Bücher zum Selberbasteln – Preisvergleich Produktionskosten (2)

Der Link zu dem ersten Teil:
Bücher zum Selberbasteln – BoD und Lulu im Vergleich (1)

***

Aufgrund meiner eigenen Neugierde habe ich mich inzwischen bei zwei weiteren Verlagsdienstleistern angemeldet.

Der eine Dienstleister ist ein Unternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holzbrinck. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH, ein Familienunternehmen, hat seinen Sitz in Stuttgart. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH publiziert in klassischen und elektronischen Medien. Dieser Gruppe gehören auch die sozialen Netzwerke schülerVZ, studiVZ und meinVZ. Auch Die Zeit und das Handelsblatt gehören zu dieser Verlagsgruppe.

Als Verlagsdienstleister hat die Verlagsgruppe Georg von Holzbrinck das Produkt „epubli – Buchdruck von morgen“ (http://www.epubli.de) auf den Markt gebracht.

Der andere Verlagsdienstleister ist tredition (http://www.tredition.de), welches seit Anfang 2007 besteht. tredition gehört keiner großen Verlagsgruppe an, sondern wurde von vier Menschen gegründet, die in das Verlagsgeschäft eingestiegen sind.

Während epubli sich an das gleiche Publikum wie lulu und BoD richtet, ist die Ausrichtung von tredition eher auf Audiobools und Ebooks. Gedruckte Bücher kommen bei tredition erst an dritter Stelle und sind ein angebotenes Nebenprodukt der Ebooks. Somit ist tredition eher etwas für Leute, die Bücher schreiben und diese dann im größeren Stil vermarkten wollen. Entsprechend ist auch der Autorenvertrag zwischen tredition und Autor gehalten. Wer mit tredition lediglich ein Dutzend einzelne Bücher herstellen will, ist dort nicht so gut aufgehoben.

Ich habe jetzt bei diesen vier Dienstleister verglichen, was die reine Bucherstellung (Schwarz-Weiß-Druck) kostet. Der Vergleich richtet sich also an all die, welche ein Buch nur für sich erstellen möchten (Fun-Buch).

tredition habe ich trotz seiner Ausrichtung auf spezielles Klientel mit in den Vergleich mit hinein genommen.

Schwierig war es lulu mit BoD und epubli direkt zu vergleichen. Das Problem ist das Angebot der Buchformate. Während BoD und epubli das normale deutsche Taschenbuchformat 12x19cm anbieten, finden sich bei lulu nur ähnliche Formate, welches sich nach dem amerikanischen Zoll-Maßsystem richtet.

Ich habe hierzu das lulu-Format 15,24×22,86cm (lulu-US Trade-Format) und das lulu-Format 10,795×17,463cm (lulu-Paperback) gewählt und anhand meiner im ersten Teil erstellten Datei das Verhältnis auf das Taschenbuchformat 12x19cm umgerechnet.

Das bedeutet, dass der gleiche Text des Taschenbuchformat 12x19cm mit 52 Seiten im lulu-US Trade-Format 38 Seiten ergab. Im lulu-Paperback waren es 64 Seiten. Mir ist klar, dass je nach Art des Textes die Seitenzahl schwanken kann. Dieses kann sich im Buchpreis auf eine Abweichung von 10 Euro-Cent nach oben oder nach unten auswirken. Es hängt vom Text ab.

Mit all diesen Daten (basierend auf ein von mir erstelltes Buchdokument) habe ich die folgenden Preisverläufe (Stand: 23. November 2009) abhängig von der Seitenzahl des Buches in einer Grafik eingebaut:

Preise_Grafik

Hieraus ergibt sich, dass BoD bei einer Seitenzahl bis zu 100 Seiten die kostengünstigere Variante ist. Bei höheren Seitenzahlen ist epubli von allen Anbietern preislich der Günstigere.

Anhand der Grafik zeigt sich auch die Verwendbarkeit von BoD. Für Bücher mit wenig Seiten ist BoD am Günstigsten, wird aber schon ab einer Stärke von ca. 125 Seiten sogar in der Herstellung teurer als das Angebot lulu-US Trade-Format. Nach 200 Seiten hat BoD sogar das Angebot lulu-Paperback übertroffen.

Interessant ist bei diesem Vergleich auch, dass lulu-Paperback immer teurer ist als das Taschenbuch-Format von tredition. tredition wird also dann interessant, wenn jemand größere Publikationen (mehr als 200 Seiten) mittels EBook, Audiobook und mit zusätzlich angeschlossenem Print-Book (auf deutsch: das ausgedruckte Buch) auf den Markt bringen möchte.

