Kopflos in Düsseldorf und kopflastig in Remagen

Was vorher geschah: Prolog, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Remagens Appolinariskirche

Der Moment der Ruhephase gleicht einem Waffenstillstand. Alles um einen herum wird ausgeblendet. Es existiert nur noch das „ich“ und das, was das „ich“ erlaubt. In deutschen Kirchen lässt sich eine Vermischung aus dem Imaginären, Symbolischen und Realen studieren.

Mächtig schaut er ja schon aus, so wie er mich da aus der Kuppel grüßt. Mit seinem Buch in der Hand. Gut. Ihn jetzt mal kleiner darzustellen, das hätte sich der Maler wohl nicht getraut. Wenn er schon mächtig sein soll, dann muss auch seine Darstellung in dieser Weise realisiert werden.

Goldener Hintergrund und schon ist eine beeindruckende Kuppelmalerei erzeugt. Trotzdem sollte man nicht gänzlich kopflos zur Kuppel gehen, denn davor lauert die Krypta. Und da liegt der Kopf von dem, dessen Rest in Düsseldorf liegt.

Nun, der zuletzt genannten Version entgegen steht handfester Protest rheinischer Würdenträger. So fuhr ein gewisser Rainald von Dassel – seines Zeichens Erzbischof von Köln und Erzkanzler Italiens ernannt durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa – im Jahre 1162 rheinabwärts. Auf seinem Schiff hatte er außer drei Königen auch noch eine Ladung Beute aus Ravenna dabei. Erst hieß es ja, jene Beute wäre am 23. Juli in Remagen vom Schiff gelöscht und am gleichen Tag etwas später auch noch die drei Könige in Köln. Rein logistisch gesehen ist das für jene Zeit mehr als nur eine absolute Meisterleistung. Der Erzbischof will beim Löschen in Remagen außer einer Prozession noch einen Gottesdienst abgehalten haben. Eine oberirdische Leistung für jene Zeit. Drum wurde dann auch die Entladung der Drei Könige auf den 24. Juli korrigiert.

Nebenbei: Rainald von Dassel kann wohl als einen ausgesprochenen pathologischen Fall eines Diebes bezeichnet werden: Außer den Gebeinen des „Apollinaris “ und der „Drei Könige“ hatte er auch noch die von den als Heilige verehrte „Gervasius“ und „Protasius“ geraubt und diese beiden letzteren Raubgüter in Breisach am Rhein abgeladen. „Gervasius“ und „Protasius“ waren vor dem Diebstahl die Schutzheilige der Stadt Mailands. Nach deren Raub wurden sie es auch noch von Breisach.
Ironie des Schicksals: Außer gegen Harn- und Blutfluss sollen „Gervasius“ und „Protasius“ auch gegen Diebstahl schützen. Dass sie nach deren Raub nicht fristlos von deren Aufgabe enthoben wurden, mag auf dem ersten Blick verwundern. Dieses ist aber ein Phänomen, welches sich schon vom frühen Mittelalter bis in unsere Tage erhalten hat. Top-Manager können nun einmal soviel in ihren Aufgabenbereiche versagen, wie sie wollen, sie werden nie wirklich arbeitslos. Eine schöne Tradition.

Die Vermischung aus dem Imaginären, Symbolischen und Realen fasziniert nicht nur heute. Daher haben die Gebeine von Heiligen auch so eine große Bedeutung im Christentum der Katholiken. „Apollinaris“ ist ja auch so ein Fall. Als Gestorbener wurde er zum Patron von Ravenna befördert, erhielt dann noch die Stadt Remagen und letztendlich Düsseldorf-Stadt zu seinem Aufgaben im Kampfe gegen Gallen- und Nierensteine, Gicht, Geschlechtskrankheiten und Epilepsie.

