzt sie.«
»Tja. Dumm gelaufen, wenn sie sitzt. Eindeutig Kavaliersdelikt. Familie Tandler ist politisch ja nicht nur in der CSU und in Bayern hoch angesehen. Mathematische Fehler können da schon mal passieren, wenn die Tochter eine Rechenschwäche bei hochvolumigen Deals hat. Muss man in Bayern nicht Mathe im Abitur haben?«
»Nicht unbedingt. Es reicht auch, passende Amigos zu haben.«
»Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein, erst ein Bro-Kuss und dann ein Du.«
»Lasst das traute Du uns schenken, für die Ewigkeit, immer so wie heut. Und dann ein Du, du, du.«
»Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist …«
»Du. Du. Du.«
»Duidu. Duidu«
»Lalalalala … .«