Lulu scheint somit bei Büchern bis 125 Seiten abgeschlagen zu BoD und epubli. epubli könnte nach dieser Grafik also eine Empfehlung sein. Dieses stimmt erst einmal, wenn man sich lediglich die Produktionskosten anschaut und sich nur auf die Angebote ohne Veröffentlichung mit ISBN-Erteilung einlässt (also reine Privat-Editionen). Und es stimmt auch nur, wenn man all die Randbedingungen unbetrachtet lässt, die unter dem Bereich ‚Service‘ und ‚Unterstützung‘ für die Privat-Autoren fallen. Denn epubli bot weniger Unterstützung beim Buch-Design als es von BoD und Lulu angeboten wird. Hierzu hatte mir Prinz-Rupi einen treffenden Kommentar gegeben (Link).

Auch die Versandkosten habe ich jetzt außen vor gelassen, da ich diese von epubli, BoD und Lulu nach Erhalt der von mir bestellten Bücher mit einberechnen werde.

Dieses ist erst nur ein Zwischenbericht, was die Kosten anbetrifft. Wichtig dabei ist zu beachten, dass ich als Basis meine Buchvorlage gewählt hatte. Bei anderen Buchvorlagen können sich ohne Zweifel Verschiebungen ergeben. Die Tendenz für die Buchdruckkosten wird aber trotz dieser Verschiebungen die Gleiche bleiben.

Erhebliche Verschiebungen kommen aber dann, wenn der Autor überlegt, nicht nur ein Privat-Buch zu erstellen, sondern es wirklich auf dem Büchermarkt heraus zu bringen. Hierbei fallen bei allen Anbietern Zusatzkosten an, die unterschiedlich sind. Auch die darin dann enthalten Dienstleistungen, ein Buch auf den Markt zu bringen sind unterschiedlich.

Darum wird das, was über diese Kosten hinaus geht, im dritten Teil meiner Kleinserie enthalten sein.

Wie schon geschrieben, das geschieht, sobald ich alle meine bestellten Privat-Bücher bekommen habe.

Fortsetzung: Bücher zum Selberbasteln – Drei Verlage, drei Druckergebnisse (3)

13 Gedanken zu „Bücher zum Selberbasteln – Preisvergleich Produktionskosten (2)

  1. Ah – sorry, wegen des „a“s am Ende des Namens – was ich für ein weibliches Indiz hielt – ging ich von einem weiblichen Wesen aus. Aber enttäuscht bin ich natürlich nicht, denn mir ist im Grunde wurscht, ob du Frau oder Mann bist. So ist es mir jedenfalls genauso lieb. ;-)

    Ja, was den PoD-Markt anbetrifft, habe ich auch festgestellt, dass sich da einiges gebessert hat. Allerdings habe ich mich nun schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich damit beschäftigt, bekomme nur ab und zu von meinen Kunden etwas mit.

    Was mich nur immer wieder wundert, sind die unterschiedlichen Cover-Rückenbreiten, die die Leute bei gleicher Seitenzahl und gleichem Papiergewicht benötigen. …

    Morgengruß
    Ulrike

    Gefällt mir

  2. So, liebe Careca

    Ich muss dich leider enttäuschen: Ich bin männlich. Der Name „Careca“ leitet sich vom Brasilianer Antônio de Oliveira Filho ab, der wiederum sich den Namen „Careca“ in Erinnerung eines in Brasilien bekannt gewordenen Clowns zugelegt hat.
    ;)
    Die Abrechnungen bei den Online-Verlagen sind inzwischen schon alle auf recht ähnlichem Niveau. Sowohl BoD, Epubli, Lulu als auch Tredition praktizieren die zeitnahe Listung der Verkäufe und Einnahmen und ebenfalls der monatlichen Abrechnung. Da muss Shaker schon in der Dienstleistungsqualität mithalten, sonst laufen denen die Autoren nicht die Türe ein.
    Der Markt scheint sich in dieser Hinsicht wohl stark gebessert zu haben.

    Liebe Grüße

    Careca

    Gefällt mir

  3. So, liebe Careca,

    danke, dass ich deine Texte auf die Wege-zum-Buch-Site übernehmen durfte. Kannst gucken gehen, ob ich alles richtig gemacht habe. ;-)
    Man kommt über den Hinweis auf der Startseite oder über „Erfahrungsberichte“ hin.

