21 aus Europa

Seit dem Fall der Mauer 1989 hat sich das geflügelte Wort von der „Welt als globales Dorf“ zu dem Schlagwort der „Globalisierung“ gemausert. Diese Metapher steht inzwischen für die zunehmende Vernetzung der Welt. Vor nicht allzu langer Zeit kam die folgende Schilderung der „Welt als globales Dorf“ unter:

Wenn wir uns die Welt als ein globales Dorf mit 100 Menschen vorstellen, ergäbe sich folgendes Bild:

  1. Nach ihrer Herkunft kämen 57 Personen aus Asien, 21 aus Europa, 14 aus Amerika, 7 aus Afrika.
  2. 52 wären Frauen, 48 Männer.
  3. 6 Personen besässen 60% des Reichtums.
  4. Im Dorf gäbe es 1 PC, 1 Handy und 10 Kühlschränke; ausserdem 6 Tageszeitungen.
  5. 1 Person hätte einen akademischen Titel.
  6. Die durchschnittliche Lebenserwartung in unserem Dorf betrüge 64 Jahre.
  7. Jede Person hätte Anrecht auf 1 Stunde und 20 Minuten ärztliche Pflege pro Jahr.
  8. Pro Person stünden im Jahr 300 kg Getreide und 8,5 kg Fleisch zur Verfügung.
  9. Die Menschen im Dorf würden an durchschnittlich 60 Tagen im Jahr Hunger leiden.
  10. Das Getreide würde eine ausreichende Ernährung ermöglichen, wenn nicht 40% davon ans Vieh verfüttert würde.
  11. Pro Person gäbe es im Jahr 4,3 kg Seife und 3,4 kg Waschpulver. Ausserdem 20,8 kg Zucker und 900 g Schokolade.
  12. Die DorfbewohnerInnen könnten alle 10 Jahre einen Kurzstreckenflug machen (CH 2003: 5000 km pro Person im Jahr).

Quelle: Eine andere Welt ist möglich der CARITAS Hilfsorganisation

Also gäb es gemäß Punkt 4 nur einen Computer und nur ein Handy.
Und eben der eine sitzt jetzt gerade vor seinem PC, schreibt in seinem Blog einen Eintrag, den niemand lesen kann.
Außer er selber.
Der mit dem Computer.
Und auf diesen bekloppten Computerbesitzer, Handybesitzer und Blogger trifft all das nicht zu, was da oben so an negativem aufgezählt wird.
Nur dass er nicht aus Asien kommt, sondern einer der 21 Europäer ist.
Und auch an keinem Tag im Jahr an Hunger leidet.
Soweit die Entwicklung einer Welt zum globalen Dorf.

„21 aus Europa“.

Dieses war der Begriff, den ich in der Google-Suchmaschine benutzte, um obige Statistik zu finden.
Gibt man nur diesen Begriff in der Suchmaschine ein, so erhält man als erstes Ergebnis den Satz

Von den 34 Mannschaften, die ein WM-Finale erreichten, kamen 21 aus Europa […]

Weiter geht es mit

Insgesamt kommen 65 der 100 umsatzstärksten Biotechunternehmen aus den USA, 21 aus Europa […]

Dann kommt obige globale Schrumpfung aus dem „Großen Felix Weltatlas“ und dann wieder

Prinzessin Bint Talal (2005) wählte insgesamt 90 herausragende Beispiele immateriellen Kulturerbes aus 68 Ländern aus, darunter 21 aus Europa,

Letztendlich taucht der Begriff „21 aus Europa“ auch hier auf

Von den weltweit 60 – nach Zimmern – größten Hotelketten stammen 29 aus den Vereinigten Staaten, aber nur 21 aus Europa.

Und dann fand ich noch diese Pressemeldung:

Zu dem Fest werden etwa 150 Auslandskoreaner erwartet, darunter 62 aus Japan, 45 aus Amerika und 21 aus Europa.

„21 aus Europa“

Es ist immer wieder interessant, welche anderen Dinge auftauchen, wenn man was anderes sucht.