PentAgrion und kein Ende

Was vorher geschah: Prolog, Teil 1

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Am nächsten Morgen wachte ich mit leichten Kopfschmerzen auf.
„PentAgrion“, war mein erster Gedanke.
Mist. Der Name ging mir nicht aus dem Kopf. Wie mit einem Ohrwurm hatte der sich durch meine Gehörgänge gefressen und sich jetzt in irgendeinen meiner Hirnlappen festgesetzt.

PentAgrion.

Ich hatte mir im Internet die Seiten von Trithemius dazu durchgelesen. Verwirrt hatte mich der Inhalt und dazu animiert, ebenfalls zu kommentieren. Und die Kommentare wurden dankbar aufgenommen. Es schien, als ob sich meine eingeworfenen Bemerkungen in die Gedanken wie fehlende Puzzle-Teilchen passgenau einordneten.
Seit Dan Brown einen Erfolg nach dem anderen mit seinen „Fast-Food“ (Zitat Prinz Rupi) feiert, scheinen alle nach den verlorenen Illuminati zu fahnden. Der Illuminaten-Orden hat eine Faszination erreicht, die beunruhigt. Der Orden hatte sich damals der Aufklärung verschrieben. Die bayrischen Obrigkeiten empfanden dieses aber als nicht passend für deren Bevölkerung und verfügte die Einstellung jeglicher Ordenstätigkeiten im Jahre 1785.

Nach knapp neun Jahre mit dem Ziel der Verbesserung und Vervollkommnung der Welt hatte der bayrische Staat sich die Stammtischhoheit über allen Biertischen zurückgeholt. Das Ziel der Illuminati war eine herrschaftsfreie Gesellschaftsform. Diese sollte gewaltlos erreicht werden.

In Bayern?
Jawohl, in Bayern. Solche Zielsetzungen in Bayern sind automatisch verdächtig subversiv. Denn der Bayer an sich sieht solche Bestrebungen mit gewaltlosen Mitteln als eindeutige Gefährdung der eigenen Herrschaftsansprüche.
Als in den 80ern des letzten Jahrhunderts die Mehrheit der West-Deutschen gewaltlos gegen eine militärische Aufrüstung protestierte, war es der Bayer Friedrich Zimmermann (CSU), der diese gewaltlosen Bestrebungen 1983 mit einem einzigen Satz in die Illegalität verschob:
„Gewaltloser Widerstand ist Gewalt!“

Doch zurück zu dem PentAgrion.
Oder lieber doch nicht. Ich wollte das Wort vergessen. Aber wie sollte das gehen? Der geneigte Leser sollte folgenden Selbstversuch unternehmen:

Bitte denke nicht an das Wort „Fensterglas“!

Und? Hat es geklappt, nicht an „Fensterglas“ zu denken?
Nun, so erging es mir mit dem Wort „PentAgrion“.
Ich forschte und suchte, um etwas von dem wiederzufinden, von dem ich in diversen Blogs lesen konnte. Wer oder was ist „PentAgrion“? Alle wissen etwas, keiner alles und dann noch ein Video eines Hannoveraner Dachbodens. Und in einer Szene des Videos erkannte ich eine Krone. Ich setzte dazu einen Kommentar. Ein Kommentar als Versuchsballon, um erneute Informationen aus den Mitlesern heraus zu kitzeln. Aber wieder wurden Informationshappen gestreut. Mein Hinweis auf royalistische Tendenzen wurde nicht widersprochen.

Später las ich bei Trithemius über die Zunahme der Eisleichen auf den Gipfeln dieser Welt, weil die ganzen Bonus-Banker sich jetzt versuchen, sogar die höchsten Ziele zu erreichen. Dieses Bild amüsierte mich: Während jeder Politiker über eine Begrenzung von Bonus-Zahlungen nach oben spricht, reiben sich die Erben der Eisleichen vor Vergnügen die Hände, weil deren moderner Raubritter der Finanzen bei seiner hohe Zielsetzung auf dem Dach der Welt verfroren ist. So ist ja auch das Vermögen vieler Menschen entstanden. Wer damals ein mieser Raubritter und Ausbeuter war, den lieben die Nachfahren für deren angehäufeltes Vermögen.
Selten setzt so etwas wie Reue über vergangenes Raubrittertum ein. Denn Alt-Reiche haben einen diskreten Charme. Geld ist kein Gesprächsthema, es stinkt auch nicht, man hat es einfach. E basta! Wozu dann Reue? So wie beispielsweise bei der Familie Quandt, welcher fast die Hälfte von BMW gehört. Erst auf Nötigung von Journalisten wollte die Vergangenheit deren Vermögens untersuchen lassen. Dass ausgerechnet die Frau Klatten der Familie Quandt einem anderen Raubritter, dem „Frauenflüsterer Helg Sgarbi“ (Zitat BR-online vom 10.3.09), in den Fingern geriet, das ist letztendlich ein Treppenwitz der Geschichte.

Angesichts solcher Dinge ist so etwas wie PentAgrion eigentlich nebensächlich. Und erst recht meine Begegnung in der Kneipe und das Gespräch dazu, das Ganze war eigentlich nebensächlich.
Unbedeutsam.
Ich wette, zehn Kölsch mehr und vier, fünf Schabaus zusätzlich und ich hätte mich schon nicht mehr an das Kneipengespräch erinnert gehabt. Aber es fehlten diese vier, fünf. Und so schrieb ich es einfach nieder, nachdem ich überprüft hatte, dass jene „Papiere des PentAgrion“ kein MacGuffin waren.
Ein bisschen ausgeschmückt, ein bisschen aufgepeppt, und dann niedergeschrieben, um es los zu werden.
Fire and forget.

Aber nichts da.
Es geschah Weiteres.
Unbedeutsames.
Gerade soviel, um eine als Spielerei angesehene Vorstellung voranzutreiben.

(Fortsetzung hier)

Ein Gedanke zu „PentAgrion und kein Ende

  1. PentAgrion und……kein Ende in Sicht.

    Aber es heißt ja auch: Der Weg ist das Ziel

    Zahlreiche Hinweise haben sich schon aufgetan, ebenso zahlreiche Spuren wurden zumindest angekratzt – eine Mammutaufgabe, so scheint mir; unmöglich allein zu bewältigen, aber – ei…

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