Eine Fackel "Made in China"

Es ist schon eine seltsame Sache:
Da wird eine Fackel über fünf Kontinente getragen und hier bekommt es auch noch jeder mit.

Als 2001 die 29. Olympischen Sommerspiele an Peking vergeben wurden, da war es doch schon klar, wohin die Spiele gingen.
„The political system is classed as “working for China”“, heißt es in der Einschätzung des olympischen Komitees. Und weiter: „The overall presence of strong governmental control and support is healthy and should improve operational efficiency of the Games organisation through the OCOG.“

Das wichtigste verkürzt auf deutsch:
Das politische System ist okay für China und die allgegenwärtige staatliche Kontrolle und Lenkung ist gesund (Quelle).

China ist für uns eine ganz andere Welt. Das wird schon an dem berühmt berüchtigten in China umfallenden „Sack Reis“ deutlich, den niemand interessiert.
Die chinesische Mentalität ist schwer für Mitteleuropäer zu verstehen. Die fünf menschlichen Elementarbeziehungen in China „Vater-Sohn“, „Herrscher-Untertan“, „Ehemann-Ehefrau“, „Älterer Bruder-Jüngerer Bruder“, „Freund-Freund“ in genau dieser hierarchischen Reihenfolge sind schon mal schwierig zu erfassen.
In Europa haben die Chinesen den Ruch von „Barbaren“. Ungehobelt, egoistisch und unverständlich sowieso.
Aber ebenso wenig interessiert die Chinesen, ob bei uns ein Sack Kartoffeln umfällt. Unsere Mentalität ist denen so fremd wie uns deren Millionenstädte. Für die sind wir ungehobelt und roh. Technisch intelligent, aber barbarisch.

Wenn in Europa gegen China gewettert wird, spielt die chinesische Regierung auf dem Instrument der chinesischen Volksseele („Herrscher-Untertan“). Denn dann ist die maximale zwischenstaatliche Beziehung „Freund-Freund“ hinüber. Harmonie ist die Hauptsache in der chinesischen Betrachtungsweise. Wer sich auf der „Freund-Freund“-Ebene befindet (wie Europa-China) und dann gegen seinen Freund wettert, der zerstört die konfuzianischen Elementarbeziehungen. Der stört die Harmonie.
Darum will und muss der Dalai Lama auch mit China reden. In Harmonie und nicht in Zwietracht, was hier niemand so recht versteht und begreift. Es geht nicht ums „Recht haben“ sondern um „harmonische Verständigung“.
Das ist eine schwer zu verstehende Lebensweise.

Der Fackellauf steht unter dem chinesischen Motto „Reise der Harmonie“. Aber der Lauf ist bislang alles andere als harmonisch.
Das Thema „Tibet“ erregt die politischen Geister („Dafur“ weniger) und deswegen kommt zu Disharmonien.
Alles wird hier genau betrachtet und analysiert, was aus China kommt. Und sei es auch nur die Fackel und deren Träger. Jeder ist überzeugt, dass sich der diktatorische Geist Chinas auch in dem Fackellauf und seinen Repräsentanten wiederspiegelt.
Und die Presse hilft mit, weil sie nicht die chinesische Lebensweise versteht. Einmal wegen Verständnisschwierigkeiten und andererseits wegen einer eher bevorzugten digitalen Denke.
Und wo es Verständnisschwierigkeiten gibt, da tauchen Animositäten auf. Nickeligkeiten bis hin zu feindschaftlichen Ansichten.

So fiel der FAZ-Online auf, dass die Fackel von chinesischen Mitläufern in blauen Overalls umgeben ist. Gut durchtrainierte chinesische Sicherheitsleute für eine Olympische Fackel. Das müsste per se schon was schlechtes sein, so dachte sich wohl der entsprechende FAZ-Journalist und schrieb drauf los:

Fackelprotest
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Es liest sich so wie man es sich wünscht: Rücksichtslose Chinesen nehmen sogar auf sich selber keine Rücksicht. Barbaren.

Und wie sah die beschriebene Szene aus?
Einfach mal diesen Link anklicken:
Das Video dazu auf YouTube

Hm.
Sieht nicht wirklich total rücksichtslos und total brutal aus.
Und beim Betrachten der verschiedenen Videos auf YouTube über den Fackellauf in London und Paris, sind die eigentlichen „Brutalos“ die jeweiligen Landespolizisten.