Düsseldorf? Richtig. D-Dorf-Stadt. Die wollten auch etwas Bedeutsames in ihrer Stadt. Drum nahm Herzog Wilhelm I. von Jülich an einer Wallfahrt im Jahre 1383 nach Remagen teil und brachte ein Souvenir seiner Wallfahrt mit: die Gebeine vom Heiligen „Apollinaris“ hübsch verpackt. Als er dann alles an D-Dorf-Stadt weiter verschenkte, stellten die Beschenkten beim Öffnen entsetzt fest, dass die Remagener alles bis auf den Kopf eingepackt hatten. Düsseldorf hatte somit plötzlich einen Kopflosen mehr. Um dem entgegen zu wirken, wurde Düsseldorf zur Landeshauptstadt von Nord-Rhein-Westfalen ernannt. Das Motiv war Hoffnung. Des Düsseldorfers Kopflosigkeit sollte mit politischem Intellekt entgegnet werden. Aber inzwischen weiß man, dass auch hier der berühmte Lehrsatz „Gleich zu gleich gesellt sich gern“ gilt.
Remagen dagegen hatte somit seinen ersten Kopf, gut behütet in einem Sarkophag. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Remagen noch einen zweiten Kopf auf Drängen der deutschen Generalität: einen Brückenkopf. Zusammen mit dem anderen Brückenkopf auf der anderen Rheinseite wurde eine Brücke über den Rhein gespannt. 27 Jahre fand die deutsche Generalität diese Idee aber nun doch nicht mehr so gut und zerstörte die Brücke.

Somit hat Remagen heutzutage zwei Pilgerorte: den Brückenkopf von Remagen und den Kopf des „Apollinaris“. Letzterer soll gegen Kopfprobleme helfen, der andere gegen eine leere Stadtkasse. Gesichert ist die touristische Wirkung des Brückenkopfes auf die Stadtkasse, beim „Apollinaris“ bleibt der Glaube.

„Nicht wahr, eine beeindruckende Malerei?“

Jene Frau war mir bereits beim Betreten der Kirche aufgefallen. Nicht etwa, weil sie der einzige Mensch in den Kirchenbänken der Apollinaris-Kirche war, sondern weil sie die Akustik der Kirche nutzte, ein Kirchenlied zu summen.
Ich blickte mich nochmals versichernd in dem Kirchenraum um. Überall waren die Wände mit ausdrucksvollen Farbgemälden überzogen.

„Es scheint, dass die Kirchenfürsten sich hier vor einem ‚Horror Vacui‘ der Wände fürchteten.“
„Horror vacui?“
„Die Angst, dass eine Wand noch weiße unbemalte Flecken aufweist.“
„Ja, die Angst ist nie ohne Objekt. Manchmal reicht ein Objekt klein a, um große Dinge zu erzeugen.“
„’Ein Objekt klein a‘?“
„Eine Schneekugel beispielsweise.“
„Eine Schneekugel?“
„Rosebud.“
„Ach so, sie beziehen sich auf Orson Welles Film ‚Citizen Kane‘.“
„Ein kleines unbedeutendes Wort hat einen großartigen Film erzeugt. Ein Objekt klein a. Die Schnittmenge aus dem Imaginären, dem Symbolischen und dem Realen.“

Ich schaute mich um.

„Wie die Gemälde hier.“
„Wissen Sie, der Appolinaris hier, der wurde durch die Gier seiner Räuber zu einem Kephalophor gemacht.“
„Sie meinen einen ‚Kopfträger‘? Soweit ich weiß, wurde der aber nie enthauptet.“
„Nun ein Kephalophor zeichnet sich letztendlich dadurch aus, dass der Enthauptete mit dem Kopf vor dem Körper zu seiner Grabstätte geht.“
„Hört sich ein wenig nach dem ‚Gespenst von Canterville‘ an.“

In meinen Gedanken fiel mir noch Störtebecker ein. Der hatte es aber einfacher, denn der rannte unbelastet ohne seinen Kopf an 11 seiner Piraten-Kameraden vorbei, bis er vom Henker klassisch weggegrätscht wurde. Und da ist noch die Geschichte des Raubritters Dietrich von Hohenfels. Der wurde zusammen mit seinen Söhnen anderthalb Jahrhunderte zuvor Ende des 13. Jahrhunderts wegen seiner Räubereien ebenfalls zum Tode verurteilt. Wie Störtebecker nach ihm rannte der Raubritter kopfbefreit an seinen Söhnen vorbei, um ihnen das gleiche Schicksal zu ersparen. Er brachte es auf alle seiner neun Söhne, womit also dem Störtebecker eindeutig der Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde in der Disziplin „kopfloses Jogging“ gehört. Was aber den Fairness-Preis anbetrifft, so muss dieser dem Henker vom Raubritter Dietrich von Hohenfels zuerkannt werden. Dem Henker Störtebeckers gebührt nachträglich nur eine lebenslange Sperre, ein Berufsverbot, wegen Unfairness am Gegner.

