Dickhead

  What’s your problem, dickhead?

Ich hann met ührer Loogik nix ahm Hoot,
Ding Schachfijure hann et denke geliert.

Irgendwann auf der Londoner M25 erreichte mich der Anruf des Personalchefs.
Ich hätte doch mit Sicherheit ein besseres Angebot erhalten und deshalb habe ich gekündigt.
Nein, entgegnete ich ihm. Ich hätte wegen der Firma gekündigt. Ich spiele da nicht mehr mit. Es gebe auch noch ein Leben nach der Firma.
Was ich damit meine?
Ich meine damit die Personalpolitik. Immer mehr Aufgaben auf immer weniger Leute mit jedesmal nach oben hin angepassten Zielen bei gleichzeitig reduzierter Fähigkeit der Firma auf deren Mitarbeiter zu hören.

Ich hätte doch sicherlich schon eine neue Arbeit, warf der Personalchef ein.

Nein, entgegnete ich. Ich würde jetzt das wichtigste in meinem Leben wahr nehmen. Etwas, was diametral mit den Aufgaben der Firma entgegenstehen würde. Und zwar meine Freundin.
Ob ihm schon mal aufgefallen sei, dass die Mehrheit der Mitarbeiter der Firma geschieden sei, fragte ich den Personalchef provozierend.

I’ve nothing for your, dickhead.
Go to bed, dickhead.

Irritiert wusste er auf diesen Fakt nichts zu antworten.
Tja, bei meinem Bewerbungsgesrpäch war er damals erheblich wortgewandter gewesen.

Aber nicht nur er sondern viele der Firma waren sprachlos.

Sie haben doch garantiert einen neuen Job, oder?

Das war keine Entscheidung für einen neuen Job, sondern eine Entscheidung gegen meinen gegenwärtigen Job, so war meine selbstbewusste Antwort. Und sie entsprach der Wahrheit.

I found the DICKHEAD OF THE YEAR
and you’re  fu c k ing  it.
Where is the cause?
No cause?

Ich stand noch immer im Stau der Londoner Autobahn M25, als der Personalchef mir sagte er würde mit mir noch ein abschliessendes Gespräch führen. Weil er ja in seinen Zielen Mitarbeiterzufriedenheit stehen hat. Dann wünschte er mir noch ne schöne Zukunft und legte dann auf.

Er meldete sich nie wieder, obwohl er mit mir noch das angekündigte Gespräch führen wollte.

Später erfuhr ich, dass in den geänderten Planungen der Firma der Arbeitsinhalt meines Jobs auf meine verbleibenden Ex-Kollegen umverteilt wurde.

Wie immer, wie zuvor auch.

Französische Personalpolitik …

Mein Zeugnis erhielt ich ein halbes Jahr später.
Allerdings nur über einen eingeschalteten Rechtsanwalt.

Why do you   pi s s ed   me off this class, dickhead.
Isn’t it lovely,
That we can still be good friends?
Now you still want me, because I’m still lovely, baby.
Dickhead.

Nach dem Telefongespräch nahm ich mir meine CD-Mappe hervor, zog mir die CD von Eminem, schob sie in meinen CD-Player und englische Autofahrer konnten die seltsamen Gymnastik-Aufführungen eines Deutschen zu den Klängen von „Sing for the moment“ zuschauen!

Yeah!