Principal actors to the stage please,
Act One is about to begin in 8 seconds.
Wie ich dazu kam?
Wie die Jungfrau zum Kinde?
Wohl eher nicht.
Eigentlich wollte ich nur eine Reportage mit einem Interview machen.
Das Stück „Maria kämpft mit den Engeln“ von Pavel Kohout sollte in vier Wochen aufgeführt werden.
Meine erste längere Reportage, mein erstes Interview für die Zeitung. Ich war ausgewählt worden. Ich wäre geeignet dazu.
Nur Mut, du schaffst es. Wir vertrauen auf dich.
Nervösität machte sich vor dem Termin bei mir breit.
Die beiden Regisseure hatten mich schon begrüsst und leiteten die Probe.
In einer der mittleren Reihen hockte ich und ließ die Probe auf mich wirken.
We all watch
The Actor Acting.
Und in der ersten Reihe die beiden Regisseure, welche verschiedene Anweisungen gaben und immer wieder korrigierend eingriffen.
Weder Stück noch Inhalt waren mir bekannt. Trotzdem merkte ich worum es ging.
Die Schauspieler spielten ihre Rolle, brachen aus und ärgerten sich über Fehler und ich merkte es oftmals viel zu spät. Ein faszinierendes Ratespiel, was zum Theaterstück gehörte und was zum Leben der Schauspieler.
Irgendwann kamen die beiden Regisseure auf mich zu und ich zückte meinen Block mit den vielen Stichworten und Fragen. Ich fühlte mich bereit für meinen ersten ernsteren journalistischen Einsatz.
Sie begrüssten mich und fragten, ob es mir gefallen hätte.
Ein munteres Interview und mein Block füllte sich.
Hintergrund-Infos sprudelten.
Es ging dem Ende entgegen.
“ Und nun haben wir noch ne Frage an Sie“, meinte er zu mir.
„In unserem Stück ist die kleine Rolle des Metzgers frei geworden. Der Schauspieler wollte nicht mehr und wir suchen dringend Ersatz!“
You love to act, I wish you would,
It’s not acting, it’s re-acting
Act like you’re not from out of space,
When I’m on stage I feel alive
So stand ich eines Abends auf der Bühne, hatte eine Metzgerschürze, eine Metzgermütze und ein Metzgerbeil in den Händen.
Zerhackte auf der Bühne eine Salami.
Antwortete auf eine Frage in perfektem Französisch.
Und hatte dann meinem alleinigen Abgang von der Bühne mit einem kräftigen:
“ SCHEISS DRAUF, ICH WÜRD DRAUF SCHEISSEN!“
Bretter, die die Welt bedeuten und die süchtig machten.
Applaus ist das Brot des Künstlers und zum Schluss wurden wir fleissig vom Publikum gefüttert.
Vorhang auf Vorhang, bis er nicht mehr aufgehen wollte und die Technik versagte.
Bis heute spreche ich kein Wort Französisch. Wenn ich was französisches lese, kann ich es maximal mit meinem Portugiesisch-Verständnis übersetzen.
Mehr nicht.
Bis auf eben jenen Satz, den ich auf der Bühne sprechen gelernt hatte.
Von dem ich nicht weiß wie er geschrieben wird.
Ein Satz, der Franzosen spontan aufstrahlen lässt, bevor ich Ihnen auf Englisch erkläre, dass es mein einzigstes Französisch ist.
Ein Satz, der andere imponiert, obwohl wenig wert ist:
You are the Alpha Male,
I’m just too pretty for that role
You are the good, you are the great,
The words have power