Let me entertain you

Mr. Entertainer weilt in der bayrischen Hauptstadt und der Countdown läuft. Morgen spielt er im Olympiastadion auf.

Let me entertain you.

Let me entertain you?

Nun, da zeichnet sich ja seltsames hier in Deutschland ab. Da kommt der wohlmöglich weltweit beste Showakt nach Deutschland und will jedes einzelne Stadion füllen … aber die Konzertarenen wollen sich einfach nicht füllen.

Wie kommt es? Was’n da los?!?

Als Mitte November der Vorverkauf startete und die Fans unter Schneeflockengestöber und klirrender Kälte anstanden, um eines der begehrten Tickets zu bekommen, war das erste auf den Markt geworfene Kontingent Eintrittskarten ruckzuck ausverkauft.

Klar war aber auch, dass nachher immer wieder Restkartenkontingente auf den Markt kommen würden, einfach um den Schwarzmarkthändler einen Strich durch die Rechnung zu machen und denen die angestrebten Preise zu verhageln. Noch am Anfang des Jahres lagen die Preise über denen der Vorverkaufsstellen.

Und jetzt?

Es stellt sich heraus, dass es noch genügend Tickets gibt und dass die Nachfrage geringer als das Angebot ist …

Situation paradox.

Und die Schwarzmarkthändler geraten ins Schwitzen, überhaupt eine schwarze Null schreiben zu können.
Aber nicht nur was bei Robbie Williams als Fänomen auftauchte, wurde schon bei den Rolling Stones oder Jon Bon Jovi klar. Die Fans haben keine Lust, für Eintrittskarten 60 bis 100 Euro hinzublättern. Sie haben das Geld nicht mehr. Zwar haben die Stone bislang 40 Millionen Dollar cash gemacht mit deren Tournee (inkl. dem kostenlosen Konzert an der Copacabana am 18-Februar-2006 in Rio de Janeiro). Aber die Fans drehen deren Euroscheine offenbar zweimal um, bevor sie diese gegen Eintrittskarten eintauschen.

Robbie Williams spielt die nächsten drei Tage im Münchener Olympiastadion und residiert in der Zwischenzeit auf einer Etage des Hotels „Bayrischen Hof“ (statt im „Mandarin Oriental“, welches Robbie keine Etage mit 50 % Rabatt zur Verfügung stellen wollte).
Nur vor dem Hotel herrscht kaum ein riesiger Ansturm von Fans. Einige stehen da herum. Aber das sind weniger als jene die sich im kalten November-Schneegestöber  die Füsse in den Bauch standen, um ein Robbie-Ticket zu ergattern.

Entweder hat die WM alle Geldvoräte geplündert oder die Ernüchterung über die Ticketpreise greift um sich. Ausverkauft werden die drei Konzerte wohl doch nicht werden.
In Dresden, Hamburg und Berlin wurden die Tickets regelrecht kurz vorher verramscht. Die Veranstalter schoben die Schuld auf den Presseboykott (es geht hierbei um die Vermarktungsrechter der von Berufsfotografen gemachten Fotos während den ersten drei Liedern der Show). Möglicherweise hält sich daher der Robbie-Hype in Grenzen. Aber einen deutlichen Beitrag trägt der Exklusivcharakter der hohen Preise für die Tickets.

Wahrscheinlich wird der gebremste Robbie-Rummel eh spontan zum Erliegen kommen, wenn seine neue Single „Rudebox“ am 1. September erscheint. In England wird diese schon als die schlechteste Single aller Zeiten verrissen.

Und selbst bei mir stellte sich nicht unbedingt eine Euphorie ein angesichts dieser neuen Musikausrichtung von Robbie. Er hat schon erheblich besseres rausgebracht.
Robbie goes house music. Elektronische Musik ohne jenes Augenzwinkern seiner anderen Stücke zuvor.
Vom Rock DJ zum Club DJ: DJ Robbie.

Nun ja.

Für die nächsten drei Tagen ist der 1. September noch weit entfernt.
Und bis zum 1. September gilt immer noch Robbies Parole:

Let me entertain you!

P.S.: Wenn Robbie in Köln ist, wird sich der Radiosender Einslive (www.einslive.de) einschalten und eine der beiden Shows auf den Kölner Jahnwiesen live übertragen (auch als Live-Stream mit dem Realplayer empfangbar!).

Eben.

Let me entertain you!

2 Gedanken zu „Let me entertain you

  1. 180 Euronen?!? Mein lieber Scholli …
    Vorhin bei Ebay, ging ein Innenraum-Ticket für 25 Euro zum Abholen raus.
    Mal sehn was der Schwarzmarkt vor dem Olympiastadion macht. Ich werd da gleich mal rüber …
    Ach ja, es regnet Bindfäden.

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  2. Die Thematik der hohen Ticketpreis ließ ich bei meinem „Robbie“-Artikel weg, ist aber einen eigenen Beitrag wert. Noch dreister als die Preise von Robbie, finde ich aber die „Rollings Stones“ oder „Madonna“ – regulär 180€. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln…

    Die Konzertveranstalter haben sich mit ihrem Vorgehen gegen die Schwarzmarkthändler wahrlich keinen Gefallen getan. Denn nicht nur diese, sondern auch die regulären Fans, die viel Zeit im Internet oder an den Vorverkaufsstellen verbrachten um noch Karten zu ergattern, müssen sich doch hinters Licht geführt fühlen, wenn es jetzt noch solch eine Vielzahl an Billets gibt.

    Auch mit der massiven Hereinnahme an Zusatzkonzerten – insgesamt drei in München – nimmt man natürlich die Exklusivität eines solchen Ereignisses. Auch sollte nicht die sehr schwache aktuelle CD vergessen werden, die keinen veritablen Hit produzierte. Dennoch freue ich mich erneut aufs Konzert, denn live sind all die gennanten Aspkete hinweggespült.

    Apropos, hoffentlich regnets nicht! :??:

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