Die Wahrscheinlickeit, etwas Außergewöhnliches durch die Zeitung zu erfahren, ist weit größer als die, es zu erleben.
Mit anderen Worten: im Abstrakten ereignet sich heute das Wesentliche und das Belanglose im Wirklichen … .
Dieser Satz stammt nicht aus dem Feulleiton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, in dem der Amoklauf von Emsdetten kommentiert wurde, sondern aus dem Jahre 1932 aus dem unvollendeten Werk „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil …
Nun ja, dabei gilt es aber auch zu beachten das eben heutzutage Ereignisse ausserhalb unsere Umfeldes trotzdem dieses Beeinflussen.
Glaube das ist das Problem an der Globalisierung-die Wirksamkeit meiner eigenen Entscheidungen nimmt zugunsten der Wirkung von von mir nicht zu beeinflussenden ab.
Was ja zwangsläufig zu Ohnmachtsgefühlen führen muss, wenn man nicht grad den Job als amerikanischer Verteidigungsminister angeboten bekommt.
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Wer sind die Medien?
In meiner Tageszeitung finde ich meinen tatsächlichen Alltag sehr gut widergespiegelt, in allen Facetten: vom Verkehrsunfall im Nachbarort über die Ergebnisse der Sportvereine bis hin zur Anpflanzung von Obstbäumen und der geimeinsamen Grabpflege am Friedhof.
Und vom Spiegel/Stern/DIE ZEIT/FAZ/TELEPOLIS und wie sie alle heißen mögen, vom Fernsehen, dem Radio, den Internetprotalen, erwarte ich etwas anderes: Berichte über das, was außerhalb meines tatsächlichen Lebens stattfindet. Da kann ich ihnen schlecht zum Vorwurf machen, daß sich mein tatsächliches Leben dort nicht widerspiegelt.
„…heizen die Medien oft den Alltag an, ängstigen die Menschen und legen gar falsche Fährten“ : man könnte auch andersherum argumentieren: der Mensch/Leser sucht die sensationelle Meldung, die reisserische Headline, das Außergewöhnliche, den Skandal – um sich … einen Thrill zu verschaffen? Sicherlich auch. Nicht umsonst verkaufen sich gerade die unseriöseren Blätter in gewissen Milieus so gut.
:wave:
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Man sollte aber nicht übersehen, daß der Lebenskreis des Einzelnen so klein ist gegen das Objekt der Zeitung/der Medien, die über die ganze Welt berichten, daß es kein Wunder ist, daß es uns so scheint, als würde das Außerordentliche immer woanders passieren.
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Das stimmt. Aber bislang hat mir dieser Hinweis im realen Leben immer Unverständnis und sogar Verärgerung entgegen gebracht. Wir leben unser Leben in und mit dem medialen Zeitalter …
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Gut, dass du auf diesen Aspekt einmal hinweist. Schon oft habe ich gedacht, wie wenig sich der tatsächliche Alltag in den Medien spiegelt. Das sind zwei verschiedene Welten, die sich nur manchmal überlappen, und zwar, wenn es spektakulär wird. In diesem Sinne heizen die Medien oft den Alltag an, ängstigen die Menschen und legen gar falsche Fährten.
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