Bei solchen journalistischen Berichten werde ich eher verstärkt misstrauisch. Sie schaden eher der Sache „Tibet“ (denkt noch wer an Dafur?), als dieser zu nutzen.
Ganz zu schweigen davon, dass die Fackellöscher aus London oder Paris sich wohl ebenfalls zu den „Rücksichtslosen“ und „Brutalen“ zählen lassen müssen.

Dabei geht es bei der olympischen Idee doch um ganz was anderes:
Welche Nation und welcher Sportler fällt bei den 29. Olympischen Sommerspielen als erster Dopingsünder auf?
Und jetzt wird auch klar, warum die Fackel durch Kanada (Ben Johnson), England (Doping fand 1869 seine Premiere), Paris (Tour de France), USA (Marion Jones) etc. getragen wird.
Na?
Fällt jetzt der Groschen?
Eben!
Die ausgebrannten Fackeln werden dort mit Doping gefüllt, welches dann nach China gebracht wird, damit die Chinesen nachher alle Goldmedaillen kassieren …

Ups …
Ich glaub, ich störe vorsätzlich die Harmonie und lenke von Tibet ab …

Tschuldigung …

Dreifacher Kotau gen China.
Und tschüss.

Quelle des FAZ-Artikels

8 Gedanken zu „Eine Fackel "Made in China"

  1. Das mit dem Glashaus bezog ich allein auf die Chinesen. Denn die reagieren fuchsteufelswild, berührt jemand deren Themen und klamieren die Privatsphäre des chinesischen Volkes („Einmischung in innere Angelegenheiten“), mischen sich aber erheblich in innere Angelegenheiten, die die überhaupt nichts angehen. Es bezog sich nicht auf die Amerikaner, Engländer, Franzosen und sonst wer.
    Wir werden uns drauf einstellen müssen, dass nach diesen Kriegen im arabischen Raum, Stellvertreterkriege der chinesischen Regierung (oder wie die sich immer ausdrückt, „des chinesischen Volkes“) geführt werden. Und wir werden es nicht verhindern können, wie wir die Kriege des 21. Jahrhunderts bislang nicht verhindern konnten, weil die kriegsführenden Staaten es nun mal wollten, das Blut anderer zu vergießen. Leider. Und dieses „leier“ schreibe ich nicht nur mit Resignation sondern auch mit Wut über die Arroganz derer, die sich über Richter von Tod und Leben aufspielen.
    Ich mein, wir sind ja nicht die einzigen mit Geschichte. Solltest du mal Haruki Murakami lesen wollen, dann wirst du über verdammt viel japanisch-chinesischer Geschichte und deren Brutalitäten stoßen. Selbst der von Chinesen so hochgelobte Mao, hat seine Bibel mit dem Blut seiner eigenen Leute unterzeichnet. Auch die Geschichte der asiatischen Länder ist eine kriegerische von brutalen Massakern und Morden durchtränkte.
    Gesetz den Falles, dass jede Nation aus seiner Vergangenheit erbarmungslos lernen würde, dann wäre der Dalai Lama kaum so bekannt. Leute wie er oder Mahatma Ghandi ragen deshalb aus der Geschichte hervor, nicht weil sie religiöse Führer wären, sondern weil sie eine Politik der Gewaltlosigkeit realisieren, die die Gewalttätigen ruckzuck deren Gesicht verlieren lässt.
    Was in Tibet passiert ist, hat zu dem Gesichtsverlust der chinesischen Regierung geführt. Und Gesichtsverlust in Asien ist eine tödliche Beleidigung. Die Reaktionen entsprechen dann denen, wie sie die chinesische Regierung jetzt öffentlich sich als unschuldiger Drache (als Grisu für Arme) geriert.

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  2. Etwas Parteinahme ist auch nicht schlecht. Es allen Recht tun ist eine Kunst, die niemand beherrscht. Also, woher die Angst? Angst davor, den Medien auf den Leim zu gehen?

    Ich hatte Gelegenheit, Chinesen kennenzulernen, habe meine Vorurteile persönlich gebildet, bin nicht stolz darauf, aber kann nachvollziehbar argumentieren.

