… unvertilgter Jahresrest vom 30-Dez-2006, gespeichert hier als Entwurf und noch nicht gepostet …
… eine kleine verschwörungstheoretische Nachlese auf 2006 …
… just for fun …
Der wichtigste Monat in 2006 war für mich Verschwörungstheoretiker eindeutig der Oktober.
Nein, es war nicht der 1. Juli in Frankfurt als die World-All-Stars von den World-Alt-Stars verdient mit 1:0 geschuhriegelt wurden. Das war kein Sommermärchen, das war wohl eher ein Märchensommer, den die Diven um Ronaldo und Ronaldinho boten. So war vor der WM das National-T-Shirt für 60 Euro noch eine Verlockung für mich, danach war das Sonderangebot für 20 Euro nach dem Ausscheiden keine Verlockung mehr. Zudem: was heißt hier „Made in Marocco“ in jenem T-Shirt, wenn darauf stolz in portugiesisch „Nascido para jogar futebol“ (=“Geboren um Fußball zu spielen“) auf dem Hemdsaum steht … ?
Okay, die glorreiche brasilianische Loser-Mannschaft fuhr auch nicht nach Hause nach Brasilien, schließlich wohnten von dem abgehalfterten All-Stars nur die wenigsten in Brasilien. Nach dem Grottenkick gegen Zinedine und Co war für mich die WM vorbei und absolut uninteressant.
Dass meine Nationpräferierung Anfeindungen diverser Staatsangehöriger (deutsche, serbischer, kroatischer und türkischer) zur Folge hatte („Hey, warum trägst du nicht die Farben deines Landes? Du bist wohl ein Landesverräter, oder was?!“), war für mich das wohltuende Gefühl „zu Gast bei Freunden“ sein zu dürfen.
… was den Spruch „Zu Gast bei Freunden“ erst recht mit Inhalt für mich füllte …Nein, der bedeutsamste Monat war definitiv der Oktober.
Das Highlight für Verschwörungstheoretiker.Am 9. Oktober verkündet die Nordkoreanische Regierung erfolgreich eine Atombombe gezündet zu haben. Die Ausläufer der Erschütterungen dieser Explosion erschüttern verschiedene diplomatische Diplomaten und alles rätselt, seit wann hat der „Luxus-lieb-ich-sehr“-Fanatiker Kim Jong-il für Atombomben noch Geld übrig hat, wo der doch jede Geldmünze in seinen Wohlstand steckt und für anderes nichts übrig hat …
Ausläufer dieser Erschütterungen erreichten wohl am 23. Oktober südliche Ausläufer eines deutschen Staates. Es muss sich hierbei wohl mit Sicherheit um Bayern gehandelt haben. Genauer gesagt um das bayerische Örtchen Plattling. Denn dort wohnte Frau Doris Hrda und fiel anscheinend aus ihrem Bett und direkt auf ihrem Kopf. Denn sie beschloss: „Jetzt ist Zeit für mein Comeback!“
So erklärte am 24. Oktober Frau Doris Hrda ihren Comeback.
Frau Doris Hrda?
Wer zur Hölle ist „Frau Doris Hrda“?
Eben Frau Doris Hrda.
Häh?
Gut.
Frau Doris Hrda legte sich vor 20 Jahren den Künstlernamen „Nicki“ zu.
Und „Nicki“ war vor 20 Jahren der Startschuss für Thomas Gottschalk beim bayrischen Rundfunk zusammen mit Günther Jauch den Aufstand zu proben.
Aufstand?
Ausgerechnet beim Bayrischen Rundfunk (BR)?
Yep!
Ihm ging es einfach auf den Sack, dass sich beim BR Peter Gabriel und Deep Purpel mit Schlagersängern wie „Nicki“ musikalisch direkt hintereinander die Klinke am Turntable in die Hand gaben.
Die Playlist hörte sich dann so an:
„Sledgehammer“
„I bin a bayrisches Cowgirl“
„Smoke on the water“
„Zwicks Me“
„Black Betty“
„Wenn I mit dir tanz“
„Satisfaction“
„Schifoan“
„Paranoid“
„Wenn d`Sehnsucht brennt“
usw. usf.
