Lebe wild und gefährlich (9)

Sitze wieder in Flugzeug.
Mission gescheitert.
Bestelle mir wieder Gin-Tonic, bis die Bedienung mit Blasen an den Füssen zusammenbricht.
Grübel wieder, was wildes und gefährliches aus einem Rührstäbchen und einer Metalldose zu basteln möglich ist.

Lebe wild und gefährlich, Careca!

Fühle mich wie Mac Gyver, als ich vollkommen besoffen entschlummere.

Wache mit Kopfschmerzen auf.
Flieger setzt hart auf.
Applaus dafür von den hinteren Bänken.
Beschließe nun endgültig das „Wilde und Gefährliche“ nicht mehr zu suchen.
Suche war zu erfolglos.
Fühle mich als Loser.
80 Stunden Tokyo haben mich nicht wild und gefährlich gemacht.
Dreitägige Japan-Reise war somit ein Reinfall.

Kurz vor der erneuten Kontrolle beim Umsteigen, entledige ich mich diverser Utensilien.
Lege diese wie Opfergaben an den Zoll an eine Säule nieder.
Mache zur Erinnerung noch ein Bild von dieser Spontanopferung an die Götter der Sicherheit.
Höre wie ein deutsches Ehepaar über mich lästert und was von Müllkippe brabbelt.

Lebe wild und gefährlich, Careca!

Fühle allerdings doch noch ein wenig Stolz über meine selbstlose Opferung in mir aufsteigen.

Erfahre, dass meine Reise mit der Opferung am Ende doch noch Erfolge hat:
– Der japanische Ministerpräsident wechselt.
– USA-Reisende dürfen wieder Wasserflaschen mitnehmen.
– Tony Blair nimmt auch Abschied.
– Frankreich erwartet meinen Besuch für nächsten Freitag.

Ziehe mir zur Belohnung die drei Teile der Filmserie „Die wilden Kerle“ rein.

Fühle mich richtig gut.

Werde an einem anderen Tag wieder versuchen, wild und gefährlich zu leben.

Jetzt geh ich erstmal schlafen.

Jet-Lag verdauen.

Nabend allerseits.

2 Gedanken zu „Lebe wild und gefährlich (9)

  1. Asiaten tragen das Symbol u.a.a. als Glückssymbol um den Hals. Selbst wenn sie in Europa sind und denken sich kaum was dabei. Wer das nicht weiss, kann solche Leute hier wirklich in tiefster Verlegenheit bringen …

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  2. Willkommen zurück und vielen Dank für diesen ganz eigenen Eindruck von Deiner Mission Impossible.

    Hakenkreuze, die als Symbolik älter sind, als das Dritte Reich. Habe ich auch nicht gewusst.

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