    Die Argumentation, daß wir nicht nach Meinungsfreiheit fragen dürfen, weil wir Geschichte haben und die Amerikaner unsere Freunde nennen, weil wir im Glashaus sitzen … öffnet Tür und Tor für jeden Opportunismus. Genau deswegen nicht. Heute führen die Amerikaner Krieg, um ihre Interessen weltweit zu vertreten. Morgen die Chinesen? Davor bewahre uns – wer auch immer.

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  3. Ich hab mir nicht leicht damit getan. Und allein die Antwort auf den obigen Kommentar, zeigt, dass das obige Post nur knapp einer Wort-over-kill-Flut entronnen ist.
    Ich tue mir nur mit einem erheblich leichter: Auch das staatliche Töten von Menschen stört erheblich meine menschlichen Empfindungen und der Ehrerbietung vor dem menschliechen Leben. In Darfur wie in Tibet. …

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  4. Doch dieses obige Wissen habe ich allein aus den Medien. Ich war bislang noch nie in China (okay, schon mal in Japan ich war, aber das hört ein Chinese nie so wirklich gern, denn die Japaner sind ja in Bezug auf China völlig uneinsichtig …).
    Ich denke, man muss bestimmte Reflexe zu deuten wissen und ganz bestimmten Dingen nachgehen und nachverfolgen, um eine Sache nicht nur zu verstehen sondern auch zu begreifen. Wer dabei immer nur von einem zentrischen Standpunkt alles beurteilen will (und sei es nur der eurozentrische), der liegt richtig, wo er gerade steht. Auf dem eigenen Misthaufen. Und da drauf möcht jeder mal stehen und krähen. Viele chinesischen Reaktionen sind eindeutig deutbar und erklärbar. Aber nicht wirklich digital aussprechbar. Denn die Denkensweisen sind zwischen Europa und Asien unterschiedlich und schlecht nur mit einer Seite zu beschreiben.

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  5. Beim Sichten des YouTube-Materials und der Recherche nach der von der FAZ erwähnten Szene las ich viele Kommentare unter den Videos. Es herrschte ein recht ostentativer Ton, welcher nicht überzeugen soll, sondern der fordert. Die Forderung nach der Hinterfragung und Ablehnung westlicher Berichterstattung. Dieses massive Auftreten singulärer Meinungen hat mich erstaunt. Mir ist sehr klar, dass die Nachrichtenagenturen in Mitteleuropa dem Eurozentrismus huldigen und alles durch die europäische Brille betrachten und daher nur die wenigsten Medien ganzheitlicher betrachten.
    Mein Post kam mir vor wie eine Gratwanderung, weil ich dort weder eindeutig die chinesische Politik verdamme noch die westliche entschieden unterstützte.
    Man muß sich einfach mal klar machen, dass das Land China nicht lediglich ein unbequemer Partner für UN-Resolutionen bezüglich des arabischen Raumes sind. China ist der Förderer Afrikas. Ich wurde hellhörig, wie viele der neuen Fußballstadien in Afrika durch chinesische Mittel erbaut wurden. Das wird uns hier in Europa gar nicht so bewusst. Wenn Europa daran gelegen ist, chinesische Politik konstruktiv (also ohne Waffen) zu regulieren, dann hätte Europa Afrika nie so dahinsiechen lassen und die Grenzen dafür hochziehen dürfen. Darfur (ich schrieb es zweimal falsch, Schande über mich) ist das Beispiel chinesischer Einflussnahme auf ein nicht-chinesisches Volk im negativen Maße. Und das ist im Vergleich zu Tibet direkt vor Europas Haustür (versprerrt und veriegelt, versteht sich).
    Tibet hat freilich einen anderen Stellenwert. Während in Darfur maximal Moslems rumrennen, befinden sich in Tibet buddhistische Mönche. „buddhistisch“ und „Mönche“ sind zwei Worte, die eine verdammt starke Faszination auf den Westen ausüben. Da verblassen solche asiatischen Geschichtsfakten, die man beleibe nicht als „unblutig“ und „gewaltfrei“ bezeichnen darf. Für Japan steht da die „Einheit 516“ oder das Massaker in Nanking, für China u.a.a. in neuerer Zeit die blutige Niederschlagung der Tian’anmen-Bewegung in der Umgebung jenes Platzes (auch immer wieder fälschlich als das „Massaker auf dem Tian’anmen-Platz“ bezeichnet). In Korea (Nord + Süd) und Vietnam grüßen die „Killing Fields“. Und so lässt sich in jeder Nation ihre blutigen Spuren finden.

