Abalone – Das Leben und Sterben einer pazifischen Meeresschnecke


Essen ist Nahrungsaufnahme. Und Essen kann auch zu einer Zeremonie werden. So wie es oft in Japan praktiziert wird.
Dann können sich Leben und Tod vor einem auf dem Tisch berühren, nur verdeckt durch einen Topfdeckel.
Zurück bleibt am Schluss die perlmutt-schimmernde Schneckenschale der Abalone.
Und was geht einem dabei durch den Kopf?
Ehrfurcht. Dankbarkeit. Und Verwirrung.
Das Leben sozusagen.

https://www.youtube.com/v/_VdP56VTa0g?version=3&hl=de_DE

Musik: „Point of no return“ von Roger Subirana Mata (http://www.jamendo.com/de/album/24858)

Internetlink zum You-Tube-Video: http://youtu.be/_VdP56VTa0g

Das Video ist auch in HD verfügbar.

3 Gedanken zu „Abalone – Das Leben und Sterben einer pazifischen Meeresschnecke

  1. Obwohl du in anderen Geschäften unterwegs bist, wirken deine Beiträge oft ethnologisch, wie dieser Beitrag hier. Ich könnte das alles gar nicht machen, denn die Schnecke müsste ich ablehnen, was gewiss als Affront empfunden würde. Der SPIEGEL kam 2007 mit dem Titel Heraus: „Die gelben Spione“ Darin wurde berichtet von deutschen Geschäftsleuten, denn beim Essen mit den Geschäftspartnern lebende Affen gereicht wurden, deren Gehirnschale man zertrümmern und das noch zuckende Gehirn essen sollte. Diese Geschichte diente aber nur, um zu zeigen wie gefährlich und verderbt die Schlitzaugen sind. Deshalb stehlen sie auch ständig unsere Patente.
    Jedefalls hoffe ich, dass dir die pazifische Meeresschnecke gemundet hat.

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  2. Das mit den Affenhirnen erinnert mich jetzt ein wenig an „Indiana Jones und der Tempel des Todes“: Zivilisierte Engländer und total barbarische indische Gestalten. Aber wir lieben ja eben solche Klischees, die uns einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Als Kinder reichten uns noch Struwelpeter-Geschichten oder „Hänsel und Gretel“ zum kalten Gruseln. Aber als Erwachsener, da muss es ja ein wenig härterer Stoff sein. In der FAZ las ich über den Einmarsch in Tripolis, dass der Reporter schwarze Söldner (von Kadhafi angeheuert und danach umgebracht) tot auf den Böden von Krankenhäuser gelegen haben sollen, die Bäuche von den Verwesungsgasen aufgedunsen und kurz vor dem Platzen. Ich dachte mir bei der Beschreibung nur, mit welche Stahlwatte denn da der Reporter gepudert gewesen sein musste, dass er so etwas geschrieben hatte. Zumindest war der Artikel so aufgebaut, dass es mal wieder ganz üble Schatten auf Khadafi werfen sollte. In Wahrheit hatte der Reporter wahrscheinlich einen Schluck „Horror-Genre“ aus Splatter-Movies getan und dachte, was ihm gefällt, müsse in der FAZ in bildhafter Sprache erörtert werden.
    Zuerst hatte ich befürchtet, die Abalone lebendig essen zu müssen. Als dann aber die Brenner angezündet wurden und der Deckel aufgelegt wurde, war ich ein wenig erleichtert. Dass das Sterben der Schnecke auf dem Tisch stattfand und nicht in den Schlachthöfen, das war das besondere. Steaks etc. werden blutfrisch zubereitet (gegrillt, gekocht oder gebacken, je nach Wunsch und Geschmack). Da das Töten bereits vorher in aller Anonymität geschah, macht es uns keine Probleme. Was wäre, würde das Tier hinter einem Vorhang getötet, das entsprechende Filet dann heraus geschnitten und dann zum Grillen serviert. Wäre es ein Unterschied zum Schlachthof? Es wäre sicherlich so wie bei der Abalone. Frischfleisch.

    Die Abalone schmeckte ein wenig wie Süsskartoffel, daran erinnere ich mich noch. Aber bei den vielen Fischsorten und Gemüsesorten konnte ich sowieso nicht mehr unterscheiden, was exotisch oder was bekannt war. Und sicherlich ist für einige Menschen rohes Fischfleisch genau so ekelig wie Abalone auf dem Tisch zubereitet zu bekommen.
    Fangfrisch, pflückfrisch, schlachtfrisch.
    Hauptsache frisch, heißt unser Basis-Lebensmotto. Weswegen auch soviel Nahrungsmittel weggeschmissen werden. Aber das ist ein anderes Thema. Die andere Seite der gleichen Medaille …

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