Kneipengespräch: Und willst du nicht mein Bruder sein, breche ich dir das Nasenbein


Tresen 0

„Kenn ich dich? Stalkst du mich?“

Er saß neben mir und starrte mich bedrohlich drohend durchdringend an. Ich hatte ihm ungefragt in sein überhebliches, nationalistisches Geschwafel reingequatsch und sein unreflektiertes Alphamännchen-Gehabe gestört.

„Nein. Aber du wünscht dir nachher, dass ich du mich nicht kennengelernt hättest.“

„Du willst mir drohen?“

„Dir kann man drohen? Du bist es doch immer, der droht, wenn er meint, er sei in seiner Meinung bedroht, nicht wahr. Der Wutbürger im eigenen luftleeren Hirnraum.“

„Pass mal auf, Bürschlein, …“

„Bürschlein ist nicht mein Name. Etwa der deine?“

„Arschloch! Ich heiße Oliver.“

„Hirn flashen. Mehr fällt mir zu deiner Beleidigung nicht ein.“

„Was?“

„Oliver, flashe mal dein Hirn. Ich wette, beleidigen ist deine inoffizielle Berufung für deine Selbstverwirklichung auf Facebook. Da spielst du liebend gerne den unverstandenen Wutbürger, nicht wahr? Ich würde dir raten, einen Psychologen aufzusuchen. Der könnte dir mit deiner Attitüde und deinem Unverständnis helfen.“

„Was soll Attitüde heißen?“

„Oder mach doch einfach mal ne Umschulung. Vielleicht darfst du danach als richtiger, echt seriöser Journalist schreiben. Du willst es doch auch, oder? Einmal richtig seriös und mit Hirn, oder?“

„Soll ich dir eine überbraten?“

„Also, ich persönlich, ich  bin der Typ, der mal per Smartphone einen schnellen Blick auf Facebook-Profile riskiert. So wie deines. Dein Profil, das du in jedem zweiten Nebensatz so lobend erwähnt hast. Das taugt für maximal zehn Sekunden Lesen mit fünf Sekunden-Inhalt für den sofortigen Sekunden-Schlaf. Solches Nachlesen empfinden manche selbsterkorene Journalisten wie du als etwas ärgerlich, könnte ich mir vorstellen, nicht wahr.“

„Legst du Wert auf ein gebrochenes Nasenbein, Alter?“

„Ja! Kennst du einen Spezialisten, der das macht, Alter?“

Mein Nasenbein war danach gebrochen. Aber der Brecher wich emigrierend den staatsanwaltschaftlichen Maßnahmen auf eine Insel aus und schrieb auf seinem Facebook-Profil in einem kurzen Nebensatz, er sein lediglich ein Opfer von Gutmenschen und Merkel …

Die Geschichte hat natürlich nie statt gefunden und ist erstunken, erlogen und verhetzend. Verschlagwortet unter dem Schlagwort „Luegen“ …

Oder so …