    Aber kann ich alles von meiner westlich-christlichen Brille beurteilen? Ich kann nur eines beurteilen und das absolut, was der ganzen Menschheit eigen ist: Das Töten eines anderen Menschen ist weder von staatlicher noch nicht-staatlicher Seite gut zu heißen.
    Und hier ragt der Dalai Lama als die Lichtgestalt hervor.
    Dass die chinesische Regierung Beweise gefunden haben will, dass der Dalai Lama der personifizierte Wolf im Schafsfell sein soll, finde ich fast schon natürlich. Denn von seinem Feind hat bislang noch nie jemand was gutes behauptet. Wieso sollte die chinesische Regierung jetzt was anderes behaupten? Nachdem sie sich gezwungen sah, einzugestehen, dass sie ihr Gesicht verloren hat? 1,5 Milliarden Menschen leben dort und da herrscht verdammt viel Wirtschaftspotential. Sowohl an Hirn als auch menschlich dienlich-gemachter Arbeitskraft.

    Mir sagte ein Chinese ohne Hemmungen mit einem starken Selbstbewußtsein ins Gesicht, wir Europäer hätten die Welt die längste Zeit dominiert. Die Welt läge nun in Chinas Hände und Europa sei nur ein Vorhof Chinas. Recht hat er ja. Jeder zweite Mensch kommt aus Asien. Europäer sind eindeutig die Minderheit. Und jene Minderheit mit der US-amerikanischen Minderheit lenkte das Wirtschaftsgebaren der Welt. Warum sollten uns die Chinesen diesen Spielball nicht einfach wegnehmen? Während Merkel damals in China war, haben chinesische Hacker versucht Daten aus deutschen Behörden downzuloaden. Einfach so. Merkel sagte zwar, sie treffe mit dem Dalai Lama zusammen, aber wenn der in Deutschland weilen wird, wird die Merkel durch Südamerika turnen. Und auch dort wird Merkel auf verdammt viele chinesische Fußstapfen treffen, die noch frisch sind.
    Nebenbei: gewisse chinesische Produzenten grummeln in China über die zu hochen Lohnnebenkosten (sic!) und betreiben ein Auslagern gewisser Produktionszweige. Zum Beispiel nach Vietnam. Bei solchen chinesischem Gestöhne werde ich immer arg hellhörig.
    Von chinesischer Seite wird uns Westlern vorgeworfen, dass wir – die westliche Welt – permanent blutige Spuren in der Welt hinterlassen. Ruanda mag zwar eine afrikanische Horrorgeschichte sein, aber bei näherem Nachhaken findet man widerum europäische Einflüsse, welche das Massaker begünstigt haben. Und sei es nur das Verhalten der belgischen UNO-Truppen in Ruanda zu jener Zeit.
    Das Europäer und Amerikaner Teile der Welt immer wieder gerne in deren eigenem Blut baden, ist nicht von der Hand zu weisen und stimmt. Und genau den Vorwurf lese ich bei vielen pro-chinesischen Autoren im Zuge des Tibet-Konfliktes. Nur denke ich bei solchen Statements immer an das Glashaus und den Bewohnern mit Steinen um sich rum. Und die Bewohner werfen und kümmern sich nicht um Glasbruch. Schließlich treffen sie die anderen immer trotzdem.
    Der Fackellauf wurde zu einer Tour de Farce für Jaques Rogge. Der muss nämlich ohne jegliches Aufwärmtraining einen Spagat hinlegen, dass es ihm die Eier reißt. Mitleid habe ich mit ihm keines.
    Fakt ist für mich, dass China aus westlicher Sicht sehr einseitig gesehen wird, aber die andere Sicht-Seite jener Münze auch nicht gerade goldig glänzt. Denn während die einem dem ostentativen Individualismus huldigen wollen (aber sicherlich insgeheim die chinesische Regierungskader um deren Kontrollmöglichkeiten beneidet), predigen die anderen das Vorbild des geschlossenen Volkes (und jeder der nicht dazu gehört, ist per se potentieller Beleidiger des eigenen Volkes).
    Was mich an China stört, ist eben jenes Bild des Volkes, was als eine Art Volksarmee geprägt ist. Denn mir ist nicht klar: ist sie wirklich so auf einer Linie (ob verblendet oder nicht, ist erst einmal egal, denn auch hier gibt es den Mob, der um ein brennendes Haus steht und applaudiert, oder Vietnamesen jagdt) oder wird sie nur als solche dargestellt. ARD und ZDF würden jetzt eine individuelle Trendumfrage starten. Aber so etwas sieht die chinesische Mentalität nicht vor. Denn deren Gesellschaftsbild ist nicht mit dem europäischen vergleichbar.
    Allerdings bin ich mir eines sicher: Menschen sind auf der ganzen Welt alle ähnlich gestrickt. Es ist nicht alles politisch mittig im Land der Mitte. Dafür ist das menschliche Wesen nicht edel und hilfreich genug.