    Ja, über Shaker könntest du auch noch ein Wort verlieren. Was ich an denen gut finde, habs ja selbst auch probiert, allerdings weiß ich nicht wie die aktuellen/geänderten(?) Konditionen sind, ist die Tatsache, dass man in seinem Account immer schön den Verkauf seiner Bücher verfolgen kann, und dass sie wirklich – beinahe punktgenau – am Ende jedes Quartals auszahlen. Da kann man wirklich nicht meckern.
    Als ich vor (gefühlten) tausend Jahren mal zwei Romane bei Lübbe veröffentlicht hatte, war das längst nicht so transparent, und die Abrechnung kam halbjährlich oder jährlich – so genau weiß ich das gar nicht mehr, es war jedoch weniger häufig als bei Shaker.
    (Allerdings gabs da eine dicke Honorar-Vorauszahlung, was dann wieder ein anderes Thema ist. *g*)

    Zu den Buchcovern:
    Ja, ich denke auch, dass ich da eine *sehr* preiswerte Alternative bin, einige Leute wollen mir da auf die Füße treten – wegen der „Dumpingpreise“. Ja, und bisher waren meine Kunden noch immer zufrieden mit dem Ergebnis. Das kann man sich bei den Referenzen auf der WebSite ja auch anschauen.

    Ich grüße dich :-)
    Ulrike

    Gefällt mir

  4. Besten Dank für das Angebot. Du kannst meine beiden bisherigen Berichte auf die Seiten der Erfahrungsberichte unter Verweis der Original-Quelle (http://careca.blog.de) und meines Autorennamens nutzen.

    Die Seiten „Wege zum Buch“ sind für mein weiteres Vorgehen wirklich hilfreich. Shaker Media werde ich definitiv im dritten Teil mit reinbringen.

    Ich habe mir deine Dienstleistungsangebote angeschaut. Mit Sicherheit gehört diese Seite von dir als Alternative (wenn auch nicht kostenfrei) erwähnt. Nicht jeder ist ein Designer-Talent und nicht jeder wird Lulus oder BoDs-Cover-Design-Assistent mögen (epublis simple Design-Angebote lass ich mal hierbei ausdrücklich unerwähnt).

    Freundliche Grüße aus München

    Careca

    Gefällt mir

  5. Ich habe reingeschrieben. In meiner Vergleichstabelle hatte ich das schon berücksichtigt (inkl. Anzahl der verwendeten Fotos). Die Umschlaggestaltung (Buch-Design) ist ja auch unterschiedlich. Prinzipiell ist alles über das PDF-Format machbar. Aber unprinzipiell ist die wirkliche Unterstützung unterschiedlich und meiner Meinung nach auch ein Mehrwert, den zu zahlen man kalkulieren sollte.

    Gefällt mir

  6. So hatte ich es auch interpretiert. Vielleicht sollte auch noch deutlich gesagt werden, dass es sich bei den von dir verglichenen Druckerzeugnissen um Schwarzweißbücher handelt. Digitaldruck ist ja vor allem unter dem Aspekt des Einfügens farbiger Seiten interessant, denken wir nur Fotobücher. Mit Farbe sieht die Gechichte dann wieder anders aus.

    Gefällt mir

  7. Das ist die reine Fun-Stufe. BoD hat im ersten Monat ja keine Druckhaltungskosten. Im zweiten Monat sind es 1,99 Euro zusätzlich.
    Die Zusatzkosten einer Buchveröffentlichung habe ich erstmal außen vor gelassen. Die Grafik zeigt nur die reinen Bucherstellungskosten. Sobald ich eine ISBN haben will, verschiebt sich das Ganze. Ich versuche diese Rechnungen im dritten Teil grafisch zu berücksichtigen.
    Mir ging es im zweiten Teil lediglich darum, was es kostet, sich ein Buch zu erstellen. Ich werde es nochmals deutlich schreiben.
    ISBN und Vertrieb kommt dann.

    Gefällt mir

  8. Deine Erkenntnisse decken sich nahezu vollständig mit meinen Berechnungen.

    Sind in deinen Kosten denn auch eventuelle Einmalkosten sowie regelmäßige Datenhaltungspauschalen enthalten, die streng genommen auf das einzelne Buch umgerechnet werden müssten oder hast du dich auf die „Fun“-Stufe begrenzt, also lediglich das Drucken verglichen?

    Vielleicht sollte man der guten Ordnung halber dann noch erwähnen, dass der Druck eines Büchleins nur die halbe Miete ist. Wer mehr will, also beispielsweise Vertrieb wünscht, muss anders rechnen. Interessant wäre schließlich auch noch die Gegenüberstellung, für wie viel ein von dir kalkuliertes Buch dann verkauft werden kann und welchen Erlös der Autor jeweils generiert.

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.