„Die Patrone der Stadt Zürich, Felix und Regula, sind Kephalophoren. Als sie enthauptet wurden, sind beide schnurstracks den Kopf unterm Arm noch den Bergen hochgerannt, um den Enthauptern den letzten Wunsch nach deren Begräbnisstätte zu zeigen.“
„Geköpft den Berg hoch? Wie soll das gehen?“
„Auch der heilige Dionysius soll nach seiner Enthauptung seinen Kopf aufgenommen haben und dann mit dem Kopf unterm Arm sieben Meilen marschiert sein, eben bis zu jener Stelle, wo er begraben sein wollte. Das war in Paris. Der fränkische König Dagobert I. 623/624 baute dann dort die Benediktinerabtei Saint-Denis, wo sich später 25 Könige, 10 Königinnen und 84 Adlige beisetzen ließen.“
„Ich schätze mal, als der heilige Dionysius seinen Grabstätte erreicht hatte, führte er vor Freude mit seinem Kopf einen fußballerischen Torwart-Abschlag durch. Und dort, wo der Kopf aufschlug, da befindet sich heute der Anstoßpunkt des Stadions Saint-Denis.“

Sie überhörte meine Bemerkung geflissentlich.

„Kephalophoren tauchen historisch zwischen dem 8. und 17. Jahrhundert vornehmlich bei den Christen und im Gebiet links des Rheins und in Oberitalien auf. Apollinaris ist zwar nicht wirklich ein Kephalophor, aber er hilft ja wie alle anderen Kephalophoren bei Kopfschmerzen.“
„Ich finde die Geschichte interessant, wie die Apollinaris-Reliquien nach Remagen kamen.“
„Sie kennen die Geschichte des Überbringers Rainald von Dassel?“
„Ich hab davon gehört. Er war ein Erzkanzler Barbarossas und zugleich Erzbischof.“
„Sie wissen, welche Gebeine er angeblich den Rhein hinunter ins Heiligen Römischem Reiches Deutscher Nationen gebracht hatte?“

Ich nickte. Sie lächelte.

„Nicht wahr, es waren fünf Gebeine.“
„Waren es nicht sechs? Zweimal für Breisach, einmal für Remagen und dreimal für Köln.“
„Nicht ganz. Im Jahre 1175 wurden die Gebeine des Apollinaris in Ravenna zweifelsfrei wiedergefunden. 13 Jahre, nachdem sie angeblich in Remagen von Rainald von Dassel gebracht wurden.“
„Und was für Gebeine liegen dann hier?“
„Welche liegen in Köln?“
„Nach den wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahre sind es definitv keine Knochen aus dem Jahrhundert in dem Jesus, gelebt haben soll.“
„Böse Stimmen behaupten, in dem Sarkophag lagern Jahrhunderte alten Hühnerknochen, die Pilger früher heimlich darin entsorgt haben sollen.“
„Also hat Rainald von Dassel nur wertlose Knochen mit auf seinem Schiff gehabt und diese dann mittels geschicktem Marketing den Städten untergejubelt?“
„Es ging vielleicht gar nicht so sehr um die Gebeine. Die Gebeine sind nur ‚Ein Objekt klein a‘. Das ‚Rosebud‘ für eine Jahrhundert-lang währende finanzielle Einnahmequelle. Die Gebeine hier kommen wahrscheinlich aus dem ehemaligen Apollinarisabtei des Ortes Burtscheid, jetzt ein Stadtteil Aachens, wo der Kaiser Otto III. im Jahre 1003 den Verehrungskult und irgendwelche Gebein-Reliquien aus Reims mitbrachte. Reims und Ravenna hatten damals ein Bündnis und tauschten auch Reliquien aus. Aber sie waren nicht katalogisiert, weswegen Otto dachte, er hätte die Apollinaris-Gebeine. In Wahrheit befanden die sich noch weiterhin in Ravenna. Und hierher wurden dann nur irgendwelche Gebeine zur Pilgerverehrung gebracht, aber jedenfalls nicht die von Apollinaris. Das ist aber nicht so wichtig, denn Hauptsache die Pilger hinterlassen ihr Geld im Klingelbeutel.“

Mir erschien die Geschichte plausibel. Warum sollte es damals anders gewesen sein, als es heute ist? Unwissenheit gepaart mit der Suche nach finanziellen Quellen, das kennen wir auch heute noch.