    Ich las letztens die Meldung, dass die Polizisten Pekings angehalten worden sind, endlich den Anzeigen der Bevölkerung nachzugehen und nicht mehr so arrogant zu sein. Eigentlich ist diese Meldung eine Art Annekdote, wenn man sich erinnert, dass Harmonie auch im Land der Mitte über alles geht und Anzeigen diese stören und Störer der Harmonie nicht gern gelitten sind. Daher ist es irgendwie verständlich, dass aufgrund des Harmonie-Postulats die Polizisten sich arrogant gaben. Die Anweisung dieses nicht mehr zu sein, trägt somit deutlich einen westlichen Stempel. Ganz unchinesisch.

    Puh. Sorry. Zuviel geschrieben. Vielleicht mache ich daraus noch ein eigenes Psot … .

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  6. Na, da hast Du ja schon die richtigen Fans.

    Mich haben die „gewaltsamen“ Angriffe auf die Fackel auch zum Nachdenken gebracht. Die Olympia-Granden sehen ihr Symbol für Frieden und Verständigung durch diese Chaoten gefährdet…

    Heute höre ich eine schöne Satire, die letztendlich darauf hinausläuft, daß die olymische Flamme ausgepustet wird. Nicht ein Menschenleben wird ausgelöscht, sondern ein Symbol, das in propagandistischer Absicht durch die Welt getragen wird. Wer denkt da schon an Darfur?

    Ich war am letzten Wochenende in einer Ausstellung, die eine Videoinstallation über Ruanda beinhaltete – wer denkt an Ruanda?

    Schön, daß an Tibet gedacht wird, an das Unrecht in China auch in anderen Regionen, das bis heute stattfindet, vom Westen toleriert, weil es sich so gut Geld verdienen läßt, auch mit der Marke Olympia. Die Erfolge Chinas basieren auf Hungerlöhnen und menschenverachtender Ausbeutung, getragen von Korruption unvorstellbaren Maßes. Solche Bedingungen können demokratische Staaten heute kaum noch bieten. Die Politik ist hilflos. Deutschland stellt sich gegen China, und alle anderen freuen sich, ziehen an dem Export-Weltmeister vorbei, der so blöd ist, Menschenrechte einzufordern?

    Alle Achtung, Frau Merkel, die zu ihrem Dalai Lama Termin steht, bewußt in Konflikt geht zu der allgemeinen Stimmung, dieser verdammten Scheißegal-Stimmung, sich mit dem Schmuddelkind Dalai Lama trotz deutlicher Erpressungsversuche aus Peking zu zeigen wagt.

    Jetzt wird den Tibetern vorgeworfen, daß sie Gewalt gegen chinesische Familien ausüben, die in ihr Land umgesiedelt wurden, um biologisch die Tibeter auszulöschen… Ohne Gewalt rechtfertigen zu wollen – manchmal möchte ich auch einfach um mich schlagen aus gefühlter Ungerechtigkeit. Wer will es ihnen verübeln?

    Sie haben die Flamme ausgepustet? Andere haben Mesopotanien bombardiert, um einen Bösewicht zu beseitigen, ein bis heute nicht beherrschbares Chaos ausgelöst. Wer bläst denen die Flamme aus?

    Die Medien können nicht sicherstellen, daß wir wissen, was wirklich los ist. Sie können aber – hoffentlich – auch nicht verhindern, daß wir mißtrauisch bleiben.

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  7. Hallo, danke für dein Interesse an China, ich freue mich sehr. Anscheinend hast du auch sehr viel studiert und nicht nur die Medien gehört. Vielleicht hast du Interesse, mein Blog auch zu gucken…

    Liebe Grüße!

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