Immer bayrisch öffentlich rechtlich ausgewogen.
Supernase Gottschalk ging damals kurzerhand am Herrn Öller (Obermac vom BR) vorbei direkt zur BILD-Zeitung und forderte eine öffentliche Boulevardzeitung-Geschmacksabstimmung über das Programm vom BR3.
Kurze Zeit später heulte Herr Öller (im gleichen Jahr auch zuständig für die berühmt berüchtigte Zensur des damaligen „Scheibenwischers“ vom Dieter Hildebrandt im Fernsehen) einsam in seinem Chefsessel, während Thomas Gottschalk munter und unbehelligt, vom Political-Correctness-Schwachsinn anderer Kollegen sein Musikprogramm nachmittags von 14 bis 16 fahren konnte.
Nun, also jene „Nicki“ aus den Mitte der 80er, in der das aufgedrehte Schlagerstar-Twen erwachsen wurde, jene „Nicki“ erklärte am 24. Oktober ihren Rücktritt von ihrem Rücktritt des Jahres 1999 und erklärte, sie würde wieder Schlager singen wollen.
Und?
Was will uns das sagen?
Am 25. Oktober geschah die große nationale Tragödie.
Nein, es war nicht die Veröffentlichung der Bilder aus dem Archiv der Bundeswehr, wo deren Angehörige in Afghanistan die Totenköpfe mit Begeisterung geil und gierig ableckten. Der Tod ist halt schon immer das beste Aphrodisiakum. Und Männer in Uniform machen Männer und Frauen erst so richtig geil … YMCA …
Nein, bei dem vermeintlichen Skandal in der BW, der überhaupt keiner war, handelte es sich um ein plumpes Ablenkungsmanöver.
Denn es fand am 25. Oktober etwas wesentlich erschütterndes statt. Eine Tragödie unermesslichen Ausmaßes.
Am 25. Oktober verstarb Daisy.
Daisy?
Wer ist das denn schon wieder?
Nein, nicht das Schaf aus dem Woody-Allen-Film „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten „.Daisy ist die hechelnde Yorkshireterrier-Dame, welche vorher von einem Kaplan betreut wurde. Natürlich keinem beruflichen Kaplan aus der römisch-katholischen Kirche, sondern einem Kaplan aus der Riege der weltweiten Chauffeure der Exklusiven, Reichen und Mächtigen. Und jener Kaplan war damals Fahrer von Rudolph Mosshammer.
Na?
Läutet es?
Klingelt es?
Rudolph Mosshammer war jener Anal-yst der Münchener Bussi-Bussi-Society, die sonst nur Herrn Schicki und Frau Micki interessiert.
Wie ja bereits international bekannt wurde, hatte damals Rudolph Mosshammer einem Gast die Benutzung von schnurlosen Telefonen untersagt gehabt. Darüber war sein Gast so erzürnt, dass er kurzerhand dem Mosi die Vorteile von schnurlosen Telefonen zeigte. Dass er dazu ein normales Stromkabel nahm, interessierte nachher eh kein Schwein mehr. Interessanter war vielmehr dann dessen Beerdigung und die Beerbungen.
Klar, an die Einschaltquoten vom Papst-Begräbnis kam Mosi zwar nicht ganz ran, als der Leichenzug live im ARD übertragen wurde, aber dem Dackel Daisy war die ungeteilte Aufmerksamkeit und das Mitgefühl der Fernsehgemeinschaft garantiert.
Und nun starb am 25. Oktober der Dackel.
Herr Stoiber soll sofort im Verteidigungsministerium angerufen haben und den ultimativen Einsatz der BW im Innern gefordert haben, um erneute Aufläufe von Tausenden bei einer Beerdigung zu verhindern. Hatte er doch schon noch den italienischen Bruno …
Bruno?
Häh?
Kann ich nicht mal einmal beim Thema bleiben?!?