Die Frau hielt ein Gebetbuch in den Händen. Mit einem Finger hielt sie eine Stelle geöffnet, wahrscheinlich jene, in der sie vor unserem Gespräch las. Mit den mir gerade gemachten Erklärungen verstand ich eigentlich, warum sie überhaupt noch in der Kirche war.

„Sagen Sie mir eines: Warum sind Sie hier? Sie sehen mir nicht wie ein Pilgerer aus.“

Ihre Frage war herausfordernd an mich gerichtet. Ich zuckte mit den Achseln.

„Eigentlich wollte ich nach bestimmten Symbolismen Ausschau halten. Irgendwelche Hinweise auf mystische Symbole oder so.“
„Pentagramme?“
„Vielleicht.“
„Was genau?“
„Spuren der menschlichen Kreativität.“
„Kreativität? Die menschliche Art ist in der Erzeugung von Destruktivem besser, als es für die kosmische Ordnung gut wäre. Kurz gesagt: Der Mensch produziert zu viel Mist.“

Was hatte die Frau da gesagt? Den Satz hatte ich doch schon mal gehört. Aber wo nur? Ich versuchte, mich zu konzentrieren. Wo hatte ich den Satz schon mal gehört?

„Wissen Sie, der Mensch liebt es, seinen Werken zuzuschauen und in Vergangenheit zu schwelgen. Denn mit seiner Sprache ist er immer nur fähig, das Vergangene einigermaßen zu beschreiben.“
„Das stimmt nicht. Wir Menschen sind fähig, die Zukunft auch sprachlich auszudrücken.“
„Nachdem wir sie gedacht haben. Die Zukunft ist beim Aussprechen schon wieder Vergangenheit. Das Reale entzieht sich dem Sprechen.“
„Die Realität entzieht sich dem Sprechen?“
„Ich sagte nicht ‚Realität‘, ich sagte ‚das Reale‘.“
„Das ist eine Spitzfindigkeit.“
„Nein, überhaupt nicht. Überlegen Sie sich doch den Unterschied. Das Reale ist weder imaginär noch symbolisierbar. Dafür ist das Symbolische wie eine Sprache strukturiert, und das Imaginäre liegt im bildhaften Bereich. Alles zusammen wird durch ‚Ein Objekt klein a‘ angetrieben, dem unerreichbaren Objekt, welches der Mensch begehrt. ‚Das Objekt klein a‘ ist die mindeste kleinste gemeinsame Schnittmenge, welches das Reale, das Symbolische und das Imaginäre für immer mindestens verkettet hält.“
„Und was ist dieses Objekt?“
„Antrieb und Auslöser von Handlungen.“
„Was beispielsweise?“
„Sie kennen den Film ‚Casablanca‘ von Michael Curtis?“

Na klar, wer kennt den schon nicht.
It’s still the same old story, a fight for love and glory, a case of do or die. The world will always welcome lovers, as time goes by. Innerlich summte ich leise Sams Lied.

„Niemand sieht die Transit-Visa in dem Film. Aber sie funktionieren. Papiere sind immer ein Antrieb und Auslöser von Handlungen.“

Papiere? Sagte sie Papiere?

„Ich kenne da einen Fall, wo es um solche Papiere geht. Sie handeln über die Desktruktivtät und der Unvollkommenheit der menschlichen Sprache.“

Ihre Mimik veränderte sich schlagartig. Sah sie vorher gutmütig aus, so hatte ich den Eindruck, sie sei von dem, was ich vorhin gesagt hatte, in einer gewissen Weise angewidert worden. Sie musterte mich kurz abschätzig.

