BURSLEM NORMALS

Goodbye to the normals
Goodbye to the normals

Durch Zufall fiel mir ein alter Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1998 in die Hände.

„[…]
Wenn sie um Diana geweint haben, dann haben viele – das gilt besonders für Männer, die oft ihre Not haben, Emotionen auszudrücken – auch für sich selbst geweint. Sie haben all die gefühle zugelassen, die sich ein Leben lang aufgestaut haben. Deshalb konnte man vielleicht sagen, daß der Tod Dianas gut für die Gesundheit der Briten gewesen ist.
[…]“
(Süddeutsche Zeitung vom 2./4. Januar 1998, Nr. 2)

Frage:
Wer muss in Deutschland sterben, damit unsere Psychatrien entlastet werden, damit es mit der deutschen Gesundheit bergauf geht?

Angela Merkel und Franz Müntefering sicherlich nicht.

Boris Becker?
Zu spät. Der spielt nicht mehr aktiv und ist kaum noch unser „Bobbele“.

Michael Ballack?
Nein, wohl kaum.

Thomas Gottschalk?
Schon eher. da hör ich schon in den Supermärkten Deutschalnds aus dem Süßwaren-Regal das erfreute, meckernde Gelächter der Gummibärchen zwischen ihren Colorado-Tälern. Und steigern würde sich die psychische Volksgesundheit Deutschlands durch Gottschalks Opfer gewiß nicht.

Uschi Glas?
Auch nicht.

Kardinal Meissner? Franz Beckenbauer? Helmut Kohl? Ulla Schmidt? Carolin Reiber? Claudia Schiffer?

Nein, nein, nein!
Die müssen alle am Leben bleiben!
Oder wie sollten wir je uns mittels ohne abschreckendem Beispiele am Leben orientieren können. Im Grunde fällt mir nicht eine Person ein, die ich mir in einer Opferrolle vorstellen könnte.

Lassen wir sie besser am Leben.
Man stelle sich vor, Carolin Reiber verschluckt sich vor laufender Kamera auf der Bühne an einen ihrer reibenden „R“s, erstickt und kurz darauf präsentiert das Fernsehen die neue Moderatorin für deutsche Volksmusik:

Claudia Schiffer.

Gut, zum anderen muss ich gestehen, dass wäre ihr Niveau. Jedoch würde dann doch auffallen, dass das Wort „Schifferscheisse“ möglicherweise seine Wurzeln doch in Claudias Kopf haben könnte.

Oh je. Das war jetzt niveaulos.
Gemein, gemein, gemein.
Total daneben.
Genauso niveaulos wie die Sednungen mit „Volksmusik“.
Halt doof wie Schifferscheisse.

Letztens hörte ich folgende Nachricht im Radio:
Ein Sturm hatte ein Feuer in einem Kamin entfacht. Zwei Kinder starben. …

Ein Feuer in einem Kamin? Das ist lebensgefährlich? Ich dachte, Kamine sind fürs Feuer da! Da haben sich die Radiomoderatoren wohl nichts bei gedacht, als die beiden die Nachricht vorlasen. Oder sollten die Kinder im Kamin ihr Bett stehen gehabt haben?

Hm.

Vielleicht sollten wir selber mal wieder ein Opfer einer Grippewelle mit Hunderten von Toten – vorwiegend aus der ärmeren Schicht – werden. DAS könnte unseren psychischen Gesundheit eine Karthasis (= schmerzhafte Reinigung) bereiten …

Tod und Leben.
Zwei Seiten der gleichen Münze.
Leben ist lebensgefährlich.

…, der Mann konnte gerade noch aus dem brennenden Haus gerettet werden, ertrank jedoch nachher im Löschwasser …

… Brand im Krematorium. Drei Tote. …

Diana ist tot.

Na und?

„Das Licht, das doppelt so hell brennt, brennt nur halb so lange.“
(aus dem Film BLADE RUNNER)

You used to know what we were worth
Before the normals fell to earth