Ein kleiner Exkurs:
Bruno, erledigt rechtzeitig vor der WM, am 26. Juni dieses Jahres durch deutsche Jäger frei dem Motto „Zu Gast bei Freunden“; Bruno, gefolgt von der seiner italienischen Nachhut, die paar Wochen später darauf als Rache den Pokal in WM-Berlin einsackte …
Hatte Herr Stoiber doch schon noch den italienischen Bruno …
… in unangenehmer Erinnerung. Wäre denn der Problembär Bruno bis zum Münchener Hauptbahnhof vorgedrungen, dann hätte der nämlich gleich dort wie am Flughafen eingecheckt und wäre dann nach Berlin geflogen, hätte sich mit dem Berliner Bären gepaart und Berliner-Schulden und den WM-Pokal …
Gut, das hat jetzt nicht geklappt. Das hat der Stoibersche Schnappauf verhindern können …
So hatte also der Dackel Daisy München urplötzlich in seine Klauen und das Verteidigungsministerium reagierte auf Bitten Stoibers spontan und veröffentlichte zur Ablenkung Bilder, über die sich die Eichenlaubbehängten schon längst amüsiert hatten …
Die deutsche Bevölkerung hatte ihr emotionales Entrüstungsobjekt und der Tod des bayrischen Zamperls Daisy war fast aus den Gazetten heraus gedrängt.
Aber jetzt der eigentliche Skandal:Was Stoiber vertuschen wollte, war, dass der Herr Kaplan in seinem Schellackarchiv rumwühlte, als er von dem Comeback von Nicki erfuhr und dann 24 Stunden lang „I bin a bayrisches Cowgirl“ in Gegenwart des besten Freundes der Menschheit, dem kläffenend hechelnden Dackel, abnudelte. Infolge dieser durch die Genfer Folterkonventionen abgelehnten Maßnahmen („Beschallung eines Individuums mit permanenten gleichförmiger atonaler Klangfolge“) starb die Yorkshireterrier-Dame Daisy und Herr Kaplan kam nun in Besitz der gesammelten Hundefuttersammlung (Dino-Knochen, diverser bayrischen Kini-Knochen und PAL-Hundefutterdosen, eben jene mit dem freundlich lächelndem Rottweiler drauf).
Was Herr Kaplan mit der Knochensammlung machte (- nein, keine Spenden für unausgelastete BW-Leute in Afghanistan -), das ging völlig in dem massiven, kollateralen Beschuss des Verteidigungsministeriums BILD im Boulevardjournalismus unter.
Am 2. November wurde übrigens verkündet, dass die Erwerblosenquote zum ersten Mal seit langem unter 10 Prozent gesunken sei.
Na?
Fällt da niemandem ein Zusammenhang zwischen „bayrischen Cowgirl“-Nicki, dem Tode Daisy und den Arbeitslosenzahlen auf?
Wie gesagt eine einzige Verschwörung!
Nebenbei.
„Nicki“ (oder besser gesagt Frau Doris Hrda) gab dann ihr Rücktritts-Comeback im Dezember bekannt. Will heißen, in diesem Dezember hat sie wohl jemand drauf hingewiesen, dass bei Fortsetzung ihrer Gesangslaufbahn man sie in Genf anschwärzen würde und sie dann mit anderen internationalen Kriegsverbrechern interniert würde …
Ob es sich hierbei um den Bayrischen Rundfunk handelte, der „Nicki“ Doris Hrda zur Aufgabe bewegte, ist nicht zu ermitteln. Vereinzelnte Stimmen glauben aber zu wissen, dass Thomas Gottschalk in Kalifornieren drohte, über die BILD-Zeitung wieder zum BR zurück zu kehren und mit deren BR3-Musikzusammenstellung erneut aufzuräumen …
Schade, dass es dazu nicht kam. Der BR3 hätte es sich mal wieder richtig verdient, auch ohne BR-Intendant Öller …
Demnächst auch hier die neue Rubrik:
„Der Fake der Woche“
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