Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 1)

Eines ganz am Anfang vorweg:
Private Emails zu veröffentlichen, ist kein Spaß. Wer private Emails veröffentlicht, begeht ohne Zweifel niederen Vertrauensbruch.
Ich werde hier einen privaten Email-Verkehr veröffentlichen.
Begehe ich hiermit Vertrauensbruch erster Güte? Nein. Die Person hinter der Email-Adresse existiert nicht als jene Person, welche der/die Verfassende der Email vorgibt zu sein. Vielmehr verbirgt sich eine Person dahinter, die mit dem Email-Namen nicht das Geringste gemein hat. »Gemein« ist hierbei das Stichwort. Denn das Wort charakterisiert jene Person am treffensten. Wer die folgenden Posts zu jener Person mitliest, wird feststellen, dass jene Person es sich geradezu verdient hat, deren private Emails zu veröffentlichen.
Ich veröffentliche keine privaten Emails von real existierenden Personen. Von allen anderen aber schon, wenn ich diese als veröffentlichungswert erachte.

Wohnungssuche in München.
München ist ein teures Pflaster.
Für eine 1-1 ½ Zimmer Wohnung fallen Quadratmeterkosten von 11-13 Euro an. Kalt. Warm gehen diese auf 13-16 Euro hoch. Eine 35 qm Wohnung kann also mit Heizung und Nebenkosten an die 500 Euro oder mehr kosten.

Auf meiner Suche nach einer Alternative zu den Plätzen unter den Brücken Münchens oder eines Open-Air-Übernachtungplatzes im Englischen Gartens führt mein Weg ebenfalls zu „CS-Wohnungsagentur“ oder „Immobilienscout24“. Während unter der ersten Adresse deutschlandweit provisionsfreie Wohnungen gelistet sind, finden sich für München gerade bei der zweiten Adresse recht viele Maklerangebote. Provisionsfreie Angebote sind dort eindeutig in der Unterzahl. Bei einer Mieterquote von 79% (also 21% sind Wohnungsbesitzer) in München verwundert es auch nicht. Das Maklern kann richtig gut in München honoriert werden. München ist der ideale Tummelplatz für Makler und ihrer 2,38-fachen Maklerprovision auf die Kaltmiete bezogen. Hinzu kommt dann noch, dass der Vermieter oftmals die 3-fache Kaution für die Kaltmiete bei Mietvertragunterzeichnung sehen will. Wer also eine Wohnung in München mieten will, muss im ersten Monat bis zu dem 6,38-fachen der Kaltmiete aufbringen, um ein Dach über dem Kopf zu bekommen.

Bei meiner Suche stieß ich gestern Nachmittag auf das folgende Angebot:
1 Appartment im letzten Bereich der Leopoldstraße (die Champs-de-Elysee Münchens).
Eingerichtetes Wohnzimmer, Bad mit WC und Bidet und voll eingerichtete Küche.
Größe: 48 qm.
Kaltmiete: 380 Euro.
WOW!

Es ist klar, dass so etwas ein Schnäppchen der Schnäppchen darstellt. Oder vielleicht auch nur ein grandioser Tippfehler vom Anbieter. Also, Anfragen kostet ja nichts. Die Anbieterin wurde mit dem Namen »Lena Gott« angegeben.
Das Kontaktformular hatte ich ausgefüllt und das Ganze abgeschickt. Zu spät erkannte ich, dass es eigentlich ein »Herr Lena Gott« war. Herr? Ist »Lena« kein Frauenvorname? Egal. Und dann las ich die Emailadresse: »lena.gottmann@hotmail.com«. Herr Gott nochmal! Alles total falsch in meiner Anrede. Okay, dachte ich mir. Was soll’s. Wenn ich Pech habe, habe ich halt Pech. C’est la vie.

Mit Spannung wartete ich auf die Reaktion von »Lena Gottmann«.
Ob das Appartment noch zu haben war?
Ob der Preis stimmt?
Oder war es nur ein Tippfehler?
Suspense und Spannung.
C’est la vie.
Screenshot: Anzeige unter ImmoScout24

(Fortsetzung hier)

5 Gedanken zu „Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 1)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.