„Ach, Sie reden doch nicht etwa von den Papieren des PentAgrions?“
„Sie kennen die?“
„Da scheint ja momentan ein regelrechter Hype nach diesen Papieren ausgebrochen zu sein.“

Ihre Gesicht spiegelte Verachtung.

„Was steht in denen drin? Kennen Sie die?“
„Wie ich schon sagte, die menschliche Art ist in der Erzeugung von Destruktivem besser, als es für die kosmische Ordnung gut wäre. Und dabei hilft ihm die Sprache, der Antrieb und Auslöser sich unbedingt darstellen zu wollen. Der Versuch, sich in einem Spiegel wieder zu finden, den man glaubt, verloren zu haben.“
„Sie meinen die Suche nach dem Ich? Ist es das, was die Papiere des PentAgrions beschreiben? Das Finden des Ichs mittels einer Weltformel?“
„Wie bitte?“
„Die Weltformel. Eine Suche nach dem Baum der Erkenntnis.“
„Eine Gralssuche? Sie suchen die Papiere des PentAgrions?“
„Gibt es sie?“
„Es gibt sie nicht. Das ist ein Trugschluss. Sie jagen einem Phantom hinterher.“
„Es soll sie aber im Internet gegeben haben. Aber jetzt ist es nicht mehr auffindbar. Nicht mal über Archivdatenbanken.“
„Vielleicht gibt es ein zweites Internet? Eine zweite Realität aus Elektronen und Ladungsausgleichträgern, die nicht allen zugänglich ist?“
„Wie meinen Sie das?“
„Warum sollte es zu dem für jeden sichtbaren Internet nicht auch ein nicht-sichtbares Internet geben? Wie Materie und Anti-Materie. So etwas wie Antipoden des Internets?“
„Etwa ein weißes und ein schwarzes Internet?“
„Vielleicht.“
„Wo finde ich dort die Papiere des PentAgrion? Wissen Sie es?“

Die Kirchentür öffnete sich. Ein Gruppe Schulkinder quetschten sich durch die schwere Holztür. Deren Stimmen hallten in dem Kirchengewölbe wieder. Zwei erwachsene Begleiter folgten der Gruppe und versuchten durch diverse „Scht“-Laute die Ruhe des Ortes zu erhalten. Eine Seitentür öffnete sich und ein Pfarrer trat aus ihr hervor. Er ging auf die Gruppe zu. Die Frau hatte sich ebenfalls erhoben und schritt auf den Pfarrer zu, um ihn zu grüßen.

Ich blickte auf meine Uhr. Es war später Nachmittag. Es wurde Zeit für mich nach Köln ins Hotel zurückzukehren. Als ich die Kirchentür erreichte, warf ich einen Blick zurück. Die Frau stand mit dem Pfarrer und der Gruppe zusammen. Offensichtlich wurde denen gerade erklärt, wer in der Krypta begraben liegt. Oder zumindest, was man glauben sollte, wer dort liegt.

Auf meinem Leihwagen lag das erste Herbstlaub. Als ich die Wagentür öffnete, wehte der Wind das Laub vom Fahrzeugdach herunter. Die Luft war klar, es war leicht windig.

Lediglich in meinen Gedanken herrschten Sturm und Nebel zugleich. Ein Gefühl beschlich mich, immer ein wenig zu spät zu kommen, wenn es darum ging, Informationen zu bekommen. Worauf hatte ich mich eingelassen?

Sollten mich die Papiere des PentAgrions nicht mehr loslassen?
PentAgrion-Manie oder PentAgrion-Phobie?
Ich hoffe doch, weder das eine noch das andere.

(Fortsetzung hier)

Ein Gedanke zu „Kopflos in Düsseldorf und kopflastig in Remagen

  1. Ein denkwürdiges Gespräch.
    Rainald, als Kölner Immi, wie die Zugereisten hier genannt werden, hat den Düsseldorfern die Knochen vermutlich extra ohne Kopf gegeben, um sie zu ärgern, insgeheim natürlich mit dem Ziel, den traditionellen Zorn der D’dorfer auf die Kölner zu schüren, denn das Verhältnis von Kölner Erzbischöfen zum Kölner Volk war noch nie besonders gut.

    Hier gibt es noch so einen kopflosen Selbstläufer.

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